PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nayuta no RPG: Trails of 2019 [11/16] Aktuell: TLoH: Zero no Kiseki (PSP)



Nayuta
10.12.2018, 17:14
Hier gehts zur ♪ Encore ♫ Spieleliste



Nayuta no RPG: Trails of 2019
~ To boldly go where no man has gone before! ~

https://up.picr.de/36492646mb.png




Challenge Stand:
11 / 16





Willkommen zu meiner JRPG Challenge 2019! :)

Während ich mich letztes Jahr hauptsächlich darauf konzentriert habe, Altlasten in Form von zuvor abgebrochenen Spielen abzubauen, möchte ich dieses Jahr neue Wege gehen und Serien ausprobieren, die ich bisher noch nicht angerührt habe. Disclaimer: das können aber auch Sub-Serien sein bei denen mir andere Ausläufer oder die Hauptserien bereits bekannt sind. Allerdings nehme ich mir das Recht heraus eine Serie, sollten mir die Vorgänger nicht zugesagt haben, komplett aus der Challenge zu streichen und durch eine andere zu ersetzen.
Da dieses Jahr seit langer Zeit mal wieder keine aktuellen RPGs erscheinen die mich dringend interessieren, hebe ich die Anzahl der Titel für die Erfüllung der Challenge leicht an. Ich setze mir die Grenze aber nicht zu hoch, da ich noch etwas Luft für spontane Titel freihalten möchte die ich wieder als Encore einschiebe. Dieses Mal wird das wohl aber etwas unregelmäßiger ablaufen, da sich unter den Challenge-Titeln einige massive Brocken befinden die ordentlich Zeit verschlingen werden (die klügsten Mathematiker unserer Zeit haben nach jahrelanger Forschungsarbeit die Formel "Spielzeit von Winyett Grayanus * 4" erarbeitet^^).


Prolog
Den Auftakt machen vier Spiele die ich mir bereits 2018 zugelegt habe, allerdings noch nicht angehen konnte und wohl auch keine Zeit mehr dazu finden werde. Bei .hack//G.U. geht es dabei aber nur um das neu hinzugekommene, vierte Kapitel. Einen Sonderfall stellt Ni No Kuni 2 dar, bei dem es rein um die Erweiterungen und nicht mehr um das Hauptspiel geht. Allerdings warte ich hier zuerst einmal ab bis irgendwann im Laufe des Jahres die letzte Erweiterung veröffentlicht wird bevor ich alle am Stück angehe.


Hauptchallenge
Über The Legend of Heroes hört man immer nur Gutes, darum muss ich endlich auch auf den Zug aufspringen. Da ich ein großer Fan der Xenosaga bin und mir Xenogears in der letztjährigen Challenge ebenfalls sehr gefallen hat, steige ich nun in die Xenoblade Chronicles-Serie ein um zu sehen, ob diese qualitativ mithalfen kann. Persona mag vielleicht etwas geschummelt sein, da ich bereits die Teile 3 bis 5 durchgespielt habe, aber da deren Vorgänger in ihrer Aufmachung doch etwas anders sein sollen drücke ich hier ein Auge zu. ;) Und als letztes gesellt sich die Devil Summoner-Serie hinzu. Diese ist für mich eine komplette Wildcard. Außer einer kurzen Anspielsession weiß ich nicht wirklich was konkret auf mich zukommt und lasse mich daher einfach mal überraschen. :)



Die Regeln

Playstation 1 und ältere Spiele werde ich auf Emulatoren zocken, den Rest auf originaler Hardware.
Savestates beißen nicht, daher werde ich regen Gebrauch davon machen.
Dafür werde ich die Titel aber komplett in Originalgeschwindigkeit spielen (von kürzeren Ladezeiten aufgrund der Emulation mal abgesehen).
Die Spiele sollten im Geiste verwandt mit JRPGs sein, das schließt Spiele anderer Regionen aber nicht aus.
Bei zuvor abgebrochenen Spielen werden die originalen Spielstände nicht direkt verwendet. Stattdessen wird neu angefangen und wenn die gleiche Stelle erreicht wurde eventuell auf den originalen Spielstand gewechselt.
Bei einem Add-On wird der originale Spielstand fortgeführt.
Pokemon- und Kingdom Hearts-freie Zone! :p


Meilensteine

Zwischenfazit
Abschlussfazit [TODO]




Spieleliste

Mobile: ←L/R→ wischen für mehr Details


#
Pic
Titel
System
Typ
Status
Wertung /
Einschätzung


01
https://up.picr.de/34546981oe.png
Cosmic Star Heroine
http://up.picr.de/31412163yg.png
PS4
Basisspiel

★★☆☆☆
(2/5)


02
https://up.picr.de/34546987xt.png
Brave Battle Saga: Legend of the Magic Warrior
https://up.picr.de/34546941dt.png
SMD
Basisspiel

★☆☆☆☆
(1/5)


03
https://up.picr.de/34546991op.png
.hack//G.U. Last Recode
Vol. 4//Reconnection
http://up.picr.de/31412163yg.png
PS4
Erweiterung

★★★★☆
(4/5)


04
https://up.picr.de/34547044vs.png
Devil Summoner: Raidou Kuzunoha vs. The Soulless Army
https://up.picr.de/31412161ds.png
PS2
Basisspiel

★★★☆☆
(3/5)


05
https://up.picr.de/34547007ax.png
The Legend of Heroes: Trails in the Sky
https://up.picr.de/31412164zw.png
PSP
Basisspiel

★★★☆☆
(3/5)


06
https://up.picr.de/34547008wi.png
The Legend of Heroes: Trails in the Sky SC
https://up.picr.de/31412164zw.png
PSP
Basisspiel

★★★★☆
(4/5)


07
https://up.picr.de/35598331dl.png
The Legend of Heroes: Trails in the Sky the 3rd
https://up.picr.de/35671344cm.png
PC
Basisspiel

★★★☆☆
(3/5)


08
https://up.picr.de/34547045yb.png
Devil Summoner 2: Raidou Kuzunoha vs. King Abaddon
https://up.picr.de/31412161ds.png
PS2
Basisspiel

★★☆☆☆
(2/5)


09
https://up.picr.de/35857198mt.png
Magna Carta: Tears of Blood
https://up.picr.de/31412161ds.png
PS2
Basisspiel

☆☆☆☆☆
(0/5)


10
https://up.picr.de/32698693qm.png
Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs
Add-Ons
http://up.picr.de/31412163yg.png
PS4
Erweiterung

★☆☆☆☆
(1/5)


11
https://up.picr.de/35857199vj.png
Magna Carta 2
https://up.picr.de/31412165os.png
X360
BasisspielErweiterung

★★★☆☆
(3/5)


12
https://up.picr.de/35857201kc.png
The Legend of Heroes: Zero no Kiseki
https://up.picr.de/31412164zw.png
PSP
Basisspiel

Sehr gut



https://up.picr.de/35857200dp.png
The Legend of Heroes: Ao no Kiseki
https://up.picr.de/31412164zw.png
PSP
Basisspiel

Sehr gut



https://up.picr.de/34547011ei.png
Xenoblade Chronicles
https://up.picr.de/34546922mn.png
Wii
Basisspiel

Sehr gut



https://up.picr.de/34547012vz.png
Xenoblade Chronicles 2
https://up.picr.de/33267685ps.png
NS
Basisspiel

Sehr gut



https://up.picr.de/35857204yy.png
Xenoblade Chronicles 2: Torna ~ The Golden Country
https://up.picr.de/33267685ps.png
NS
Basisspiel

Gut





Mobile: ←L/R→ wischen für mehr Details


#
Pic
Titel
System
Typ
Status
Wertung /
Einschätzung



https://up.picr.de/34547009hy.png
The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel
https://up.picr.de/31412162um.png
PS3
Basisspiel

Sehr gut



https://up.picr.de/34547010px.png
The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 2
https://up.picr.de/31412162um.png
PS3
Basisspiel

Sehr gut



https://up.picr.de/34547013pd.png
Xenoblade Chronicles X
https://up.picr.de/34546926nd.png
Wii U
Basisspiel

Gut



https://up.picr.de/34547039hc.png
Persona
https://up.picr.de/31412164zw.png
PSP
Basisspiel

Gut



https://up.picr.de/34547041wm.png
Persona 2: Innocent Sin
https://up.picr.de/31412164zw.png
PSP
Basisspiel

Gut



https://up.picr.de/34547042tc.png
Persona 2: Eternal Punishment
https://up.picr.de/31412160wd.png
PS1
Basisspiel

Gut




Ersatzbank

Alternative Serien mit denen ich die Liste bei Bedarf erweitern oder ersetzen kann.

Bravely
Dark Cloud
Golden Sun
Legaia
Magna Carta
Nier
South Park
Valkyrie Profile
White Knight Chronicles
Xanadu
Zwei!!





✓ : Beendet

► : Aktiv

▐▐ : Pausiert

■ : Noch nicht begonnen

✖: Abgebrochen


★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert



https://starvingartist.deviantart.com/art/Antiseptic-Videogame-Systems-23217105
https://jaffacakelover.deviantart.com/art/Pixel-Gaming-Machine-Icons-413704203





Archiv
► Zur JRPG Challenge 2019
► Zur JRPG Challenge 2018
► Zur JRPG Challenge 2017
► Mein RPG Jahr 2016
► Mein RPG Werdegang

Nayuta
10.12.2018, 17:15
Nayuta no RPG: Trails of 2019
♪ Encore ♫

https://up.picr.de/31557349vk.png


https://up.picr.de/33742645ue.jpg (https://up.picr.de/33742647kx.jpg)



Archiv
► Zur JRPG Challenge 2019
► Zur JRPG Challenge 2018
► Zur JRPG Challenge 2017
► Mein RPG Jahr 2016
► Mein RPG Werdegang

LittleChoco
11.12.2018, 11:34
Sehe gerade den zweiten Titel und lache erst mal laut los, denn 1x darfst du raten, was ich gestern angefangen habe. :hehe: Da ich partout keine Lösung im Netz gefunden habe, wird das mal wieder ein Spiel, durch das ich mich allein durchwurschteln muss. Schockschwerenot!
Ich freu mich jedenfalls jetzt schon auf einen Gedankenaustausch. ;)

Nayuta
11.12.2018, 15:40
Wie heißt es so schön, zwei Dumme, ein Gedanke.^^ Ich zähle auf deine Expertise falls ich mal nicht weiterkommen sollte. ;):A

Nayuta
01.01.2019, 05:00
Wie letztes Jahr bereits angedroht folgt nun die Bekanntgabe der nominierten Titel für meine JRPG Challenge 2019.

Über The Legend of Heroes hört man immer nur Gutes, darum muss ich endlich auch auf den Zug aufspringen. Da ich ein großer Fan der Xenosaga bin und mir Xenogears in der letztjährigen Challenge ebenfalls sehr gefallen hat, steige ich nun in die Xenoblade Chronicles-Serie ein um zu sehen, ob diese qualitativ mithalfen kann. Persona mag vielleicht etwas geschummelt sein, da ich bereits die Teile 3 bis 5 durchgespielt habe, aber da deren Vorgänger in ihrer Aufmachung doch etwas anders sein sollen drücke ich hier ein Auge zu. ;) Und als letztes gesellt sich die Devil Summoner-Serie hinzu. Diese ist für mich eine komplette Wildcard. Außer einer kurzen Anspielsession weiß ich nicht wirklich was konkret auf mich zukommt und lasse mich daher einfach mal überraschen. :)

Winyett Grayanus
01.01.2019, 16:52
Hui, du bist mutig, dass du dir die alten Persona-Spiele antun willst. Ich bin mal gespannt, was du dazu zu berichten hast.

Nayuta
01.01.2019, 17:27
Mutig würde ich eher die Shin Megami Tensei Hauptserie nennen, da konnte ich bisher mit keinem Teil etwas anfangen. Bei Persona, mal sehen, ich erwarte nicht die Qualität von Teil 3 aufwärts. Denke mal der erste wird "am schlimmsten".^^

Ὀρφεύς
02.01.2019, 16:19
Bei Persona 2 würde ich mich vielleicht sogar anschließen.
Erhoffe mir nämlich nicht die Qualität von Persona 5.-_-'

Ansonsten hast du halt viele Reihen in deiner Liste.
Viel hochwertiges Zeugs mit bei wie eben Devil Summoner und Xenoblade (abgesehen von Teil 2).

Narcissu
03.01.2019, 12:25
Mutig würde ich eher die Shin Megami Tensei Hauptserie nennen, da konnte ich bisher mit keinem Teil etwas anfangen. Bei Persona, mal sehen, ich erwarte nicht die Qualität von Teil 3 aufwärts. Denke mal der erste wird "am schlimmsten".^^

Tatsächlich sind die älteren Persona-Spiele gar nicht so weit von der Hauptserie entfernt. Ich habe fünf Stunden Persona 1 für PSP gespielt und bei dem Remake wurde leider sehr versäumt, die Spielsysteme zu modernisieren. Besonders die Kämpfe sind leider nicht sehr spaßig. Allerdings ist es auch kein Spiel, das heute unspielbar wäre. Wünsche dir jedenfalls viel Erfolg mit dem Spielen. Persona 2 soll in einigen Punkten schon richtig gut sein, vom Gameplay leider weniger. Bin schon gespannt auf Berichte.

Nayuta
13.01.2019, 11:23
Cosmic Star Heroine
~ Ersteindruck ~

https://up.picr.de/34547001bj.png


Nach einer kleinen Pause fange ich nun endlich mit der diesjährigen Challenge an. Wie bereits erwähnt möchte ich zuerst die Spiele die ich letztes Jahr gekauft aber noch nicht gespielt habe angehen. Eröffnet wird das Ganze mit Cosmic Star Heroine, welches Ende letzten Jahres in physischer Form von Limited Run Games veröffentlicht wurde. Das Spiel konnte ich jetzt eine Weile anspielen und möchte einen kleinen Ersteindruck geben.

Positiv ist erst einmal die Grafik hervorzuheben. Diese ist qualitativ hochwertig und unglaublich detailliert, obwohl ich mir zugegebenermaßen bei solch einer Art von Pixel-Stil auch einen optionalen Weichzeichenfilter wünschen würde. Das Kampfsystem ist ebenfalls äußerst interessant, da die meisten Fähigkeiten nur einmal eingesetzt werden können und man anschließend eine Runde aussetzen muss um sie zu erneuern. Dadurch wird man dazu motiviert wirklich alle aktuell ausgerüsteten Fähigkeiten einzusetzen, um das Maximum aus seinen Runden herauszuholen, bevor man alle zusammen wiederherstellt.

Allerdings gibt es auch einige negative Punkte. Darunter fällt leider die Geschichte, die nicht wirklich gut erzählt wird und sehr wie eine aus den Fingern gesaugte Fanfiction wirkt. So kommt z.B. das Ereignis, welches nach dem Prolog die eigentliche Handlung in Gang setzt, urplötzlich und die Charaktere sind ohne großartig darüber nachzudenken bereit, ihr bisheriges Leben wegzuwerfen. Außerdem gibt es einige unschöne Bugs, wie z.B. dass man in der Levelarchitektur stecken bleibt oder Sequenzen die nicht starten - in beiden Fällen hilft nur ein Neustart des Spiels.

StarOceanFan
14.01.2019, 20:05
Auf die Eindrücke zu der Trails Reihe und Xenoblade bin ich extrem gespannt. Beide Reihen habe ich sehr ins Herz geschlossen und zähle für mich zum Besten, was ich die letzten Jahre im JRPG Sektor gezockt habe. Eine Warnung zu Sky 1 und Cold Steel 1 mal vorweg. Beide Spiele fangen sehr gemächlich an und nehmen sich viel Zeit um ihre Charaktere einzuführen. Ist nicht jedermanns Sache. Allerdings wird man später mit einem großartigen Worldbuilding (ich hasse diese Begriffe) belohnt, was ohne diesen ruhigen Beginn bei beiden Spielen imho nicht funktionieren würde. Auch ist der Entwickler Falcom ein Meister in Sachen Foreshadowing (und wieder diese Begriffe), also lohnt es sich sehr die Dialoge aufmerksam zu lesen. :)

Und zu Xenoblade noch ein kleiner Tipp am Rande. Es gibt von Fans HD Texturen für den Emulator Dolphin. Macht den Titel zu einem gefühlten HD-Remaster. Wenn ich es heute nochmal durchspielen würde dann definitiv damit. Hier (https://forums.dolphin-emu.org/Thread-xenoblade-chronicles-hd-texture-pack-v8-52-august-21-2018) der Link falls es dich interessiert.

Nayuta
15.01.2019, 16:51
Eine Warnung zu Sky 1 und Cold Steel 1 mal vorweg. Beide Spiele fangen sehr gemächlich an und nehmen sich viel Zeit um ihre Charaktere einzuführen. Ist nicht jedermanns Sache. Allerdings wird man später mit einem großartigen Worldbuilding (ich hasse diese Begriffe) belohnt, was ohne diesen ruhigen Beginn bei beiden Spielen imho nicht funktionieren würde.
Ich weiß ja dass die verschiedenen Sub-Serien in unterschiedlichen Ländern mit jeweils nur wenigen Jahren Differenz spielen, daher erwarte ich etwas ähnliches wie in Suikoden, sprich jeweils eine lokale Geschichte mit einigen Referenzen zu den Nachbarstaaten. Lasse mich aber auch gerne überraschen wenn die Sub-Serien noch weiter als erwartet untereinander verzahnt sein sollten.


Auch ist der Entwickler Falcom ein Meister in Sachen Foreshadowing (und wieder diese Begriffe), also lohnt es sich sehr die Dialoge aufmerksam zu lesen. :)
Die Autoren von Falcom sind aber auch Meister darin jedem unwichtigen NPC eine Persönlichkeit und massig Dialoge nach jedem kleinsten Ereignis zu geben, daher mal schauen ob mir die wirklich wichtigen Dinge auffallen und ich die Hinweise über die Stunden/Tage/Wochen hinweg im Hinterkopf präsent halten kann.^^


Und zu Xenoblade noch ein kleiner Tipp am Rande. Es gibt von Fans HD Texturen für den Emulator Dolphin. Macht den Titel zu einem gefühlten HD-Remaster. Wenn ich es heute nochmal durchspielen würde dann definitiv damit. Hier der Link falls es dich interessiert.
Danke für den Tipp, allerdings spiele ich es stilecht auf der originalen Hardware an einem Röhren-TV. :) (Auf meinem PC kann ich den Dolphin ohnehin nicht vernünftig laufen lassen.)
Denke aber dass es einige Mitleser geben könnte für die das echt hilfreich ist. :A

Nayuta
19.01.2019, 12:48
Cosmic Star Heroine

https://abload.de/img/cosmicstarheroine_201y5jso.png (https://abload.de/img/cosmicstarheroine_20109ki7.png)



Challenge #:
01


System:
Playstation 4 (US)


Version:
1.06



https://up.picr.de/31412163yg.png





► Zum Ersteindruck


Das Spiel
Noch vor einigen Jahrzehnten herrschte im Zevanii-System ein Krieg der es an den Rand der Vernichtung führte. Heute ist das System befriedet und die auf dem Planeten Araenu stationierte Agency for Peace and Intelligence, kurz API, sorgt dafür, dass dieser auch eingehalten wird, indem potentielle Gefahren frühzeitig eingedämmt werden. Als eines Tages eine Terrororganisation kurz davor steht, in einer wiederentdeckten Waffenfabrik auf dem Nachbarplaneten Rhomu eine Superwaffe zu bergen, schickt die API ihre beste Agentin - Alyssa L'Salle und ihr Team - los, um dieser zuvorzukommen.
Nachdem der Truppe um Alyssa klar wird, dass die Superwaffe eine Maschine zur Gedankenkontrolle ist und die API diese zur Unterjochung des gesamten Systems missbrauchen will, setzen sie sich mit dem Gerät ab und verschwinden in den Untergrund. Doch ist dies nur der Prototyp und die API ist durchaus in der Lage, mit genügend Zeit eine eigene Version herzustellen. Die Agency auf ihren Fersen, verbünden sie sich schließlich mit eben jener vermeintlichen Terrororganisation, Astrea, um gemeinsam eine Gegenmaßnahme zu finden.

Ihre Suche führt Alyssa und Konsorten auf die drei Planeten des Systems. Araenu ist ein Planet der von mächtigen Konzernen geführt wird und praktisch aus einer großen, hochtechnologisierten Stadt besteht. Rhomus Ökosystem wurde durch einem Atomkrieg völlig aus dem Gleichgewicht gebracht. Obwohl die Radioaktivität verschwunden ist, ziehen es die Bewohner vor, weiterhin in Städten im Untergrund zu leben. Nuluup schließlich ist ein tropisches Paradies und die Bewohner haben es fertig gebracht, nach dem Ableben ihren Geist einzufangen und in einen mechanischen Körper zu transferieren.



https://abload.de/img/collage1ptj5j.png (https://abload.de/img/collage11njcs.png) https://abload.de/img/collage299k9r.png (https://abload.de/img/collage20nj4n.png) https://abload.de/img/collage376kdl.png (https://abload.de/img/collage3nvkl4.png)


Das Spiel gibt sich viel Mühe, etwas Abwechslung in den RPG-Alltag zu bringen. So darf man z.B. relativ früh in einem Mech gegen ein riesiges Kaiju-Monster kämpfen. Auf einem Jahrmarkt vergnügt man sich, Chrono Trigger-artig, mit diversen Minispielen. Man schmuggelt sich in eine Villa um die Gäste aus doppelten Wänden heraus zu beschatten und später gilt es sogar, einen Mordfall aufzuklären. Die Handlung wird immer wieder durch leicht animierte Zwischensequenzen aufgelockert, was etwas an Ys 4: The Dawn of Ys erinnert.

Recht oberflächlich präsentiert sich hingegen die gesamte Geschichte, die Ereignisse relativ schnell abhandelt ohne dabei in die Tiefe zu gehen. So lässt sich Alyssa z.B. ohne großartig darüber nachzudenken oder die Fakten zu prüfen, nach einem kurzen Dialog davon überzeugen, ihr bisheriges Leben aufzugeben und sich auf der Flucht vor der API in den Untergrund zu begeben. An dieser Stelle entwickelt sich die Handlung einfach zu schnell und unglaubwürdig und das bleibt leider nicht der einzige Moment in dem alles überhastet wirkt.
Auf Charaktere wird dabei fast überhaupt nicht eingegangen. Sie schließen sich eben einfach der Party an, manchmal ohne einen besonderen Grund dafür zu haben. Wirkliche Persönlichkeit besitzt dabei kaum einer. Alle haben kecke Sprüche parat, legen dasselbe Verhalten an den Tag und nehmen ihre Umstände nicht sonderlich ernst. Wenn sie nicht unterschiedliche Grafiken hätten könnte man meinen, dass alle dieselbe Person wären. Sie unterscheiden sich praktisch nur in ihren Fähigkeiten. Der Hacker kann hacken, die Sängerin singen und der Detektiv löst Fälle etc. Gegen Ende gibt es optionale Charakter-Quests, in denen man bei einigen zumindest ein absolutes Minimum an Hintergrundgeschichte erfahren kann. Der Antagonist ist das totale Proto-Abziehbild eines Bösewichts der einfach nur den gewöhnlichen Weltherrschafts-/Befriedungsgelüsten frönt. Es gibt am Ende zwar noch einen Twist, dieser tröstet aber über die anderen Unzulänglichkeiten kaum hinweg.

Viel interessanter präsentiert sich da schon eher das Kampfsystem, welches mit einigen ungewöhnlichen Mechaniken daherkommt. So können die meisten Fähigkeiten z.B. nur einmal eingesetzt werden und sind danach gesperrt. Um sie wiederherzustellen muss eine Runde lang verteidigt werden. Da man natürlich nicht jeden zweiten Zug dafür verschwenden möchte führt dies dazu, dass man versucht, alle sieben Fähigkeiten pro Charakter möglichst effektiv einsetzen bevor man diese gebündelt in einem Rutsch wiederherstellt. Dadurch spammt man nicht immer dieselben Attacken sondern setzt auch mal etwas weniger effektive Attacken ein oder achtet mehr auf die damit verknüpften Buffs bzw. Debuffs die diese auslösen.
Gegenstände werden nicht verbraucht, sind im Kampf aber nur einmal einsetzbar, es sei denn man setzt bestimmte Fähigkeiten ein die den Verbrauch verhindern. Ebenfalls nur einmal einsetzbar, zumindest in den meisten Fällen, sind die so genannten Programme. Das sind zusätzliche Fähigkeiten die Charaktere durch die angelegte Ausrüstung erhalten.
Die meisten Fähigkeiten verleihen dem Charakter eine bestimmte Menge an Style. Je mehr er sammelt, desto höher wird seine Kampfkraft. Doch Vorsicht, auch Gegner sammeln Style und je länger der Kampf dauert, desto gefährlicher werden sie. Gerade Bosse können so extrem haarig werden wenn man sie nicht schnell genug erledigt. Der Clou am Style ist, dass wenn dieser über 50 liegt, der Charakter einen eigentlich tödlichen Treffer überlebt. Ist er wieder am Zug hat er nun in diesem Desperation Mode die Möglichkeit, entweder eine verstärkte, letzte Attacke auszuführen, bevor er schlussendlich stirbt, oder sich zu heilen und normal weiterzukämpfen. Der Style kann aber auch auf einen Schlag dazu verwendet werden besonders starke Burst-Attacken auszuführen die mit der Menge skalieren.
Zu dieser Mechanik gesellt sich eine weitere namens Hyper-Modus. Alle paar Runden werden die Charaktere in diesen versetzt, was ihre Stärke und die Möglichkeit, Statuskrankheiten zu verursachen, erhöht. Das Geheimnis eines erfolgreichen Kampfes liegt darin, darauf hinzuarbeiten, die Charaktere für eben diesen Moment zu stärken und die Gegner zuvor so zu schwächen, dass man mit den besten Angriffen enormen Schaden anrichten kann.
Daneben soll es noch irgendwelche Team-Attacken geben, allerdings habe ich keine Ahnung wie diese funktionieren.^^'
Das Kampfsystem hat mir wirklich viel Spaß gemacht und wenn ich etwas zu kritisieren habe dann nur, dass Buffs - im Gegensatz zu Debuffs - nicht angezeigt werden. So muss man sich immer merken wie lange ein Buff noch anhält und kann sich auch nie sicher sein, ob sich die Effekte gleicher Buffs addieren oder im Nichts verpuffen.



https://abload.de/img/collage106ked.png (https://abload.de/img/collage19ajjn.png) https://abload.de/img/collage2iek8d.png (https://abload.de/img/collage2w0jzx.png) https://abload.de/img/collage3igk1q.png (https://abload.de/img/collage35vjo1.png)


Im Gegensatz zu ihren Persönlichkeiten unterscheiden sich die Charaktere in ihren Kampffertigkeiten stark voneinander. So nutzt Arete z.B. ihre Drohne als fünftes Partymitglied, während sie sich selbst um den Support kümmert, durchaus aber auch angreifen kann. Clarke setzt suizidale Fähigkeiten ein um mächtige Angriffe zu starten und die Party sogar nach seinem Tod zu buffen und Z'xorv vergiftet sich selbst und kann im Nahtodzustand mächtige Angriffe einsetzen und dem Tod ein Schnippchen schlagen. Obwohl man nach einer Weile die Möglichkeit erhält, sich sein Team frei zusammenzustellen, gibt es immer wieder Stellen in denen die Partyzusammenstellung von der Handlung diktiert wird - teilweise ist man sogar mit mehreren Gruppen parallel unterwegs - weswegen im Endeffekt kein Charakter zu kurz kommt, immer schön viel Varianz im Gameplay besteht und man zu neuen Strategien ermutigt wird.
Zusätzlich zu den aktiven Partymitgliedern lassen sich auch weitere Charaktere rekrutieren, von denen einer als passives Partymitglied eingestellt werden kann und zusätzliche Effekte verleiht. Z.B. ein höherer Angriff, Resistenzen gegen Statuskrankheiten, mehr Erfahrung von Gegnern und vieles mehr. Die meisten schließen sich an indem man mit ihnen redet, manche erfordern aber die Durchführung einer Nebenquest.

In den wunderschön gestalteten Arealen, die qualitativ irgendwo zwischen Neo Geo und Playstation 1 liegen, laufen die Gegnerparties sichtbar, ähnlich wie bei Chrono Trigger, umher. So weiß man immer, mit was man es zu tun bekommt. Manche können sogar umgangen werden. Besiegte Gegner erscheinen dabei nicht wieder, was nachträgliches Erkunden der Dungeons recht angenehm gestaltet, da man sich nicht mehr mit Low-Level-Gegnern auseinandersetzen muss. Falls man sich doch mal zu schwach fühlen- oder das Bedürfnis nach Grinden haben sollte, können so genannte VR-Kämpfe gestartet werden, sobald man eine Karte komplett von Gegnern befreit hat. Die Gegner hier sind etwas stärker und geben weniger Erfahrung sowie Geld, doch das lässt sich mit den entsprechenden passiven Partymitgliedern relativieren.

Nett ist auch dass die Planeten jeweils eine kleine Miniaturweltkarte haben auf der die Charaktere durch kleinere Modelle, ähnlich zu Chrono Trigger, dargestellt werden. Diese Karten sind zwar nicht sonderlich groß, aber wie gesagt eine nette Ergänzung. Nach einiger Zeit erhält man ein Raumschiff welches als Basis und Rückzugsort fungiert. Die Besatzung und auch nachträglich rekrutierte Charaktere reagieren in jedem Kapitel auf die aktuelle Situation, wodurch eine gewisse Bindung zum Spieler aufgebaut wird. Ein Wermutstropfen ist aber, dass manche Charaktere bereits von Dingen sprechen, die erst in einem späteren Kapitel stattfinden.

Das Spiel liefert eine ganze Reihe an Referenzen zu diversen Filmen und auch zu anderen Spielen wie z.B. Resident Evil 1 und 2 - letzterem wird sogar ein gesamter optionaler Dungeon gewidmet - Phantasy Star 2, Chrono Trigger und den hauseigenen Zeboyd-Titeln Cthulhu Saves the World und Breath of Death VII. Außerdem gibt es einige Sidequests die man ganz am Anfang des Spiels starten kann und erst ganz am Ende eine Wirkung zeigen, wie z.B. ein freigeschalteter Schwarzmarkt für die "ultimativen" Waffen.

Obwohl die von mir gespielte Fassung bereits auf Version 1.06 gepatcht wurde, finden sich im Spiel noch eine Menge Bugs. So bin ich mehrfach in der Levelarchitektur stecken geblieben, wodurch ich neu laden musste. Bei einer Sequenz blieb das Spiel plötzlich stehen und ich musste sie überspringen, woraufhin ich natürlich noch mal den vorherigen Spielstand geladen habe um sie mir anzusehen - diesmal funktionierte sie dann auch. Dann gibt es noch eine Vielzahl kleinerer Dinge, die zwar nicht kritisch, aber zumindest unangenehm sind. So poppen im Bild immer wieder kleine horizontale und vertikale Striche auf, in animierten Zwischensequenzen wabert das Bild bei horizontalem Scrolling, Musik wird nicht abgespielt, einige Soundeffekte im Kampfsystem sind viel zu laut, das gesamte Level scrollt bei Übergängen mit und offenbart die Hintergrundgrafik, in den Menüs kommt es zu Anzeigefehlern und generell haben sich doch einige Rechtschreibfehler eingeschlichen.

Der Soundtrack hat mich nicht sonderlich umgehauen. Manche Stücke sind noch einigermaßen nett, viele aber völlig generisches Gedudel.



https://abload.de/img/collagegxkoe.png (https://abload.de/img/collage7vkmr.png) https://abload.de/img/collage13xjza.png (https://abload.de/img/collage18bjlo.png) https://abload.de/img/collage28tj8s.png (https://abload.de/img/collage2dljn9.png)




Fazit
Neben der tollen Grafik hat mich das ungewöhnliche Kampfsystem am meisten an der Stange gehalten. Außerdem ist es immer wieder eine tolle Abwechslung wenn man ein Spiel bekommt welches sich komplett der Space-Opera-Schiene verschreibt und nicht mit Fantasy-Elementen verwässert wird, wie z.B. Star Ocean das regelmäßig macht. Die Geschichte hingegen wird recht oberflächlich abgewickelt, auch wenn es zumindest von der Idee her einige nette Momente gibt und die Charaktere besitzen keinerlei Persönlichkeit. Ein kurzes und nettes Spiel welches man sich durchaus mal für das spaßige Gameplay anschauen kann, man sollte inhaltlich aber nichts Großartiges erwarten.



Wertung: ★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv"


★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert




https://abload.de/img/cosmicstarheroine_20105klm.png (https://abload.de/img/cosmicstarheroine_20183kqv.png)

► Zur Spieleübersicht

Sylverthas
19.01.2019, 13:50
Cosmic Star Heroine schien ja auch in den Challenges letztes Jahr eher durchwachsen aufgenommen worden zu sein. Interessant ist, dass sie durch die Space Opera vielleicht sogar Erwartungen wecken, die das Spiel gar nicht erfüllen kann / will? Zumindest ich erwarte mir da immer eine epische, vielschichtige Story mit spannenden Charakteren. Was hier anscheinend überhaupt nicht geboten wird.

Dass die Partymitglieder sehr divers sind ist ne gute Idee, genau wie die wechselnden Gruppen. Sonst versumpft man ja in RPGs eigentlich immer in dem Favorite Team - wobei man die Kehrseite natürlich auch sehen kann. Denn es gibt ja nen Grund, wieso Leute bevorzugte Teams bauen *g*
Btw. so als Frage am Rand: das Spiel scheint ja ein paar taktische Möglichkeiten zu bieten, aber braucht man die eigentlich auch? Oder ist der Schwierigkeitsgrad niedrig genug, dass man auch mit "Attack" durchkommt?

Das mit den Bugs ist aber etwas erschreckend. Das Spiel ist ja nicht mehr ganz neu und es wäre angemessen gewesen zumindest die größeren Gamebreaker zu fixen. Grafische Bugs finde ich in dem Sinne witzig, weil das Spiel ja immer für seine gute Optik gelobt wird. Da ist das irgendwie n bischen das Sahnehäubchen :D

Ave
19.01.2019, 16:31
Btw. so als Frage am Rand: das Spiel scheint ja ein paar taktische Möglichkeiten zu bieten, aber braucht man die eigentlich auch? Oder ist der Schwierigkeitsgrad niedrig genug, dass man auch mit "Attack" durchkommt?

Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad kann man ohne großartige Mühe die Kämpfe absolvieren. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden wird das Kampfsystem zu einem Art "Puzzle", welches man lösen muss. Ich glaube, am ersten Kampf, für das Achievement, bin ich über eine Stunde gesessen... :D

Nayuta
23.01.2019, 20:32
Brave Battle Saga: Legend of the Magic Warrior
~ Ersteindruck ~

https://up.picr.de/34547002cp.png


Brave Battle Saga hatte ich nun schon seit einiger Zeit auf dem Schirm. Mein Interesse geweckt hatte die extreme Ähnlichkeit des Kampfsystems und der Menüs zu Breath of Fire 2. Ursprünglich dachte ich, es handle sich um eine Modifikation von eben jenem Spiel aber nein, es ist ein komplett eigenständiges Werk des taiwanesischen Studios Chuanpu Technology (http://bootleggames.wikia.com/wiki/Chuanpu_Technology). Die Firma entwickelte unlizenzierte Spiele, hauptsächlich für das Mega Drive und bediente sich wohl hin und wieder an den Ressourcen anderer Spiele.
Nachdem Brave Battle Saga von Piko Interactive offiziell lizenziert und letztes Jahr veröffentlicht wurde, musste ich es mir dann doch mal genauer ansehen. Eigentlich wollte ich die Version von Piko am Emulator spielen, doch leider habe ich es selbst nach zwei Dutzend Versuchen nicht fertig gebracht, mit meiner Retrode ein funktionierendes ROM zu erhalten. Auf keinem Emulator wollte das Ding laufen. Eventuell ist hier eine Art Kopierschutz am Werk? Daher bin ich jedenfalls auf den ursprünglichen Patch von Djinn und SteveMartin umgestiegen, auf dem die Version von Piko basiert. Diese hatte sich Piko lizenziert und wollte sogar das Skript überarbeiten, allerdings hatte der ursprüngliche Übersetzer dafür keine Zeit (http://www.sega-16.com/forum/showthread.php?33751-I-reviewed-Piko-Interactive-s-Brave-Battle-Saga&p=827142&viewfull=1#post827142).
Ich habe das Spiel auf dem originalen Mega Drive aber mal kurz bis man das erste Partymitglied erhält angespielt, um zu vergleichen ob es irgendwelche Änderungen zwischen den beiden Versionen gibt, aber bis auf die entfernten Credits der Übersetzer im Startbildschirm und eine farblich angepasste Kampfgrafik des Protagonisten, damit die Farben seinem normalen Sprite entsprechen, sind mir keine Unterschiede aufgefallen.

Was sofort auffällt ist die gute Grafik. Zwar kann sie nicht mit späteren Square- oder Enix-Veröffentlichungen auf dem SNES mithalten, präsentiert sich aber trotzdem überraschend detailliert und bunt. Im Kampfsystem kommt dann wirkliches Breath of Fire 2-Feeling auf. Die ganzen Charaktergrafiken, die Animationen, die Effekte, alles erinnert an dieses Spiel. Zwar sehen sie anders aus, es wirkt aber so als hätten die Entwickler die originalen Grafiken aus dem Spiel gerippt und einfach drübergemalt.
Der größte Unterschied ist aber, dass jeder Charakter eine ATB-Leiste hat die zuerst aufgeladen werden muss damit er agieren kann. Zwar gibt es im Menü die Möglichkeit, dies auszuschalten bzw. eine Art Wartemodus zu aktivieren, allerdings hat diese Einstellung keinerlei Auswirkung. Die Zeit läuft also ständig weiter, auch wenn man in den Menüs eine Aktion oder das Ziel auswählt. Noch geht es aber ich könnte mir vorstellen, dass das später mit einer vollständigen Truppe doch recht chaotisch wird.^^'

Eine Story ist bisher noch nicht so richtig vorhanden. Der Protagonist wird für ein Verbrechen beschuldigt welches er nicht begangen hat, wird aber in dem Moment als er sich verteidigen will abgewürgt und ohne Anhörung von seinem eigenen Vater aus seinem Dorf verbannt. Äääähm OK... Nun streift er durchs Land und schaut wo er helfen kann.

LittleChoco
24.01.2019, 14:24
Zwar gibt es im Menü die Möglichkeit, dies auszuschalten bzw. eine Art Wartemodus zu aktivieren, allerdings hat diese Einstellung keinerlei Auswirkung. Die Zeit läuft also ständig weiter, auch wenn man in den Menüs eine Aktion oder das Ziel auswählt. Noch geht es aber ich könnte mir vorstellen, dass das später mit einer vollständigen Truppe doch recht chaotisch wird.^^'

So isses!
Einer meiner größten Kritikpunkte am Spiel (abgesehen von der Masse an Monstern, die sich in jedem Screen auf den Chara stürzen wie die Motten aufs Licht) ist der, dass man die Zauber und Beschwörungen nicht sortieren kann. Normalerweise packe ich mir Heilmagie immer ganz oben in die Liste, aber hier steht - je nachdem, wann und wo man die Sprüche gekauft / erhalten hat - alles durcheinander. Macht erwartungsgemäß mächtig Spaß, wenn man im Kampf ständig hin- und herscrollen muss. -_-

Toll, dass du das Spiel jetzt auch angefangen hast. Aber nicht, dass du mich noch überholst... :p

Nayuta
24.01.2019, 17:07
So isses!
Einer meiner größten Kritikpunkte am Spiel (abgesehen von der Masse an Monstern, die sich in jedem Screen auf den Chara stürzen wie die Motten aufs Licht) ist der, dass man die Zauber und Beschwörungen nicht sortieren kann. Normalerweise packe ich mir Heilmagie immer ganz oben in die Liste, aber hier steht - je nachdem, wann und wo man die Sprüche gekauft / erhalten hat - alles durcheinander. Macht erwartungsgemäß mächtig Spaß, wenn man im Kampf ständig hin- und herscrollen muss. -_-
Aber dass man sie frei sortieren kann ist doch gerade einer DER Pluspunkte des Spiels.^^ Funktioniert wie bei Final Fantasy. Das erste Mal anwählen und der Cursor blinkt. Wenn man jetzt den Cursor auf eine andere Position verschiebt werden die Inhalte getauscht. Funktioniert natürlich nur wenn man es über das Hauptmenü macht, im Kampf ist das nicht möglich (gut so, sonst würde man ja noch mehr Zeit verlieren^^').

Das mit den Gegnern ist wirklich so. Die sind zwar langsamer als der eigene Charakter, aber wehe man läuft mal in ne Sackgasse und schleppt ein Rudel hinter sich her, dann darf man gleich mal drei oder mehr Kämpfe direkt hintereinander machen. Schlimmer als Zufallskämpfe. :D


Toll, dass du das Spiel jetzt auch angefangen hast. Aber nicht, dass du mich noch überholst... :p
Herausforderung angenommen! >:)
Wie weit bist du denn gerade?



Nach einer weiteren Spielesession:
Mein Gott was ist denn mit dem Balancing in dem Spiel los? Anfangs war alles noch recht entspannt, auch wenn der Zufallsfaktor bei der Schadensberechnung manchmal etwas komisch war, so verursachte ein Gegner z.B. zwischen 1 und 10 Schaden und das zu einem Zeitpunkt wo man selbst nur ~50 HP hatte. Doch nachdem ich nun das erste Königreich verlassen habe setzen die normalen Gegner Techniken und Zauber ein die einen Charakter one-shotten können - oder zumindest so viel Schaden verursachen dass sein Leben am seidenen Faden hängt. Ihre Standardangriffe ziehen hingegen fast gar nichts ab. Irgendwelche Ausrüstung mit elementaren Verteidigungseigenschaften um mich davor zu schützen gibt es ebenfalls nicht. Zuerst dachte ich, ich wäre aus Versehen in ein High-Level-Gebiet gestolpert, aber nein, das ist anscheinend jetzt ganz normal... Zurzeit hängt es vom Zufall ab welche Angriffe die Gegner einsetzen ob ich einen Kampf überlebe. :D

LittleChoco
25.01.2019, 11:32
Aber dass man sie frei sortieren kann ist doch gerade einer DER Pluspunkte des Spiels.^^ Funktioniert wie bei Final Fantasy. Das erste Mal anwählen und der Cursor blinkt. Wenn man jetzt den Cursor auf eine andere Position verschiebt werden die Inhalte getauscht. Funktioniert natürlich nur wenn man es über das Hauptmenü macht, im Kampf ist das nicht möglich (gut so, sonst würde man ja noch mehr Zeit verlieren^^').

Wie's der Zufall so will, habe ich das gestern abend nach insgesamt rund 23-24 Spielstunden auch gerafft. :p
Irgendwie war ich völlig verplant, was die Bezeichnungen im Magie-Untermenü angeht (Use, Give, Drop). Ich dachte die ganze Zeit, 'Use' würde sich nur auf die Heilzauber beziehen, die man eben im Menü benutzen kann. Dass es gleichzeitig heißt, dass ich die einzelnen Zauber verschieben kann, ist an mir vorbeigerauscht. In anderen Spielen gibt's dafür öfter mal einen Punkt namens 'Sort' oder so, von daher... ¯\_(ツ)_/¯


Das mit den Gegnern ist wirklich so. Die sind zwar langsamer als der eigene Charakter, aber wehe man läuft mal in ne Sackgasse und schleppt ein Rudel hinter sich her, dann darf man gleich mal drei oder mehr Kämpfe direkt hintereinander machen. Schlimmer als Zufallskämpfe. :D

Schön ist es auch, wenn man mal mitten in der Pampa speichert. Beim Neustart geht's erstmal volle Kanne ohne Übergang mit einem oder mehreren Kämpfen los.
Da ich mir ja gerade provisorische Karten male (Kunst: 6), renne ich natürlich auch öfter durch die gleichen Screens, wenn es zum Beispiel verschiedene Ausgänge gibt. Und wirklich jedes verdammte Mal gibt's einen Monster-Run auf die Party! Das nervt! Selbst wenn man alle Monster in einem Screen besiegt hat: Kaum kommt man nach zwei Sekunden wieder, sind sie wieder da und schreien "Attacke!".


Herausforderung angenommen! >:)
Wie weit bist du denn gerade?

:eek:
Ich soll die vierte 'Plate' aus dem letzten Tempel holen und bin gerade in einem Örtchen des Königreichs Lear gestrandet, in dem ich erst mal auf Schildkrötenjagd geschickt wurde.


Nach einer weiteren Spielesession:
Mein Gott was ist denn mit dem Balancing in dem Spiel los? Anfangs war alles noch recht entspannt, auch wenn der Zufallsfaktor bei der Schadensberechnung manchmal etwas komisch war, so verursachte ein Gegner z.B. zwischen 1 und 10 Schaden und das zu einem Zeitpunkt wo man selbst nur ~50 HP hatte. Doch nachdem ich nun das erste Königreich verlassen habe setzen die normalen Gegner Techniken und Zauber ein die einen Charakter one-shotten können - oder zumindest so viel Schaden verursachen dass sein Leben am seidenen Faden hängt. Ihre Standardangriffe ziehen hingegen fast gar nichts ab. Irgendwelche Ausrüstung mit elementaren Verteidigungseigenschaften um mich davor zu schützen gibt es ebenfalls nicht. Zuerst dachte ich, ich wäre aus Versehen in ein High-Level-Gebiet gestolpert, aber nein, das ist anscheinend jetzt ganz normal... Zurzeit hängt es vom Zufall ab welche Angriffe die Gegner einsetzen ob ich einen Kampf überlebe. :D

Da hab ich auch geflucht. Sieh zu, dass du in die nächste Stadt kommst und dir den nächsten Schwung Ausrüstung holst, dann wird das schlagartig besser.


BTW: Sag mal, geht das nur mir so oder hat die Story Logiklücken? Entweder das oder die Übersetzer haben stellenweise geschlampt.
Beispielsweise wurde bei der Szene mit der Kette im ersten Schloss (Gespräch mit König) erst erwähnt, dass die Kette aus dem einen und dann einen Satz weiter plötzlich aus einem anderen Königreich stammt. Häh? :confused:

Wenn irgendwann bei dir die Szene kommt, in der der König von Galien mit dem Abgesandten von Zak redet (abgeschottetes Schloss), dann pass mal bitte ganz genau auf, was sie reden. Ich brauch da 'ne zweite Meinung...

Nayuta
25.01.2019, 20:57
Da ich mir ja gerade provisorische Karten male (Kunst: 6), renne ich natürlich auch öfter durch die gleichen Screens, wenn es zum Beispiel verschiedene Ausgänge gibt. Und wirklich jedes verdammte Mal gibt's einen Monster-Run auf die Party! Das nervt! Selbst wenn man alle Monster in einem Screen besiegt hat: Kaum kommt man nach zwei Sekunden wieder, sind sie wieder da und schreien "Attacke!".
Joa, das ist vor allem in dem Wald in dem man drei Feen finden muss, im Vulkan und in der Wüste lästig, wenn man alle Teleporter durchtesten will um versteckte Truhen zu finden. Im Vulkan sind die Gänge relativ eng und man gerät immer an Monster und in der Wüste steht ständig irgendein Hindernis herum an dem man hängen bleibt.
Respekt dass du in der heutigen Zeit noch Karten malst. Das habe ich zuletzt als Kind gemacht. Heutzutage notiere ich mir schlicht auf dem Smartphone die verschiedenen Teleporter und hake sie ab wenn ich durchgegangen bin. Ist nicht so schön aber effektiv genug.^^


Ich soll die vierte 'Plate' aus dem letzten Tempel holen und bin gerade in einem Örtchen des Königreichs Lear gestrandet, in dem ich erst mal auf Schildkrötenjagd geschickt wurde.
Ich bin am zweiten Tempel angelangt und habe nun das vierte Partymitglied sowie das Handy erhalten. Wurde auch Zeit, man wurde von der Errichtung der Barriere am Galien Schloss bis zu deren Einreißen wirklich heftig in der Gegend herumgescheucht. Wenn man vor jedem Tempel so viele kleine Nebengeschichten machen muss dann dürfte das Spiel noch eine ganze Weile dauern. :)


Da hab ich auch geflucht. Sieh zu, dass du in die nächste Stadt kommst und dir den nächsten Schwung Ausrüstung holst, dann wird das schlagartig besser.
Einige Stunden weiter geht es jetzt. Meine Strategie im Spiel, besonders in den Bosskämpfen, besteht aus einem nahezu undurchdringlichen Schild aus Heil- und Wiederbelebungszauber die auf allen Charakteren in den oberen Slots liegen. Zudem hole ich mir für jeden Bosskampf den effektivsten Elementarzauber nach oben in die Liste und spamme den Gegner damit zu.


BTW: Sag mal, geht das nur mir so oder hat die Story Logiklücken? Entweder das oder die Übersetzer haben stellenweise geschlampt.
Beispielsweise wurde bei der Szene mit der Kette im ersten Schloss (Gespräch mit König) erst erwähnt, dass die Kette aus dem einen und dann einen Satz weiter plötzlich aus einem anderen Königreich stammt. Häh?
Witzig, die Szene hatte ich gestern und war vom selben Sachverhalt verdutzt. Ich hatte mir das so erklärt dass die beiden Königreiche vielleicht irgendwie zusammenhängen, aber wenn dir das auch aufgefallen ist dann wird es wohl wirklich entweder ne Schwachstelle in der Story oder ein Übersetzungsfehler sein.
Wobei die Story, was die Logik betrifft, sowieso nicht sonderlich wasserdicht ist. Z.B. eben die Art und Weise wie Tim aus dem Dorf verbannt wurde. Oder siehe Mondtempel. Der König von Cruz entsendet einen Trupp ausgebildeter Soldaten die alle getötet werden. Celia hat dann die zündende Idee wie es doch klappen könnte, nämlich indem sie einfach zu dritt in den Tempel gehen und nichts anders machen als die Soldaten zuvor. :D

Was ich ganz nett fand ist die Miniquest mit dem Pärchen welches man verkuppeln kann und welche verschiedene Ausgänge hat. Bringt man den Typen mit dem Mädchen zusammen welches ihn wirklich liebt erhält man etwas Geld. Bringt man ihn mit der eifersüchtigen Nebenbuhlerin zusammen erhält man einen extrem wertvollen Gegenstand welcher die HP dauerhaft um 50 erhöht. Dafür muss man mit einem schlechten Gewissen leben.^^ Oder man vermasselt die Quest, der Typ bringt sich um und man geht leer aus. Ups.^^'

LittleChoco
26.01.2019, 20:22
Respekt dass du in der heutigen Zeit noch Karten malst. Das habe ich zuletzt als Kind gemacht. Heutzutage notiere ich mir schlicht auf dem Smartphone die verschiedenen Teleporter und hake sie ab wenn ich durchgegangen bin. Ist nicht so schön aber effektiv genug.^^

Die sind aber ehrlich gesagt ein heilloses Gekrakel ohne den geringsten ästhetischen Nennwert. :D (Mit viel 'Sch***, mein Blatt reicht nicht!'-Gefluche.)


Ich bin am zweiten Tempel angelangt und habe nun das vierte Partymitglied sowie das Handy erhalten. Wurde auch Zeit, man wurde von der Errichtung der Barriere am Galien Schloss bis zu deren Einreißen wirklich heftig in der Gegend herumgescheucht. Wenn man vor jedem Tempel so viele kleine Nebengeschichten machen muss dann dürfte das Spiel noch eine ganze Weile dauern. :)

Was mich zu der Szene bringt, bei der ich deine Meinung hören wollte. Ging das nur mir so, oder kam das so rüber, als wenn Ayrshire zu den Dämonen gehört? Hat er nicht zum König wortwörtlich gesagt, er solle mit den Dämonen kooperieren? Und kaum taucht Ray auf, quasselt er wieder davon, dass man den Dämonen zuvorkommen muss. Raff ich nicht...


Witzig, die Szene hatte ich gestern und war vom selben Sachverhalt verdutzt. Ich hatte mir das so erklärt dass die beiden Königreiche vielleicht irgendwie zusammenhängen, aber wenn dir das auch aufgefallen ist dann wird es wohl wirklich entweder ne Schwachstelle in der Story oder ein Übersetzungsfehler sein.
Wobei die Story, was die Logik betrifft, sowieso nicht sonderlich wasserdicht ist. Z.B. eben die Art und Weise wie Tim aus dem Dorf verbannt wurde. Oder siehe Mondtempel. Der König von Cruz entsendet einen Trupp ausgebildeter Soldaten die alle getötet werden. Celia hat dann die zündende Idee wie es doch klappen könnte, nämlich indem sie einfach zu dritt in den Tempel gehen und nichts anders machen als die Soldaten zuvor. :D

Zum ersten Punkt: Sag ich doch. O-Ton: "Woher hast du die Kette?" "Von meiner Mutter." "Stammt deine Mutter aus Lear?" "Wieso?" "Weil die Kette das Wappen von Galien trägt." :confused: Schräg...
Zum zweiten Punkt: Genau mein Gedanke!


Was ich ganz nett fand ist die Miniquest mit dem Pärchen welches man verkuppeln kann und welche verschiedene Ausgänge hat. Bringt man den Typen mit dem Mädchen zusammen welches ihn wirklich liebt erhält man etwas Geld. Bringt man ihn mit der eifersüchtigen Nebenbuhlerin zusammen erhält man einen extrem wertvollen Gegenstand welcher die HP dauerhaft um 50 erhöht. Dafür muss man mit einem schlechten Gewissen leben.^^ Oder man vermasselt die Quest, der Typ bringt sich um und man geht leer aus. Ups.^^'

Jetzt im Ernst? :eek:
Ich war lieb und hab die 'gute' Verehrerin genommen.


So wie's aussieht, wirst du mich in nicht allzu ferner Zukunft überholen, denn so viel trennt unsere Spielstände nicht mehr. Demnächst also bitte keine Spoiler mehr...
Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich heute z. B. hauptsächlich Atelier Iris gespielt habe. Das Spiel macht gerade mehr Spaß. :p

Nayuta
27.01.2019, 15:52
So, gestern war ich fleißig und bin nun auf dem Weg ins Königreich Lear, nachdem ich eine Stadt von einem Virus befreit und nach einer "kleinen" Odyssee Tims Unterbewusstsein gemeistert habe.


Was mich zu der Szene bringt, bei der ich deine Meinung hören wollte. Ging das nur mir so, oder kam das so rüber, als wenn Ayrshire zu den Dämonen gehört? Hat er nicht zum König wortwörtlich gesagt, er solle mit den Dämonen kooperieren? Und kaum taucht Ray auf, quasselt er wieder davon, dass man den Dämonen zuvorkommen muss. Raff ich nicht...
Ich kann mich nicht mehr an den genauen Wortlaut erinnern, glaube aber nicht dass er jemals so was gesagt hat. Er will den König von Galien eigentlich immer nur dazu überreden, die Steintafel aus dem Tempel zu holen damit sie versiegelt werden kann (wie auch immer er das machen möchte, die Tafeln befinden sich in den Tempeln ja bereits hinter Siegeln, hat das Königreich Zak hier etwas Besseres parat?).
Er versucht schon energisch seine Interessen durchsetzen, notfalls auch mit unlauteren Mitteln. Ob er zu den Dämonen gehört kann ich jetzt nicht sagen. Aber da das Zak-Königreich ja die größte und stärkste Nation sein soll und es in RPGs Usus ist dass solche Nationen nach noch mehr Macht streben denke ich mal, dass entweder er selbst oder der König von Zak ihr eigenes Süppchen mit den Tafeln kochen wollen. Nach dem Gipfeltreffen in Zak gibt es ja auch eine Szene in der Ayrshire und sein König etwas aushecken. Außerdem wird im Intro davon geredet dass die Menschen vor 1000 Jahren eine Waffe gebaut haben die die Welt vernichtete und jetzt kurz davor stehen diesen Fehler zu wiederholen. Würde jedenfalls für die böses-Imperium-Theorie sprechen.^^

Nayuta
31.01.2019, 21:16
Brave Battle Saga: Legend of the Magic Warrior

https://abload.de/img/33934_bg_whitesdk75.png (https://abload.de/img/33934_bg_whiteoljpu.png)



Challenge #:
02


System:
Mega Drive [NTSC-AS] (Fanübersetzung / Emulator)


Version:
Djinn, SteveMartin 1.0 / Kega Fusion 3.64



https://up.picr.de/34546941dt.png





► Zum Ersteindruck


Das Spiel
Früher lebten die Menschen als ein Volk auf der Welt. Doch dann spalteten sie sich in zwei Fraktionen. Die einen bevorzugten Technologie, während sich die anderen der Magie verschrieben und fortan Dämonen genannt wurden. Dieser Status Quo konnte eine Zeit lang aufrecht erhalten werden, bis die Menschen eine Maschine entwickelten die außer Kontrolle geriet und die gesamte Welt nahezu vernichtete. Seitdem sind eintausend Jahre vergangen und die Menschheit steht kurz davor, ihre Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

Tim, der eines Verbrechens bezichtigt wird welches er nicht begangen hat und aus seinem Dorf verbannt wurde, durchstreift ziellos die Welt bis er schließlich auf Cherie trifft, die nach ihrer Mutter sucht. Da er nichts Besseres zu tun hat entschließt er sich, sie auf ihrer Suche zu begleiten. Die beiden retten Celia, die Prinzessin des Königreichs Cruz, vor einem Dämonenangriff und erfahren, dass die Dämonen es auf eine Steintafel im nahe gelegenen Tempel abgesehen haben. Zu dritt beschließen sie, diesen zuvor zu kommen, was sie auch schaffen, doch wird dabei die magische Barriere, welche die Tafel schützt, gebrochen und Naturkatastrophen breiten sich im Königreich aus. Ein Abgesandter aus dem mächtigen Königreich Zak besteht darauf, dass die Gruppe alle verbliebenen Steintafeln auf der Welt einsammelt um zu verhindern, dass sie in die Fänge der Dämonen geraten. Darüber hinaus stellt sich sogar heraus, dass Cherie die Gabe besitzt, durch die Barrieren zu schreiten ohne sie zu vernichten und somit Naturkatastrophen auszulösen, was sie zu einem idealen Werkzeug für das Unterfangen macht, um menschliche Verluste zu minimieren. Allerdings wird sie auch zum primären Ziel einer Hexe, die sich der Gruppe immer wieder in den Weg stellt.
Doch wozu benötigen die Dämonen die Steintafeln? Was hat das Zak-Königreich mit diesen vor? Und warum besitzt ausgerechnet Cherie diese einzigartige Fähigkeit?

Leider wird auf die Charaktere nicht großartig eingegangen - einer ist sogar nur dabei um die Party aufzufüllen - und sie lassen die Handlung eher über sich ergehen. Trotzdem bietet das Spiel immer wieder kleine Minigeschichten die zumindest nett sind, wie beispielsweise...

Cherie muss eine Prüfung zur Klerikerin bestehen um bei der Königin von Lear vorsprechen zu dürfen. Allerdings rasselt sie krachend durch. Also wendet sich die Gruppe an eine durchgeknallte, betrunkene Gelehrte die Cherie das benötigte Wissen vermitteln soll. Diese merkt aber schnell dass bei Cherie Hopfen und Malz verloren ist und bietet ihr stattdessen einen Zauber an um ihre Körper zu tauschen und selbst die Prüfung zu absolvieren.




https://abload.de/img/collagenij4t.png (https://abload.de/img/collageqzjr0.png)


Ziel ist es nun also, alle vier Steintafeln in den Tempeln der vier Königreiche auf der Welt zu bergen. Natürlich gelangt man nicht direkt zum nächsten Zielort sondern muss sich den Wehwehchen der hiesigen Bevölkerung annehmen, ehe man sich deren Vertrauen verdient und der Einlass gewährt wird. Oftmals geschehen auch unvorhergesehene Zwischenfälle und man wird von einem Ereignis zum nächsten weitergereicht bis man endlich sein Etappenziel erreichen kann. Der Spielablauf ist dabei äußerst linear. Zwar kann man einige Dungeons bereits bevor sie für die Handlung relevant werden betreten, der Rückweg zu den vorherigen Königreichen wird einem aber verwehrt, sei es nun weil der Weg eingestürzt ist, weil man den Kontinent verlässt oder weil die Charaktere an einem bestimmten Punkt schlicht meinen, dass sie nicht mehr zurück müssten und ein Weitergehen verweigern. Aus diesem Grund sollte man sich immer zuerst alle Accessoires oder Zauber die man haben möchte kaufen, ehe man mit der Story voranschreitet. Ganz zum Schluss kann man zwar nochmals die wichtigsten Dinge kaufen, aber bis dahin ist es ein weiter Weg.
Eine Miniaturweltkarte gibt es dabei nicht, vielmehr sind die Städte und Dungeons, wie bei Secret of Mana, durch Wiesen und Wälder direkt miteinander verbunden.

Die Dungeons sind größtenteils Irrgärten mit Teleportern, glücklicherweise aber nicht so übertrieben wie in Phantasy Star 2. Hin und wieder lassen sich Geheimgänge unter Wänden finden. Viel mehr gibt es darin aber nicht zu tun. Erst in einem der letzten Dungeons gibt es einige kleinere Schalterpuzzles. Leider ergibt das Layout manchmal keinen Sinn. So gibt es z.B. ein Schloss in dem man im unteren Stockwerk die untere Treppe nach oben nimmt und sich im oberen Stockwerk dann plötzlich auf der oberen Seite befindet. Nimmt man hingegen die obere Treppe befindet man sich im oberen Stockwerk dann im unteren Bereich. Es gibt noch einige andere Dungeons bei denen man nach links läuft und plötzlich rechts heraus kommt etc. Schade ist auch, dass das Layout eines frühen Dungeons später für einen anderen Dungeon 1:1 kopiert und lediglich die Farbstimmung etwas angepasst wurde.

Gegner sind in den Gebieten sichtbar und tauchen erst wieder auf, wenn man ein Gebiet erneut betritt oder alternativ einen Spielstand lädt. Wer nun aber glaubt, er könne selbst entscheiden wann er einen Kampf eingeht und wann er lieber an Gegnern vorbeiläuft, der irrt gewaltig. Zwar bewegen sich die Gegner langsamer als der eigene Charakter, allerdings gibt es in den Dungeons genug Engstellen an denen man an einem Kampf nicht vorbei kommt. Außerdem bewegen sich sämtliche Gegner in der näheren Umgebung direkt auf den Helden zu und nehmen ihn in die Zange. Läuft man vor einer Meute weg und manövriert sich dabei in eine Sackgasse aus der man ohne Kampf nicht mehr heraus kommt, dann muss man direkt hintereinander gegen jede Gegnergruppe antreten. Das ist dann fast schon schlimmer als Zufallskämpfe.^^' Mit etwas Geschick schafft man es dann aber doch, gerade in den etwas breiteren Gebieten, sich um Gegner herumzumogeln. Diese werden in unterschiedlichen Gebieten durch unterschiedliche Grafiken dargestellt, welche mit der eigentlichen Kampftruppe aber nichts gemein haben und lediglich Makulatur sind. So kann es sein dass die Kampftruppe eines Gegners, welcher als Fee dargestellt wird, aus lauter Schleimen- und die Truppe eines Wolfes aus lauter Skeletten besteht. Zudem gibt es nur wenige verschiedene Gegnertypen die bereits recht früh durch umgefärbte, stärkere Varianten ersetzt werden. Nur selten werden neue Gegner mit neuen Grafiken eingeführt.



https://abload.de/img/collagejjkca.png (https://abload.de/img/collagefukiq.png)


Auf den ersten Blick erinnert das Kampfsystem frappierend an Breath of Fire 2. Auch die Animationen und einige Zauber weisen deutliche Ähnlichkeiten auf. Eine kleine Änderung gibt es dann aber doch, nämlich die ATB-Leiste die das Kampfsystem um eine Echtzeitkomponente erweitert. Leider gibt es keine Möglichkeit, die Zeit zumindest in den Menüs oder bei der Gegnerauswahl anzuhalten - obwohl es im Hauptmenü eine Einstellungsmöglichkeit gibt, die allerdings nicht funktioniert - und so steht man ständig unter Strom. Es ist daher ratsam, sich die wichtigsten Zauber und Gegenstände manuell an den oberen Positionen im Menü anzuordnen. Gerade mit vier Charakteren erinnert das ganze an schlimmste Final Fantasy 10-2 Zeiten (Moment, war das Spiel überhaupt irgendwann mal nicht schlimm? :D) und man ist heilfroh, wenn die Balken aller vier Charaktere gerade aufladen oder das Geschehen durch eine Zauberanimation zum Stillstand kommt, so dass man mal durchschnaufen und einen prüfenden Blick auf die aktuellen HP werfen kann. Letzteres ist äußerst wichtig, denn das Balancing in den Kämpfen ist ziemlich im Eimer. Während Gegner mit ihren Standardattacken so gut wie keinen Schaden verursachen, können sie, sollten sie eine Technik oder einen Zauber einsetzen, einen Charakter schon mal mit einem einzigen Angriff niederstrecken. Zumindest am Anfang, wenn man noch nicht so viel HP hat. Später tut es immerhin so weh dass man sofort gegenheilen sollte. Wenn man Pech hat greifen aber zwei Gegner direkt hintereinander denselben Charakter an und er ist erst mal tot. Solange man noch keine Wiederbelebungszauber besitzt ist das recht ärgerlich, wobei man fairerweise erwähnen muss dass gefallene Charaktere nach dem Kampf automatisch mit einem HP wiederbelebt werden. Diese Probleme im Balancing spiegeln sich allerdings nicht nur in den Angriffen der Gegner wieder, sondern auch in den Kampfbelohnungen. So erhält man von einigen Gegnern in denselben Dungeons, trotz vergleichbarer Stärke zu anderen Vertretern, ungleich mehr Erfahrung oder Geld.
Die Bosskämpfe unterscheiden sich lediglich in der Anzahl der HP von normalen Kämpfen. Im Grunde analysiert man einmal die Schwachstelle des Gegners und beharkt diesen dann mit dem entsprechenden Elementarzauber, während man sämtlichen Schaden immer wieder gegenheilt.
Wenn die ATB-Leisten mehrerer Charaktere gleichzeitig aufgeladen sind kann zwischen ihnen umhergeschaltet werden. Dabei ist mir aber aufgefallen dass man sie nicht in der Reihenfolge in der sie im Kampfmenü angeordnet sind wechselt, sondern in der Reihenfolge in der sie bereit waren. So kann es sein dass man nach links klickt um den linken Charakter auszuwählen, der Cursor aber nach rechts springt weil dieser Charakter vorher bereit war. Gerade wenn es im Kampf schnell gehen muss kann das verwirren und man fragt sich, warum die gerade geöffnete Zauberliste nicht so aussieht wie erwartet... alles während die Gegner im Hintergrund weiter agieren.^^'

Einige Kämpfe kann man sich durch Statuskrankheiten etwas erleichtern. Gerade Schlaf ist ziemlich übermächtig, weil das betroffene Ziel durch einen Treffer nicht wieder aufwacht, sondern erst nach einer bestimmten Zeit. Umgekehrt ist es mir aber auch schon passiert, dass meine gesamte Party eingeschläfert wurde und ich nur noch zuschauen konnte. Am Ende des Kampfes werden übrigens sämtliche negativen Zustände aufgehoben.
Da es möglich ist überall zu speichern und man bei einem Game Over, ohne jegliche Konsequenzen, zum letzten Speicherort zurückgesetzt wird, ist das aber nicht weiter tragisch.



https://abload.de/img/collagednj44.png (https://abload.de/img/collagerwkgm.png)


Es gibt einige sehr teure Accessoires die den Schaden bestimmter Elemente halbieren sollen. Nach einigen Tests muss ich aber leider sagen, dass sie überhaupt nicht funktionieren. Daher Finger weg, nicht kaufen, sie sind reine Geldverschwendung!

Magie kann gekauft oder in Schatztruhen gefunden und beliebig zwischen den Charakteren getauscht werden. Da man nur eine begrenzte Anzahl an Slots zur Verfügung hat muss man sich irgendwann von einigen Sprüchen trennen, die man dann aber beim Händler gegen Bares eintauschen kann. Analog dazu können auch Beschwörungen, ähnlich zur Final Fantasy-Serie, gefunden werden. Deren Schaden wird auf alle Gegner verteilt, sprich je weniger Gegner vorhanden sind desto höher fällt der Schaden am Einzelnen aus. Einige Beschwörungen stellen sich dem Spieler zuerst als optionale Bosse in den Weg, ehe sie sich der Gruppe anschließen.
Ansonsten gibt es, mit der Ausnahme eines Pärchens welches man zusammenbringen kann, keine weiteren optionalen Inhalte.

Was aber vorhanden ist sind eine Reihe von Bugs. So kann man einige eigentlich unpassierbare Hindernisse von bestimmten Seiten aus betreten und dann in ihnen umherwandern. Lustigerweise haben mir Gegner die auf mich zugekommen sind die betroffenen Stellen gezeigt. Attacken der Gegner verursachen generell keine Angriffsgeräusche und die Soundeffekte der eigenen Charaktere beim Angriff fallen manchmal aus. Da mir das auch auf der originalen Hardware passiert ist schließe ich ein Emulationsproblem aus. In seltenen Fällen werden im Kampf einige der Gegner oder Charaktere nicht oder nur teilweise angezeigt. Letzteres ist mir ebenfalls auf der originalen Hardware passiert, als ich einen Charakter in die hintere Reihe gestellt habe und es kam zu einem Flackern bei dem dessen Fuß mal angezeigt wurde und mal nicht.
Die Übersetzung scheint hin und wieder etwas inkonsistent zu sein. So wird die Währung meistens Gold, manchmal aber auch Yuan genannt. In einem Schloss stehen zwei NPCs direkt nebeneinander und reden von derselben Person. Während der eine NPC diese Person aber "Sunshine" nennt, betitelt der andere sie als "Sunrise".

Die Grafik präsentiert sich für ein Mega Drive-Spiel überraschend bunt und hochwertig. Sie kann zwar nicht mit späteren Square- oder Enix-Spielen auf dem SNES mithalten, spielt aber trotzdem recht weit oben mit. Wobei sie im Rohzustand unter dem Mega Drive-typischen Dithering leidet und man daher eher an einer Röhre spielen- oder am Emulator einen Weichzeichenfilter anwenden sollte, um den Effekt etwas abzuschwächen. Besonders hervorzuheben ist der pseudeo-3D-Effekt von der Außenansicht der Tempel.



https://abload.de/img/collage9vkvj.png (https://abload.de/img/collagegikkv.png)




Fazit
Brave Battle Saga ist kein schlechtes Spiel, allerdings auch kein wirklich gutes. Man merkt dem Spiel das Alter, aufgrund der mangelnden Tiefe was die Geschichte und Charakterentwicklung angeht, deutlich an. Das alleine würde zwar noch für ein nettes Spiel sprechen, doch da es beim Gameplay am nötigen Feinschliff hapert reicht es auch dazu nicht ganz. Um 1996 dürfte es sicherlich noch ein solides RPG gewesen sein, doch heute fällt meine Bewertung eher verhalten aus.



Wertung: ★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten"


★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert




http://abload.de/img/bravebattlesagadjinnst4j2k.png (https://abload.de/img/bravebattlesagadjinnsk2jgs.png)

► Zur Spieleübersicht

LittleChoco
01.02.2019, 10:58
Bin jetzt auch durch. :)

Und ich frag mich gerade ernsthaft, was ich in meine Rezi schreiben soll, das nicht wie 'n billige Kopie von deinem Text klingt... :( Sogar vier deiner Bilder sind fast genau die, die ich auch verwenden wollte...


Das mit der Umbennenung der Währung und dass man durch manche Hindernisse laufen kann, ist mir gar nicht aufgefallen.

Nayuta
01.02.2019, 21:12
Sauber! :A
Hey, solange deine Meinung die Gleiche ist wie meine ist es doch vollkommen OK wenn du das Gleiche schreibst. Und wer weiß, vielleicht fallen dir beim Verfassen noch Dinge ein die ich nicht bedacht habe. :)

Nayuta
11.02.2019, 03:30
.hack//G.U. Last Recode
~ Add-On: Vol. 4//Reconnection ~

https://s17.directupload.net/images/190211/64txbn56.png (https://s17.directupload.net/images/190211/gy497oyq.png)



Challenge #:
03


System:
Playstation 4 (DE)


Version:
1.01


Erweiterung:
Vol. 4//Reconnection



https://up.picr.de/31412163yg.png





Vorwort
Ursprünglich habe ich die .hack//G.U.-Trilogie 2008 auf der Playstation 2 durchgespielt. Da ich die .hack-Serie generell interessant fand und mir die Spiele gefallen hatten, habe ich mich gefreut dass dem Last Recode-Remake mit Volume 4//Reconnection sogar noch ein Epilog spendiert wurde.
Seit damals ist einiges an Zeit vergangen und meine Erinnerungen an die Handlung sind verblasst, weswegen ich mich mit einigen Videos auf Youtube und Wikieinträgen erst wieder auf den aktuellen Stand bringen musste.

Angefangen habe ich mit der quasi Prolog-Serie .hack//Roots. Da ich diese als äußerst zäh und mit vielen Fillern in Erinnerung hatte, habe ich mich für folgende Zusammenfassung entschieden:

Gleich mal vorweg, ich finde den Typen genauso unsympathisch wie z.B. einen Linkara, aber naja, man nimmt was man kriegt...

.Hack//Retrospective: .Hack//Roots Part 1
Shinta Reviews

https://www.youtube.com/watch?v=-8xvaC5ANcQ

.Hack//Retrospective: .Hack//Roots Part 2
Shinta Reviews

https://www.youtube.com/watch?v=56B9YbqqBro

.Hack//Retrospective: .Hack//Roots Part 3
Shinta Reviews

https://www.youtube.com/watch?v=-QKP3R04d6c
Anschließend habe ich mir die Videosequenzen aller drei Teile als Film angesehen.

.hack// G.U. vol.1 Rebirth - Game Movie | 1080p 60fps HD PS4 pro [English]
Dungeons & Caldo Verde

https://www.youtube.com/watch?v=jNTooZEXimA

.hack// G.U. vol.2 Reminisce - Game Movie | 1080p HD PS4 Pro [English]
Dungeons & Caldo Verde

https://www.youtube.com/watch?v=_sM6FDqIxBc

.hack// G.U. vol.3 Redemption - Game Movie | 1080p HD PS4 Pro [English]
Dungeons & Caldo Verde (wegen Urheberrechtsgequängel mussten hier leider viele Abschnitte stummgeschaltet werden)

https://www.youtube.com/watch?v=pIelV63JzWA
Rechne ich mal die Vorbereitung und die Spielzeit zusammen komme ich locker auf über 30 Stunden die für dieses Projekt draufgegangen sind.^^


Die Erweiterung
Wie im Hauptspiel schlüpft man auch dieses Mal wieder in die Rolle von "Guess I'll log out and go check my e-mail or something"-Haseo, einem Charakter den man bereits aus .hack//Sign kennt, auch wenn er dort unter einen anderen Pseudonym aufgetreten ist, nämlich...


https://s17.directupload.net/images/190211/wdv3es4o.jpg

Sora, unser allseits beliebter, zehnjähriger Player Killer, der weiblichen Spielern auflauert, deren Accountadresse erpresst und sie meuchelt wenn sie dem nicht beikommen. Nun, seit den Ereignissen in The World R:1 sind knapp sieben Jahre vergangen und er kann sich ohnehin nicht mehr an die damaligen Geschehnisse erinnern, seit er aus seinem Koma erwacht ist.
Naja, seinem Player Killer-Fetisch frönt er auch in The World R:2 als "Terror of Death" wieder. Außerdem darf er sich endlich seinen lange gehegten Traum aus R:1 erfüllen und baut sich nach und nach einen Harem auf.^^


https://s17.directupload.net/images/190211/w8zifvtl.png

Das hat für die Handlung zwar keine weitere Bedeutung, erklärt aber zumindest den ein oder anderen Charakterzug (naja "erklären" ist wohl etwas weit hergeholt, aber man akzeptiert es zumindest eher).

Seit Volume 3 sind knapp 15 Monate vergangen. The World R:2 wird zum Ende des Jahres abgeschaltet und es sind nur noch wenige Tage bis dahin. Mittlerweile haben bereits viele Spieler das Spiel verlassen und nur noch ein harter Kern hält die Stellung. Die Wartung wurde fast vollständig eingestellt, das Spiel steckt voller Bugs und die meisten Gebiete und Interaktionsmöglichkeiten wurden gesperrt. Doch Haseo hat noch eine einzige dringende Sache, die es zu erledigen gilt. Mitten in seinem Unterfangen trifft er ein mysteriöses Mädchen namens Kusabira die ihn bittet, ihren Bruder aus den Fängen eines gefährlichen Monsters zu befreien. Da sie ihm anbietet ihm bei seinem Problem behilflich zu sein und mit Informationen lockt, die ein normaler Spieler nicht wissen kann, willigt er schließlich ein.



https://s17.directupload.net/images/190211/efmkoq3y.png (https://s17.directupload.net/images/190211/vh3swzku.png) https://s17.directupload.net/images/190211/d2hmzjga.png (https://s17.directupload.net/images/190211/x7bmdh5x.png)


Da ich auf der Playstation 4 keine Spielstände der vorangegangenen Teile hatte, habe ich Volume 4 mit dem vorgefertigten Spielstand begonnen. Allerdings im normalen- und nicht im Cheatmodus. Eigentlich wäre man zu dieser Zeit Level 150, ich bin aber auf Level 135 gestartet. Daher habe ich zuerst das halbe Dutzend optionaler Dungeons absolviert um mich aufzustufen, bevor ich die Handlung vorangetrieben habe. Dadurch konnte ich noch einmal das Gameplay und vor allem das Kampfsystem verinnerlichen, ohne dass die Gegner bereits beim reinen Anblick umkippen.^^

Die Dungeons sind noch genauso generisch wie ich sie in Erinnerung hatte. Sie sind zwar nicht zufallsgeneriert, sehen aber so aus. Wahrscheinlich wurden sie ursprünglich sogar generiert und dann lediglich in dieser Form ins Spiel importiert. Wer die Dungeons der letzten Tales-Spiele schon generisch findet, der wird hier jedenfalls seinen Nemesis finden. :D
Natürlich wollen sich andere Charaktere immer in Dungeons mit einem treffen um Informationen auszutauschen, aber selbstverständlich nicht am Anfang am Warpportal, sondern im untersten Stockwerk. Der Durchmarsch ist gleich deutlich angenehmer geworden als ich den Ap Do Zauber für mich wiederentdeckt habe, der die Laufgeschwindigkeit verdoppelt.
In den Dungeons gibt es zahlreiche Truhen oder sonstige Gefäße, in denen alle der exakt gleiche Gegenstand enthalten ist. Man wird regelrecht damit überflutet. Selbst in der kurzen Spielzeit des Epilogs bin ich an die Grenzen des Inventars gestoßen.^^ Glücklicherweise gibt es noch ein Lager auf welches man an den großzügig verteilten Warpportalen zugreifen darf. Die Gegenstände kann man aber immerhin zum Tauschen mit NPCs verwenden und kann sich dadurch recht gute Heilgegenstände zusammenklauben. Da diese ihren Vorrat nach einem Besuch in einem Dungeon wieder auffüllen hat man so praktisch eine schier unerschöpfliche Quelle. Ich erinnere mich noch daran wie ich damals in den Hauptspielen nach jedem Dungeon erst wieder alle NPCs in den Städten abklappern musste um meinen ganzen Krempel loszuwerden und gegen bessere Sachen einzutauschen, denn verkaufen bringt nicht viel.

Kämpfe funktionieren immer nach dem gleichen Muster. Man greift den Gegner von hinten an um den ersten Treffer im Kampf zu erlangen. Anschließend versucht man noch zwei bis drei weitere Treffer unterzubringen ehe der Gegner mit seiner Attacke antwortet. Um nicht getroffen zu werden setzt man nun eine Technik ein, entweder eine gegen die der Gegner anfällig ist, was durch ein Blinken signalisiert wird und eventuell zu einem Wechsel der Waffe führen kann oder, wenn mehrere beieinander stehen, eine die alle Gegner trifft. Ab der vierten Form setzt man durch dem Skill Trigger mit einer weiteren Technik nach und während der Abklingphase beharkt man den Gegner mit normalen Attacken. Bis man wieder Skills einsetzen kann sollte der Gegner nun in eine Phase geprügelt worden sein in der er sehr anfällig gegen Techniken ist, woraufhin man wieder eine einsetzt und dieses mal mit einer so genannten Rengeki-Attacke besonders viel Schaden anrichtet sowie die Moral der eigenen Truppe erhöht. Ist die Moralleiste weit genug aufgeladen kann man in den Awakening-Modus schalten und, je nach Voreinstellung, entweder einen besonders starken Spezialangriff ausführen oder die Attribute aller Partymitglieder für eine gewisse Zeit verdoppeln.
Joa und mehr ist an dem Kampfsystem auch nicht dran. Die KI ist intelligent genug um automatisch zu heilen, negative Zustände aufzuheben oder mit Gegenständen die MP wiederherzustellen.
Gegen Ende erhält Haseo seine fünfte Form. Dadurch wird das Kampf- und auch das Fähigkeitensystem etwas simplifiziert, indem der Waffenwechsel komplett wegfällt. Stattdessen haben alle Techniken nun ein bestimmtes Waffenattribut. Sprich, ab diesem Zeitpunkt im Spiel spamt man eigentlich nur noch Techniken, wodurch das Kampfsystem noch trivialer wird als es ohnehin schon ist. Man fühlt sich total überpowert und naja, ich glaube ab dieser Phase ist das von den Entwicklern auch so gewollt, immerhin soll Volume 4 ein kleiner Bonus für Fans sein. Es gibt sowieso nur noch drei Dungeons die man in dieser Form bestreitet und lediglich der Postgame-Dungeon befindet sich auf dem Maximallevel, man würde also so oder so alle Gegner oneshotten.
Neben den normalen Kämpfen darf man aber auch noch einen Avatarkampf bestreiten, was für nette Abwechslung sorgt.



https://s17.directupload.net/images/190211/wkjm8sxm.png (https://s17.directupload.net/images/190211/q4w27f7r.png) https://s17.directupload.net/images/190211/6gj6rry8.png (https://s17.directupload.net/images/190211/oqqfpkb3.png)


An Städten sind lediglich Mac Anu und etwas später der Netslum verfügbar. Darin tummeln sich eine handvoll NPCs, aber auch die ganzen Charaktere die man im Verlauf der Handlung rekrutiert hat. Da ich mit einem vorgefertigten Spielstand angefangen habe fehlten mir einige der optionalen Charaktere. Mit diesen kann man ein Pläuschchen halten, handeln oder sie in die Party einladen und gemeinsam durch die Dungeons streifen.

Aus technischer Sicht merkt man dem Spiel sein Alter deutlich an. Die Grafik läuft mittlerweile zwar mit 60 Frames in der Sekunde, war damals aber schon nicht auf höchstem Niveau und heutzutage wirken die blockigen Charaktere und Hintergründe umso hässlicher. Außerdem wurden die Texturen durch einen hässlichen Schmierfilter gejagt. Auch dass sich die Lippen bei Dialogen nicht bewegen, keine Mimik vorhanden ist und Bewegungen abgehackt sind wirkt befremdlich. Und dann auch noch diese Affenpranken der Charaktere... :D Hin und wieder werden in Dialogen einige kurze Sequenzen mit detaillierteren Charakteren eingestreut bei denen diese Mankos nicht existent sind. Da diese Sequenzen aber deutlich sichtbar nur mit 30 Frames laufen schätze ich mal, dass es sich dabei um Videos handelt. Apropos, der Epilog bietet einige neue gerenderte Videosequenzen in einer Mischung aus Anime- und CG-Look, bei denen die Animationen und sogar Kamerafahrten aber extrem abgehackt- und überhaupt nicht stimmig sind. Man hat offenbar versucht den Stil der Berserk-Filme zu replizieren, ist dabei aber über das Ziel hinausgeschossen.

Es gibt noch zahlreiche Änderungen bzw. Einschränkungen gegenüber dem Hauptspiel, auf die ich hier aber nicht eingehen möchte. Stattdessen verweise ich auf folgenden Artikel: .hack//Wiki Last Recode (https://dothack.fandom.com/wiki/Last_Recode)



https://s17.directupload.net/images/190211/3vop82ir.png (https://s17.directupload.net/images/190211/w7xvfh5w.png) https://s17.directupload.net/images/190211/adz3lac5.png (https://s17.directupload.net/images/190211/9p2n49jv.png)





Die meisten Stücke die im Hintergrund laufen sind recht stimmungsvoll, ruhig, mystisch oder mit einem orientalischen Touch versehen. Besonders an storyrelevanten Orten oder in den zahlreichen Zwischensequenzen dreht das Spiel mit einer ganzen Palette gesungener Lieder so richtig auf, seien es nun die choralen Melodien mit ihren Sopranistinnen und Tenören oder klassische Poplieder. Diese gehören mitunder zum Besten was es im Genre zu hören gibt und brauchen sich meiner Meinung nach stilistisch nicht vor Kompositionen von z.B. Yuki Kajiura verstecken. Zumindest wenn man mal von der teils recht eigenwilligen Interpretation der deutschen Sprache absieht. :D
Für Volume 4 wurden sogar eine ganze Reihe neuer Stücke aufgenommen, die größtenteils an die Qualität des Hauptspiels heranreichen. Ausgewählte Lieder des Soundtracks laufen bei mir schon seit Tagen die Playlist rauf und runter.

Flying Dawn ~Opening Loop Demo~

https://www.youtube.com/watch?v=Ck3ERYKDx-w

Gentle Hands
(Yasashii Ryoute [Japanese Version])

https://www.youtube.com/watch?v=pef9uSOg9WE

The Hope of Dawn

https://www.youtube.com/watch?v=rRWJYR2B67U

Beyond the Steep Mountains ~Opening Loop Demo 2~

https://www.youtube.com/watch?v=jxctMvmNCws

Come back to The World
Last Recode Vol. 4//Reconnection

https://www.youtube.com/watch?v=lYgxeHogjFY

Final Battle - Shadow Vegalta
Last Recode Vol. 4//Reconnection

https://www.youtube.com/watch?v=LQzI3qaAAHY

You Smiled Kindly

https://www.youtube.com/watch?v=5yxmvwhDpto



https://s17.directupload.net/images/190211/s4l2rcny.png (https://s17.directupload.net/images/190211/oruovb7w.png)

Haseo: "WTF wie konnte es nur dazu kommen?!?" :eek:
Ovan: "Heh..." 8-):herz:
Atoli: "W-w-wwwww-wa... was passiert hier?!?" :|
Alkaid: "*grrr* Na warte, Haseo!" >:(
Syllabus, Gaspard, Bo: "Yay, Haseo!" (*_*)
Endrance: "Welch Tragödie, mein Leben ist verwirkt, Haseeeooooo..." x_x
Aina: "Was hat er nun schon wieder ausgeheckt..." -_-'
Tabby: "Ein tolles Paar!" ^w^
Shino: "Meine Güte, das hätte ich nun nicht gedacht." :o
Kuhn: "Na wenn er drauf steht. Mehr Chicks für mich!" :A
Pi: "Hmm was hat er gegen ältere Frauen?" :%
Yata: "Faszinierend." :rolleyes:




Fazit
Alles in allem finde ich Volume 4//Reconnection einen gelungenen Epilog der die Handlung abrundet und zu einem zufriedenstellenden Finale führt. Das Spiel hat mich atmosphärisch sofort wieder gefangen, wobei es das hauptsächlich durch die Story und die Charaktere geschafft hat. Das Gameplay hingegen ist eher Mittelmaß und das Leveldesign lässt arg zu wünschen übrig, wobei das hier aufgrund des geringen Umfangs nicht so sehr ins Gewicht fällt. Dafür entschädigt sowieso der grandiose Soundtrack!
Einem weiteren Teil der Reihe stehe ich jedenfalls offen und positiv gegenüber, sollte es jemals dazu kommen. Im Spiel wurden einige Andeutungen in diese Richtung gemacht, doch ob die etwas zu bedeuten haben steht auf einem anderen Blatt.



Wertung: ★★★★☆ (4/5) "Äußerst Positiv"


★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert


Mobile: ←L/R→ wischen für mehr Details


#
Pic
Titel
System
Typ
Wertung


01
https://up.picr.de/35045011kv.png
.hack//G.U.
https://up.picr.de/31412161ds.pnghttps://up.picr.de/31412163yg.png
PS2/PS4
BasisspielErweiterung
★★★★☆
(4/5)


02
https://up.picr.de/35045010ao.png
.hack (IMOQ)
https://up.picr.de/31412161ds.png
PS2
Basisspiel
★★★☆☆
(3/5)






https://s17.directupload.net/images/190211/u3g2xubi.gif

► Zur Spieleübersicht

StarOceanFan
17.02.2019, 20:57
Jetzt hab ich wieder Lust bekommen meinen .hack GU Spielstand weiterzuspielen. Ich war irgendwo in Vol. 3, als dann die Nioh: Definitve Edition mich letztes Jahr mit besserem Gameplay gelockt und letztendlich verführt hat. Vielleicht lege ich es dieses Jahr nochmal rein, muss aber nochmal in die richtige Stimmung für dieses monotone Gameplay kommen. Die wenigen Zwischensequenzen waren aber immer ziemlich geil inszeniert, das habe ich noch abgespeichert.

Nayuta
18.02.2019, 00:59
Naja knapp 14 Stunden alleine für Storysequenzen in den ersten drei Volumes ist schon einiges, auch wenn es sich durch das gestreckte Gameplay vielleicht nach weniger anfühlt.^^






Devil Summoner: Raidou Kuzunoha vs. The Soulless Army
~ Ersteindruck ~

https://up.picr.de/34547079pq.png


Eigentlich bin ich kein Fan von Monsterfangspielen, da mir das zum einen zu lästig ist und ich zum anderen nicht viel mit solchen Viechern anfangen kann. Trotzdem wirkt die Shin Megami Tensei-Serie einen gewissen Reiz auf mich aus, hauptsächlich wegen der Szenarien. Jedenfalls wenn es um die Nebenserien wie Persona oder Digital Devil Saga (welches angenehmerweise auf das Monsterfangen verzichtet) geht. Mit der Hauptserie konnte ich mich bisher nicht sonderlich gut anfreunden, da mir diese zu archaisch ist, sei es nun im Gameplay oder in der Präsentation.
Die Devil Summoner-Reihe um Raidou Kuzunoha ist eine weitere Nebenserie auf die ich bereits länger ein Auge geworfen habe. Hauptsächlich wegen dem Setting im Japan der 1920/30er Jahre, aber auch wegen dem für die Serie ungewöhnlichen Action-Kampfsystem oder der Tatsache, dass es eines der wenigen Playstation 2 RPGs ist welches noch komplett auf vorgerenderte Hintergründe setzt.

Ich habe nun bis in das zweite Kapitel hineingespielt. Bisher muss ich leider sagen, dass ich noch nicht völlig von dem Spiel überzeugt bin. Das Nervigste ist definitiv, dass man beim Erkunden der Stadtteile ständig von Zufallskämpfen unterbrochen wird. Dabei wird man in dem Spiel ständig von A nach B geschickt, was die Sache nicht gerade angenehmer macht. Die Zufallskämpfe an sich sind insofern fragwürdig, da offenbar sämtliche Stadtteile in einer dunklen Version auch als Dungeons zweitverwertet werden. Wenn sie also ohnehin als Dungeons herhalten, wieso dann noch mal zusätzliche Zufallskämpfe in den normalen Varianten?
Das Kampfsystem ist jetzt auch nicht gerade der Hit. Hauptsächlich weil sich Raidou doch eher gemächlich bewegt und das Geschehen ebenfalls in einer vorgerenderten Arena spielt. Das kann schon mal zu Übersichtsproblemen führen, wenn man die hinteren Gegner angreift, diese allerdings von den Vorderen verdeckt werden. Außerdem können Gegner außerhalb des sichtbaren Bereichs landen und wenn man nicht aufgepasst hat wo sie sind muss man sie erst wieder suchen.
Zur Geschichte kann ich logischerweise noch nicht viel sagen. Bisher hat sie mich zwar noch nicht an den Haken genommen, allerdings bin ich noch recht früh im Spiel und das kann sich im weiteren Verlauf der Handlung ja noch ändern. Das Setting und die Atmosphäre wissen aber schon mal zu gefallen.

Nayuta
28.02.2019, 16:30
Devil Summoner: Raidou Kuzunoha vs. The Soulless Army

https://abload.de/img/devil-summonergwkho.jpg (https://abload.de/img/devil-summoner6wjlz.jpg)



Challenge #:
04


System:
Playstation 2 (NTSC-U)



https://up.picr.de/31412161ds.png





Das Spiel
Wir schreiben das fiktive Jahr 20 in der Taisho-Periode, was ungefähr den frühen 1930er Jahren entspricht und sich später als eine alternative Dimension herausstellt. Japan befindet sich im Zuge der Industrialisierung im Umbruch. Alte Traditionen werden zugunsten des schnellen Reichtums verdrängt und immer mehr Menschen strömen in die Städte, was die Balance zwischen der realen und der dunklen Welt stört. Das wiederum zieht Dämonen an, die durch Risse zwischen der reellen und der spektralen Welt schlüpfen und für viele Verbrechen verantwortlich sind.
Zum Schutze der "Hauptstadt" werden Dämonenbeschwörer vom Geschlecht der Kuzunohas eingeteilt. Der namenlose Protagonist erbt den Titel des vierzehnten Raidou Kuzunoha und hilft als Assistent und Nachwuchsdetektiv in der Narumi-Detektei dem gleichnamigen Inhaber Shouhei Narumi dabei, Fälle der etwas übersinnlicheren Art aufzuklären.
Eines Tages nimmt ein mysteriöses Mädchen mit den beiden Kontakt auf und konfrontiert sie mit der aberwitzigen Bitte, sie zu töten. Noch ehe die beiden Detektive verarbeiten können was von ihnen verlangt wird, tauchen vermummte Gestalten in roten Uniformen auf und entführen das Mädchen. Raidou stellt sich ihnen zwar in den Weg, unterliegt allerdings chancenlos. Von nun an versuchen Raidou und Shouhei herauszufinden, wer dieses Mädchen ist und welche Umstände sie umgeben. Schon bald finden sie heraus, dass sie an einer Sache dran sind die weit über eine einfache Entführung hinaus geht. Doch mitten in ihren Ermittlungen stellt sich ihnen ein weiterer, unbekannter Dämonenbeschwörer in den Weg.

Die meiste Zeit ist man nun damit Beschäftigt, Informationen über das Mädchen, welche sich als Kaya Daidouji, die Tochter einer reichen Familie mit Geldsorgen herausstellt, zu sammeln und über weitere Hinweise eine Verschwörung nationalen Ausmaßes aufzudecken. Dem stummen Protagonisten steht dabei der sprechende Kater Gouto zur Seite, der die Geschehnisse immer mal wieder kommentiert. Da dieser allerdings nur von Raidou und anderen übernatürlichen Wesen verstanden werden kann, fungiert er hauptsächlich als Vermittler zwischen dem Spieler und dem Spielcharakter und formuliert das in Worte, was sich der Spieler sowieso denkt und eigentlich von Raidou hören möchte. Andere Charaktere wie Shouhei Narumi oder die Reporterin Tae Asakura finden leider nur in einigen wenigen Ereignissen am Rande statt und erhalten allenfalls mal am Anfang und am Ende eines Kapitels einige Szenen. Im Grunde ist Raidou eine One-Man-Show. Wenn die Ermittlungen mal ins Stocken geraten kann man davon ausgehen, dass eine Begegnung mit einem Antagonisten folgt der dann, wie es sich gehört, brav ein paar kleine Brotkrümel des überspannenden Plans hinwirft, die die Geschichte etwas weiter vorantreiben, ehe er sich aus dem Staub macht und einen Dämonen-Endboss als Abschiedsgeschenk hinterlässt. Offenbar wussten die Autoren nicht, wie sie entsprechende Hinweise clever in die Ermittlungen integrieren konnten. Alles in allem ist die Geschichte zwar irgendwie interessant, wird aber auch recht oberflächlich und in nur wenigen Szenen fortgeführt. Sie lässt außerdem etwas an Spannung vermissen und gegen Ende werden viele Puzzlestücke, die zum Verständnis der Handlung benötigt werden, einfach in kurzen Dialogen von NPCs mit einem fürchterlichen Slang vermittelt.
Was mich am meisten gestört hat ist, dass am Ende viele Fragen, besonders bezüglich des eigentlichen Antagonisten, offen bleiben.

Bei diesem handelt es sich um einen Raidou Kuzunoha der aus der nicht näher konkretisierten Zukunft, höchstwahrscheinlich jenseits der 2050er Jahre, kommt. Er will den Lauf der Geschichte "korrigieren", da die Menschheit in der Zukunft wohl einen gewaltigen Fehler zu begehen scheint. Um was für ein Ereignis es sich dabei handelt, darauf wird nie näher eingegangen. Ich könnte mir vorstellen dass hier Bezug auf ein anderes Shin Megami Tensei-Spiel genommen wird, da einige ja in einer postapokalyptischen Zukunft spielen, bin mir aber nicht sicher.

Allerdings wurde offenbar Terminator-Rasputin von einer dritten Partei ebenfalls in die Vergangenheit geschickt, um den korrekten Verlauf der Geschichte sicherzustellen. Jetzt arbeiten aber beide auf die Erweckung des Seelenlosen Gottes und somit die Zerstörung der Hauptstadt/Japans/der gesamten Welt hin. Zukunfts-Raidou indem er Munakata das Blut von Kaya und den Energiestein für den Satelliten gibt und Rasputin indem er den reibungslosen Ablauf des Projekts sicherstellt und eventuelle Störquellen, wie den Raidou der Gegenwart, beseitigt. Ich finde es komisch dass beide offenbar dasselbe Ziel verfolgen, das ergibt keinen Sinn. Irgendein Puzzlestück fehlt mir hier noch für das Verständnis.

Außerdem frage ich mich wie lange Zukunfts-Raidou bereits versucht seinen Plan umzusetzen. Er meint in einem Dialog, dass sich ein bestimmter Stadtteil seit der Edo-Periode kaum verändert hat. Also muss er bereits noch weiter in der Vergangenheit gewesen sein. Die verschüttete Shinzo-Statue, die den Energiestein trägt, soll bis auf die Gründungszeit der Stadt, mehrere hundert Jahre in der Vergangenheit, zurückreichen. Zukunfts-Raidou muss also bereits dort sein Unwesen getrieben haben, immerhin nennt er den Stein "EL 200", was ein recht futuristischer Name ist. Man kann daher wohl davon ausgehen, dass es sich nicht bloß um ein altertümliches Artefakt handelt und er ihn selbst in die Vergangenheit gebracht hat. Hat er also bereits seit hunderten von Jahren versucht, die Geschichte aktiv zu verändern und wurde aufgehalten, oder war das nur die Vorbereitung für die aktuellen Ereignisse und er springt munter in der Zeit umher?

War sich die Daidouji-Familie darüber im Klaren und tötet deswegen bereits seit Generationen die weiblichen Nachkommen bei Erreichen des sechzehnten Lebensjahres? Weil der Zukunfts-Raidou - oder Dämon, wie sie ihn nennen - von seinen Vorfahren nur unter diesen Voraussetzungen Besitz ergreifen kann?

Woher hat er am Ende plötzlich einen zweiten Seelenlosen Gott und wieso funktionierte dieser augenscheinlich ohne die Energie des Satelliten bzw. des Energiesteins? War bei diesem die Energiequelle bereits integriert? Kam dieser Gott aus einer anderen Dimension? Warum ändert er dann dort nicht den Verlauf der Geschichte, anstatt sich darüber zu ärgern dass es in dieser nicht funktioniert hat? Warum kann er den Gott nicht mehr in dieser Zeit sondern nur im Arkanen Korridor einsetzen? Und warum hat er angeblich "alles verloren" und springt nicht einfach in der Zeit zurück um es erneut zu versuchen?

Möglicherweise wird hier im Nachfolger etwas Licht ins Dunkel gebracht. In der Endsequenz wird Raidou von einem Raben beobachtet und das ist ja meist ein Indiz für eine weitere Partei die ihre Finger mit im Spiel hat.




https://abload.de/img/collage1eok1e.png (https://abload.de/img/collage1agkor.png)


Das Spiel ist eines der wenigen JRPGs auf der Playstation 2, welches fast komplett auf vorgerenderte Hintergründe setzt. Lediglich das Zimmer der Detektei und der Fusionsraum sind komplett in 3D ausmodelliert. Ich finde das etwas komisch, zwar finden in der Detektei einige Szenen statt und es ergibt durchaus sinn den Raum aufgrund unterschiedlicher Perspektiven in 3D zu modellieren, allerdings gibt es auch andere Schauplätze mit vorgerenderten Hintergründen, die aus mehreren unterschiedlichen Sichtwinkeln gezeigt werden.
Jedenfalls sorgen die Hintergründe dafür, dass genügend Rechenzeit übrig bleibt um dutzende NPCs gleichzeitig auf dem Bildschirm darzustellen und so eine belebte Stadt zu simulieren. Die unterschiedlichen Kleidungsstile, von traditionellen Kimonos bis hin zu westlichen Anzügen und Kostümen, umherlaufende Rikschafahrer und überproportional viele Ausländer im Hafenviertel, fahrende Autos auf den Straßen und Straßenbahnen die artig anhalten wenn man sich davor stellt, sorgen für die Vermittlung der nötigen Stimmung der vorherrschenden Epoche. Und wenn ein Mädchen in Schuluniform neben einem hochgewachsenen, galanten Frackträger mit Pfeife und Zylinder herläuft, kann wohl jeder vermuten, wie der Hase läuft. Eine Interaktion mit dieser Menschenmenge ist aber nicht möglich, eine Kollisionsabfrage gibt es nicht, was in dem Getümmel wohl auch besser ist.^^ Lediglich die NPCs die herumstehen sind ansprechbar und erhalten innerhalb eines Kapitels mehrmals nach bestimmten Ereignissen neue Dialoge. Es ist cool wenn man sich immer wieder mit ihnen unterhält, versteht wie sie ticken und sie dann, wenn sie mal ihre Position wechseln und in einem anderen Stadtteil auftauchen, anhand ihrer Art und Themen, sofort wiedererkennt um wen es sich handelt, obwohl sie keine Namen haben und manchmal unterschiedliche Kleidung tragen.
Leider können nur ganz ganz wenige Gebäude betreten werden und wenn es mal möglich ist, dann bestehen die meisten Zimmer aus statischen Hintergründen die man aus der Egosicht betrachtet und auch nicht weiter darin interagieren kann. Ebenso enttäuschend ist die Weltkarte, die die verschiedenen Stadtteile miteinander verbindet. Hier steuert man lediglich eine nicht animierte "Mensch ärgere dich nicht"-Figur über ein Netzwerk aus Linien und trifft hin und wieder auf andere, farblich abgehobene "Mensch ärgere dich nicht"-Figuren, die NPCs darstellen sollen, mit denen man auch interagieren kann. Das mag vielleicht traditionell für die Shin Megami Tensei-Reihe sein, macht es aber nicht besser. Alternativ dazu kann man, gegen einen Obolus, die Straßenbahn nutzen und erhält später die Möglichkeit zur Überquerung der Wasserwege.

Die Geschichte ist in mehrere Kapitel aufgeteilt, die von reinen Umherlauf-Kapitel bis hin zu reinen Dungeon-Kapitel reichen. Meistens ist es aber eine gesunde Mischung aus beidem. Gerade dass man aber oft von A nach B über C geschickt wird kann nervig werden, da man dabei nie ungestört ist. Bis auf wenige Ausnahmen kommt es nämlich überall in der Stadt zu Zufallskämpfen. Das ist in neuen Gebieten jetzt nicht sonderlich schlimm, nervt aber besonders wenn man durch ältere hindurch muss - und sei es nur der kurze Weg von der Detektei bis zum Antiquitätenhändler, bei dem man sich ausrüsten und Dämonen fusionieren kann. Noch unverständlicher macht diese Tatsache, dass sämtliche Stadtteile ebenso in einer dunklen Variante 1:1 als Dungeons zweitverwertet werden, es zusätzlich zu den dedizierten Dungeons also wirklich genug Möglichkeiten zum Kämpfen gibt und es in der Stadt nun echt nicht hätte sein müssen. Immerhin kann man die Zufallskämpfe durch bestimmte Gegenstände oder Fähigkeiten der Dämonen reduzieren oder ganz verhindern, wenn das eigene Level höher ist als das der Gegner und so die Zähigkeit etwas reduzieren, zumindest wenn man nach den ersten paar Kapiteln genügend Kapital angespart hat um sich die Sachen zu leisten.



https://abload.de/img/collage2c9j5l.png (https://abload.de/img/collage2elkan.png)


Die Dämonen, die man fangen oder fusionieren kann, unterscheiden sich nicht nur in ihren Statuswerten oder Kampffähigkeiten voneinander, sondern besitzen auch Fähigkeiten die zur Interaktion mit anderen NPCs oder der Umgebung genutzt werden können. So kann man Hitzköpfe beruhigen, Niedergeschlagene aufmuntern, Leute betören oder ihre Gedanken lesen, um so an weitere Informationen für seine Ermittlungen zu gelangen - oder auch einfach nur so zum Spaß. Kleine Dämonen können sich durch enge Öffnungen zwängen, fliegende zu unerreichbaren Orten gelangen und starke Dämonen Hindernisse aus dem Weg räumen. Zusätzlich zu einer ausgewogenen Kampftruppe sollte man also auch Dämonen mit diesen Fähigkeiten in petto haben, was besonders zu Beginn, wenn man noch nicht über genügend Slots für diese verfügt, gar nicht mal so leicht ist.

Eine Sache die mich am Spiel wohl am meisten gestört hat ist, dass es unglaublich geschwätzig ist. Für jede Kleinigkeit müssen teilweise zig Textboxen weggeklickt werden. Man setzt die Fähigkeit eines Dämonen ein: Textbox wegklicken. Man schickt einen Dämon auf Reisen: Textbox wegklicken. Man kehrt mit dem Dämon zurück: Textbox wegklicken. Man öffnet eine Schatztruhe: Textbox die fragt ob man die Truhe wirklich öffnen will. Immer und jedes Mal. Auch wenn man es schon zum tausendsten Mal macht. Und das sind jetzt nur einige wenige Beispiele von dutzenden.

Wie bereits erwähnt werden die Stadtteile in dunklen Varianten als Dungeons verwendet. Dort verhindern meist magische Barrieren, dass man direkt zum Ziel laufen kann und verwandeln diese somit in kleine Hindernisparcours. Daneben gibt es aber auch eigenständige Dungeons, in denen es hin und wieder ein kleineres Puzzle zur Auflockerung gibt. Alle haben gemein, dass sie angenehm kurz und nicht so übertrieben lang wie in anderen Shin Megami Tensei-Ablegern sind. Man stößt hier auch immer wieder auf andere NPC-Dämonen mit denen man interagieren kann und die teilweise in die Lösung der Puzzles integriert sind. Manche Barrieren können nur von Dämonen durchschritten werden. Diese kann man eigenständig losschicken und steuern, während Raidou an Ort und Stelle verweilt. Doch Vorsicht, während dieser Ausflüge kommt es nach wie vor zu Zufallskämpfen, in denen der Dämon dann auf sich alleine gestellt ist. Der Spieler kann den Dämon wie Raidou steuern, ich selbst bin aber lieber aus dem meisten Kämpfen geflohen und habe es gar nicht erst auf einen möglichen Tod ankommen lassen. Es gibt auch immer wieder Tore, die sich nur durch bestimmte elementare Angriffe zerstören lassen. Da diese meistens immun gegen Raidous Elementarpatronen sind, ist es wichtig eine vielseitige Dämonenparty dabei zu haben, da man auf deren Elementarangriffe zurückgreifen muss. Zwar streifen in der Umgebung immer Dämonen mit der passenden Eigenschaft umher die man einfangen kann, aber wenn man gerade keinen freien Slot zur Verfügung hat und daher einen anderen Dämon, den man noch nicht registriert hat, freilassen muss, kann das äußerst unschön sein.



https://abload.de/img/collage3fejao.png (https://abload.de/img/collage3wnj4r.png)


Im Kampf steuert man immer Raidou selbst. Zusätzlich kann einer aus den bis zu zwölf Dämonen, die man mit sich führt, beschworen werden. Ungewöhnlich für die Shin Megami Tensei-Reihe ist, dass es sich hierbei um ein Action- und nicht um ein rundenbasiertes Kampfsystem handelt. Dementsprechend kann das Press-Turn-System, bei dem man einen zusätzlichen Zug erhält wenn man die Schwachstelle eines Gegners ausnutzt, so nicht umgesetzt werden. Stattdessen werden Kampfteilnehmer bei solchen Angriffen für eine gewisse Zeit betäubt und man kann einen kritischen Treffer landen oder, im Falle gegnerischer Dämonen, diese einfangen, wenn man sie zuvor genug geschwächt hat und sie das eigene Level nicht übersteigen.
Der Kampf findet in vorgerenderten Arenen statt, was leider zu Übersichtsproblemen führen kann wenn man Gegner in der hinteren Reihe angreifen will und diese von anderen Figuren verdeckt werden. Es ist auch nicht immer so leicht die Entfernung und Position zum Gegner abzuschätzen, besonders wenn man sich weiter hinten in der Arena befindet. Außerdem kann es sein dass sich Gegner am Rand der Arena verstecken und man sie nicht sieht, da sie sich außerhalb des Blickfelds befinden. Hier hätte ich eine 3D-Arena wie bei den Tales-Spielen definitiv bevorzugt.
Kämpfe selbst gestalten sich äußerst statisch. Raidou bewegt sich sehr behäbig und kennt auch keine Manöver wie Ausfallschritte etc. Zur Verteidigung kann er lediglich eine Abwehrhaltung einnehmen, welche den erlittenen Schaden dann aber immerhin signifikant reduziert - meistens nur noch auf einen Schadenspunkt - und Statuskrankheiten verhindert. Er besitzt ein Katana und eine Pistole. Mit dem Schwert führt er eine Dreierkombo, eine Stichattacke bei der er einen größeren Abstand schnell überbrücken kann und einen Rundumschlag aus, der aber zuerst aufgeladen werden muss. Da Raidou nach einer Dreierkombo oder einem Spezialangriff erst einmal eine kurze Pause einlegt und Gegner ihn in der Zwischenzeit ungehindert angreifen können, muss man immer abwägen, ob man einen Angriff durchzieht oder lieber auf Nummer sicher geht und diesen abbricht, um sich rechtzeitig zu verteidigen. Seine Pistole ist eher schwach, kann dank unterschiedlicher, elementarer Munition aber die Schwachstellen der Gegner ausnutzen, ohne auf einen Dämon angewiesen zu sein.
Der Dämon wird hauptsächlich von der KI gesteuert, die ihren Job aber mehr schlecht als recht macht. Angriffe gehen meist ins Leere, er heilt sich obwohl er nur wenige HP verloren hat oder setzt Buffs am Ende des Kampfes ein. Man kann ihm aber auch manuell Befehle erteilen, die er dann dauerhaft ausführt. Indem Raidou viele Treffer landet oder die Schwächen der Gegner ausnutzt, erhöht sich die Moral des Dämons. Hat diese das Maximum erreicht, können beide eine Kombinationstechnik ausführen. Das können besonders mächtige Angriffe sein, sie können aber auch die Verteidigung gegen bestimmte Elemente oder Statuskrankheiten erhöhen. So hatte ich z.B. im letzten Drittel einen Dämon, dessen Kombotechnik mich immun gegen physische Angriffe gemacht hat und ich so einfach vor den Gegnern stehen und sie ungehindert der Reihe nach umhauen konnte.



https://abload.de/img/collage4ecj0i.png (https://abload.de/img/collage4qlj4s.png)


Dämonen können, serientypisch, miteinander fusioniert werden um neue Dämonen zu erschaffen. Dadurch erhalten diese einen Bonus auf die Statuswerte und es können sogar bestimmte Fähigkeiten vererbt werden. Toll ist, dass man bereits vor der Fusion sieht um welche Fähigkeiten es sich dabei handelt und nicht erst danach. So kann man einfach solange aus dem Menü rein und raus gehen, bis die gewünschten Fähigkeiten angezeigt werden. Eine Einschränkung gibt es allerdings. Die Dämonen lassen sich erst fusionieren wenn man sie zuvor im Kampf solange eingesetzt hat, bis ihre Loyalität das Maximum erreicht hat. Man kann sich also nicht mal eben schnell einen Dämon fangen, sondern muss ihn vorher trainieren. Komischerweise geben lediglich die Dämonen aus dem vierten Kapitel einigermaßen viel Loyalität, so dass man das Maximum in etwa fünf Kämpfen erreicht. Besitzt man einen Dämon, dessen Loyalität nicht das Maximum erreicht hat, man aber auch keine Lust hat diesen zu trainieren, so kann man diesen einem anderen Dämon opfern und somit einen Statuswert um einen Punkt erhöhen. Durch Sammeln von Loyalität erhält Raidou auch nach und nach mehr Slots für Dämonen, bis zu zwölf an der Zahl. Die meisten Dämonen können, bis auf einige Bossmonster und Spezialdämonen, im normalen Spielverlauf gefangen werden und müssen nicht unbedingt durch Fusion hergestellt werden, man muss dann aber eben auf die zusätzlichen Fähigkeitspunkte und artuntypischen, vererbten Techniken verzichten.
Was mich an diesem Dämonenfusions- bzw. Sammelprinzip am meisten stört ist, dass man seine Fähigkeiten nicht kontinuierlich ausbaut, sondern immer wieder durcheinander wirbelt. Da hat man einen Dämon mit einem Feuerzauber, fusioniert diesen und bekommt einen Dämon mit einem komplett anderen Elementarangriff. Da sich die Dämonen so oft ändern habe ich nie den Überblick, welche Fähigkeiten mir nun zur Verfügung stehen oder auf welchem Dämon diese liegen und muss immer die Liste durchgehen. Wenn ich dann mal ein bestimmtes Element oder eine Fähigkeit benötige und mir diese nicht zur Verfügung stehen, kann das schon ärgerlich sein.

Es gibt keine neuen Waffen oder Ausrüstung die man kaufen kann. Stattdessen kann man Dämonen mit Raidous Schwert verschmelzen, was nicht nur dessen Angriffskraft erhöht, sondern je nach Dämonentyp auch Bonus auf Raidous Statuswerte gibt und seine Resistenz gegenüber bestimmten Elementen erhöht.



https://abload.de/img/collage5qak0j.png (https://abload.de/img/collage5vukns.png)



Theme

https://www.youtube.com/watch?v=IXkvn2ctcm4

The Lazy Detective Agency

https://www.youtube.com/watch?v=1DM2X9eV9U8

Formidable Foe

https://www.youtube.com/watch?v=LwJmwp8IwRE

Yatagarasu's Messenger

https://www.youtube.com/watch?v=QR_tgMFzxK0

Battle -Raidou-

https://www.youtube.com/watch?v=fvv9w6oij1o

Overcoming the Sadness

https://www.youtube.com/watch?v=9ZuVSlsFPVI

Murmur

https://www.youtube.com/watch?v=k4JgY-BDKe0



Fazit
Obwohl ich viel an dem Spiel zu kritisieren habe finde ich es alles in allem doch recht gut. Es gibt auf jeden Fall viel Verbesserungspotenzial. Die Geschichte könnte mitreißender und Charaktere stärker in die Handlung integriert sein, die unnötigen Zufallskämpfe in der Stadt dürften wegfallen und das Kampfsystem würde in einer 3D-Arena besser funktionieren und dürfte gerne etwas dynamischer sein. Das unverbrauchte Setting verströmt aber genug Atmosphäre, die NPCs wirken lebendig und beglücken den Spieler mit ihren Weisheiten und die Fähigkeiten der Dämonen zur Interaktion mit NPCs oder der Umgebung sowie der Möglichkeit, diese separat zu steuern, sind eine coole Idee. Und so vergebe ich dem Spiel, wenn auch knapp, eine positive Bewertung.



Wertung: ★★★☆☆ (3/5) "Positiv"


★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert




https://abload.de/img/50-smt232tvjr1.jpg (https://abload.de/img/50-smt232ckj04.jpg)

► Zur Spieleübersicht

Bildquelle: Luisfe (https://lparchive.org/Shin-Megami-Tensei-Devil-Summoner-Raidou-Kuzunoha-vs-the-Soulless-Army/)

StarOceanFan
03.03.2019, 17:37
Der Titel steht bei mir auch schon länger auf der Liste. Damals beim US Release ist er mir irgendwie durch die Finger gegangen (und damit auch seine ominöse Limited Edition X\). Gerade wenn ich wieder deine Screenshots sehe werde ich einfach nicht müde zu erwähnen wie unfassbar gut mir das Megaten Artdesign gefällt. Dazu scheint es ein Catchy-Soundtrack zu haben, gefällt mir. Wenn ich mal wieder Lust auf einen Megaten Titel verspühre werde ich Devil Summoner 1 einlegen.

Wirst du noch den Nachfolger spielen?

Nayuta
04.03.2019, 00:30
Anfangs habe ich noch mit mir gehadert ob ich den Nachfolger nicht vielleicht durch ein anderes Spiel ersetze, da das Gameplay mit den vielen Kämpfen in der Stadt und dem Herumgerenne schon recht schlauchend ist. Sobald man dann aber genug Geld übrig hat um sich die Gegenstände zu kaufen die dies unterbinden oder Dämonen hat die die entsprechende Fähigkeit besitzen wird es schon viel angenehmer. Ich habe auch von mehreren Richtungen gehört dass der zweite Teil viel besser sein soll. Daher bin ich zuversichtlich dass ich diesen dann auch noch angehen werde.

Ὀρφεύς
04.03.2019, 18:30
Devil Summoner: Raidou Kuzunoha vs. The Soulless Army (was für ein Name) war für mich damals eine überschaubare Alternative zu den größeren MegaTen-Games.
Nichts umwerfendes, aber eine gekonnte Abwechslung mit vielen Schwächen.
Zufallskämpfe sind nervig, die erwähnten Textboxen, die den Spieler zumüllen und die nicht vorhandene Sprachausgabe, sind anstrengend und die Handlung hat mich zumindest nicht vom Hocker gehauen.
Soundtack war dafür nice, die Zeit etwas völlig eigenständiges in einem JRPG und die Interaktionen mit all den Dämonen war ne richtig coole Idee.
Würde von daher ebenfalls eine 3/5 vergeben und zocke bloß Devil Summoner 2: Raidou Kuzunoha vs. King Abaddon.
Bin da mit den selben Erwartungen wie für Teil 1 herangegangen und wurde eines besseren belehrt.
Besonders die Handlung und das Kampfsystem wurden deutlich aufgebohrt (sofern ich das noch richtig in Erinnerung habe), nur leider is DS2 nie in Europa erschienen.
Doch wofür gibt es den US PSN-Store der PS3?

Nayuta
05.03.2019, 15:50
Danke, das bestärkt mich jedenfalls in meinem Vorhaben. :)
Habe mal kurz reingeschaut (werde es jetzt aber noch nicht spielen) und hey, das Kampfsystem ist nun endlich in 3D und spielt sich auch insgesamt viel dynamischer.


nur leider is DS2 nie in Europa erschienen.
Doch wofür gibt es den US PSN-Store der PS3?
Och das stellte für mich kein Problem dar. Ich meine, wer hatte damals denn keinen Modchip in seiner Playstation 2?^^ Über die Hälfte meiner Sammlung sind US-Versionen, wobei einige Titel Jahre später auch als PAL-Version erschienen sind, aber das habe ich nicht mehr richtig verfolgt. Außerdem waren die Wechselkurse damals so gut dass man meistens noch gespart hat wenn man sich das Zeug importiert hatte.

Ὀρφεύς
06.03.2019, 11:30
Ich meine, wer hatte damals denn keinen Modchip in seiner Playstation 2?^^ Über die Hälfte meiner Sammlung sind US-Versionen, wobei einige Titel Jahre später auch als PAL-Version erschienen sind, aber das habe ich nicht mehr richtig verfolgt.

Ich nicht.:p
Habe mir damals direkt eine US PS2 importiert.

DS2 entfaltet sich aber erst relativ spät.
Die ersten 10-15 Stunden waren ein wenig more of the same und habe die US Version damals wieder verkauft.
Jahre später einen zweiten Versuch Dank PSN-Store gewagt und nach über 40 Stunden hätte ich mich für meine erste Entscheidung ohrfeigen können.
Denn besonders die Handlung hat mir gut gefallen.

Winyett Grayanus
06.03.2019, 13:57
Ich habe vier PS2s - zwei für PAL-Versionen und je eine für NTSC-US und NTSC-J.:p

Raidou Kuzunoha würde mich auch nochmal interessieren, ich hatte das Spiel nämlich irgendwann mal angefangen und dann nicht weitergespielt, bin aber auch kein Fan der Megaten-Spiele. Wieviele Stunden muss man denn da so investieren?

Ὀρφεύς
06.03.2019, 19:54
Devil Summoner kann man in unter 30 Stunden gut bewältigen.
Devil Summoner 2 war knapp über 40 Stunden lang.
Bin aber nicht der schnellste Zocker.

Nayuta
07.03.2019, 02:03
@Ὀρφεύς/Winyett Grayanus
Na gut, Touché. (ist doch alles das gleiche :p)


bin aber auch kein Fan der Megaten-Spiele
War Persona 5 nicht mal dein Spiel des Jahres?^^ Ist zwar nur ein Ableger, aber das ist Devil Summoner ja auch und alleine aufgrund des Kampfsystems und des Settings bietet es, ähnlich wie bei Persona, genug Abstand zur Hauptserie.


Wieviele Stunden muss man denn da so investieren?
Wie Orpheus schon sagte ist der erste Teil ein eher kurzes Spiel. Das hängt aber auch sehr stark von der Spielweise ab. Wenn du nur strikt der Handlung folgst und einmal mit den NPCs sprichst sowie das Fusionssystem ignorierst, dann wirst du es wahrscheinlich in etwas um die 20 Stunden herum beenden können. Es gibt ein Dutzend Kapitel und für jedes kann man Pi mal Daumen mit 2 Stunden rechnen. Es gibt aber z.B. auch eines in dem man nur herumrennt und mit Leuten spricht, das wird dann wesentlich schneller abgeschlossen sein.
Allerdings erhalten die NPCs pro Kapitel bis zu drei Mal neue Dialoge nach kleineren Ereignissen - und damit meine ich die normalen Dialoge und die die man ihnen mit den passenden Dämonen entlocken kann. Wenn du also alle Stadtteile immer wieder abklapperst um mit ihnen zu sprechen und wenn du versuchst immer die besten Dämonen zu fusionieren, dann kannst du schon mal 50 bis 60 Stunden daran sitzen. Gerade letzteres benötigt viel Zeit, da man bei den Dämonen zuerst deren Loyalität im Kampf maximieren muss bevor sie einer Fusion zustimmen. Aber im Grunde braucht man das nicht, da man 90% von ihnen im Spielverlauf sowieso normal fangen kann, dann aber meist in einer leicht schwächeren Variante.






The Legend of Heroes: Trails in the Sky
~ Ersteindruck ~

https://up.picr.de/34547049ba.png


Nachdem ich endlich, nach mehr als 16 Stunden, den schier nicht enden wollenden "Prolog" und danach das ebenso lange erste Kapitel abgeschlossen habe, will ich auch mal einen Ersteindruck von mir geben.

Mir gefällt der lockere und humoristische Erzählstil, der etwas an Grandia oder Lunar erinnert, außerordentlich. Die Charaktere sind zwar ziemlich klischeebeladen, aber auch wirklich liebenswürdig. Estelle wird als ziemlicher Dussel dargestellt. Somit stellt sie den Ankerpunkt für den Spieler dar, da ihr immer wieder alles erklärt werden muss und dem Spieler somit die nötigen Informationen über die Welt vermittelt werden. Joshua hingegen ist für den Fanservice zuständig. In jedem Hafen hat er eine ein Dutzend Verehrerinnen, die Palette reicht von Hausfrauen, über seine Vorgesetzte, bis hin zu kleinen Mädchen und selbst vor dem eigenen Geschlecht bleibt er nicht verschont. Würde mich nicht wundern wenn auch Estelle irgendwann mal auf den Trichter kommt dass sie eigentlich mehr für ihn empfindet. :rolleyes:

Das kurze Detektivsegment mit dem abschließenden Fragebogen am Ende des Prologs und auch das Segment im ersten Kapitel fand ich sogar noch intensiver umgesetzt als in Devil Summoner.

Die NPCs haben nach jedem kleinen Ereignis etwas neues zu erzählen und Leute kommen und gehen in und aus den Städten. Natürlich lese ich mir alles durch und klappere alle Gesprächspartner ab, selbst wenn ich dazu zum x-ten Mal bis zur abgelegensten Mine trotten muss. :) Es ist zwar etwas dämlich dass man die Orte nur zu Fuß erreichen kann und es keine Schnellreise gibt, da die Bewegungsgeschwindigkeit aber enorm hoch ist kann ich das verkraften. Lediglich Gegner können so ein Problem werden, wenn man sie zu spät erkennt und direkt in sie hinein rennt. Zwar gibt es am Ende des Prologs einen Quarz der Gegner auf der Minikarte anzeigt, das führt aber dazu dass ich nur noch auf den oberen rechten Bildschirmbereich schiele und mich gar nicht mehr auf das Gebiet selbst konzentriere. Und dann gibt es immer noch das Problem, dass Gegner nicht den führenden sondern irgendeinen der hintereinander herlaufenden Charaktere berühren müssen damit es zum Kampf und somit auch zu einem Vorteil für den Gegner kommt. Ganz toll wenn man mit einer Polonaise aus vier Charakteren umherläuft^^'

Das Spiel sieht wirklich hübsch aus und steckt voller Details. Nur der Kamerawinkel ist etwas ungünstig, da die Sicht oft durch Hindernisse verdeckt wird und man ständig am Drehen der Kamera ist. Besonders in Dungeons ohne Karte kann das verwirren.

Es ist auch witzig dass es jedes Mal eine individuelle, amüsante Mitteilung gibt, wenn man eine geleerte Schatztruhe erneut anklickt. Und verdammt, es ist so hypnotisierend wenn man einen langen Gang entlangläuft und Estelles Zöpfe dabei abwechselnd langsam auf und ab wippen. @_@

Ich habe öfter gelesen dass das Kampfsystem ziemlich langsam und zäh sein soll, aber dem kann ich mich bisher nicht anschließen. Es ist eigentlich ganz normal für das Genre. Lediglich die Animationsphasen einiger Buffzauber sind etwas zu lange geraten, aber die benötigt man bisher sowieso höchstens mal bei Bossen. Was mich eher stört ist die meiner Meinung nach überdurchschnittliche Anzahl an Angriffen, die daneben gehen. Dass man überall speichern kann, kann man auch ein bisschen für besondere Kämpfe ausnutzen. Z.B. Monster wie die Shining Poms, die besondere Accessoires mit sich tragen und vor denen man einfach so lange neu lädt bis man den erwünschten Gegenstand erhält.


Alles in allem ist das Spiel bisher auf einem sehr guten Weg. :)

Sylverthas
08.03.2019, 11:55
Cool, dass Du das Game auch gerade zockst :D


Mir gefällt der lockere und humoristische Erzählstil, der etwas an Grandia oder Lunar erinnert, außerordentlich.
Heh, den Vergleich wollte ich auch erst bringen, aber dann hätte ich das Spiel mit Grandia in einem Satz erwähnen müssen, was überhaupt nicht geht :D


Würde mich nicht wundern wenn auch Estelle irgendwann mal auf den Trichter kommt dass sie eigentlich mehr für ihn empfindet. :rolleyes:
Aber 100% - was wäre das denn sonst für eine Anime Story? *g*
Wäre aber nett, wenn einem das Game nen Curveball wirft und die beiden nicht zusammenkommen - und das nicht aus dramatischen Gründen (einer wird entführt / stirbt / hastenichgesehen), sondern, weil es sich einfach anders ergibt. Die Chance davon? Sehe ich bei fast Null, dafür macht das Spiel bisher nicht den Eindruck, als wäre es experimentell genug, sondern suhlt sich eigentlich ziemlich in Anime-Klischees.


Natürlich lese ich mir alles durch und klappere alle Gesprächspartner ab, selbst wenn ich dazu zum x-ten Mal bis zur abgelegensten Mine trotten muss. :)
OK, Du bist hardcore *g*
Dafür sind die meisten Gespräche dann IMO nicht interessant genug. Häufig klappere ich die Bewohner der aktuellen Stadt ab, manchmal auch nur die, die vorher was in irgendeiner Weise interessantes zu berichten hatten. Kann mir die vielen Namen sowieso nicht merken und insofern da keine wirklich gute Geschichte bei ist vergess ich die Leute eh sofort wieder. Komplett ignorieren sollte man aber auch nicht alles, weil einem sonst einiges an Lore entgeht und manche der kleinen, sich fortsetzenden Stories sind ganz nett.


Zwar gibt es am Ende des Prologs einen Quarz der Gegner auf der Minikarte anzeigt, das führt aber dazu dass ich nur noch auf den oberen rechten Bildschirmbereich schiele und mich gar nicht mehr auf das Gebiet selbst konzentriere.
Was für ein Glück, dass die Designer mitgedacht haben und die Oberweltgebiete alle vollkommen unspektakulär aussehen :D


Ich habe öfter gelesen dass das Kampfsystem ziemlich langsam und zäh sein soll, aber dem kann ich mich bisher nicht anschließen. Es ist eigentlich ganz normal für das Genre.
Finde ich auch seltsam, besonders, weil die "Encounterrate" ja nicht mal sonderlich hoch ist, selbst, wenn man jeden Gegner mitnimmt. Was gibts pro Karte? Vielleicht ~6 Gegner? Und wenn man auf normal spielt (wie die meisten) wird man die sicherlich auch extrem schnell wegbashen können.

Narcissu
08.03.2019, 12:55
Bald gibt’s auch ’nen Quartz, mit dem euch Gegner nicht mehr folgen. Damit seid ihr dann quasi komplett vor ungewollten Kämpfen sicher.

Und :A zum Raidou-Bereicht. Mich reizt das Spiel auch immer noch ungemein. Hatte mal so 7h reingespielt, aber wegen Zufallskämpfen und ein bisschen Trial&Error mit den Dämonenfähigkeiten abgebrochen. Will es aber definitiv irgendwann noch mal anfangen. :) Das Setting ist einfach toll und herrlich unverbraucht.

Nayuta
10.03.2019, 09:27
Heh, den Vergleich wollte ich auch erst bringen, aber dann hätte ich das Spiel mit Grandia in einem Satz erwähnen müssen, was überhaupt nicht geht :D
OK das kann ich jetzt sowohl positiv als auch negativ interpretieren.^^'


OK, Du bist hardcore *g*
Dafür sind die meisten Gespräche dann IMO nicht interessant genug. Häufig klappere ich die Bewohner der aktuellen Stadt ab, manchmal auch nur die, die vorher was in irgendeiner Weise interessantes zu berichten hatten. Kann mir die vielen Namen sowieso nicht merken und insofern da keine wirklich gute Geschichte bei ist vergess ich die Leute eh sofort wieder. Komplett ignorieren sollte man aber auch nicht alles, weil einem sonst einiges an Lore entgeht und manche der kleinen, sich fortsetzenden Stories sind ganz nett.
Das mit den Namen ergibt sich von ganz alleine wenn du nur oft genug mit ihnen sprichst.^^ Und hin und wieder bekommt man auch mal ein Buch geschenkt oder es eröffnet sich eine versteckte Quest. Außerdem:

Sind die beiden Fan Translations eigentlich vollständig? Wenn ja: man muss wohl echt den Hut vor denen ziehen, dass die so textgewaltige Spiele einfach mal so aus Bock übersetzen. War ja bei "gewöhnlichen" J-RPGs früher immer schon beeindruckt, dass sich da Leute finden (Seiken Densetsu 3 z.B.), aber die sind ja vom Textvolumen ein Witz hiergegen (jetzt mal von Sky 1 und dem, was man so hört, extrapoliert ). Sowas ist eine Hingabe, die man selten sieht.
Solch eine Hingabe muss gewürdigt werden, ob nun von Hobby- oder bezahlten Übersetzern.^^


Was für ein Glück, dass die Designer mitgedacht haben und die Oberweltgebiete alle vollkommen unspektakulär aussehen :D
Joa, aber immer noch besser als die drei Blautöne der Übersichtskarte. :D



Bald gibt’s auch ’nen Quartz, mit dem euch Gegner nicht mehr folgen. Damit seid ihr dann quasi komplett vor ungewollten Kämpfen sicher.
Jop, den hatte ich bereits zu Beginn des zweiten Kapitels nach einer versteckten Quest erhalten, die mir genügend Bracer-Punkte eingebracht hat. Lohnte sich für dieses Kapitel nur noch nicht wirklich, da man die meiste Zeit zu zweit herumläuft und man so den Gegnern eigentlich noch gut ausweichen kann.


Und :A zum Raidou-Bereicht. Mich reizt das Spiel auch immer noch ungemein. Hatte mal so 7h reingespielt, aber wegen Zufallskämpfen und ein bisschen Trial&Error mit den Dämonenfähigkeiten abgebrochen. Will es aber definitiv irgendwann noch mal anfangen. Das Setting ist einfach toll und herrlich unverbraucht.
Nach 7 Stunden solltest du eigentlich nicht mehr weit davon entfernt gewesen sein dir die Gegenstände zu kaufen, welche die Kämpfe verhindern, ohne dass es dir ein zu großes Loch in den Geldbeutel reißt. Das Fusionssystem kann man nutzen, habe ich jedenfalls gemacht, muss man aber nicht wirklich und betrachte ich rückwirkend auch als Zeitverschwendung meinerseits, da das Spiel eher auf der leichten Seite angesiedelt ist und man sich alles was man braucht auch im aktuellen Dungeon fangen kann. Man sollte lediglich hin und wieder einen aktuellen Dämon mit dem Schwert fusionieren um dessen Angriffskraft zu steigern. Insofern, gib dem Spiel noch mal eine zweite Chance, erwarte inhaltlich aber auch nicht zu viel.

Sylverthas
10.03.2019, 13:04
OK das kann ich jetzt sowohl positiv als auch negativ interpretieren.^^'
Dachte mein Ruf hätte sich da schon rumgesprochen :D
Nein, Grandia 1 geht überhaupt nicht. Hab mich durch den Kindergeburtstag bis zur Mauer durchgekämpft, dann abgebrochen. Wobei "durchgekämpft" auch relativ ist, hab die meiste Zeit nur Autokampf aktiviert gehabt, weil das für den meisten Trash und sogar manche Endbosse auch reicht *g*

Fand die Comedy in Grandia auch nicht wirklich witzig - wobei ich auch bei TitS zugeben muss, dass es mich eher zum Schmunzeln als Lachen bringt. Ach ja, Lunar hab ich auch abgebrochen, weil mir das Spiel zu langweilig war. Es ist eigentlich ein Wunder und zeugt von dem guten Writing, dass mich TitS immer noch hat :D

edit: Was die versteckten Bücher und Nebenaufgaben angeht. Da muss ich mir noch mein abschließendes Urteil bilden, weil ich finde, dass das hier im Spiel Vor- und Nachteile hat, wie diese eingebaut wurden. Größter Nachteil ist das teilweise absurd kleine Zeitfenster, in denen man manche Sachen kriegen kann.

Winyett Grayanus
10.03.2019, 16:09
War Persona 5 nicht mal dein Spiel des Jahres?^^ Ist zwar nur ein Ableger, aber das ist Devil Summoner ja auch und alleine aufgrund des Kampfsystems und des Settings bietet es, ähnlich wie bei Persona, genug Abstand zur Hauptserie.

Ja, war es. "Genug Abstand zur Hauptserie" klingt auf jeden Fall gut, denn von der habe ich zwar ein paar Spiele durch- bzw. angespielt, aber richtig Spaß gemacht hat mir keines davon, weil diese Spiele irgendwie immer in Arbeit oder wenig Abwechslung ausarten. Ich mag da eher Spiele, die einen größeren Fokus auf die Handlung und Charakterinteraktionen legen.

Übrigens: Grandia ist total gut.:-O

Nayuta
11.03.2019, 01:02
Dachte mein Ruf hätte sich da schon rumgesprochen :D
Nein, Grandia 1 geht überhaupt nicht. Hab mich durch den Kindergeburtstag bis zur Mauer durchgekämpft, dann abgebrochen. Wobei "durchgekämpft" auch relativ ist, hab die meiste Zeit nur Autokampf aktiviert gehabt, weil das für den meisten Trash und sogar manche Endbosse auch reicht *g*
Ah OK. Bei mir ist das gerade anders herum. Ich fand Teil 1 bis zur Mauer großartig, danach baut es aber stark ab. Gleiches gilt für den dritten Teil, bei dem ich nur den Prolog wirklich toll fand. Nur während sich Grandia 1 gegen Ende zumindest wieder etwas fängt, wird Grandia 3 immer schlimmer.^^' Lediglich der zweite Teil hat mich rundum überzeugt. :) Und Xtreme ist halt ein solider Dungeon Crawler der gleich (fast) komplett auf die Story pfeift.

Sylverthas
12.03.2019, 01:08
Zu Teil 1 muss ich sagen, dass ich über Justin und Sue (?) einfach nicht hinweggekommen bin, die beiden waren unheimlich nervig. Naja, einer davon verabschiedet sich ja irgendwann, so Lufia 2 Style *g*
Das andere Problem war, dass der Plot halt irgendwie zu nichts geführt hat und man nur rumgeiert ist. Weil das Kämpfen dann auch noch irgendwie langweilig (weil viel zu einfach) war konnte sich da echt nix aufbauen. Und bei der Mauer ist mir dann aufgefallen, dass mir eigentlich total egal ist, was auf der anderen Seite ist - dabei sollte das ja der große Moment des Games sein, worauf alles hingebaut hat. Abschließend können mich Geschichten, deren Hauptmotivation es ist, ein "Abenteuer zu erleben", sehr selten packen.

Grandia 2 hat mir viel besser gefallen. Es hat halt von Anfang an nen weniger nervigen Hauptcharakter und bietet mit Elena auch gleich ne recht... "dynamische" Begleiterin. Klar, danach eiert die Story auch irgendwie rum und den großen Twist am Ende sieht man meilenweit, aber war trotzdem noch gut genug, dass ichs durchspielen wollte. Glaube die Kämpfe waren auch etwas fordernder als in 1? Zumindest hatte ich hier Autokampf nicht die halbe Zeit an :D

Wo wir gerade von Grandia 2 sprechen... mich verwunderts in TitS ein wenig, dass das Spiel das Corrupt Church Trope bisher noch gar nicht benutzt hat. Das gehört doch eigentlich in ein klassisches J-RPG?! Ein fucking Schulfest gibts, aber das nicht? :(
Naja, hab ja noch ein Kapitel vor mir... und dann gibts noch gefühlt 100 andere Teile, die das auskosten könnten... Praise Aidios!

Narcissu
12.03.2019, 03:07
Glaube die Kämpfe waren auch etwas fordernder als in 1? Zumindest hatte ich hier Autokampf nicht die halbe Zeit an :D

Eher umgekehrt, glaube ich. Grandia 1 hatte zumindest ein paar fordernde Bosse, in Grandia 2 waren aber selbst die meistens ein Witz. Außerdem hat Grandia 1 imo das interessantere und motivierendere Skill-System. Wirklich herausfordernd war dann aber erst Teil 3 auch mal bei normalen Kämpfen, und die Spikes in den Bosskämpfen waren teils nicht mehr feierlich. ^^ Mag das Kampfsystem der Spiele sehr gern, aber die richtige Balance hat keins davon so richtig getroffen. Hätte gerne ein Spiel mit dem Skillsystem aus Teil 1, der Dynamik aus Teil 3 und einem gut balancierten Schwierigkeitsgrad. ^^

Sylverthas
12.03.2019, 10:35
OK, kann auch gut daran liegen, dass ich Grandia 1 nie durchgespielt habe. Oder da vermischen sich die Erinnerungen aus meinem Anspielen des Hard Modes von Teil 2 mit denen von früher *g*
Und ja, das Kampfsystem an sich ist gut, aber durch die niedrige Schwierigkeit wird halt das Potential überhaupt nicht genutzt - selbst der Hard Mode war (anfangs, habs ja nur angespielt) nicht schwer.

Narcissu
12.03.2019, 12:52
Hard Mode kam erst in der Anniversary Edition dazu, richtig? Habe nämlich nur die PS2-Fassung gespielt, da gab es iirc keine Schwierigkeitsgrade.

Sylverthas
12.03.2019, 12:57
Hard Mode kam erst in der Anniversary Edition dazu, richtig? Habe nämlich nur die PS2-Fassung gespielt, da gab es iirc keine Schwierigkeitsgrade.
Ja, genau. Ist auch nicht so~ schwer (zumindest am Anfang). Aber es gibt auch schon Mods, die das Spiel noch schwerer machen. Selbst für Grandia 1 scheint es ne von Fans gebalancete Version zu geben *g*

Nayuta
18.03.2019, 21:20
The Legend of Heroes: Trails in the Sky

https://abload.de/img/pic_0020x5k49.png (https://abload.de/img/pic_0020x5k49.png)



Challenge #:
05


System:
Playstation Portable (EUR-UK)


Version:
1.00



https://up.picr.de/31412164zw.png





► Zum Ersteindruck


Das Spiel
Seitdem Estelles Mutter im hunderttägigen Krieg zwischen dem Königreich Liberl und dem mächtigen Imperium Erebonia ums Leben kam, leben sie und ihr Vater Cassius alleine. Da Cassius durch seinen Beruf als Bracer, eine Art zivile Eingreiftruppe mit beschränkten Polizeibefugnissen, oft für mehrere Tage unterwegs ist, bleibt Estelle einsam zuhause. Als Ihr Vater eines Tages mit einem ziemlich übel zugerichteten Jungen auftaucht, staunt sie nicht schlecht. Die beiden beschließen, ihn fortan in der Familie aufzunehmen. Fünf Jahre später, im Liberl des Jahres 1202, sind Estelle und Joshua sechzehn Jahre alt und stehen kurz davor, ihre Prüfung als Junior-Bracer abzulegen, was ihnen unter der Führung ihrer Ausbilderin Scherazard, die für Estelle auch eine Art Ersatzschwester ist, meisterlich gelingt.
Doch die Freude hält nicht lange, als sie die Kunde von einem verschwundenen Passagierluftschiff erreicht, an Bord dessen ihr Vater war. Die drei nehmen sofort die Ermittlungen auf und kommen schließlich auf die Spur einer Bande von Luftpiraten, die mit den Geschehnissen in Zusammenhang zu stehen scheint. Leider können diese ihnen im letzten Moment entwischen und verschwinden in die westlich gelegenen Berge. Unbeeindruckt von ihrem Fehlschlag folgen sie den Piraten in die nächste Provinz und sammeln weitere Hinweise über deren Verbleib.

Die Jagd nach den Luftpiraten ist dabei nur den Aufhänger für eine Reise durch das gesamte Königreich Liberl, auf der Estelle und Joshua das Handwerk ihres Bracer-Berufs im Alltag erlernen wollen. Und so gestaltet sich der Ablauf des Spiels, nachdem die Sache mit den Luftpiraten bereits nach dem ersten Kapitel geklärt ist, recht behäbig. Pro Kapitel bereisen sie eine weitere der insgesamt fünf Provinzen des Landes, erledigen ihr Tagesgeschäft und stolpern dabei, mehr zufällig, über lokale Verschwörungen, die es aufzuklären gilt. Dabei stoßen sie auf weitere Charaktere, die sie jeweils für eine kurze Strecke ihres Weges, meistens bis zum Ende des aktuellen Kapitels, begleiten.
Ich muss gestehen dass das Spiel für mich, nach dem durchaus interessanten Anfang, nach dem ersten Kapitel in ein kleines Loch gefallen ist. Die Ereignisse waren zwar nett, aber auch nicht übermäßig interessant. Es gab aber zumindest immer kleine Häppchen für den allumspannenden Plot und es lieferte genügend Hinweise, um sich eigene Theorien zurechtzuspinnen. Gegen Ende dreht das Spiel aber noch mal, in einem ganz kurzen Spurt, auf.


https://abload.de/img/collage1hakot.png (https://abload.de/img/collage1sokjl.png)

Die Charaktere sind alle recht liebenswürdig - wenn auch klischeehaft - und das Skript nicht bierernst gehalten. Estelle wird als aufgeweckt und impulsiv, aber auch als leichter Dussel dargestellt und ihr muss anfangs viel erklärt werden. Damit stellt sie das Bindeglied zum Spieler dar, der sich in dieser unbekannten Welt erst zurechtfinden muss. Joshua hingegen ist der besonnene Stratege, der sich andererseits vor Verehrern nicht retten kann, unabhängig vom Geschlecht, Alter oder der Rasse (Miau). Scherazard ist einerseits eine gute Freundin, andererseits Femme fatale und Olivier… tja, der kann bestenfalls von Rionaldo aus Dragon Quest 11 getoppt werden. :D Das Spiel erinnert in dieser Hinsicht stark an die Lunar- oder Grandia-Reihe, was ich durchaus sympathisch finde. Besonders beeindruckend finde ich, dass die beiden Protagonisten ihren Widersachern nicht unterlegen- sondern durchaus gewachsen und in der Lage sind, ihre Taten zu durchkreuzen, obwohl sie selbst noch völlige Frischlinge am Anfang ihrer Karriere sind. Das legitimiert das Spiel dadurch, dass den beiden immer ein erfahrener Bracer zu Seite steht und sie dadurch Gegenspieler gegenübertreten können, die eigentlich in einer anderen Liga spielen. Ebenfalls ganz nett finde ich die kurzen Detektivpassagen in den ersten beiden Kapiteln. Weniger gelungen finde ich die oftmalige Dissonanz zwischen dem Gameplay und dem Geschichtsablauf. So bezwingt man z.B. im Kampf eine Truppe Antagonisten - die einzelnen Kontrahenten bleiben sogar für die Dauer des Kampfes auf dem Boden liegen, wenn sie geschlagen wurden - nur damit sie nach beendeter Auseinandersetzung trotzdem wieder, putzmunter, die Oberhand gewinnen.


Aus den moderneren Ys-Spielen oder auch aus Nayuta no Kiseki ist mir Falcoms Detailverliebtheit bezüglich einer lebendigen Spielwelt bekannt. Trails in the Sky stellt hier keine Ausnahme dar und treibt das Konzept sogar noch auf die Spitze. So besitzen 99% der NPCs einen eigenen Namen, eine eigene Persönlichkeit und durchleben im Laufe eines Kapitels eine kleine Geschichte. Und sei es nur etwas Banales wie ein Ehepaar, welches tagsüber Touristen durch die Stadt führt, sich abends in den heimischen vier Wänden vom Stress erholt und am Wochenende die Schulfeier ihres Sohnes besucht. Einige NPCs reisen sogar durch das Land, so dass man in den verschiedenen Städten immer wieder auf sie trifft. Durch regelmäßige Gespräche lässt sich auch ein Bild über die aktuelle Situation skizzieren. So kommentieren die Personen aktuelle Ereignisse und liefern Hinweise über das Verhalten von Offiziellen. Andererseits kann man, wenn man einen bestimmten NPC partout nicht findet, daraus ableiten, dass etwas nicht stimmt. Natürlich erhalten sie nach jedem kleinen Ereignis neue Dialoge, die ihre Geschichten weiterspinnen. Teilweise führt bereits ein kurzes Storygespräch dazu.
Zusätzlich werden die aktuellen bzw. Vergangenen Ereignisse in einer Zeitung festgehalten, von der man sich jeweils am Anfang und kurz vor Ende eines Kapitels eine neue Ausgabe kaufen kann. In der Kultursparte gibt es sogar Vorschauen auf Orte die man in Zukunft betreten kann. Zu guter Letzt erhält man von NPCs immer wieder Ausgaben eines Romans geschenkt, der eine ganz eigene Geschichte erzählt, ähnlich dem Roman in Wild ARMs 3. Sammelt man den gesamten Band, kann man sich später entweder für Estelle oder Joshua die besten Waffen ertauschen, wobei diese nur unwesentlich stärker sind als die besten regulären Waffen.


https://abload.de/img/collage2v5kf5.png (https://abload.de/img/collage250kan.png)

Das Spiel ist wie bereits erwähnt in Kapitel unterteilt und jedes Kapitel spielt in einer anderen Provinz. Eine Rückkehr zur Vorherigen ist nicht mehr möglich, man sollte sich also gut überlegen wann man die Story weiterführt. Wenn man sich die Zeit nimmt und nach jedem Ereignis alle NPCs anspricht, seien sie auch irgendwo im hintersten Winkel des aktuellen Spielareals versteckt, so muss man sich keine Sorgen machen etwas zu verpassen. Das setzt aber eine gewisse Disziplin und die Bereitschaft für langwieriges Backtracking und zum Lesen vieler Texte voraus. Da das bedeutet, dass sich die Spielzeit mitunter verdoppelt, kann ich verstehen wenn das nicht für jeden besonders ansprechend klingt. Ich persönlich fand es ganz interessant mit den Bewohnern von Liberl zu sprechen und es ist nie Langeweile aufgekommen. Lediglich das letzte Gebiet hat dann auch mich an den Rand des Belastbaren gebracht, da es hier seeehr viele NPCs und auch sehr viele kleine Storyfortschritte gibt, die die gesamten Dialoge aktualisieren.

Städte sind vergleichsweise umfangreich und es gibt eine Vielzahl betretbarer Gebäude, sowohl Geschäfte als auch ganz normale Wohnungen, um ein glaubwürdiges Stadtbild zu schaffen. Die Gebiete wie Städte und Dungeons sind über Verbindungsstraßen untereinander vernetzt, ähnlich wie in Secret of Mana. Eine Weltkarte oder eine Schnellreise gibt es leider nicht.

Auf den Verbindungsstraßen oder in Dungeons laufen die Gegner umher und verfolgen einen, wenn man in deren Sichtbereich gerät. Bei Berührung kommt es zum Kampf. Berührt man einen Gegner von hinten, erhält die Gruppe zusätzliche Züge, bevor die Gegner an der Reihe sind. Berührt einen hingegen ein Gegner von hinten oder von der Seite, so erhalten diese den Vorteil des ersten Zugs. Problematisch wird es dadurch, dass bereits die Berührung von Partymitgliedern, welch wie in einer Polonaise dem Anführer folgen, zum Kampf führt. Je länger diese ist, desto schwieriger gestaltet sich das Ausweichen. Glücklicherweise erhält man bereits kurz vor Ende des Prologs einen Quarz, der Gegner auf der Übersichtskarte sichtbar macht, so dass man rechtzeitig einen großen Bogen um sie machen kann. Etwa ein Kapitel später gibt es dann einen Quarz, wodurch Gegner einen nicht mehr aktiv verfolgen.


https://abload.de/img/collage3izj62.png (https://abload.de/img/collage3aak8i.png)

Das Kampfsystem kann man wohl am besten als eine Mischung zwischen Lunar und Final Fantasy 10 beschreiben. Aus Lunar stammt die Möglichkeit, sich frei in der Kampfarena zu bewegen, lediglich durch die eigene Bewegungsreichweite und die Reichweite der Waffe beschränkt. Allerdings wurde das System etwas aufgebohrt und die Arenen sind wesentlich größer als in Lunar. Zauber und Techniken können sich ebenfalls auf den Raum in Form von kreisrunden oder linienartigen Flächen auswirken. Aus Final Fantasy 10 stammt die grafische Darstellung der Zugreihenfolge und Aktionen, die unterschiedliche Geschwindigkeitswerte besitzen. So ist man z.B., wenn man sich einfach nur bewegt ohne einen Angriff auszuführen, schneller wieder am Zug. Andererseits benötigen Zauber eine gewisse Vorbereitungszeit, in der unter Umständen der Gegner agieren kann. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist, dass diversen Zügen unterschiedliche Effekte per Zufallsprinzip zugewiesen werden, z.B. kritische Treffer oder die Heilung von Lebenspunkten. Diese werden ebenfalls in der Zugleiste angezeigt und wenn man clever taktiert, kann man seine eigenen Charaktere so positionieren, dass sie den Gegnern positive Effekte stehlen. Das ganze ist aber ein zweischneidiges Schwert, da es genauso gut vorkommen kann, dass man aus Versehen den Gegnern einen positiven Effekt zuspielt, wenn man nicht genau aufpasst. Neben den Energy Points, die zum Wirken von Magie benötigt werden, gibt es ebenfalls noch die Craft Points. Diese laden sich beim Austeilen und Einstecken von Treffern auf und ermöglichen den Einsatz spezieller, physischer Techniken. Sammeln sich 100 dieser Punkte an, so hat man die Möglichkeit, besonders starke Skill-Crafts auszuführen, die dann aber auch sämtliche Punkte verbrauchen. Spart man auf das Maximum von 200 Punkten, erhalten sie sogar einen zusätzlichen Schadensbonus. Das Besondere an diesen Skill-Crafts ist, dass man sie jederzeit, also auch außerhalb der regulären Zugreihenfolge, aktivieren kann. Diese Prozedur nennt sich dann Skill-Break und lässt sich über einen simplen Knopfdruck ausführen. Allerdings hat man hier nur Zugriff auf eine vor dem Kampf festgelegte Skill-Craft-Technik und nicht auf das gesamte Repertoire.
Das Kampfsystem ist eigentlich ganz nett, auch wenn die Animationen einiger unterstützender Zauber vielleicht eine Ecke zu lang geraten sind. Was dem System aber ein Bisschen das Genick bricht, ist die meiner Meinung nach unverhältnismäßig hohe Rate an physischen Angriffen, die ihr Ziel verfehlen. Das kann schon mal absurde Ausmaße annehmen. Bei einem Bosskampf hatte ich z.B. den Gegner auf 12 HP heruntergeprügelt und er hat zur entscheidenden Attacke angesetzt. Kein Problem denke ich mir, drei meiner Partymitglieder sind noch vor ihm am Zug. Nun, wie man sich denken kann haben alle der Reihe nach ihre Angriffe versemmelt und der Boss startete seinen Gegenangriff, der einen meiner Charaktere sofort getötet hat (ein Tod halbiert übrigens, selbst bei einer Wiederbelebung, die erhaltenen Erfahrungspunkte). Diese mangelnde Planbarkeit hat mich des Öfteren frustriert aus Kämpfen zurückgelassen, da sich das durch das gesamte Spiel zieht und nicht nur in einigen wenigen Situationen passiert.
Was ich ebenfalls vermisst habe ist die Möglichkeit zur Verteidigung, wenn man einen sicheren Treffer erwartet.


https://abload.de/img/collage4pakia.png (https://abload.de/img/collage45mkc5.png)

Da es jederzeit möglich ist zu speichern, kann man dies nutzen um einen Rücksetzpunkt vor besonders starken Gegnern zu erstellen oder um bestimmte Gegner wie z.B. die Shining Poms solange durch Neuladen zu farmen, bis sie den gewünschten Gegenstand fallen lassen.

Das Magiesystem hat etwas Ähnlichkeit zu Final Fantasy 7. Jeder Charakter besitzt ein so genanntes Orbment, welches verschiedene Slots beinhaltet in die Sepith-Quarze, praktisch die Materia, eingesetzt werden können. Diese Quarze gehören zu unterschiedlichen Elementarkategorien und kommen mit passiven Fähigkeiten wie z.B. einem höheren Angriff oder einer schnelleren Geschwindigkeit daher. Der Clou daran ist aber, dass sie jeweils noch eine oder sogar mehrere Elementarwertigkeiten besitzen. Innerhalb des Orbments befinden sich die Slots auf diversen Linien. Die Wertigkeiten aller eingesetzten Quarze auf einer Linie werden aufaddiert und beim Erreichen bestimmter Vorgaben werden Zauber freigeschaltet. Dadurch ergeben sich recht komplexe Kombinationsmöglichkeiten. Theoretisch kann jeder Charakter jeden Zauber erhalten. Praktisch wird das aber dadurch eingeschränkt, dass verschiedne Orbments eine unterschiedliche Anzahl an Linien haben. Magier haben z.B. nur eine Linie, auf der recht hohe Werte erreicht- und damit besonders mächtige Zauber aktiviert werden können. Bei Kämpfern hingegen bestehen die Orbments aus vielen kurzen Linien, die lediglich für Grundzauber reichen. Außerdem sind manche Slots auf ein bestimmtes Element beschränkt, was die Vielfalt weiter reduziert. In diesen Fällen hätte ich mir gewünscht, dass es zumindest einen Bonus auf die entsprechende Elementwertigkeit gäbe. Außerdem hätte ich mir bei der Auflistung der Zauber eine übersichtlichere Darstellung gewünscht, da oftmals Zauber unterhalb des sichtbaren Bereichs hinzukommen oder entfallen, wenn man neue Quarze einsetzt bzw. austauscht, was man einfach nicht mitbekommt wenn man nicht ständig die Liste überprüft.

Nach Kämpfen erhält man kein Geld, sondern Sepith-Splitter unterschiedlicher Elemente, sowie Zutaten fürs Kochen. Die Sepith-Splitter können zum Freischalten von Orbment-Slots oder für die Herstellung von Quarzen eingesetzt werden. Sie können auch gegen Geld eingetauscht werden, wobei man sich das genau überlegen- und nur im Notfall davon Gebrauch machen sollte, da Quarze ziemlich teuer sein können. Ansonsten verdient man Geld hauptsächlich durch das Erledigen von Bracer-Aufträgen, die in ihrer Anzahl aber limitiert sind. Diese Beschränkung erinnert leicht an das "Taschengeldsystem" aus Final Fantasy 8, wenn auch nicht ganz so restriktiv. Da die erhaltenen Erfahrungspunkte, ähnlich wie in den Ys-Spielen, mit dem Level skalieren, erhält man recht bald im aktuellen Gebiet pro Gegner nur noch einen Punkt, wodurch ein Überleveln praktisch nicht möglich ist.

Die Übersetzung ist wirklich gelungen, auch wenn hier und da mal der ein oder andere Menütext über die Box hinausläuft oder doppelte Dialogboxen aufeinander folgen. Schmunzeln musste ich aber, als sich offenbar selbst die Übersetzer nicht über das Geschlecht von Elnan einig waren und ihn teilweise sowohl als "him" als auch als "her" bezeichneten. :D


https://abload.de/img/collage5kcj77.png (https://abload.de/img/collage5vokvu.png)


https://abload.de/img/treasure_talksxk82.gif


Musikalisch konnte mich das Spiel, im Gegensatz zu praktisch allen Ys-Spielen von Falcom, nicht sonderlich überzeugen. Das Meiste klingt nach Genrestandard und sticht kaum hervor. Gerade die diversen Kampfthemen finde ich sogar richtig schlecht, da komme ich mir immer vor als würde ich in einer Glücksspielhalle sitzen. Lediglich die hier aufgeführten Stücke konnten einen guten Eindruck hinterlassen.

How to Walk in Liberl

https://www.youtube.com/watch?v=WnlX39kvWwg

Defeat!!

https://www.youtube.com/watch?v=DkF1YfiWjeA

Peace Given by Darkness

https://www.youtube.com/watch?v=h1qD7Zp5XVE

Royal Castle

https://www.youtube.com/watch?v=fjNv1csojrc

Whereabouts of the Stars ~Full Version~

https://www.youtube.com/watch?v=4gYCrcAwgPo



Fazit
Trails in the Sky punktet bei mir hauptsächlich durch seine lockere Grundstimmung und sympathischen Charaktere der Marke Grandia oder Lunar. Auch die lebendige Welt mit ihrer Vielzahl an einzigartigen NPCs trägt stark zur Atmosphäre bei. Nach einem interessanten Start hat das Spiel in der Mittelphase allerdings einen Durchhänger und trumpft erst gegen Ende wieder auf, wenn es dann aber fast schon vorbei ist. Das Fertigkeiten- und Kampfsystem bietet interessante Mechaniken, die Ausführung von letzterem birgt aber, aufgrund der vielen Fehlschläge, ein gewisses Frustpotenzial.
Für mich stellt das Spiel einen soliden Start in die Serie dar, der - wenn er mich auch nicht völlig umgehauen hat - definitiv Lust auf mehr macht.



Wertung: ★★★☆☆ (3/5) "Positiv"


★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert




https://abload.de/img/pic_1750o1keg.png (https://abload.de/img/pic_1750o1keg.png)

► Zur Spieleübersicht

Sylverthas
22.03.2019, 16:43
Schön geschriebener Bericht :)


Wenn man sich die Zeit nimmt und nach jedem Ereignis alle NPCs anspricht, seien sie auch irgendwo im hintersten Winkel des aktuellen Spielareals versteckt, so muss man sich keine Sorgen machen etwas zu verpassen.
Liest sich ein wenig wie "wenn man mehrmals in jede Ecke schaut, dann wird man keine Items verpassen." *g*
Zugegeben, das Spiel hat wenige Rätsel oder *wirklich* versteckte Sachen. Die meisten versteckten Quests bekommt man, wenn man die Welt erkundet oder bei den Dialogen aufpasst (Reparatur in Zeiss z.B.). Zumindest, wenn man es immer *sofort* tut, denn was weiß man schon, wann die Entwickler es für sinnvoll befunden haben, ein Sidequest zu sperren. Gut, habe ja mehrfach erwähnt, wie ich dem gegenüberstehe, daher werd ichs hier nicht noch mal breittreten^^


Bei einem Bosskampf hatte ich z.B. den Gegner auf 12 HP heruntergeprügelt und er hat zur entscheidenden Attacke angesetzt. Kein Problem denke ich mir, drei meiner Partymitglieder sind noch vor ihm am Zug. Nun, wie man sich denken kann haben alle der Reihe nach ihre Angriffe versemmelt und der Boss startete seinen Gegenangriff, der einen meiner Charaktere sofort getötet hat
Dich muss der Zufall ja ganz schön gekriegt haben *g*
Dass man recht oft verfehlt ist mir zwar auch aufgefallen, aber habe hier überproportional viel mit Magie gekämpft. Schien mir in vielen Kämpfen auch die einzige gute Möglichkeit, ordentlich Schaden auszuteilen. Weiß nicht, ob es hier wesentliche Unterschiede in den höheren Schwierigkeitsgraden gibt, aber ich hatte schnell das Gefühl, dass normale Angriffe es im Vergleich zu Zaubern einfach nicht so bringen. Ein nicht zu verachtender Teil der Kohle ging daher auch für MP Items drauf *g*

Finds nebenbei auch interessant, dass es in gewisser Weise auch ein Softlimit für Geld gibt, weil man die richtig großen Mengen ja nur durch die Aufträge reinkriegt. Klar, man kann auch Sepith farmen und verkaufen, aber die braucht man ja in der Regel auch für... naja, Quartz halt^^
Hatte zwar selten Geldprobleme, aber ist zumindest ein theoretisch interessanter Ansatz, bei dem man ein klein wenig "Druck" bekommt, weil man nur bedingt beliebig viele Items kaufen kann.


Schmunzeln musste ich aber, als sich offenbar selbst die Übersetzer nicht über das Geschlecht von Elnan einig waren und ihn teilweise sowohl als "him" als auch als "her" bezeichneten. :D
Huh, das ist mir gar nicht aufgefallen. Entweder total übersehen, oder vielleicht wurde es in der PC Version gefixed? Auf jeden Fall ein witziger "Fehler" :D

Nayuta
23.03.2019, 10:29
Vielen Dank erst mal! :)


Liest sich ein wenig wie "wenn man mehrmals in jede Ecke schaut, dann wird man keine Items verpassen." *g*
Zugegeben, das Spiel hat wenige Rätsel oder *wirklich* versteckte Sachen. Die meisten versteckten Quests bekommt man, wenn man die Welt erkundet oder bei den Dialogen aufpasst (Reparatur in Zeiss z.B.). Zumindest, wenn man es immer *sofort* tut, denn was weiß man schon, wann die Entwickler es für sinnvoll befunden haben, ein Sidequest zu sperren. Gut, habe ja mehrfach erwähnt, wie ich dem gegenüberstehe, daher werd ichs hier nicht noch mal breittreten^^
Hey, man kommt da wenigstens durch akribisches Abgrasen des aktuellen Gebiets ran. Im Gegensatz zu manch anderem Spiel der Marke "Gehe mit Gegenstand (A) den du nur durch einen seltenen Drop von (B) erhältst zum Zeitpunkt (C) an Ort (D) und verweile dort für (E) Minuten um Gegenstand (F) zu erhalten, den du dann am Ende des Spiels gegen (G) eintauschen kannst, wenn du dazu wieder ganz an den Anfang des Spiels zu (H) gehst, welcher aber durch ein Monster versperrt wird, welches du nur nach 100 Stunden zusätzlichem Grinding besiegen kannst, um danach in ein hundertstöckiges Labyrinth zu gelangen in welches per Zufallsprinzip eine versteckte Wand ohne Hinweise generiert wird, hinter der schließlich (I) zu finden ist." ^^'

Ich persönlich sehe diese optionalen Dinge als Bonus für diejenigen an, die eben bereit dazu sind sich die Zeit zu nehmen um immer wieder mit allen NPCs zu sprechen. Und wenn man es so will sind sie auch eine Würdigung für die Autoren, indem die Entwickler den Spielern diese kleinen Anreize geben. Es sind ja jetzt auch keine storyrelevanten Dinge die man dadurch erhält sondern nur Kleinigkeiten. Den höchsten Junior-Bracerrang erhält man auch so, ohne die Punkte dieser optionalen Quests. Die Novelle ist nur eine separate Kurzgeschichte die mit der Haupthandlung nichts zu tun hat und die Waffe die man dadurch bekommt ist jetzt auch nicht so besonders.


Dich muss der Zufall ja ganz schön gekriegt haben *g*
Dass man recht oft verfehlt ist mir zwar auch aufgefallen, aber habe hier überproportional viel mit Magie gekämpft. Schien mir in vielen Kämpfen auch die einzige gute Möglichkeit, ordentlich Schaden auszuteilen. Weiß nicht, ob es hier wesentliche Unterschiede in den höheren Schwierigkeitsgraden gibt, aber ich hatte schnell das Gefühl, dass normale Angriffe es im Vergleich zu Zaubern einfach nicht so bringen. Ein nicht zu verachtender Teil der Kohle ging daher auch für MP Items drauf *g*
Ja, das Glück scheint mir in diesem Kampfsystem wirklich nicht hold zu sein... -.-
Im letzten Drittel habe ich auch verstärkt auf Magie gesetzt. Hauptsächlich Flächenzauber um die Gegnermassen schnell umzuhauen. In meiner Endparty waren dann Olivier und Kloe.

Sylverthas
25.03.2019, 21:58
Hey, man kommt da wenigstens durch akribisches Abgrasen des aktuellen Gebiets ran. Im Gegensatz zu manch anderem Spiel der Marke "Gehe mit Gegenstand (A) den du nur durch einen seltenen Drop von (B) erhältst zum Zeitpunkt (C) an Ort (D) und verweile dort für (E) Minuten um Gegenstand (F) zu erhalten, den du dann am Ende des Spiels gegen (G) eintauschen kannst, wenn du dazu wieder ganz an den Anfang des Spiels zu (H) gehst, welcher aber durch ein Monster versperrt wird, welches du nur nach 100 Stunden zusätzlichem Grinding besiegen kannst, um danach in ein hundertstöckiges Labyrinth zu gelangen in welches per Zufallsprinzip eine versteckte Wand ohne Hinweise generiert wird, hinter der schließlich (I) zu finden ist." ^^'

Ich persönlich sehe diese optionalen Dinge als Bonus für diejenigen an, die eben bereit dazu sind sich die Zeit zu nehmen um immer wieder mit allen NPCs zu sprechen. Und wenn man es so will sind sie auch eine Würdigung für die Autoren, indem die Entwickler den Spielern diese kleinen Anreize geben. Es sind ja jetzt auch keine storyrelevanten Dinge die man dadurch erhält sondern nur Kleinigkeiten. Den höchsten Junior-Bracerrang erhält man auch so, ohne die Punkte dieser optionalen Quests. Die Novelle ist nur eine separate Kurzgeschichte die mit der Haupthandlung nichts zu tun hat und die Waffe die man dadurch bekommt ist jetzt auch nicht so besonders.
Haha, ja - es ist sehr straight forward und es ist in dem Sinne nicht unbedingt ein Guide Spiel. Man muss halt wirklich immer alles untersuchen, da hast Du mit "Disziplin" schon Recht. Denn, wie gesagt: die Zeitfenster sind häufig pervers schmal, so kann man eine der Carnelia-Romane ja nur in der Nachtaktion finden, in einem Gebiet, was man normalerweise wohl nicht betreten würde.

Und Du hast Recht, dass es nicht nötig ist. Ich würde häufig sagen, dass einem Entwickler durch Nebenaufgaben und optionalen Kram zeigen, wie sie wollen, dass man das Spiel *wirklich* spielt. Da kann mans natürlich als Akt der Wertschätzung an die Schreiber sehen, dass die Entwickler hier tatsächlich die "Quatsche 100 Mal mit jedem"-Spielart forcieren möchten. Da aber hier so viel Gewäsch dabei ist, kommt das dann fast schon der Verschwendung der Zeit der Spieler gleich und kann daher für mich nicht die optimale Art sein, diese Games zu zocken.

Vielleicht wäre es besser, würden sich die Dialoge nicht so extrem häufig ändern, aber dafür substantielle? Ich meine, TitS räumt den meisten NPCs ja ohnehin schon längere Texte ein als die meisten J-RPGs (häufig kriegen die 1-2 Textboxen, hier meist 2-4). Glaube, wenn sich im Verlauf eines Kapitels die Texte sagen wir mal ~ 6 Mal ändern würden, und das dann schön "meaty" ist, dann würde sogar ich die Landstriche immer wieder abgrasen. Da gibts halt doch einen Sweetspot, und momentan erscheint es mir zu exzessiv. Da würde ich fast schon davon sprechen, dass hier auch die Schreiber irgendwie ihre Zeit verschwenden.

Nayuta
26.03.2019, 09:34
Haha, ja - es ist sehr straight forward und es ist in dem Sinne nicht unbedingt ein Guide Spiel. Man muss halt wirklich immer alles untersuchen, da hast Du mit "Disziplin" schon Recht. Denn, wie gesagt: die Zeitfenster sind häufig pervers schmal, so kann man eine der Carnelia-Romane ja nur in der Nachtaktion finden, in einem Gebiet, was man normalerweise wohl nicht betreten würde.
Gerade dadurch dass dieses Gebiet so stark eingeschränkt ist und man durch die Wachen geführt wird könnte ich mir vorstellen, dass dieser Band sogar der Meistgefundene ist, da man rein aus Neugier eher mal in den Flughafen reinschaut, als dass man "durch Zufall", wenn man zur richtigen Zeit mit dem richtigen NPC redet, eine Novelle geschenkt bekommt.^^

Nayuta
27.03.2019, 23:18
The Legend of Heroes: Trails in the Sky SC
~ Ersteindruck ~

https://up.picr.de/34547051us.png


Nachdem ich die ersten drei Kapitel beendet habe (Prolog bis Kapitel 2) wird es Zeit für ein kurzes Zwischenfazit.

Die Handlung von Second Chapter knüpft nahtlos an die Geschehnisse aus dem ersten Teil an und beginnt am Morgen danach. Da man seinen alten Spielstand importieren kann beginnt man mit den gleichen Leveln und Statuswerten wie zuvor. Allerdings verliert man seine Sammlung an Ausrüstung und die Orbments werden durch eine neuere, verbesserte Version ersetzt, was sie mit den alten Quarz inkompatibel macht. Ergo beginnt man auch hier bei Null. Die neuen Orbments haben nicht nur einen zusätzlichen Slot, sondern diese lassen sich auch verbessern, wodurch höherwertige Quarz eingesetzt werden können.

Nachdem man im Prolog in einem komplett neuen Gebiet unterwegs ist, kehrt man wieder in die bekannten Provinzen in Liberl zurück. Pro Kapitel ist man dabei, zumindest bis jetzt, auf ein Gebiet beschränkt. Bereits zu Beginn des ersten Kapitels muss man sich für einen von zwei Begleitern entscheiden. Das hat zur Folge, dass einige Szenen etwas anders ablaufen. Bei den meisten ändern sich aber lediglich die Dialoge geringfügig oder sind sogar exakt gleich, nur mit anderen Charakterbildern in den Textboxen. Auch die anderen Partymitglieder lassen sich nun in der Bracergilde auswechseln, was zu einer geringfügigen Varianz in bestimmten Szenen führt. NPCs erinnern sich an bereits erledigte Aufträge und erwähnen dies in einem kleinen Nebensatz. Die Kapitel selbst sind deutlich kürzer als noch im Vorgänger, was aber auch gut ist, da man sowieso durch dieselben, bereits bekannten Gebiete tingelt. Lediglich am Ende gibt es dann jeweils einen neuen Dungeon.

Etwas schade ist, dass viele Texte bei bereits geöffneten Schatztruhen gleich sind und nicht mehr eine so hohe Varianz wie beim Vorgänger vorhanden ist. Ob hier bereits im japanischen Original gespart wurde oder ob die Texte im Übersetzungschaos verschüttet wurden, kann ich nicht beurteilen. Jedoch lesen sich die Texte merklich holpriger als noch im Vorgänger und es sind mehr Rechtschreib- sowie Formatierungsfehler vorhanden. Witzig finde ich, wie Joshua am Ende des ersten Teils in einer Rückblende bei dem Jungen der aussieht wie Lorence den Namen "Loewe" erwähnt, am Ende des Prologs in Second Chapter selbiger, zuvor als Lorence bekannter Charakter den Namen "Loewe" in dessen Textbox trägt und am Ende des ersten Kapitels als Name in seiner Textbox dann aber plötzlich "Lorence?" angegeben wurde. Na wer könnte das wohl sein? :D

Wie bereits in First Chapter lässt sich auch hier in der Zeiss-Region vorzüglich grinden. Im ersten Teil waren es noch die heißen Quellen, die die Craft Points auf das Maximum gesetzt haben, wodurch man die benachbarten Shining Poms farmen konnte. Nun, die Poms laufen nun nicht mehr als eigenständige Instanz in der Gegend herum sondern tauchen zufällig bei anderen Gegnergruppen auf, was das Farmen erst einmal erschwert. Im Carnelia-Turm gibt es aber bestimmte, ballonartige Gegner, bei denen die Chance besteht, dass ganze sechs Shining Poms im Kampf auftauchen. Nun kommt das zweite Puzzlestück zum Zuge: steinharte Kekse. Diese Gegenstände, welche sich recht leicht zubereiten lassen, one-shotten einen Pom und treffen immer. Sie sind besser als S-Crafts. Somit ist es möglich, aus einem Kampf das Erfahrungsmaximum von 9999 Punkten herauszuholen. Das hat sogar einen ganz tollen Nebeneffekt; normalerweise skaliert die erhaltene Erfahrung ja mit dem aktuellen Level. Je höher der Level, desto weniger Erfahrung erhält man. Hier skaliert die Erfahrung also mit dem Level welches man zum Ende des Kampfes hat, für alle darüber hinaus erhaltenen Level bleibt die Skalierung aber gleich, man erhält daher effektiv viel mehr Erfahrung als wenn man nach jedem Kampf nur einen Levelaufstieg erhalten würde.
Anfangs musste ich schmunzeln, als mir das Spiel allen Ernstes Tita mit Level 40 in meine Level 53 Gruppe aufgezwungen hat. Nach einem Pom-Kampf und 11 Level später hatte sich das aber wieder relativiert.^^


Das Spiel gestaltet sich bisher recht gemächlich und unspannender als noch der Anfang des Vorgängers. Die Kapitel laufen ziemlich gleichförmig ab. Es gehen seltsame Dinge in der aktuellen Region vor sich, man untersucht mehrere Orte und stößt am Ende schließlich mit den Antagonisten zusammen. Diese Treffen bestehen aber lediglich aus einem kurzen Geplänkel mit anschließendem Bosskampf. Es bleibt abzuwarten wann die Geschichte wirklich an Fahrt aufnimmt.

Daen vom Clan
31.03.2019, 23:46
Ein super Bericht, vor allem weil ich mir diese Serie auch schon bald zu Gemüte führen werde! :)

Nayuta
01.04.2019, 22:30
Danke! :)

Ich muss dich aber vorwarnen, aufgrund der Levelskalierung lädt das Spiel nicht gerade zum Grinden ein, da man, wenn man regelmäßig kämpft, von Gegnern recht schnell nur noch einen einzigen Erfahrungspunkt erhält (kannst natürlich Shining Poms farmen, aber selbst die geben dann irgendwann nur noch einen Punkt wenn du den Bogen überspannst :D). Von den Sepith-Splittern bekommt man regulär auch genug, so dass sich das Farmen kaum lohnt.
Im (/In den) Spiel(-en) geht es hauptsächlich ums Lesen, weiß also nicht ob das auf dem Stepper auf Dauer wirklich das Wahre ist. Hm... wenn ich es so recht bedenke kann man doch grinden... man kann "NPCs grinden". :D





Ich nutze den Post mal für einen aktuellen Statusbericht.

Mich hat es total gewundert dass nach dem dritten Kapitel bereits der Discwechsel ansteht. Dabei hat man hier bestenfalls die Hälfte des Inhalts des Vorgängers hinter sich gebracht.
Also entweder fängt das Spiel jetzt erst so richtig, wartet mit haufenweise neuen Gebieten und Soundtracks auf und die Entwickler haben nur den ganzen bekannten Kram auf die erste Disc ausgelagert, oder sie haben lediglich aus dem Grund zwei Discs genommen, weil ein Video die Kapazität einer Disc nur um wenige Megabyte oder so überschritten hat und sie es nicht weiter komprimieren wollten. :D

Wer die Carnelia-Novelle aus dem ersten Teil verpasst hat kann diese hier übrigens in einer Bibliothek in voller Länge nachholen.



Das ganze, bereits im ersten Teil aufgebaute Putschkapitel wurde nun mit der Festnahme von Kanone und den restlichen Geheimdienstmitgliedern endgültig ad acta gelegt.

Offenbar können einige der Enforcer lebensechte Androiden kontrollieren. So ähnlich wie in der Novelle "The Doll Knight", nur das dort von Puppen gesprochen wird. Generell scheint in den Novellen doch ein Fünkchen mehr Wahrheit zu stecken und sie scheinen sich zumindest an reellen Gegebenheiten zu orientieren, wie eben den Androiden oder den, bisher noch nebulösen, 13 Factories. Eventuell wurden sie von einem Insider oder Aussteiger verfasst, der seine Erlebnisse darin verarbeitet.

Aufgrund der weit fortgeschrittenen Technik die Ouroboros einsetzt und aufgrund der Begrifflichkeiten denke ich, dass Ouroboros in irgendeiner Weise mit der Kirche in Zusammenhang steht, da diese bereits seit Jahrhunderten gefundene Artefakte verwaltet und wohl kaum in einem Safe verrotten lässt. Entweder handelt es sich um eine Bruderschaft innerhalb der Institution oder sie setzt sich in der Führungsetage zumindest aus ehemaligen Mitgliedern zusammen.

Es kristallisiert sich immer mehr heraus dass jedem Gruppenmitglied sein persönlicher Enforcer als Gegenspieler zugewiesen wird. Olivier vs. Bleublanc, Zane vs. Walter, Tita vs. Renne (wobei hier Estelle besser passen würde, immerhin zeigt Renne an ihr mehr Interesse, aber ich denke mal dass Estelle einem noch größeren Fisch gegenübergestellt wird) und bei Joshua wird es höchstwahrscheinlich Loewe sein.

Da es nun erst mal nach Bose geht wird der Fokus wohl auf Agate gesetzt werden...

Nayuta
11.04.2019, 21:14
https://up.picr.de/35490333tc.png

Irgendwie versucht dieses Spiel gerade das größte Arschloch der Welt zu sein. :D

Nicht nur darf ich erneut zu Fuß quer durch das ganze Land latschen, mir werden auch noch die besten Charaktere weggenommen und der verbliebene, traurige Rest muss einen Accessoire-Slot für Ausrüstung opfern, damit die Charaktere im Kampf überhaupt integrale Funktionen ausführen können. Da ich besagte Accessoires nach und nach abgeben muss, muss ich zuerst alle Regionen abgrasen und Bosse erledigen, ehe ich mit der Story weitermache, wenn ich in diesen Kämpfen nicht total untergehen will. Und zu allem Überfluss befindet sich nur jeweils eine Hälfte der Regionen auf einer Disc und für die andere muss ich (digitalen) Discjockey spielen.

Hach, dabei hatte die Handlung in den letzten beiden Kapiteln richtig an Fahrt aufgenommen und eine schöne Dramatik erzeugt, doch dann denken sich die Entwickler: "Nö, puh, das geht jetzt aber viel zu rasant vonstatten, davon bekommen wir und die Spieler noch einen Herzkasper. Wir brauchen dringend mehr Filler um wieder runterzukommen, davon hatte unser Spiel bisher sowieso viel zu wenig." ........ :rolleyes:

Zumindest gibt es ein Accessoire mit dem sich die Craft Points durchs Nichtstun (mit allen Charakteren im Kampf immer nur Move auswählen) automatisch aufladen und ich mir so, nach jedem Bosskampf, wieder recht schnell das Maximum holen kann, ehe es zum nächsten geht, um die weggefallenen Charaktere zumindest etwas auszugleichen.

Daen vom Clan
11.04.2019, 21:34
Spielspaßzerstöre-San strikes again!

Nayuta
18.04.2019, 11:17
Da ich kurz vorm Ende von SC stehe wollte ich mal ein paar Dinge bezüglich Trails in the Sky the 3rd in Erfahrung bringen.

Da das Spiel ein reiner Dungeon Crawler sein soll würde ich gerne wissen wie ich mir das vorstellen soll. Wenn ich das höre denke ich spontan sofort an den Altered Space, da sich dieser für so etwas wohl am sinnigsten eignen würde.

Bieten die Dungeons hier dann auch Puzzles oder interaktive Elemente oder sind sie, wie z.B. die Türme oder der Enddungeon in SC, reine Durchlaufkorridore mit generischer Copy & Paste Grafik mit jeweils einer anderen Farbe an den Tapeten und 1.000 Schatztruhen die mitten auf dem Gang stehen?

Gibt es da auch einige oder mehrere Städte (wie auch immer das zu realisieren wäre) oder hat man eine Art Basislager, so ähnlich wie in Ys 8? Gibt es dann auch weitere NPCs oder nur die Partycharaktere?

Und geht es in ähnliche Richtungen wie im Anfangs- und Endabschnitt von SC, wo man mit verschiedenen Charakterkonstellation herumspielen kann/muss? Also z.B. so etwas wie die Auswahl zwischen Scherazard oder Agate, wodurch sich einige Dialoge und Ereignisse etwas ändern oder so etwas wie der Schlusspurt, also der Kampf gegen die ganzen Enforcer, die jeweils auf ihren Gegenpart reagieren und nur dann deren Geschichte wirklich fortgeführt wird.

~Jack~
18.04.2019, 14:50
Bieten die Dungeons hier dann auch Puzzles oder interaktive Elemente oder sind sie, wie z.B. die Türme oder der Enddungeon in SC, reine Durchlaufkorridore mit generischer Copy & Paste Grafik mit jeweils einer anderen Farbe an den Tapeten und 1.000 Schatztruhen die mitten auf dem Gang stehen?
Copy & Paste trifft es ganz gut, nur dass ein Großteil aller Gebiete aus den Vorgängern recycelt wurde. Es gibt zwischendurch zwar auch komplett neue Orte, die sind vom Design her aber nicht sonderlich interessant. Das eine optionale Dungeon was es gibt ist in dieser Hinsicht allerdings noch schlimmer, da dort tatsächlich jeder Raum identisch ist. Einzig die Bosskammer sieht anders aus, wird dann aber auch für jeden Boss recycelt. Im Großen und Ganzen unterscheidet sich das Dungeon Design aber nicht so sehr von den Vorgängern. Der Fokus liegt stattdessen auf vielen herausfordernden Bosskämpfen, während ein Großteil der Story quasi optional ist. Sollte man als Fan der Reihe aber natürlich mitnehmen, da diese sowohl als Epilog zu den Ereignissen in Liberl fungiert, als auch als erweiterte Hintergrundgeschichte für so manche Charaktere.


Gibt es da auch einige oder mehrere Städte (wie auch immer das zu realisieren wäre) oder hat man eine Art Basislager, so ähnlich wie in Ys 8? Gibt es dann auch weitere NPCs oder nur die Partycharaktere? Und geht es in ähnliche Richtungen wie im Anfangs- und Endabschnitt von SC, wo man mit verschiedenen Charakterkonstellation herumspielen kann/muss?
Es gibt ein Basislager, ja. Und da versammeln sich im Laufe der Zeit bis zu 16 Charaktere die du schlussendlich auch allesamt benutzen musst (+ einem NPC der mir gerade einfällt). Und genau deswegen würde ich dir auch dazu raten vor dem finalen Dungeon nochmal alle ordentlich auszurüsten und diese eventuell sogar auf Level 141 zu bringen, wobei man das grinden auch danach noch erledigen kann. Das hab ich persönlich nämlich nicht gemacht, weswegen ich teilweise ganz schöne Probleme hatte. Ich hätte zwar einen Spielstand vor dem Dungeon laden können, aber ich wollte mir nicht nochmal die ganze Sequenz anschauen. Wobei das mit dem Turbo Modus den es mittlerweile gibt ja kein Problem gewesen wäre.

Und ja, die Gespräche können sich je nach Charakterkonstellation natürlich ändern.

Nayuta
18.04.2019, 22:34
OK, also ist es weniger ein neuer Dungeon als vielmehr bekannte Gebiete die als Dungeon zweckentfremdet oder zweit-(bzw. in diesem Fall eher dritt-)verwertet werden, wenn ich dich richtig verstehe.

Ich spiele mit dem Gedanken mich in dem Spiel völlig auf die Story zu konzentrieren und mit verschiedenen Charakterkonstellationen herumzuspielen und im Gegenzug den Schwierigkeitsgrad auf leicht zu stellen, um mir in diesem Vorhaben möglichst wenig Steine in den Weg zu legen. Vermutlich kann mann dann zwar gar nicht mehr von einem "Spiel" reden (die ersten vier Kapitel in SC habe ich mit Agate im Schnelldurchlauf auf leicht nachgeholt und dieser "Schwierigkeitsgrad" hält wirklich was er verspricht, die Gegner können da gar nichts mehr^^), habe aber keine Lust auf eine zweite Leonhardt-huiii-ich-mache-mal-eben-fünf-Klone-Situation (sprich, es gibt in den Sequenzen danach Unterschiede, je nach mitgenommenen Charakteren, die aber hinter einem ziemlich harten Boss versperrt sind, was manche Konstellationen enorm schwierig und zeitaufwändig macht).^^'

Narcissu
20.04.2019, 15:01
So kann man das Spiel gut spielen, denke ich. Allerdings fand ich den Schwierigkeitsgrad auch auf normal sehr moderat, von 1-2 Kämpfen abgesehen. Man kann das System relativ leicht exploiten, sobald man die Accessoires bekommt, die SP herstellen, wenn man angreift (oder Schaden erleidet). Damit kann man dann sehr oft S-Breaks einsetzen, was die meisten Bosskämpfe zu einem schnellen Prozess macht.

Das, was gern zum letzten Dungeon gesagt wird, kann ich nicht bestätigen. Es ist sehr ineffektiv, vor dem letzten Dungeon zu grinden, da man im Dungeon selbst sehr viel schneller grinden kann und selbst mit schwachen Charakteren sind die normalen Gegner kein Problem. Man kann die Charaktere dort innerhalb von wenigen Minuten sehr hoch aufleveln, vorheriges Grinding oder besondere Vorbereitungen sind imo nicht nötig, zumal der letzte Boss auch nicht allzu schwer ist. Auf Leicht noch weniger natürlich.

~Jack~
20.04.2019, 15:48
Das, was gern zum letzten Dungeon gesagt wird, kann ich nicht bestätigen. Es ist sehr ineffektiv, vor dem letzten Dungeon zu grinden, da man im Dungeon selbst sehr viel schneller grinden kann und selbst mit schwachen Charakteren sind die normalen Gegner kein Problem. Man kann die Charaktere dort innerhalb von wenigen Minuten sehr hoch aufleveln, vorheriges Grinding oder besondere Vorbereitungen sind imo nicht nötig, zumal der letzte Boss auch nicht allzu schwer ist. Auf Leicht noch weniger natürlich.
Dass man das Grinden danach noch erledigen kann, hatte ich ja erwähnt. Aber bei jedem Charakter die Ausrüstung auf den aktuellen Stand zu bringen wäre schon ganz nützlich, schon um das Leveln zu erleichtern. Bei mir fand ich manche Charaktere nämlich erstmal komplett nutzlos bis ich die wieder hochgelevelt hatte. Und beim Bosskampf hat sich eine meiner Gruppen beinahe selbst vernichtet hätte da sie keine Ausrüstung besaßen die sie vor Statusverändungen beschützt hätten. Was nicht so toll ist wenn mein bester Kämpfer verwirrt wird, dessen Angriffe ebenfalls Statusveränderungen hervorrufen. Ich habs zwar trotzdem noch geschafft, aber da zu sterben wäre nicht so toll gewesen. Erst recht da ich für diesen Bossmarathon circa 40 Minuten gebraucht habe.

Nayuta
20.04.2019, 20:47
Das mit dem Aufleveln ist das was ich meinte was ich mir dieses Mal ersparen möchte. Ausrüstung kann man ja meistens zwischen den Charakteren wechseln, gleiches gilt für die Quarze, welche man zumindest bei den meisten Charakteren so anordnen kann, dass man die wichtigsten Supportzauber erhält. Bei den Angriffszaubern nehme ich sowieso meist die Niedrigstufigsten oder die mit der höchsten Reichweite. Alle anderen lohnen sich nicht, da deren zusätzlicher Schaden in Relation zur EP-Anforderung oder zur Ausführungszeit einfach zu schlecht ist.
Problematischer sind eher die Grundwerte für Angriff und Magie. Bis ein gewisser Grenzwert überschritten ist machen zu niedrige Werte einfach gar keinen Schaden. Auch der Geschwindigkeitswert ist bei den niedrigleveligen Charakteren meist so bescheiden, dass selbst ein Clockup EX nicht wirklich viel hilft und diese Charaktere mit ihren Aktionen immer einen Tick zu spät dran sind.

Habe Second Chapter jetzt durch und mal nachgeschaut ob es im Enddungeon überhaupt Shining Poms gibt. Ja die gibt es tatsächlich, ich bin ihnen aber kein einziges Mal begegnet, obwohl ich recht viel gekämpft und jede Gegnergruppe mindestens einmal mitgenommen habe. In den tetrazyklischen Türmen hingegen sind sie mir ständig im Sechserpack über den Weg gelaufen und sobald ich einmal von ihrer Existenz wusste, habe ich sie auch zum Powerleveln missbraucht.

Nayuta
23.04.2019, 22:08
https://abload.de/img/pic_0976uwjf7.png (https://abload.de/img/pic_0976uwjf7.png)








The Legend of Heroes: Trails in the Sky SC

https://abload.de/img/pic_0179g6jsd.png (https://abload.de/img/pic_0179g6jsd.png)



Challenge #:
06


System:
Playstation Portable (EUR)


Version:
1.00


Anime:
The Legend of Heroes: Trails in The Sky The Animation (OVA)



https://up.picr.de/31412164zw.png





► Zum Ersteindruck


Das Spiel
Alan Richards Putschversuch wurde vereitelt, doch noch ehe Estelle und Joshua ihren Triumph voll auskosten können, gibt Professor Alba, der sich als Georg Weissmann - einem Anführer der Terrorgruppe Ouroboros - zu erkennen gibt, Joshua seine unterdrückten Erinnerungen zurück. Es stellt sich heraus, dass er die ganze Zeit unterbewusst als Doppelagent für die Organisation gearbeitet- und heimlich Informationen weitergeleitet hat. Voller Reue und Wut, aber auch um Estelle nicht weiter in Gefahr zu bringen, taucht er unter um sich der Organisation alleine entgegenzustellen.
Anfangs versucht Estelle diese Tatsache noch zu leugnen und klammert sich an der Hoffnung fest, Joshua würde zuhause auf sie warten. Doch dort angekommen muss sie der Realität ins Auge sehen; Joshua ist fort und kommt wohl nie wieder zurück. Völlig am Ende mit ihren Nerven findet sie Trost durch den Priester Kevin Graham, ihrem Vater und Scherazard, die sie dazu ermutigen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und nach ihm zu suchen. Da Estelle dadurch zwangsläufig mit Ouroboros zusammenstoßen wird, empfiehlt ihr Cassius ein mehrwöchiges Training in einem Bracer-Bootcamp in La Locle im Staat Leman, wo sie im Überlebenstraining und den wichtigsten Grundlagen in der Terrorbekämpfung geschult wird.
Nun stellt sich aber die Frage, wie Joshua, ein Meister in verdeckten Operationen, zu finden ist. Dieses Problem wird ganz pragmatisch angegangen; zusammen mit einem Partner streift Estelle erneut durch Liberl um verdächtige Aktivitäten zu untersuchen, die wohlmöglich im Zusammenhang mit Ouroboros stehen könnten. Früher oder später werden sich die Wege der beiden dann zwangsläufig kreuzen.


https://abload.de/img/collagebyj7p.png (https://abload.de/img/collagebyj7p.png)


Und so beginnt das Abenteuer mit der Ausbildung im neuen Spielabschnitt La Locle. Dieser ist recht klein gehalten und obwohl es eine Karte gibt, auf der eine Verbindungsstraße eingezeichnet ist, kann man die entsprechenden Abschnitte nur über ein Menü anwählen. Danach führt die Reise wieder durch alle bereits bekannten Provinzen Liberls, in denen man auch erst einmal festsitzt, allerdings in einer leicht abgeänderten Reihenfolge. Nach dem Prolog wählt man seinen Partner zwischen Scherazard und Agate aus, der Estelle die ersten drei Kapitel über fest an ihrer Seite begleitet. Je nach Auswahl verlaufen eine handvoll Gespräche etwas anders, obwohl sie inhaltlich mehr oder weniger gleich bleiben. So kann es z.B. sein dass Scherazard ihr Gegenüber mit ihren Reizen überzeugt, während Agate auf Gewalt(-androhung) setzt. Bei den meisten Gesprächen wird allerdings exakt das gleiche gesagt, nur jeweils im Jargon des entsprechenden Charakters.
Zusätzlich können andere Mitglieder nun schon zu Beginn, sofern verfügbar, variabel in die Party aufgenommen werden. Diejenigen, die auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen, verweilen dabei in der jeweiligen Zweigstelle der Bracer-Gilde. Da sich bei der Erkundung, dem Erledigen von Quests und dem Vorantreiben der Story dadurch eine variable Zusammensetzung der Party ergibt, gibt es auch hier wieder Variationen in den Gesprächen. Kennen die NPCs ein Mitglied aus der Party, so reden sie dieses gezielt an. Nimmt man in Zeiss z.B. Tita mit, so halten die NPCs mit ihr ein kleines Schwätzchen, ansonsten entfallen diese Zusatzdialoge. Gegen Ende geht das sogar so weit, dass ganze Hindergrundgeschichten nur dann offenbart werden, wenn man die richtigen Charaktere zur richtigen Zeit mitnimmt. Aber keine Sorge, das Spiel markiert diese Stellen recht deutlich. Trotzdem wird in den meisten Situationen deutlich, dass gerade die optionalen, nicht von der Handlung diktierten Charaktere eher wie Anhängsel wirken, die ihren generischen Standardsatz herunterrattern und ansonsten nicht viel zur Situation beitragen. Gerade wenn man die gleichen Situationen mit unterschiedlichen Konstellationen spielt merkt man, wie generisch manche davon doch gehalten sind. Hier hätte ich es besser gefunden wenn einfach alle Charaktere immer dabei wären und sich organischer in die Szenen integrieren würden.
Trotzdem muss ich sagen dass die Dialoge meistens ein recht hohes Niveau haben und vor allem durch ihre Komik, manchmal aber auch durch ihre Dramatik, glänzen. Gerade Estelle ist ein wahnsinnig sympathischer Charakter und fügt sich locker in die Reihe der besten RPG-Protagonisten ein... wenn sie sich nicht gar an die Spitze setzt!

Die Geschichte an sich ist echt gut und hat einige Momente, verläuft über weite Strecken aber auch recht gleichförmig und vorhersehbar. So untersucht man die ersten fünf Kapitel über die Aktivitäten der Organisation in jeweils einer der bekannten Provinzen, ehe das Spiel diese Masche etwas aufbricht. Dabei stellen sich der Truppe die durchnummerierten Widersacher von Ouroboros in den Weg, die teilweise Hintergründe mit bestimmten Partycharakteren teilen. Selbstverständlich scheinen diese anfangs schier unbesiegbar und spielen nur mit der Party, bis man sie am Ende schließlich doch bezwingt. Doch gerade wenn die Story einen Höhepunkt erreicht, muss man plötzlich wieder zu Fuß und ohne Teleportmöglichkeit durch ganz Liberl reisen. Wahnwitziger noch, obwohl der Truppe praktisch ein Zeitlimit im Nacken sitzt, fragen sie an jeder Station schön brav nach, ob sie noch irgendwelche Dinge erledigen können, wenn sie doch schon mal in der Nähe sind. Ich verstehe schon dass man hier noch einmal die Verbundenheit mit dem Land und den Leuten hervorheben und festigen wollte, ehe es zum großen Finale geht, aber dramaturgisch ist diese Stelle ein Griff ins Klo, gerade weil der Grund für diese Reise so banal ist und von einer anderen Gruppe sogar Off-Screen durchgeführt wird.

Generell sind die einzelnen Kapitel und damit die Gegenden in denen man sich aufhält kürzer als im Vorgänger, was auch gut ist, da man die Orte ja bereits kennt und der Faden der Wiederverwertung somit nicht allzu sehr überspannt wird - mal von achten Kapitel ausgenommen. Dafür gibt es mehr Kapitel, das Spiel ist ungefähr um ein Drittel länger als der Vorgänger. Allerdings lädt es auch zum Experimentieren mit der Charakterkonstellation ein, wodurch man manche Situationen mehrfach durch Neuladen spielt, was zeitlich dann nicht aufgezeichnet wird. Spielt man die ersten drei Kapitel mit einem anderen Partner erneut, so ist die Spielzeit insgesamt um ungefähr die Hälfte länger. In den ersten fünf Kapiteln gibt es pro Region jeweils einen neuen, spielbaren Abschnitt. Bis auf Leiston Fortress werden praktisch alle Gebiete des Vorgängers wiederverwertet, wobei viele Dungeons rein optional sind und für Nebenquests herhalten. Lediglich in den nachfolgenden Kapiteln und im Prolog ist man in komplett neuen Gebieten unterwegs.



https://abload.de/img/animation9hkr3.gif (https://abload.de/img/animation9hkr3.gif) https://abload.de/img/animation2ikfq.gif (https://abload.de/img/animation2ikfq.gif)

https://abload.de/img/animation45jkc.gif (https://abload.de/img/animation45jkc.gif) https://abload.de/img/animationqcj7n.gif (https://abload.de/img/animationqcj7n.gif)


Im Vergleich zu First Chapter sind einige NPCs mehr hinzugekommen, allerdings hat sich Falcom bei den meisten die Mühe gespart, diesen eigene Namen zu geben. Ansonsten werden die Geschichten der bekannten NPCs fortgeführt, wie z.B. das Liebespaar, der Schatzsucher, der unglücklich verliebte Glücksritter, das Ehepaar mit Eheproblemen oder der vom Pech verfolgte Luftschiffenthusiast. Zudem frage ich mich, ob man die erebonischen NPCs in Cold Steel wohl wieder antreffen wird, wie einige der Händler oder die Schülerin, für die eine Ehe arrangiert wurde. Die NPCs für die man im Vorgänger Nebenquests erledigt hat reagieren darauf und erwähnen das in einem kurzen Nebensatz. Das ist ganz nett, ich hätte aber etwas mehr erwartet.

Spielerisch hat sich gegenüber dem Vorgänger wenig getan. Wie bereits erwähnt kann man sich nun seine Party selbst zusammenstellen, im Vorgänger war dies nur im letzten Dungeon möglich. Mit vierzehn spielbaren Charakteren fällt die Auswahl durchaus beachtlich aus. Allerdings sind nicht immer alle verfügbar. Einige schließen sich nur für einen kurzen Abschnitt oder einen Kampf an, andere tauchen sporadisch immer wieder auf. Charaktere die im Kampf als unkontrollierbare NPCs agieren zähle ich hierbei nicht mit. Da der Charakterwechsel aber nur an bestimmten Stellen möglich ist, macht das gerade deren Management unnötig kompliziert. Will man ihnen neue Ausrüstung besorgen, so muss man entweder vorplanen oder immer wieder zwischen Basis und Geschäft pendeln. Auch beim Wechsel von Ausrüstung zwischen Charakteren muss man diese immer wieder in die Party hinein- und anschließend wieder herausnehmen. Dass man oftmals nur zwei oder gar nur einen Charakter frei wählen darf, macht die Sache noch mühseliger. Besonders der Enddungeon stellt die Geduld hier auf die Probe, da man für einige Bosskämpfe bestimmte Charaktere dabei haben sollte, um deren Hintergrundgeschichten voranzutreiben. Dabei gilt es nicht nur einen sehr weiten Weg bis zur Basis zurückzulegen - jeweils hin und zurück - dieser wird auch noch von zahlreichen Animationen wie Aufzügen etc. in die Länge gezogen. Im Dungeon selbst wird der Teleport zum aktuellen Stockwerk auch erst nach dem entsprechenden Bosskampf freigeschaltet, so dass man mit der neu zusammengestellten Truppe immer durch den entsprechenden Abschnitt laufen muss.

Man tauscht seine bewährten Orbments durch eine neue, verbesserte Generation aus, deren erforderliche Quarze mit denen der Vorgängerversion inkompatibel sind. Spielerisch bedeutet das, dass man wieder von Null anfängt. Dafür können die Slots dieser Orbments gleich mehrfach verbessert werden, was die Anzahl der Energy Points weiter erhöht. Außerdem hat jedes einen zusätzlichen, achten Slot. Die Zauber wurden ebenfalls verbessert, so heilt ein Tear nun nicht mehr nur 200 sondern gleich 1.000 HP. Das ist auch nötig, da man mit dem Level mit denen man den Vorgänger abgeschlossen hat startet, sofern man seinen Spielstand importiert. Ansonsten beginnt man mit Level 35. Leider wird keine der sonstigen Ausrüstung übernommen.



https://abload.de/img/animationm2k5i.gif (https://abload.de/img/animationm2k5i.gif) https://abload.de/img/animationb2k9t.gif (https://abload.de/img/animationb2k9t.gif)

https://abload.de/img/animationeij2z.gif (https://abload.de/img/animationeij2z.gif) https://abload.de/img/animatione4jya.gif (https://abload.de/img/animatione4jya.gif)


Im Kampfsystem sind nun die so genannten Chain-Crafts hinzugekommen. Das sind Kettenkombos die mit bis zu vier Charakteren ausgeführt werden können. Lediglich der Charakter der die Kombo startet muss dabei am Zug sein, die anderen werden außerhalb ihrer Reihenfolge hinzugeholt. Jeder zusätzliche in die Kombo aufgenommene Charakter verbraucht dabei aber mehr Craft Points. Besonders effektiv sind diese in Runden in denen man kritische Treffer erhält. Leider wird zur Berechnung des Schadens der physische Angriff verwendet, was Magier in der Kombo so gut wie nutzlos macht. Am effektivsten fand ich die Chain-Crafts noch in der ersten Hälfte des Spiels. Danach kommt man mit Skill-Crafts und Magie meist besser voran. Etwas was auch für den Vorgänger gilt, ich dort aber versäumt habe zu erwähnen ist, dass ich es schade finde, dass höherwertige Zauber nur dann interessant sind, wenn sie die Reichweite erhöhen. Deren zusätzlicher Schaden fällt ansonsten so marginal aus, dass sie sich aufgrund des höheren Energy-Point-Verbrauchs und der längeren Ausführungszeit nicht lohnen. Ausgenommen davon sind Heilzauber. Das Limit an Sepith, welches man am Ende des Kampfes erhält, wurde nun von 70 auf 140 erhöht. Dadurch schwimmt man die meiste Zeit über darin und kann auch schon mal welches verkaufen, um an zusätzliche Geldmittel zu gelangen. Leider kann die Siegesanimationen am Kampfende nicht mehr abgebrochen werden.

Neben den Braceraufträgen, die schon mal in kleine Minigeschichten ausarten, erhält man durch den Dialog mit NPCs auch immer wieder Teile einer neuen Novelle. Eine weitere- und sogar die altbekannte Carnelia-Novelle aus dem Vorgänger können in diversen Bibliotheken am Stück gelesen werden. Selbstverständlich gibt es wieder die Liberl News, in der man, wie in einer Synopsis, die vergangenen Ereignisse komprimiert und schön aufbereitet nachlesen kann. Daneben gibt es noch weitere Nebenbeschäftigungen wie ein Kasino mit diversen Minispielen oder das Angeln. Estelle frönt ihrem Hobby dabei bedingungslos, selbst wenn das bedeutet dass sie ihren Fang aus der Kloake fischt. :D
Außerdem kann man wieder Rezepte für diverse Gerichte finden. Neu hinzugekommen sind Gerichte wie steinharte Plätzchen, mittels denen man Gegnern Schaden zufügen kann. Diese haben eine hundertprozentige Treffsicherheit und verursachen hohen Schaden, was bedeutet, dass man damit sehr gut Shining Poms farmen kann. Auch den ein oder anderen unfairen Boss kann man damit auf seine eigene "Teeparty" einladen (ja ich schaue dich an, Mr. 2-Löwen-Plus-5-Klone-Leonhardt >.>').

Musikalisch hat mich auch dieser Teil nicht vom Hocker gehauen. Der Großteil des Soundtracks entspricht dem Vorgänger. Beim Kampfthema hat man es sogar geschafft, das vorherige noch zu unterbieten. Das gute Oberweltthema wurde leider durch langweiliges Gedudel ersetzt. Dafür gibt es einige Bossmusiken und das zweite Kampfthema, welches aber nur während zwei Kapiteln gespielt wird, welche recht ordentlich sind.

Die Playstation Portalbe Version wird auf zwei Discs (bzw. Disc-Images, da das Spiel im Westen nur digital erhältlich ist) ausgeliefert. Da sich nur jeweils eine Hälfte der Gebiete auf einer Disc befindet bedeutet dies, dass es in Kapitel 8, in dem man sich frei im Land bewegen kann, mehrfach zum Discwechsel kommt. Verschlimmert wird das dadurch, dass man in besagtem Kapitel zuerst alle Nebenquests erledigen sollte, ehe man mit der Story voranschreitet, da man ansonsten enorme Probleme in Kämpfen bekommen wird. Man muss das Land daher mindestens zweimal umrunden.



https://abload.de/img/animation72j5d.gif (https://abload.de/img/animation72j5d.gif) https://abload.de/img/animationrvjot.gif (https://abload.de/img/animationrvjot.gif)

https://abload.de/img/animationdakw5.gif (https://abload.de/img/animationdakw5.gif) https://abload.de/img/animatione8k37.gif (https://abload.de/img/animatione8k37.gif)





https://abload.de/img/animationzhk76.gif



Der Anime
In der zweiteiligen Direct-To-Video-Serie The Legend of Heroes: Trails in The Sky The Animation wird die Geschichte von Second Chapter erzählt. Allerdings nicht in voller Länge sondern nur etwa bis zur Hälfte, also dem Ende von Kapitel 6 und somit der Wiedervereinigung von Estelle und Joshua. Wenn man denn überhaupt davon sprechen kann, denn wirkt die Serie anfangs noch wie ein Schnelldurchlauf bekannter Szenen, weicht sie recht früh vom Spiel ab, interpretiert Ereignisse neu und vermischt diese sogar mit Szenen die erst ganz am Ende des Spiels stattfinden. Die Schauplätze aus dem Spiel wurden fast 1:1 übernommen, was für einen schönen Wiedererkennungswert sorgt und der Humor wurde gut übertragen.
Trotzdem weiß ich nicht ganz für wen dieser Anime gedacht ist. Als Werbematerial für neue Spieler beinhaltet er zu viele Spoiler. Als Zusammenfassung für Kenner des Spiels taugt er aufgrund der Neuinterpretationen recht wenig. Und eigenständig funktioniert er nicht, da er mitten im Geschehen nach Teil 1 anfängt und die Geschichte mitten drin abbricht. Wenn ich mir die Veröffentlichungsdaten ansehe könnte ich mir höchstens vorstellen, dass er sich als Werbemaßnahme für die Veröffentlichung der Playstation 3 Fassungen an Fans der Serie richtet.
Jedenfalls muss man diesen Anime nicht gesehen haben, es sei denn man ist auf Entzug und möchte sich seine homöopathisch Dosis Trails in the Sky abholen.



https://abload.de/img/collage_sv1jr7.png (https://abload.de/img/collage7mja3.png)




Fazit
Trails in the Sky: Second Chapter besticht wie der Vorgänger durch seine lebendige Welt, liebenswürdige Charaktere und ein lockeres Skript. Gerade Estelle ist für mich einer der besten- wenn nicht sogar der beste RPG-Protagonist. Aber auch Olivier weiß immer wieder durch seine eigensinnige Art zu gefallen. Im Gegensatz zum Vorgänger nimmt hier die Story auch endlich an Fahrt auf und kann diese Geschwindigkeit halten, ohne dass das Spiel gleich wieder zu Ende ist. Leider ist sie gerade zu Beginn für lange Strecken ziemlich gleichförmig und kurz vor dem eigentlichen Finale wartet noch mal ein herbes Schlagloch. Außerdem ist sie oft ziemlich vorhersehbar und klischeehaft, überzeugt aber trotzdem sowohl mit lockeren als auch mit intensiven Szenen. Alles in allem eine ordentliche Steigerung im Vergleich zum Vorgänger.
(Hinweis: die Wertung bezieht sich ausschließlich auf das Spiel)



Wertung: ★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv"


★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert




https://abload.de/img/pic_14178fkch.png (https://abload.de/img/pic_14178fkch.png)

► Zur Spieleübersicht

Nayuta
03.05.2019, 23:34
The Legend of Heroes: Trails in the Sky the 3rd
~ Ersteindruck ~

https://up.picr.de/35598339ln.png


So, ich habe nun die ersten drei Kapitel des Spiels beendet und noch ein wenig weitergespielt, daher gebe ich mal einen kurzen Ersteindruck ab.

Trails in the Sky the 3rd spielt sich bisher deutlich zügiger als seine beiden Vorgänger. Das liegt hauptsächlich daran, dass man die meiste Zeit durch recht lineare Dungeons läuft (selbst wenn sie etwas verzweigter sind öffnen sich die Wege erst nachdem man bestimmte Bedingungen erfüllt hat) und bis auf die Partycharaktere die man einsammelt keine weiteren NPCs vorhanden sind. Wobei das nur die halbe Wahrheit ist, aber dazu gleich mehr.

Eine Story ist bisher kaum vorhanden und das spärliche Bisschen was bisher bekannt ist wirkt recht hanebüchen. Wenn das Konzept von Parallelwelten im Vorgänger nicht eingeführt worden wäre würde ich annehmen, es handle sich hier lediglich um einen Traum oder gar um eine Virtuelle Realität, was zumindest in den Aufzeichnungen der Zemurier in Second Chapter bereits Erwähnung fand. Es würde mich auch nicht weiter wundern wenn sich herausstellt, dass alles nur eine Simulation von Ouroboros wäre und alle Charaktere nur fiktive Kopien wären. Und der Ritter mit der Maske sieht ja mal so was von offensichtlich verdächtig nach Leonhardt/Löwe aus. :D

Bisher scheint sie eher ein Grundgerüst für die ganzen Nebengeschichten in den Erinnerungen zu sein. Diese sind wohl auch der eigentliche Star des Spiels, denn anhand der Karte ist zu erkennen dass es davon ziemlich viele gibt. Einige laufen automatisch in der Spielgrafik ab und man liest nur mit, andere sind eher im Visual Novel-Stil mit Standbildern gehalten und in wiederum anderen darf man sich sogar aktiv bewegen. In diesen kann man dann auch mit NPCs interagieren, man muss also nicht komplett auf sie verzichten. Diese spielbaren Sequenzen können sogar recht lange dauern, je nachdem wie intensiv man sich mit den NPCs beschäftigt, da es Ereignisse gibt wodurch sie neue Dialoge erhalten. Es war auch eine Szene enthalten die ich mir eher als Epilog in Second Chapter gewünscht hätte (die Siegesfeier im Schloss). Ich hatte mich dort bereits mental auf einen ausschweifenden Epilog wie in First Chapter gefasst gemacht und war dann doch leicht enttäuscht, als das Spiel nach dem Endboss recht schnell zu Ende war.
Schade finde ich, dass diese Sequenzen bisher keinerlei Auswirkung auf die Haupthandlung haben. Die entsprechenden Charaktere gehen alleine durch die jeweiligen Türen und danach wird darauf keinerlei Bezug genommen. Inhaltlich sind sie aber echt gut und ich habe schon richtig Mitleid mit Agate, den im zweiten Teil von Titas Geschichte wohl ein grauenhaftes Schicksal erwartet. :D

In den einzelnen Kapiteln arbeitet man sich durch jeweils eine Ebene des Dungeons und sammelt dabei nach und nach weitere Partycharaktere ein, die man aus Kristallen befreit. Es gab nun auch schon einen Dungeonabschnitt in dem man zwei Gruppen bilden und unterschiedliche Routen einschlagen musste. Leider ist jede Party isoliert von der anderen ihren Pfad abgelaufen, ohne dass es dabei Interaktionen gegeben hätte, die der jeweils anderen Party das Weiterkommen ermöglicht hätten. Hier wurde klar Potenzial verschenkt, wobei das Spiel wohl noch mindestens eine weitere Chance dazu hat, denn wenn ich Jack richtig verstanden habe dürfte es spätestens im Enddungeon zu einer ähnlichen Situation kommen.
Leider sind die anderen Abschnitte auch nicht besser. Entweder durchstreift man optisch recht generisch wirkende, neue Gebiete oder bereits bekannte und als Dungeons zweckentfremdete Orte. Diese extreme Wiederverwertung innerhalb der Serie ist mittlerweile recht ermüdend und daher bin ich über die Möglichkeit des Turbomodus recht froh, um die Dungeonabschnitte schnell hinter mich zu bringen und mich nicht länger als nötig damit aufhalten zu müssen (Sylverthas darf mich nun gerne und zurecht dafür kritisieren^^'). Dasselbe gilt für die Kämpfe, die hier aber noch mit neuen, unnötigen Zugeffekten wie Unverwundbarkeit, Soforttod oder dass Charaktere für eine gewisse Anzahl an Zügen aus dem Kampf verschwinden, nerven.

Hm was gibt es sonst noch zu erwähnen? Ach ja, das "Mysterium" um die Carnelia-Novelle wurde nun gelüftet. Wie ich bereits zuvor schon vermutete scheinen diese auf wahren Geschichten zu basieren. Bin schon mal gespannt was es sonst noch an Überraschungen gibt. :)


Zusammengefasst kann ich also erst mal festhalten, dass ich die Handlung noch recht oberflächlich und das Gameplay bzw. die Welt langsam echt ermüdend finde, die Kurzgeschichten und die Charaktere aber ziemlich gut sind und mich bisher am Ball halten.

Sylverthas
05.05.2019, 16:57
Lese Deine Eindrücke echt gerne, vor allem zu den beiden Teilen, zu denen ich mich derzeit nicht bringen kann sie zu spielen. Respekt vor allem, dass Du sogar mehrmalige Durchgänge vom gleichen Spiel machst, um alles zu sehen O_O

Da mich Spoiler häufig kaltlassen habe ich natürlich auf die Box geklickt, und als ich "Wenn das Konzept von Parallelwelten im Vorgänger nicht eingeführt worden wäre [...]" gelesen habe, ist mir ein wenig die Kinnlade runtergeklappt. Ist das ernstgemeint? Vor allem: ist das ein größerer Plotpunkt, der vielleicht Auswirkungen auf spätere Teile haben könnte, oder nur etwas "kleines"?

Nayuta
06.05.2019, 22:57
Lese Deine Eindrücke echt gerne, vor allem zu den beiden Teilen, zu denen ich mich derzeit nicht bringen kann sie zu spielen. Respekt vor allem, dass Du sogar mehrmalige Durchgänge vom gleichen Spiel machst, um alles zu sehen O_O
Mehrmalige Durchgänge kann man das nicht wirklich nennen. Es sind eher bestimmte Abschnitte die ich mehrfach spiele, im zweiten Teil waren das die ersten vier Kapitel, einige Ereignisse die man mit bestimmten Charakterkonstellationen angehen kann und einige der letzten Bosskämpfe. In Teil 3 sind das bisher hauptsächlich die Konversationen der Partymitglieder in der Basis, die sich je nach Zusammenstellung der Party ändern können.



Da mich Spoiler häufig kaltlassen habe ich natürlich auf die Box geklickt, und als ich "Wenn das Konzept von Parallelwelten im Vorgänger nicht eingeführt worden wäre [...]" gelesen habe, ist mir ein wenig die Kinnlade runtergeklappt. Ist das ernstgemeint? Vor allem: ist das ein größerer Plotpunkt, der vielleicht Auswirkungen auf spätere Teile haben könnte, oder nur etwas "kleines"?
Nun, wenn dir die Spoiler egal sind:
Die Elemente die das Spiel beinhaltet, besonders die drei höheren; Zeit, Raum und Wahrnehmung, sind nicht nur ein Gameplayelement sondern auch tatsächlich in die Handlung verwoben. Im zweiten Teil dreht sich z.B. alles um ein Artefakt welches den Raum beeinflussen kann.
Bisher waren das aber eher leere Sphären ohne Leben. Vielleicht war die Bezeichnung Parallelwelt daher etwas unglücklich gewählt, es sind eher Dimensionen die neben der "unseren" existieren. Also nichts im Sinne von parallelen Realitäten die geringfügig voneinander abweichen (zumindest bisher, ich will nicht ausschließen dass sich das Spiel oder die Serie irgendwann mal in diese Richtung entwickelt, immerhin erwähnte ein bestimmter blauhaariger Charakter im zweiten Teil, dass es sich bei Ouroboros um eine Organisation jenseits von Zeit und Grenzen handeln würde...). Ob es sich hier in Teil 3 auch um eine andere Dimension oder vielleicht doch nur um eine virtuelle Realität oder vielleicht sogar eine Mischung aus beidem handelt kann ich noch nicht genau sagen, das hat das Spiel bisher noch nicht ganz klar gemacht. Kann dich aber gerne auf dem Laufenden halten.

Aber naja, es ist halt ein Falcom Spiel. Ich weiß nicht wie sehr du in deren Spielen bewandert bist, aber die machen meistens diese ins Fantastische abdriftende Geschichten und es läuft oft auf Raumstationen, gottgleiche alte Zivilisationen mit überlegenen Technologien oder gar Begegnungen mit wahrhaftigen Göttern, die die Welt erschufen, hinaus. Also sollte sich im letzten Teil der Saga herausstellen, dass Ouroboros alle göttlichen Artefakte sammeln will, um Zugang zu einer anderen Existenzebene zu erlangen, die Göttin herauszufordern um die Welt nach eigenem Gutdünken neu zu formen... oder so... dann wäre ich nicht im geringsten überrascht. :D
Ich meine, im ersten Teil hatte ich noch den Eindruck einer Welt die sich technologisch ungefähr auf dem Niveau der industriellen Revolution befindet, aber mittlerweile gibt es Überschalljets, Luftschiffe von der Größe eines Dorfes, Supercomputer und Mechas. Und das ist nur der aktuelle Stand der Technik, von dem Zeugs der Zemurier fange ich gar nicht erst an. Ach ja und Drachen gibt es auch.^^'

Um dir mal ein Gefühl dafür zu geben wie abgefahren Falcoms Handlungen sein können, hier der große Twist aus Nayuta no Kiseki (falls du dich denn spoilern möchtest):
Man lebt in einer Welt in der immer wieder Artefakte vom Himmel regnen und von einer alten Zivilisation zeugen. An den Grenzen der bekannten Welt wüten ungeheure Naturkatastrophen, die ein Erkunden unmöglich machen und sich immer weiter ausbreiten. Man wird in eine vermeintliche parallele Dimension teleportiert, in der die Naturgesetze auf dem Kopf zu stehen scheinen, doch am Ende stellt sich heraus dass diese in Wirklichkeit eine Raumstation ist, welche um den Planeten kreist. Sie ist ein gigantisches Biotop welche als eine Art Arche fungiert. Denn von dem Planeten, auf dem man eigentlich lebt, wurde vor tausenden von Jahren durch einen Krieg ein gigantischer Teil einfach mal komplett weggesprengt und er kollabiert nun langsam aber stetig, bis er komplett auseinander bricht. Die Artefakte sind Trümmer die von der Explosion in den Orbit geschleudert wurden und nun um den Planeten kreisen. Natürlich wird die Station von einer alten, überlegenen Rasse kontrolliert die ein Terraforming-Projekt umsetzen will, für das zuerst einmal sämtliches Leben auf der Planetenoberfläche ausradiert werden muss.^^'
https://up.picr.de/35693717fk.jpg

https://up.picr.de/35698669mo.jpg

Was ich aber annehme ist, dass sich jede der logisch zusammengefassten Serien um eines der göttlichen Artefakte der drei höheren Elemente drehen wird. Ob die restlichen Artefakte großartig Beachtung finden kann ich noch nicht sagen. Ich meine, was will man dazu machen? Ein Artefakt des Feuerelements kann halt Feuer herbeiführen, toll... :D Eventuell werden dann alle vier zusammen verwurstelt oder jeweils die beiden gegenüberliegenden Elemente, mal sehen.

Sylverthas
10.05.2019, 14:49
Danke für die ausführliche Erklärung! OK, das klingt schon thematisch passender als ich es mir erstmal vorgestellt habe. Bei Plotelementen wie "Parallelwelten" und "Zeitreise" sträuben sich mir immer erstmal die Haare - insbesondere bei Stories, die sonst eher bodenständig zu sein scheinen. Aber das scheint ja Episode 2 auch nicht mehr zu sein, wenn Du von Raumschiffen, Mechs und co. sprichst... weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Zumindest sind meine Erwartungen aber nun ganz andere, wenn ich Teil 2 irgendwann in Angriff nehme. Könnte auch gut für mein Herz sein :D


Bis auf ein paar Teile der Ys Reihe (I, II, Origin und Hälfte von Felghana) habe ich mit Falcom übrigens wenig am Hut, und es war mir gar nicht so bewußt, dass die gerne voll aufdrehen.

Nayuta
11.05.2019, 22:49
Das Spiel ist durchgespielt und die Katze ist aus dem Sack:
Ouroboros hat also doch die Aureole in ihre Griffel bekommen und kontrolliert nun ein Artefakt, welches den Raum beeinflussen und den Menschen Wünsche erfüllen kann. Zumindest im parallelen Raum Phantasma, in dem auch Teil 3 stattfindet. Dass sich dort Dinge allein durch die Vorstellungskraft der Insassen materialisieren können ist das eine, dass aus diesem Raum heraus aber auch auf den "realen" Raum zugegriffen werden kann macht die Sache schon viel gefährlicher. Passenderweise heißt der Plan, den Ouroboros als nächstes verfolgt, dann auch noch "Phantasmal Blaze Plan". Man darf also gespannt sein was hier noch so alles auf uns zukommt und was für eine Bedeutung Phantasma schlussendlich einnimmt. Zudem hatte Ouroboros, zum Zeitpunkt des Spiels, praktisch ein halbes Jahr ungehinderten Zugriff auf die Aureole und dürfte daher schon so einige nette Dinge vorbereitet haben, auch wenn man im Spiel selbst noch nichts davon mitbekommen hat. Stellt sich die Frage, ob das "Virus" AKA Celeste etwas dagegen unternehmen kann, wobei sie gegen Anima ja auch keine Chance hatte. Oder steht Celeste etwa bereits unter dem Einfluss von Ouroboros?

Wie dem auch sei, offenbar hegt Ouroboros nicht einfach nur unhehre Ziele wie z.B. die Weltherrschaft, sondern versucht wohl, der Menschheit etwas Gutes zu tun, zumindest aus deren Sicht heraus. Denn immerhin betrauert der Großmeister nicht nur die gefallenen Ouroboros Mitglieder, sondern auch alle anderen Opfer die deren Vorhaben gefordert hat und übernimmt die Verantwortung dafür. Ob das nur ein geheuchelter Vorwand ist oder er auch wirklich dazu steht, bleibt allerdings erst einmal Interpretationssache.
Der Masterplan den die Organisation verfolgt wurde auf den Namen "Orpheus Final Plan" getauft. Auch hier kann wieder spekuliert werden, ob aufgrund dieses Namens das Endziel eine Begegnung mit der Göttin Aidios ist, die aus ihrer Existenzebene in unsere Welt zurückgeholt werden soll, so wie Orpheus seine Frau aus dem Hades geholt hatte.

Ich finde es schön wie das Spiel einige der Charaktere bereits jetzt in Position bringt, so dass man in zukünftigen Ablegern wohl wieder auf sie stoßen wird. So ist es ziemlich sicher dass man sich in Crossbell auf ein Wiedersehen mit Estelle, Joshua und Renne freuen darf. In Calvard wird man wohl Zin, Kilika und Richard wieder treffen, eventuell sogar Victory Jack und Halle. Und in Erebonia sind dies natürlich Olivier, Müller, Osborne und Lechter.



Kommen wir nun zu einigen der wichtigsten Charaktere. Zuerst wohl zur Offensichtlichsten,

Renne:

https://up.picr.de/35733121iv.png (https://up.picr.de/35733152ul.jpg)

Bereits in Second Chapter hatte sie kurz angerissen was ihr widerfahren ist, nun wurde das aber noch einmal etwas intensiver erzählt. Als neue Information hat man allerdings erfahren, dass die mentale Belastung für sie so groß war, dass sie sich selbst multiple Persönlichkeiten erdacht hat um den Kern ihrer Psyche zu schützen. Sie konnte diese aber nicht aufrechterhalten und nach und nach sind alle verschwunden. Die letzte Persönlichkeit mit dem Namen Cross war dann wohl auch eine Anspielung auf die kreuzförmigen Schnittwunden, die sie sich selbst am ganzen Körper zugefügt hatte.
Jedenfalls sah man im zweiten Teil ihrer Erinnerung, wie sie auf ihre vermeintlich richtigen Eltern in Crossbell trifft, die glücklich mit einem weiteren Kind gesegnet wurden und Rennes Existent verleugnen. Sie beschließt, die drei am Leben zu lassen. Ihre Eltern sehen genauso aus wie die beiden Puppen/Androiden, die sie zu Beginn von Second Chapter als ihre Familie ausgibt, so ganz scheint sie also nicht darüber hinweg zu sein.
Interessant wird es aber im dritten Teil ihrer Erinnerung, welcher höchstwahrscheinlich nach den Geschehnissen auf der Liber Ark und Estelles Standpauke spielt. Nachdem sie von ihren Vergangenheit geträumt hat beschließt Renne, nach Crossbell zurückzukehren und hat dabei einen Blick aufgesetzt, der alleine schon töten könnte. Zu vermuten, dass sie es auf ihre Eltern abgesehen hat, ist wohl nicht zu weit hergeholt. Stellt sich nun die Frage, ob sie ihnen bereits begegnet ist oder ob sie bisher zu sehr damit beschäftigt war, Estelle und Joshua aus dem Weg zu gehen. Falls sie noch keine Tatsachen geschaffen hat wird es auch interessant sein zu sehen, wie sie sich nun, nach den Geschehnissen in Phantasma, verhalten wird.


Lechter:

https://up.picr.de/35733117xd.png (https://up.picr.de/35733146yo.jpg)

Ein sehr kurioser Charakter. Er ist äußerst intelligent und eloquent, zeigt allerdings keinerlei Ehrgeiz und es wirkt so als stünde er über den Dingen. Er sieht alles als eine Art Spiel an und sorgt sich nur um seine eigene Unterhaltung. Selbst seine Position als Geheimagent und Leibgarde für Kanzler Osborne scheint er nur als Zeitvertreib anzusehen und sagt dem Kanzler, dem derzeit wohl mächtigsten Mann auf dem Kontinent, sogar offen ins Gesicht, dass es für ihn nur ein Spaß ist und er ihm nicht dauerhaft treu ergeben sein wird. Weitere Merkmale sind übermenschliche Fähigkeiten - er ist entweder sehr schnell oder kann sich teleportieren - und seine Fähigkeit, mit Sieg zu sprechen. Ein echter Tausendsassa.
Dass er in irgendeiner Weise mit Ouroboros in Verbindung steht, steht wohl außer Frage. Er ist höchstwahrscheinlich deren Verbindungsperson und somit entweder ein Enforcer oder gar ein Anguis. Außerdem singt er einem Kommilitonen in der Jenis Akademie ein Lied über einen Ritter mit Mondfäden vor. Zweifellos eine Referenz auf die Doll Knight Geschichte und somit auf die 13 Factories, die wiederum Ouroboros unterstehen.


Campanella:

https://up.picr.de/35733119vh.png (https://up.picr.de/35733151kn.jpg)

Er zeigt vom Charakter her ähnliche Züge wie Lechter, insofern dass er sich aus allem einen Spaß macht und nichts ernst zu nehmen scheint, tritt dabei aber wesentlich gehässiger auf. Es wurde nun mehrfach erwähnt dass er nicht altern würde, was entweder für seine Fähigkeiten spricht, sein wahres Antlitz zu verbergen oder es sich hierbei, wie bei Rennes Eltern, um eine Puppe/einen Androiden handelt, der von irgendwo aus ferngesteuert wird. Letzteres halte ich gar nicht mal für so unwahrscheinlich, wodurch sich wiederum die Frage stellt, ob man seinem Puppenspieler bereits begegnet ist. Im Anime hat er eine weibliche Stimme, obwohl er im Spiel selbst von sich behauptet, männlich zu sein. Aber wenn die Puppen-Theorie stimmen sollte könnte dies eine Erklärung dafür sein. Außerdem bricht er in der Erinnerung in der 14. Traumtür die vierte Wand und spricht den Spieler direkt an, wobei ich glaube dass damit nicht der Spieler gemeint war, sondern wer auch immer diese Aufzeichnung erstellt hat. Eventuell also Anima oder eine weitere, bisher unbekannte Person. Alleine dass er dies allerdings merkt spricht dafür, dass er weit mächtiger sein muss als er gemeinhin vorgibt zu sein. Aufgrund seiner Charakterzüge könnte ich mir auch vorstellen, dass er in irgendeiner Weise direkt mit Lechter verbandelt ist.


Osborne:

https://up.picr.de/35733115nf.png (https://up.picr.de/35733145mc.jpg)

Endlich sieht man mal etwas von ihm, dem großen Gegenspieler (nach Ouroboros) der einen wohl die nächsten Teile gegenüberstehen wird. Das Kräftemessen zwischen ihm und Olivier war genial und man merkt, dass er ein gewiefter Hund ist, der jedem seiner Widersacher gleich mehrere Schritte voraus ist. Er hatte sein Spionagenetzwerk bereits lange vor Richards Putschversuch in Liberl aufgebaut und Lechter in die Jenis Akademie geschickt, wahrscheinlich um dort Kloe auszuspionieren. Selbst Ouroboros benutzt er nur, wobei das wohl eher sein Empfinden ist und es in Wahrheit genau umgekehrt sein dürfte. Jedenfalls ein würdiger Antagonist von dem ich gerne mehr sehen will, auch wenn ich sagen muss dass er in gewisser Weise wie ein Weissmann-Ersatz wirkt, der den anderen auch immer mindestens einen Schritt voraus war.

Nayuta
16.05.2019, 12:19
https://s18.directupload.net/images/190516/7k66o9sa.png (https://s18.directupload.net/images/190516/3x4ajikl.png)










The Legend of Heroes: Trails in the Sky the 3rd

https://s18.directupload.net/images/190516/cvw4sufz.png (https://s18.directupload.net/images/190516/772f6o8z.png)



Challenge #:
07


System:
PC (Int)



https://up.picr.de/35671344cm.png





► Zum Ersteindruck


Das Spiel
Es ist ungefähr ein halbes Jahr vergangen, seitdem die Liber Ark in den Tiefen des Valleria-Sees versunken ist. Nachdem Titas Mutter, Erika Russel, ein Artefakt aus deren Trümmern geborgen hat, wird Kevin Graham damit beauftragt, dieses im Namen der Kirche zu untersuchen. Zur Seite steht im die Gralsritterin in Ausbildung und Kindheitsfreundin, Ries Argent. Doch schon bald taucht eine vermummte Gestalt auf, die das Artefakt zum Glühen bringt, woraufhin Kevin und Ries in eine andere Dimension teleportiert werden. Auf der Suche nach einem Weg aus diesem, auf den Namen Phantasma getauften Raum, finden sie Kristalle, in denen sich jeweils einer der bereits bekannten Hauptcharaktere der vergangenen beiden Spiele befindet, die es zu befreien gilt.

Und somit steht auch schon mal Ziel für die ersten beiden Drittel des Spiels fest. Jede Ebene von Phantasma wird in einem eigenen Kapitel behandelt und in jedem Kapitel gibt es mehrere Charaktere zu finden. Dabei handelt es sich um ein Who is Who der vergangenen Spiele. Von den vierzehn spielbaren Charakteren der Vorgänger sind ganze dreizehn wieder mit von der Partie, zu denen sich drei Neuzugänge gesellen. Die Frequenz, in der neue Charaktere hinzustoßen, kann je nach Kapitel recht hoch sein, wodurch innerhalb der Handlung der Fokus auf diese Charaktere komplett fehlt, denn kaum hat man einen gefunden, kommt auch schon der nächste.
Anfangs wirkt die Handlung ziemlich an den Haaren herbeigezogen, sofern sie denn mal vorhanden ist und man sich nicht einfach nur durch den Dungeon kämpft, ergibt gegen Ende dann aber Sinn. Einen Blumentopf gewinnt sie trotzdem nicht, da sie mehr dazu dient, Kevin Graham als Charakter auszubauen und sich daher auch einzig auf ihn - und zu einem kleinen Teil auf seine Mitstreiterin Ries, die ansonsten recht blass bleibt - fokussiert. Für die anderen Charaktere wurde sich im Spiel etwas Besonderes ausgedacht. Unterwegs stößt man immer wieder auf Türen, hinter denen sich bestimmte Erinnerungen befinden. Diese Türen lassen sich nur durch bestimmte, einzelne Charaktere oder Charakterkombinationen und in seltenen Fällen durch den Besitz eines Gegenstands oder die Erfüllung einer Bedingung wie X bestrittene Kämpfe öffnen. Und diese Erinnerungen sind es auch, die den Hauptanreiz des Spiels ausmachen und es zu mehr als nur einem mäßigen Dungeon Crawler machen.






https://s18.directupload.net/images/190516/fkjaaf9t.gifhttps://s18.directupload.net/images/190516/9iwrvwz4.gif
https://s18.directupload.net/images/190516/sbyraczm.gifhttps://s18.directupload.net/images/190516/rz5lrfqr.gif





Die Erinnerungen sind meistens in der Spielgrafik gehalten und erzählen eine Geschichte über den/die jeweiligen Charakter/e. Zeitlich gesehen gibt es dabei keine Grenzen. Sie können sowohl Jahre vor First Chapter als auch im Zeitraum nach Second Chapter spielen. Manche dienen als Epilog zu den bereits stattgefundenen Ereignissen, andere bauen die Persönlichkeit des Charakters weiter aus und wiederum andere erzählen eine informative oder einfach nur eine schöne Geschichte. Während einige davon komplett selbstablaufend sind und man praktisch nur Textboxen wegdrückt, bieten andere ganze Gameplaypassagen, in denen man in frei- oder zumindest teilweise begehbaren Städten nebst NPCs, die nach verschiedenen Ereignissen ihre Dialoge wechseln, unterwegs ist und/oder Dungeons erkundet. Diese komplexeren Erinnerungen können dann schon mal mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Es gibt sogar Erinnerungen, in denen es weitere spielbare Charaktere gibt, die nicht im Hauptspiel vorhanden sind. Dann gibt es wiederum andere Erinnerungen die, wie in Visual Novels, alleine durch Standbilder erzählt werden.
Den Großteil dieser Geschichten fand ich wirklich sehr gut und spannend erzählt, selbst wenn es sich nur um einen Lebensabschnitt des entsprechenden Charakters handelte, so dass sie für mich zweifellos das Highlight des Spiels darstellen. Sobald ich eine Tür gefunden- und die jeweilige Bedingung erfüllt hatte, hatte ich alles andere stehen und liegen lassen und bin sofort hindurchgeschritten. Trotzdem gibt es auch eine Ausnahme, die mir weniger gefallen hat. Kloes Geschichte fand ich z.B. dafür, dass sie hauptsächlich dazu dient, einen neuen Charakter einzuführen, viel zu gestreckt und ansonsten bekam man lediglich ein sehr merkwürdig konstruiert wirkendes Teenie-Drama präsentiert.

Hinter einer Handvoll Türen verstecken sich auch Minispiele, die weniger zur Handlung der Trails-Serie beitragen. Diese reichen von "Naja, mach ich halt mal mit" (Angeln, Arena, Glücksspiel) bis hin zu "Einmal und nie wieder" (Shooter, Quiz). Das Beste an diesen sind definitiv deren individuelle Startbildschirme. :D

Was ich an den Erinnerungen insgesamt aber schade finde ist, dass sie recht künstlich in das Spiel gequetscht wurden. Nur die betroffenen Charaktere durchschreiten diese und am Ende gibt es kein Résumé über das Gesehene, sondern es geht einfach kommentarlos weiter.



https://s18.directupload.net/images/190516/olw8cw88.png (https://s18.directupload.net/images/190516/fizd7fam.png)


Ausgangspunkt für das Dungeoncrawling stellt das Basislager in der obersten Ebene von Phantasma dar. Dort gibt es alles was das Herz begehrt. Neben einem Baum, der Zutaten verkauft und einer Quelle, die die Craft-Points auf das Maximum anhebt und automatisch nach einer Handvoll Kämpfe wiederhergestellt wird, ist ebenfalls eine Bibliothek vorhanden, in der nach und nach sämtliche Schriften aus den vergangenen beiden Spielen, selbst die Zeitungsartikel, freigeschaltet werden. Im Zentrum steht ein Monument, bei dem es alles Erdenkliche zu kaufen gibt und bei dem man Quarze herstellen sowie Orbment-Slots verbessern kann. Unterwegs findet man weitere Monumente, die neue Ausrüstung und bessere Quarze freischalten. Nett ist auch, dass man sich, im Gegensatz zu den beiden Vorgängern, jederzeit zu diesen Monumenten teleportieren kann und nicht ständig lange Fußmärsche auf sich nehmen muss.
Im Basislager sammeln sich die aufgegabelten Charaktere, so dass der Ort nach und nach etwas lebhafter wird. Natürlich kann man mit diesen kurze Gespräche führen und je nach Zusammensetzung der Charaktere in der Party können diese auch variieren. Meistens reicht es, zwischen den Charakteren durchzuschalten um alle Dialogoptionen auszuschöpfen. Einige Gespräche finden aber nur einmalig statt, daher sollte man diese gleich mit der optimalen Charakterkonstellation angehen, was schon mal zu einer Speichern/Laden-Orgie ausarten kann. Die Konstellation spielt auch bei einigen Bosskämpfen im letzten Spieledrittel eine Rolle, allerdings eine nicht so dramatische wie im letzten Abschnitt von Second Chapter.
Ansonsten trifft man, bis auf einen Comedy-Charakter, auf keine weiteren Personen und kämpft sich lediglich durch den Dungeon. Für die Abwechslung sind, wie bereits erwähnt, die Erinnerungen zuständig.



https://s18.directupload.net/images/190516/gt6lw7we.png (https://s18.directupload.net/images/190516/p2q6yefj.png)



Die Dungeon-Abschnitte wechseln sich je nach Kapitel ab. Mal sind es recht generische, eigenständige Gebiete die sich optisch etwa auf dem Niveau der Altered Space Türme aus Second Chapter bewegen, mal sind es aber auch bereits bekannte Gebiete wie als Dungeon zweckentfremdete Städte oder wiederverwertete Dungeons. Letztere wurden optisch etwas angepasst und das Layout leicht verändert, so dass es sich nicht ganz penetrant nach Recycling anfühlt. In einigen Dungeonabschnitten werden mehrere Gruppen gebildet, die verschiedene Wege einschlagen. Leider wird aus dieser Mechanik nicht sonderlich viel gemacht. Anstatt dass sich die Gruppen gegenseitig unterstützen, laufen sie isoliert voneinander zu ihrem jeweiligen Zielort.

Beim Kampfsystem hat sich auf den ersten Blick recht wenig geändert. Es spielt sich noch genauso wie in den beiden Vorgängern. Neu hinzugekommen sind aber eine ganze Reihe von Zugeffekten, die zum Großteil leider absoluter Quatsch sind. Die meisten haben gemein, dass sie sehr gefährlich für den Spieler sein können. So muss man jetzt also nicht nur darauf achten, dass der Gegner keine kritischen Treffer erhält, sondern auch noch auf eine ganze Reihe mehr. Am nervigsten ist sicherlich der Soforttod-Effekt, der recht häufig auftritt. Kann man diesen nicht verhindern und hat der Gegner sogar einen Angriff, der alle Partymitglieder trifft, so kann es ganz schnell Game Over heißen. Dann gibt es den Effekt, der Charaktere für eine gewisse Anzahl an Runden aus dem Kampf nimmt. Ist ein Gegner mit diesem Status belegt und besiegt man alle anderen, bevor er wieder zurückkommt, ist der Kampf zwar gewonnen, man erhält für ihn aber keinerlei Erfahrung oder Sepith. Und dann gibt es noch Rundeneffekte, die eine Figur unverwundbar machen, was einfach nur nervig ist, wenn man einen Gegner der eigentlich schon tot ist nicht erledigen kann, weil der eigene Angriff einfach nichts bewirkt.
Ebenfalls neu ist, dass die höheren Elemente Zeit, Raum und Wahrnehmung nun zu der Liste an Schwachstellen der Gegner hinzugefügt wurde. Außerdem kann man sich nun einen beliebigen Charakter aus der Reserve als passives Partymitglied einstellen, welches bestimmte Statuswerte erhöhen oder verringern kann oder weitere Effekte wie mehr Erfahrung oder Sepith am Ende des Kampfes verleiht.



https://s18.directupload.net/images/190516/3o5rbpot.png (https://s18.directupload.net/images/190516/qpsvo4cl.png)


Zu Beginn leidet man im Spiel unter akutem Geldmangel. Selbst wenn man sich lediglich auf die vier Charaktere für die aktuelle Party beschränkt, kann man diese nur bedingt vollständig ausrüsten. Durch Abschließen der Erinnerungstüren erhält man zwar Geld, so wie in den Vorgängern bei den Bracer-Quests, wirklich genug erhält man aber erst gegen Ende. Dafür ist das gesamte Spiel aber mit gefühlt einer Trillion Schatztruhen zugepflastert, in denen man die benötigte Ausrüstung und Gegenstände findet. Von letzterem sogar so viele, dass man ruhig auch mal welche verkaufen kann, da ansonsten das Tragelimit überschritten wird. Auch der Mangel an Sepith legt sich später im Spiel und es war mir möglich, alle Charaktere mit den besten Quarzen auszurüsten, zumal man einige auch von besiegten Standardgegnern erhält.
Die Nachrichten aus geplünderten Schatzkisten sind nun vielseitiger. Zu den gewohnt witzigen Phrasen gesellen sich nun aufgeteilte Kurzgeschichten sowie etwas Trivia.

Bevor es in den letzten Dungeon geht, aus dem es kein Zurück gibt, kann man sich zuerst durch einen optionalen Bonusdungeon kämpfen. Dieser ist äußerst enttäuschend ausgefallen, da es sich um zwanzig exakt gleich aussehende Stockwerke handelt, in denen alle fünf Ebenen ein Bosskampf wartet. Die Bosse können dabei sogar umgangen werden, wobei der letzte nur dann auftaucht, wenn zuvor die anderen besiegt wurden. Als Belohnung erhält man immerhin Materialien für die besten Waffen im Spiel und die normalen Gegner lassen auch gute Gegenstände und Quarze fallen.



https://s18.directupload.net/images/190516/wdxy3emh.png (https://s18.directupload.net/images/190516/r9mrtrwd.png)





https://s18.directupload.net/images/190516/nuwd7fyo.gif



Fazit
Trails in the Sky the 3rd ist für mich vor allem eines, eine Sammlung wundervoller Kurzgeschichten, die die bekannten Charaktere weiter ausbauen, neue Charaktere einführen, zusätzliche Hintergrundinformationen liefern und teilweise als Epilog zu Second Chapter dienen, in dem dieser recht kurz gekommen ist. Diese entschädigen mich für einen Großteil der Unzulänglichkeiten, an dem das Spiel ansonsten leidet.
Das eigentliche Kernspiel konnte mich nämlich eher weniger überzeugen. Die Dungeons, die nun einen zentralen Teil einnehmen, sind gewohnt eintönig und die Kämpfe aufgrund der unnötigen, neuen Zugeffekte nervig. Die Geschichte ergibt erst gegen Ende Sinn, ist als Aufhänger für das Spiel aber etwas dürftig und hätte genauso gut eine eigenständige Erinnerung sein können. Zumal einer der beiden Protagonisten, Ries Argent, eher stiefmütterlich behandelt wird. Gerade aufgrund der übertriebenen Wiederverwertung bereits bekannter Orte hat sich bei mir eine gewisse Ermüdung breit gemacht.

Das Spiel macht aber auch sehr deutlich, dass es sich bei der Trails in the Sky-Trilogie lediglich um den Auftakt einer noch viel epischeren Geschichte handelt. Insofern hat mich die Serie schon gepackt, da ich wissen möchte wie es weiter geht und wie sich die Schicksale der einzelnen Charaktere entwickeln. Und abseits von Ouroboros, dem Imperium etc. stellt sich sowieso eine zentrale Frage: Wird Agate sein Martyrium überleben? :D



Wertung: ★★★☆☆ (3/5) "Positiv"


★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert


Mobile: ←L/R→ wischen für mehr Details


#
Pic
Titel
System
Typ
Wertung


01
https://up.picr.de/34547008wi.png
The Legend of Heroes: Trails in the Sky SC
https://up.picr.de/31412164zw.png
PSP
Basisspiel
★★★★☆
(4/5)


02
https://up.picr.de/35598331dl.png
The Legend of Heroes: Trails in the Sky the 3rd
https://up.picr.de/35671344cm.png
PC
Basisspiel
★★★☆☆
(3/5)


03
https://up.picr.de/34547007ax.png
The Legend of Heroes: Trails in the Sky
https://up.picr.de/31412164zw.png
PSP
Basisspiel
★★★☆☆
(3/5)








https://s18.directupload.net/images/190516/956jbmdt.png (https://s18.directupload.net/images/190516/ixunxwtw.png)

► Zur Spieleübersicht

Nayuta
21.05.2019, 00:12
Devil Summoner 2: Raidou Kuzunoha vs. King Abaddon
~ Ersteindruck ~

https://up.picr.de/34547080tv.png


So, hab übers Wochenende mal mit Devil Summoner 2: Raidou Kuzunoha vs. King Abaddon angefangen, doch bis jetzt vermittelt das Spiel keinen sonderlich positiven Ersteindruck.

Bei dem starken Fokus auf das Thema Glück und Unglück im Spiel wirkt es fast schon wie blanker Hohn, dass ich mir in der diesjährigen Challenge neben der Trails in the Sky-Trilogie mit Devil Summoner ausgerechnet eine weitere Serie ausgesucht habe, die so stark auf Wiederverwertung setzt. Die Stadt kennt man größtenteils bereits aus dem Vorgänger. Immerhin kam im ersten Kapitel ein neuer Stadtteil hinzu und im zweiten war man im einen kleinen Bergdorf unterwegs, in welches man wohl mehrfach zurückkehrt.

Die Geschichte ist bisher, nach den ersten beiden Kapiteln, wenig interessant. OK, das war beim ersten Teil nicht anders und sie brauchte einige Zeit um in die Gänge zu kommen. Hier kommt aber noch eine andere Sache erschwerend hinzu: das Gameplay ist einfach Mist.

Zuerst einmal der Kampf. Hier haben Gegner eine neue Fähigkeit erhalten: sie teleportieren sich munter in der Arena umher. Kaum ist man an ihnen dran, zack, sind sie schon wieder in einer anderen Ecke. Und während man herumläuft um sie zu suchen, rennt man natürlich prompt in ihre Attacke rein, weil die Kamera noch weiter ins Geschehen hineingezoomt ist als im Vorgänger und man praktisch nie die nötige Übersicht hat.

Das ist aber nur ein kleines Ärgernis, im Gegensatz zu dem viel größeren Problem: Dämonen können nicht mehr gefangen werden, indem man sie zuerst schwächt und dann an ihrer elementaren Schwachstelle angreift, sondern man muss mit ihnen verhandeln. Ich mochte das System in Persona 5 schon nicht sonderlich, aber verdammt ist das in diesem Spiel ein unsäglicher Krampf! Zuerst einmal sind die daraus resultierenden "Gespräche" mit den Dämonen so banal, dass ich am liebsten meinen Kopf irgendwo dagegen schlagen würde um den Mist den die da sabbeln zu vergessen. Mittlerweile bin ich soweit dass ich diese geistigen Ergüsse ungesehen wegklicke und nur noch die möglichen Antworten durchlese. Dann ist es auch noch völlig willkürlich und ohne erkennbare Logik. Dieselbe Antwort beim gleichen Dämon kann zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Und dann muss man einen der mitgeführten Dämonen zu Hilfe nehmen und dessen bescheuerte Animation über sich ergehen lassen, um die Verhandlung fortzuführen. Und wenn man es dann mal schafft einen Dämon zu überzeugen, was zwei bis drei Verhandlungsrunden in Anspruch nehmen kann, dann muss man ihm auch noch Dinge wie Gegenstände aus dem begrenzten Vorrat, Geld, Lebensenergie oder wichtiges Magnetite opfern. Und selbst dann ist nicht sicher dass er mitkommt, er kann sich noch immer aus dem Staub machen. Echt jetzt, mehr als die Hälfte der Verhandlungen fallen negativ aus und sind somit im Endeffekt reine Zeitverschwendung. Das ganze System ist so ausgelegt, dass es nur unnötig die Zeit des Spielers stiehlt. Und dann ist es nicht mal damit getan den Dämon einmal zu fangen. Nein, aufgrund der Fusionen muss man sie mehrmals fangen um weitere Fusionen initiieren zu können und nachkaufen ist keine Option, da die Kosten dafür geradezu obszön sind... *argh*

Angesichts dessen verblassen kleinere Lichtblicke wie, dass es in der Stadt nun nicht mehr zu Zufallskämpfen kommt, man bereits zu Beginn über mehr Slots für Dämonen verfügt oder Fusionen nun jederzeit durchführbar sind und nicht mehr erst wenn die Loyalität der Dämonen das Maximum erreicht hat, geradezu.


Um ehrlich zu sein bin ich gerade etwas demotiviert und hadere, ob ich es weiterspiele, pausiere oder komplett abbreche. Selbst wenn die Story besser werden sollte, das miese Gameplay bleibt bestehen...

"Raidou Kuzunoha vs. King Abaddon"... haha, dass ich nicht lache, eher "Raidou Kuzunoha vs. Random Number Generator"...

Sylverthas
23.05.2019, 11:36
Muss auch zugeben, dass ich erst etwas entsetzt war, als sie in P5 das "Dämonen-Quatschen" zurückgebracht haben, was ja zu den Wurzeln der SMT Reihe und auch P1 zurückging. In P5 wars zumindest einfacher aufgebaut, so dass man auch ohne nen Guide gute Erfolgschancen hatte, daher vielleicht ein netter Callback und ein Feature, das in Ordnung ist. Macht aber ein ohnehin viel zu langes Spiel eigentlich nur noch länger *g*

Ich vermute, dass es in Devil Summoner 2 ungefähr so abläuft wie in P1, von Deiner Beschreibung. Und da empfand ich das - gelinde gesagt - einfach scheiße. Da ich das Spiel damals per Emulator gezockt hatte wurde der Frust durch Cheating bei mir zwar gemindert, aber besonders interessant wars trotzdem nicht. Manchmal habe ich auch kaum einen Zusammenhang gesehen zwischen Reaktionen der Dämonen und dem, was man ausgewählt hat. Finds meist auch nicht so spannend, mit nem Spreadsheet an nem Game zu sitzen, aber da gebe ich eher meinem schlechten Gedächtnis die Schuld. Ich vermute, wenn man viele SMT Games gespielt hat, die dieses System nutzen, und man ein gutes Gedächtnis hat, dass man da viele Muster übertragen kann. Also ähnlich zu den Fusionen, bei denen man auch Wissen übertragen kann.

Narcissu
23.05.2019, 17:41
Leider sind die Konversationen in keinem SMT-Spiel das ich kenne, plausibel. Ich mag, dass die Gespräche in einigen Teilen auch dafür gut sind, Geld, Items, EXP, Heilung oder was auch immer zu bekommen. Gerade, wenn man sparsam mit seinen Ressourcen umgehen muss, ist eine Heilung oder ein Item durchaus wertvoll. Aber das Rekrutieren mit dem System ist bestenfalls unterhaltsam und schlimmstenfalls arg nervig und random. Ist nicht so, dass ich das System furchtbar finde oder so, aber der spielerische Reiz ist niedrig. Wusste auch nicht, dass sie das in Devil Summoner 2 zurückgebracht haben.

Bin trotzdem auf deine weiteren Eindrücke gespannt. Dem allgemeinen Konsens nach ist das Spiel in vielen Aspekten ja besser als der erste Teil, wobei deine Meinung ja eher in die gegenteilige Richtung geht. Frage mich, wie dein Abschlussfazit ausfallen wird, falls du's durchspielen solltest.

Nayuta
24.05.2019, 18:13
In Persona 5 ist es wenigstens aufgrund der Persönlichkeiten einigermaßen nachvollziehbar, was man antworten muss, auch wenn man mal eine Frage verkackt weil die Antworten mehrdeutig erscheinen oder man sie nicht genau einer Gesinnung zuordnen kann. Dass die Dialoge genauso banal wie in Devil Summoner 2 sind bleibt natürlich...

Hier in Devil Summoner 2 scheint es aber völlig willkürlich zu sein. Dämon (X) stellt dir Frage (1), du Antwortest mit (A) und er meint: "Ja, sehe ich genauso". Wenig später willst du den Dämon wieder fangen, er stellt dieselbe Frage, du Antwortest wieder mit (A) und er meint plötzlich: "Ne, du verarschst mich nur".
Letztendlich sind die Fragen sogar völlig unwichtig und man kann sie ungesehen wegklicken, da die Fähigkeiten der Dämonen ausreichen, um eine Verhandlung zu initiieren, sofern deren Fähigkeiten auf den jeweiligen Gegnertyp passen. Bei einem männlichen Dämon setzt man z.B. einen eigenen Dämon ein, der ein gutes Verhandlungsgeschick mit eben diesem Geschlecht hat etc. Der einzige Unterschied ist, dass, sollte man alle Fragen verkacken, der eigene Dämon ein drittes Mal mit seiner Fähigkeit ran muss, das wars dann aber auch.
Das ganze System ist einfach so... unnötig, so in die Länge gezogen. Warum baut man diese banalen Fragen überhaupt ein wenn sie nur Zeit stehlen und es letztendlich alleine auf die Verhandlungsfähigkeiten der eigenen Dämonen hinausläuft? Warum sollte ich überhaupt mit den Dämonen reden wollen? Die sollen kämpfen, nicht labern. Die Viecher befinden sich ein paar Kämpfe lang in meinem Besitz und werden dann zu etwas anderem fusioniert. Ich level die nicht mal großartig auf. Verdammt, ich weiß zu einem Großteil der Spielzeit noch nicht mal welche Fähigkeiten ich gerade mit mir führe, da sich die Zusammenstellung so oft ändert, dass es gar keinen Sinn ergeben würde sich das zu merken...

Naja, ich habe mich jetzt erstmal mit dem System arrangiert, eben da ich herausgefunden habe dass die Fragen total unnötig sind und ich alles wegklicken kann und spiele es notgedrungen runter. Wahrscheinlich solange bis die nächste Pechsträne zuschlägt und ich eine Verhandlung nach der anderen verkacke (bzw. die Dämonen nach der Verhandlung einfach mit meinem Zeugs abhauen).


Dafür hat sich bereits ein neues Ärgernis manifestiert, nämlich Gegnerwellen, wo es heißt, man müsse einen Kampf mit dutzenden Gegnern bestreiten, wobei im Kampf solange neue Gegner nachkommen, bis das Limit erreicht wird. Bisher war das rein optional den Nebenquests vorbehalten, aber jetzt haben sie das sogar mehrfach in die Haupthandlung eingeflochten. Ich finde solche Metzelorgien einfach nur billig, zumal die Playstation 2 die Gegner und Effekte nicht mal ordentlich stemmen kann und die Kämpfe oftmals in Zeitlupe ablaufen.

Allerdings ist nicht alles schlecht. Ich hatte auch einen optionalen Kampf gegen den Pale Rider der recht gut war. Der hatte das doppelte Level wie ich und konnte mich oder meine Dämonen, wenn es unglücklich lief, mit einem Angriff erledigen. Während mehreren Kämpfen hatte ich es einmal unter Zuhilfenahme fast aller Heilgegenstände, Dämonen und einer ordentlichen Portion Glück geschafft, seinen Lebensbalken bis ins letzte Drittel zu prügeln. Dann hatte ich mir eine neue Strategie ausgedacht. Ich habe mich in eine Ecke gestellt und die ganze Zeit verteidigt. Dazu muss ich sagen, dass wenn man sich verteidigt, der erlittene Schaden beträchtlich reduziert wird und Statuskrankheiten oder Soforttodangriffe nicht mehr wirken. Meine Dämonen habe ich immer zurückgezogen, so dass der Rider sie nicht treffen konnte und wenn er mit seinen Angriffen fertig oder gerade am Zaubern war, habe ich meine Dämonen seine Schwachstelle angreifen lassen. Sobald er betäubt war - was nun im Gegensatz zum Vorgänger nur noch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit passiert - habe ich dann mit dem Gegenangriff begonnen. War natürlich immer noch eine brenzlige Situation, denn einmal die Dämonen zu früh rausgeschickt oder zu spät zurückgezogen und schon wären sie gestorben. Diesen einen, ich nenne ihn mal Souls-artigen Kampf, bei dem man dann doch immer voll konzentriert bleiben musste und sich kaum einen Fehler erlauben durfte, fand ich dann doch recht ansprechend.


BTW, soll dieser Dungeon ein Witz sein? Hier hatten die Leveldesigner offenbar gar keinen Bock mehr. Das ist ja fast schlimmer als der Pac-Man Druaga-Dungeon aus Baten Kaitos. :D
https://up.picr.de/35826839jr.png


Bin trotzdem auf deine weiteren Eindrücke gespannt. Dem allgemeinen Konsens nach ist das Spiel in vielen Aspekten ja besser als der erste Teil, wobei deine Meinung ja eher in die gegenteilige Richtung geht. Frage mich, wie dein Abschlussfazit ausfallen wird, falls du's durchspielen solltest.
Dass ich mich mit dem Spielsystem anfreunden kann glaube ich nicht mehr, bleibt halt noch die Story übrig. Wobei ich mich frage inwiefern sie sich im Vergleich zum Vorgänger verbessern kann. Konzepte wie Zeitreisen und parallele Realitäten (diesmal meine ich es auch so @Sylverthas^^) wurden bereits im Vorgänger eingebracht, wenn auch erst recht spät. In einigen bestimmten Schlüsselszenen geht die Handlung bereits in diese Richtung. Und vom Wow-Faktor her ist ein Yamato-Schlachtschiff welches sich in einen Transformer-Godzilla verwandelt kaum zu überbieten.^^
Der bisherige Gegenspieler ist jedenfalls nicht die hellste Leuchte und bei seinem todsicheren Plan kann garantiert gaaarnichts nie nimmer schief gehen...^^'



Aber eines weiß ich jetzt schon ziemlich sicher, für die Zukunft der diesjährigen Challenge wird es einige Änderungen was meine Spieleauswahl betrifft geben, sonst ist es keine Challenge mehr sondern eine Tortur... ^^'

Nayuta
13.06.2019, 12:52
Devil Summoner: Raidou Kuzunoha vs. King Abaddon

https://abload.de/img/1-devilsummon01aqk7d.jpg (https://abload.de/img/1-devilsummon012akyz.jpg)



Challenge #:
08


System:
Playstation 2 (NTSC-U)



https://up.picr.de/31412161ds.png





► Zum Ersteindruck


Das Spiel
Wir befinden uns noch im selben Jahr wie in Raidos Kampf gegen die Soulless Army. Wieder befindet sich die Hauptstadt im Aufruhr. Dieses Mal dreht sich alles um das Glück, welches zwischen den Bewohnern äußerst ungleichmäßig verteilt zu sein scheint. Während die einen das Glück gepachtet haben, werden die anderen vom Pech verfolgt und landen von einem Missgeschick oder gar Unglück im nächsten. Daher beschließen die Yatagarasu, Raidou Kuzunoha, der sich wieder im Dorf der Kuzunoha aufhält um seine Fähigkeiten zu verfeinern, erneut in die Hauptstadt zu schicken um dort nach dem Rechten zu sehen.
Selbstverständlich wird er wieder in die Obhut von Shouhei Narumi gegeben, dessen Detektei als Basis für seine Nachforschungen dienen soll. Eines Tages erhalten die beiden Besuch von einer mysteriösen Dame namens Akane, die sie bittet, nach einem Mann zu suchen, von dem sie ihnen lediglich ein Foto und den Namen Dahn präsentieren kann. Ansonsten hält sie sich verdächtig verdeckt. Eigentlich werden in der Narumi-Detektei nur Fälle der etwas übersinnlicheren Art angenommen, doch da sie großzügige finanzielle Mittel springen lässt und darüber hinaus offenbar die Tochter eines ranghohen Politikers ist, macht Shouhei für sie eine Ausnahme. Diese Handlung soll sich noch als richtig herausstellen, denn schon bald wird den beiden bei ihren Ermittlungen klar, dass es sich hierbei nicht nur um eine einfache Personensuche handelt und ihr aktueller Fall eng mit dem Glücksschwund in der Stadt verflochten ist.

Wie im Vorgänger fragt man sich nun wieder durch die Stadt um Informationen zu sammeln. Dabei wird auch die Hilfe der Yakuza nicht verschmäht, mit denen Raidou bereits öfter zu tun hatte. Ein Großteil der Stadt sollte bereits bekannt sein, obwohl die meisten Viertel erst nach c.a. der Hälfte des Spiels freigeschaltet werden. Allerdings sind nun auch ein neuer, recht umfangreicher und ein weiterer, ziemlich klein gehaltener Stadtteil zugänglich. Ungefähr die Hälfte der Handlung findet aber in dem kleinen Bergdorf Tsukigata und dessen näherer Umgebung statt. Was von Anfang an auffällt ist, dass Raidous Helfer wie Shouhei oder die Reporterin Tae Asakura etwas prominenter in die Handlung verwoben sind und ihren Aufenthaltsort auch immer wieder zwischen der Stadt und dem Dorf wechseln. Des Weiteren läuft Raidou in Tsukigata immer wieder seinem Kollegen Geirin Kuzunoha und dessen Schülerin Nagi über den Weg, zwei recht sonderbare Gestalten mit einer eigentümlichen Art sich auszudrücken. Die Ermittlungsfortschritte werden regelmäßig in Sitzungen zusammengetragen, in denen die bisher gesammelten Fakten, an einer Pinnwand grafisch aufbereitet, besprochen werden. Im Grunde ist das aber nur Augenwischerei, da die Zusammenhänge keineswegs komplex sind und sowieso mehr als einmal von Shouhei oder Gouto außerhalb dieser Meetings zusammengefasst werden. Aber immerhin macht es die Sache optisch etwas ansprechender und vermittelt etwas mehr das Flair, ein echter Ermittler zu sein.



https://abload.de/img/collagefsjqb.png (https://abload.de/img/collagesikwn.png)


Insgesamt finde ich die Geschichte in dem Teil nett, aber nicht überragend. An die des Vorgängers, die mich jetzt auch nicht übermäßig begeistert hat, reicht sie meiner Meinung nach nicht heran, dafür fehlt ihr der gewisse Biss. Während der erste Teil zumindest gegen Ende noch mal einige Mindfuck-Momente raushaut, bleibt dieser hier recht "bodenständig" und serviert lediglich einen wütenden Dämonengott ohne sonstige Extras. Der erste Antagonist dem man sich entgegenstellt wirkt wie eine Witzfigur die man nicht ernst nehmen kann und es gab so einige Stellen in der Handlung an denen ich mich fragte, warum Raidou diesem Trauerspiel nicht einfach sofort ein Ende setzt anstatt seinen Gegenspieler ständig gewähren zu lassen. Immerhin prahlt dieser die ganze Zeit damit, was für ein tolles Vorhaben er doch verwirklichen möchte. Später sind es dann die nicht enden wollenden Predigten des wirklichen Antagonisten, die gehörig auf die Nerven gehen. Zudem kommen mir andere Charaktere, die für einen Großteil des Aufruhrs der in dem Spiel vor sich geht verantwortlich sind namentlich Louis Cyphre (alias Lucifer, hohoho…), der Dahn die ganzen Flausen erst in den Kopf gesetzt hat, viel zu glimpflich davon. Oftmals habe ich mich in Situationen gefragt, warum denn keiner etwas unternimmt und daher auch irgendwie ohnmächtig gefühlt.

Eine weitere Sache die mir überhaupt nicht gefallen hat ist die suggerierte Entscheidungsfreiheit. Ständig muss man sich in Dialogen, sei es nun in der Geschichte oder in Nebenquests, zwischen zwei Antwortmöglichkeiten wählen, die die Gesinnung zwischen Neutralität, Chaos und Ordnung festlegen. Einen wirklichen Einfluss auf die Handlung hat man damit aber nicht. Es ändern sich lediglich einige Bosskämpfe und in manchen Sequenzen tauchen andere Charaktere auf, selbst wenn deren Auftritt überhaupt keinen Sinn ergibt (Was bitteschön macht ein bewusstloser Rasputin plötzlich vor dem Tsukigata-Anwesen? Zumal er bis hierhin und auch einige Zeit danach in der Handlung überhaupt keine Rolle spielt. Eine bewusstlose Tae hingegen, die in dem Dorf immerhin ihren Recherchen nachgeht, ist schon eher nachzuvollziehen.). In den wirklich wichtigen Situationen ist man aber völlig der Willkür der Autoren ausgeliefert. Dass Raidou dabei, als stummer Avatar ohne eigenen Charakter, alles kommentarlos herunterschluckt macht die Sache nicht besser und die Aufarbeitung der Ereignisse durch andere Charaktere fällt allenfalls mangelhaft aus.
Durch die Gesinnung lässt sich auch das Ende geringfügig beeinflussen, wobei sich Neutralität und Chaos denselben Ausgang teilen und lediglich Ordnung minimalste Abweichungen aufweist. Im Grunde werden nur die Rollen zweier Charaktere vertauscht. Außerdem kommt es vor dem letzten Abschnitt des Enddungeons noch einmal zu einer kleinen Fragerunde, in der man die Punkte ordentlich zugunsten einer bestimmten Gesinnung hochtreiben kann, was alle zuvor getroffenen Entscheidungen praktisch invalidiert. Von dieser Stelle aus kann man sich dann innerhalb von c.a. zwei Stunden das jeweils andere Ende erspielen.

Und der letzte Faktor der mich sehr enttäuscht hat ist, dass zu den ganzen Geschehnissen und offen gebliebenen Fragen aus dem Vorgänger keinerlei Bezug genommen wird, bis auf einen kurzen, unnötigen Fanservice-Auftritt von Rasputin. Siehe dazu den ersten Spoilerkasten in meinem Beitrag zu Raidou Kuzunoha vs. The Soulless Army.



https://abload.de/img/collageb3k91.png (https://abload.de/img/collageunkkk.png)


Da das Spiel in großen Teilen identisch zum ersten Teil ist, möchte ich hier hauptsächlich auf die Unterschiede eingehen. Die angenehmste Änderung ist hier sicherlich, dass es in bewohnten Gebieten nun nicht mehr zu Kämpfen kommt und dies ausschließlich den Dungeons vorbehalten ist. Man kann auch den Spielstand des Vorgängers importieren und erhält einige Vorzüge. Zum Beispiel bis zu drei Gegenstände, die man beim Händler gegen ordentliche Geldsummen eintauschen kann. Zudem schließen sich Dämonen, die man bereits gefangen hatte, ohne eine Verhandlung einmalig sofort an. Ebenfalls sehr angenehm ist, dass man das Spiel nun mit 8 Slots für Dämonen startet und diese auf bis zu 20 erweitern kann, wovon weitere acht durch Titel und die restlichen vier durch Nebenquests vergeben werden. Somit halten sich die Platzprobleme in Grenzen und man kann "fröhlich" neue Dämonen fangen. Bessere Titel erhält man nach wie vor, indem man die Loyalität der Dämonen maximiert und man erhält diese nun sofort anstatt erst zum Tempel zurückkehren zu müssen. Das Fusionslabor ist nun über jeden Speicherpunkt erreichbar, so dass man nicht immer wieder einen Dungeon verlassen muss um zum Antiquitätenhändler zurückzukehren. Das Tragelimit einiger Heilgegenstände wurde von 9 auf 12 oder gar 99 erhöht. Bei allen Gegenständen die nicht für den Kampf gedacht sind beträgt es nun ebenfalls 99. Lediglich vom Soma, welches das komplette Magnetite regeneriert, kann nun nur noch ein Exemplar mitgeführt werden. Insgesamt gibt es also eine ganze Reihe von Quality of Life-Verbesserungen die das Spiel zugänglicher machen.

Die Anzahl der Kapitel wurde fast halbiert, dafür dauern diese aber nun länger. Die Dämonen haben außerhalb von Kämpfen neue Fähigkeiten. Z.B. kann man mit deren Hilfe nun die Gestalt anderer Personen annehmen um so in Gesprächen an mehr Informationen zu kommen. Leider wird dieses Feature nur sehr stiefmütterlich genutzt. Andere Dämonenfähigkeiten wurden beschnitten. Man kann z.B. nur noch die Gedanken der Leute lesen und sie nicht mehr in anderer Art und Weise beeinflussen. Das sorgt aber auch dafür dass man weniger unterschiedliche Dämonen benötigt bzw. diese nicht immer wechseln muss. Apropos wechseln, alle Aktionen die im Erstling noch Magnetite benötigten, können nun kostenlos ausgeführt werden. Außer natürlich der Einsatz von Fähigkeiten im Kampf.



https://abload.de/img/collage22j7t.png (https://abload.de/img/collagej7je7.png)


Der Kampf selbst findet nun in einer kompletten 3D-Arena statt. Das erleichtert vor allem die Einschätzung der Entfernung zum Gegner. Das hört sich zuerst wie eine Verbesserung an, leider ist das nur die halbe Wahrheit. Die Kamera zoomt sehr stark ins Geschehen hinein, so dass man nur die unmittelbare Umgebung von Raidou im Blick hat. Will man zum nächsten Gegner der sich außerhalb des Bildausschnittes befindet, so muss man diesen erst suchen. natürlich rennt man bei diesem Vorhaben prompt in dessen Angriff hinein, der aus dem Nichts kommt. Verstärkt wird diese Unannehmlichkeit noch dadurch, dass sich die Gegner nun ständig von einer Ecke zur nächsten teleportieren und man ihnen daher permanent genervt hinterherhechelt. Statt einem können nun gleich zwei Dämonen gleichzeitig beschworen werden. Diese können sich dann im Kampf gegenseitig unterstützen, z.B. wenn einer von ihnen oder gar Raidou mal bewegungsunfähig sein sollte. Man kann den Dämonen keine KI-Muster mehr vorgeben sondern nur noch deren Zauber oder Techniken bestimmen. Dazu kann man angeben welche davon automatisch wiederholt werden sollen. Sie verhalten sich dabei intelligent genug um diese nicht ununterbrochen einzusetzen. Haben sie z.B. die Schwachstelle eines Gegners getroffen und wurde dieser betäubt, so gehen sie in den Nahkampf über. Auf die Idee, gegnerischen Angriffen auszuweichen kommen sie allerdings nicht. Das muss man selbst in die Hand nehmen indem man sie zu sich zurückzieht und eventuell versteckt, so dass sie unverwundbar werden. Das geht aber immer nur für beide Dämonen gleichzeitig, man kann diese nicht individuell kontrollieren.

Raidou selbst ist nun wesentlich agiler unterwegs. Neben der Verteidigung, welche den Schaden gehörig reduziert und ihn auch noch unverwundbar gegenüber Statuskrankheiten macht, gehört nun ebenfalls eine Ausweichrolle zu seinem Repertoire. Das ist nett um schnell aus der Gefahrenzone zu gelangen, in der Praxis ist es meistens aber so, dass die eigenen Dämonen den Fluchtweg blockieren. Sowieso ist die Kollisionsabfrage nicht gerade die beste. So treffen z.B. Angriffe der Gegner, obwohl sie optisch daneben gingen. Wenn Gegner einen Flächenzauber um sich herum wirken, so werden sie im letzten Moment kurz vor der Ausführung an ihr Ziel teleportiert. Zudem wirken diese Flächenzauber auch noch, wenn die Animation bereits vorbei ist, weswegen man immer einen Tick länger warten muss bevor man aus der Deckung heraus geht oder seine Dämonen wieder losschickt.

Die Elementarpatronen wurden wegrationalisiert, was Raidous Pistole nun etwas redundanter macht und man mehr auf die Fähigkeiten der Dämonen angewiesen ist. Diese greifen auf einen zentralen Pool an Magnetite zu. Das ist vor allem zu Beginn einschränkend, da man im Gegensatz zum Vorgänger nicht einfach seine Dämonen auswechseln kann um auf deren exklusive Pools zuzugreifen. Stattdessen muss man nun geschickt die elementaren Schwächen der Gegner angreifen um sie zu betäuben. Denn verprügelt man sie in diesem Zustand, so wird eine besonders ordentliche Menge an Magnetite wiederhergestellt. Leider funktioniert dieses Betäuben nun nicht mehr zu hundert Prozent sondern nur noch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. Eine weitere Möglichkeit Magnetite zurückzuerlangen ist, wenn eigene Dämonen die ein bestimmtes Element aufsaugen, von einer entsprechenden Attacke getroffen werden. Auch das Besiegen von Gegnern stellt es wieder her, allerdings nur in ganz geringen Mengen.

Raidou besitzt eine ganze menge neuer Kombomöglichkeiten. Neben dem normalen Angriff gibt es nun auch einen Spezialangriff, der allerdings Magnetite verbraucht. Aus der Kombination von normalen- und Spezialangriffen ergeben sich neue Angriffsmuster und die daraus resultierenden Aktionen. Selbiges gilt für die unterschiedlichen Waffentypen, die Raidou einsetzen kann. Es ist nun möglich, sein Katana mit dem Geist verschiedener Schwerter, Speere und Äxte zu beseelen. Das Spiel verrät die entsprechenden Buttonkombinationen allerdings erst nach etwa der Hälfte, selbst die gedruckte Anleitung schweigt sich diesbezüglich aus. Daher wirkt es am Anfang so als wäre das Kampfsystem im Vergleich zum Vorgänger simplifiziert worden. Außerdem können nun mächtige Teamangriffe mit den Dämonen ausgeführt werden, die allen Gegnern Schaden zufügen und mit denen man einen Kampf schon mal sofort gewinnen kann, die allerdings auch ordentlich Magnetite verbrauchen.

Manchmal ist das Effektgewitter im Kampf aber zu extrem und es befinden sich zu viele Akteure in der Arena, so dass die Playstation 2 nicht mehr hinterher kommt und es zu heftigen Slow-Downs kommt. Es kommt immer mal wieder vor dass ein Gegner den Kampf unterbricht und nach Gnade fleht. Ich weiß nicht genau was das soll, denn bis auf eine einzige Ausnahme von mehreren dutzend dieser Situationen, war es völlig egal wie ich mich entschieden habe, der Gegner hat mich daraufhin sofort und ohne Verteidigungsmöglichkeit angegriffen. Manchmal kommt es zu Beginn eines Kampfes, analog der Thematik des Spiels, zu einem Glücks- oder Unglückroulette. Diese führt dann entweder zu entsprechenden Bonus wie einer erhöhten Angriffskraft bzw. besseren Erfolgsaussichten bei Dämonenverhandlungen oder eben zu Malus wie Angriffe die nur noch daneben gehen oder eigene Dämonen die versiegelt werden.
Mittels Glücksheuschrecken, die man in manchen Kämpfen einfangen kann, kann dieses Glücksroulette auch manuell ausgelöst werden. Ansonsten führen die Heuschrecken dazu, dass sich Raidous Glücksstatuswert passiv um bis zu zehn Punkte erhöht.



https://abload.de/img/collageeukvm.png (https://abload.de/img/collageg6kxq.png)


Kommen wir aber zum unschönsten Teil der Änderungen gegenüber dem Vorgänger. Dämonen werden nun nicht mehr gefangen indem man ihre Schwachstelle angreift. Stattdessen muss man mit ihnen kommunizieren und eine Verhandlung führen. Zu letzterem muss man sie aber zuerst einmal in einem Gespräch überzeugen. Die Dämonen stellen bis zu drei Fragen, bei denen man jeweils aus drei Antwortmöglichkeiten wählen muss. Diese wirken recht willkürlich, denn teilweise führen dieselben Antworten beim Aufeinandertreffen des gleichen Dämons zu unterschiedlichen Ergebnissen. Nach jeder Frage kann ein eigener Dämon einspringen und mit seiner Fähigkeit den Gesprächsverlauf positiv beeinflussen. Manche sind z.B. im Umgang mit einem bestimmten Geschlecht gewandt, andere können ihr Gegenüber einschüchtern etc. Das geht so weit, dass diese Fähigkeiten praktisch im Alleingang für den Gesprächsverlauf ausschlaggebend sind und die eigentlichen Antworten nur noch eine geringe Rolle spielen. Das ganze System ist also praktisch eine einzige Zeitverschwendung. Auf der anderen Seite ist es aber wohl auch besser so, da man sich die banalen Dialoge, die fast schon eine Zumutung sind, nicht mehr durchzulesen braucht. Es kann allerdings vorkommen dass manche Antworten einen Dämonen so sehr verärgern, dass er das Gespräch abbricht und entweder aus dem Kampf flieht oder Raidou sofort angreift.
Ist der Dämon mit dem Gesprächsverlauf zufrieden kommt es zur Verhandlung. Dabei fordert dieser bis zu fünf Tribute aus den Bereichen Energie, Magnetite, Geld, Edelsteinen oder Heilgegenständen. Anstatt dem Spieler eine Liste zu präsentieren wird aber nacheinander danach gefragt, was mal wieder nur Zeit verschwendet und die Verhandlung unnötig in die Länge zieht. Sind diese Forderungen erfüllt ist es aber mitnichten so, dass sich der Dämon brav der eigenen Truppe anschließt. Viel zu oft kommt es vor, dass er sich hinterher mit dem ganzen Kram aus dem Staub macht und man selbst mit leeren Händen dasteht. Manchmal schließt er sich in einem darauf folgenden Kampf dann automatisch an, meistens muss man aber eine neue Verhandlung starten, nebst dem vorgeschobenen Dialog.
Sabotiert werden die Gespräche auch ständig durch zufällige Ereignisse. So kommt es vor, dass ein Dämon den Spieler heilt und sich dann aus dem Staub macht. Es kann sein dass ein anderer Dämon plötzlich in ein Gespräch grätscht und man sich dann mit diesem abgeben muss. Während eines Gesprächs setzt plötzlich ein eigener Dämon ungefragt seine Fähigkeit ein, die den gegnerischen Dämon aber verärgert und dieser das Gespräch abbricht. zudem kommt es bei bestimmten Konstellationen von eigenen und gegnerischen Dämonen zu einmaligen, selbstablaufenden Gesprächen unter diesen, die allerdings zu nichts führen und lediglich den Kampf beenden. Das ist alles ziemlich nervig wenn man es auf bestimmte Dämonen abgesehen hat und diese Ereignisse das immer wieder vereiteln. Vor allem, da man Dämonen mehrfach einfangen muss um sie als Fusionsfutter zu verheizen, da die Kosten um sie nachzubeschwören besonders am Anfang einfach viel zu hoch sind.



https://abload.de/img/collage1ujvr.png (https://abload.de/img/collageebkxz.png)


Einzigster Lichtblick ist da, dass man nun immerhin nicht mehr die Loyalität der Dämonen auf das Maximum bringen muss, um sie zu fusionieren. Dennoch wirkt sich das durchaus positiv aus, denn haben sie das Maximum erreicht, erhalten sie eine zusätzliche passive Fähigkeit. Bis zu sechs von diesen können gleichzeitig ausgerüstet werden. Bei einer Fusion werden aber auch nicht verwendete Fähigkeiten vererbt, so dass man sich diese bei dem neu entstandenen Dämon erneut aussuchen kann.
Stark aufgebohrt wurde die Schwertfusion. Dazu werden nun nicht mehr andere Dämonen verwendet, sondern diverse Edelmetalle. Mit diesen beseelt man praktisch das eigene Katana mit den Geistern diverser Schwerter, Speere und Äxte. Das bedeutet, dass Raidous Waffe zwar trotzdem immer gleich aussieht, bei bestimmten Aktionen sieht man aber die Spektralform des entsprechenden Waffentyps. Eine solche Fusion ändert nicht nur den Waffentyp und damit die verfügbaren Kombos im Kampf, es wird zudem auch die Angriffskraft verbessert und es gibt zusätzliche Bonus auf unterschiedliche Statuswerte und sogar passive Fähigkeiten, wie z.B. eine erhöhte Magnetite-Absorption oder Resistenzen gegen verschiedene Elemente. Da es so viele unterschiedliche Varianten gibt ist Raidou nicht mehr auf ein einziges Schwert beschränkt, sondern führt einen ganzen Waffenschrank mit sich. Die unterschiedlichen Klingen müssen allerdings bereits vor einem Kampf ausgerüstet werden und können währenddessen leider nicht gewechselt werden. Generell finde ich das System cool, was mich aber gestört hat ist, dass es viel zu viele unterschiedliche Materialien gibt. Für jedes Element gibt es die verschiedensten Wertigkeiten. Das führte dazu, dass ich manche Materialien im Überfluss hatte, allerdings nie benötigte, während andere Mangelware waren. Paradoxerweise waren das sogar meistens Materialien der niedrigsten Wertigkeit. Ebenfalls dämlich ist, dass es keinen Statusbildschirm gibt der aufzeigt, wie sich der zu erwartende Endschaden verändert. So weiß man z.B. ohne es auszuprobieren nicht, ob eine Waffe die einen höheren Grundschaden hat besser ist als eine Waffe mit niedrigerem Grundschaden aber dafür einem Bonus auf Stärke.


Was die Dungeons betrifft muss man sich auf einem Mix aus alten und neuen gefasst machen. So sind z.B. die ganzen dunklen Versionen der Stadteile wieder vorhanden. Der Enddungeon des Vorgängers ist sogar als optionaler Dungeon enthalten. Neu ist, dass Dämonen, die alleine losgeschickt werden, nicht mehr in Zufallskämpfe verwickelt werden können. Dafür können sie aber nicht mehr für unbegrenzte Zeit herumlaufen, sondern kehren irgendwann automatisch zu Raidou zurück. Die Barrieren die man im vorangegangenen Spiel noch in einem Kampf mit den richtigen Elementarzaubern zerstören musste, sind nun weggefallen. Stattdessen versperren elementare Steinblockaden den Weg, die direkt mit der entsprechenden Erkundungsfähigkeit eines Dämonen wie "Ignite" oder "Cool Down" zerstört werden können. Darüber hinaus gibt es eine neue Barrierenart. Diese lässt nur Dämonen hindurch die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, wie z.B. das Vorhandensein einer bestimmten Fähigkeit oder das Erreichen eines bestimmten Schwellwerts bei einem Statuswert. Hinter der Barriere muss dann ein Kristall gefunden werden, den es in einem Button-Mashing-Minispiel zu zerstören gilt. Während diesem wird dem Dämon ständig Energie abgezogen und bevor der Lebensbalken komplett geleert ist muss man ihn durch einen anderen auswechseln, der für ihn übernimmt. hat man es erfolgreich beendet kann es aber sein, dass sich einige der eingesetzten Dämonen verlaufen haben. Das bedeutet, dass man nicht mehr auf sie zugreifen kann und sie zuerst wiederfinden muss. Dies geschieht in Zufallskämpfen, in denen sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wieder auftauchen und sich dem Spieler dann automatisch anschließen. Außerdem sind manche Räume in Feuer, Eis oder Dunkelheit gehüllt, in denen Raidou ebenfalls die Fähigkeit eines Dämonen einsetzen muss, um sich vor Schaden oder noch schlimmer, vor Geldverlust zu schützen.


Der erste Teil ist relativ geradlinig und außer ein paar optionalen Minidungeons gibt es nichts was man abseits der Haupthandlung unternehmen kann. Hier hingegen wurden 100 Nebenquests integriert. Die Aufträge erhält man durch Gespräche mit NPCs oder sogar Dämonen im Kampf und kann sie anschließend in der Narumi-Detektei annehmen. Sie variieren stark in ihrer Komplexität. Einige wenige erzählen eine kleine Minigeschichte und man muss an deren Enden oftmals einen Bosskampf bestreiten. Die meisten sind aber lediglich Fetchquests, bei denen man bestimmte Gegenstände abgeben muss und die dadurch sofort über das Menü, mit einem simplen Knopfdruck, erledigt werden können, was relativ spaßbefreit ist. Einige dieser Nebenquests können auch beliebig oft wiederholt werden, so dass man z.B. ungenutzte Gegenstände gegen bessere eintauschen kann.



https://abload.de/img/collagen1jck.png (https://abload.de/img/collagez3kry.png)




Ein Großteil der Musik wurde aus dem ersten Teil übernommen. Dennoch gibt es einige neue Stücke die recht gut ausgefallen sind. Alte Lieder wie die verschiedenen Kampfthemen werden sogar in speziellen Kämpfen oder in optionalen Dungeons wiederverwendet.

New Battle

https://www.youtube.com/watch?v=N3AgvfrDhEI

The Summoner of Tsukigata

https://www.youtube.com/watch?v=nkppZjrj6Ao

Decisive Battle

https://www.youtube.com/watch?v=cWm6mkq6bE4

Fiend Battle

https://www.youtube.com/watch?v=mvap8gkDfB8

Whole Sadness

https://www.youtube.com/watch?v=lojFjt58YYE

Battle -Naomi-
(Arrangement eines Stücks aus Devil Summoner: Soul Hackers)

https://www.youtube.com/watch?v=xKGpLwKJjbc



Fazit
Raidou Kuzunoha vs. King Abaddon bringt einige Quality of Life-Verbesserungen mit sich, die es angenehmer spielbar machen als noch der Vorgänger. Auch das Kampfsystem fühlt sich nun dynamischer an. Leider macht es auch vieles falsch. Das neue Dämonenrekrutierungssystem nervt mit seinen belanglosen Dialogen und der übermäßigen Zufallskomponente, so dass man sich nie sicher sein kann ob man einen Dämonen den man fangen will nun bekommt und wenn nicht, wann man das nächste Mal auf ihn trifft. Beim Kampfsystem stören die nahe Kamera, die die Übersicht erschwert, sowie das ständige Herumteleportieren gegnerischer Dämonen. Die Handlung selbst ist solide, konnte mich aber nicht sonderlich beeindrucken. Ihr fehlt eine gewisse Sogwirkung aufgrund mangelnder Mindfuck-Momente und auch die neuen Charaktere sind mir zum Großteil egal gewesen. Immerhin werden die bereits bekannten Nebendarsteller nun etwas mehr in die Handlung integriert. Alles in allem konnte mich dieser Teil also weniger überzeugen als noch der Vorgänger.



Wertung: ★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv"


★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert


Mobile: ←L/R→ wischen für mehr Details


#
Pic
Titel
System
Typ
Wertung


01
https://up.picr.de/35867395co.png
Persona 3
https://up.picr.de/31412161ds.png
PS2
BasisspielErweiterung
★★★★☆
(4/5)


02
https://up.picr.de/35867397kb.png
Persona 5
https://up.picr.de/31412163yg.png
PS4
Basisspiel
★★★★☆
(4/5)


03
https://up.picr.de/35867396be.png
Persona 4
https://up.picr.de/31412161ds.png
PS2
Basisspiel
★★★★☆
(4/5)


04
https://up.picr.de/35867394wi.png
Digital Devil Saga 2
https://up.picr.de/31412161ds.png
PS2
Basisspiel
★★★☆☆
(3/5)


05
https://up.picr.de/35867398hf.png
Tokyo Mirage Sessions #FE
https://up.picr.de/34546926nd.png
Wii U
Basisspiel
★★★☆☆
(3/5)


06
https://up.picr.de/34547044vs.png
Devil Summoner: Raidou Kuzunoha vs. The Soulless Army
https://up.picr.de/31412161ds.png
PS2
Basisspiel
★★★☆☆
(3/5)


07
https://up.picr.de/34547045yb.png
Devil Summoner 2: Raidou Kuzunoha vs. King Abaddon
https://up.picr.de/31412161ds.png
PS2
Basisspiel
★★☆☆☆
(2/5)


08
https://up.picr.de/35867393br.png
Digital Devil Saga
https://up.picr.de/31412161ds.png
PS2
Basisspiel
★★☆☆☆
(2/5)






https://abload.de/img/80-up134-01589kkli.jpg (https://abload.de/img/80-up134-0158a4jit.jpg)

► Zur Spieleübersicht

Bildquelle: Luisfe (https://lparchive.org/Shin-Megami-Tensei-Devil-Summoner-2/)

Nayuta
17.06.2019, 20:35
Zwischenfazit

https://up.picr.de/36001728df.png




Challenge Stand:
08 / 16




Die Halbzeit der diesjährigen Challenge wurden erreicht. Zeit, die bisherigen Spiele noch einmal kurz Revue passieren zu lassen und einen Blick in die Zukunft zu wagen, in der sich so einiges ändern wird.



Rückblick
Angefangen hat es mit Cosmic Star Heroine, welches im letzten Jahr von Limited Run Games endlich in physischer Form veröffentlicht wurde. Obwohl es grafisch durchaus überzeugen konnte, drückten die Story und vor allem die Charaktere, deren Persönlichkeiten sich kaum voneinander unterschieden, meine Meinung vom Spiel stark nach unten. Kann man mal gespielt haben, sollte aber nichts Großartiges erwarten. Ein weiterer Nachzügler aus dem letzten Jahr war dann Brave Battle Saga: Legend of the Magic Warrior. Dieses "uralte" taiwanesische RPG vom Mega Drive wurde von Piko Interactive lizenziert und endlich offiziell im Westen veröffentlicht. Zwar wollte ich die Piko-Fassung spielen, da ich mir aber kein funktionierendes ROM erstellen konnte musste aber die bereits seit Jahren erhältliche Fanübersetzung herhalten. Da die Piko-Fassung aber auf dieser basiert und außer einem Charaktersprite wohl nichts geändert wurde, ist das aber verschmerzbar. Leider stellte sich heraus dass es sich hierbei weniger um einen unbekannten Geheimtipp handelt, als vielmehr um ein recht belangloses, veraltetes Spiel welches spürbar aus der Zeit gefallen ist.
Besonders gut gefallen hat mir das Add-on Volume 4 Reconnection zu .hack//G.U., welches extra für die Last Recode-Neuauflage neu entwickelt wurde. Eigentlich hatte ich einen kurzen, zwei bis dreistündigen Epilog erwartet, doch mit dem ganzen Bonuskram bin ich locker auf zehn stunden Spielzeit gekommen. Wer es allerdings direkt nach dem Hauptspiel angeht, für den dürfte der Bonusinhalt uninteressant sein, da er sowieso schon das maximale Level erreicht hat. Die ganze Atmosphäre, die Handlung und die tolle Musik hatten mich aber sofort in ihren Bann gezogen.
Etwas holpriger gestaltete sich der Einstieg in die Trails-Serie. The Legend of Heroes: Trails in the Sky bot zwar einen soliden Einstieg, hat danach aber etwas den Faden verloren und sich in zu vielen Belanglosigkeiten verloren. Obwohl auch der direkte Nachfolger, The Legend of Heroes: Trails in the Sky SC, seine Längen hat, konnte mich die Handlung schon mehr mitreißen, da sich hier der umspannende Plot endlich entfaltete. The Legend of Heroes: Trails in the Sky the 3rd war ursprünglich nicht für die diesjährige Challenge geplant, da ich es lediglich für ein Dungeoncrawling Spin-Off hielt und dachte, dass es für die Handlung nicht so relevant wäre. Letztendlich war es aber die richtige Entscheidung es doch zu spielen, da hier viele Charaktere in die entsprechenden Positionen für die Nachfolger der Serie gebracht wurden und diese dann wohl besser zu verstehen sein sollten. Außerdem waren viele der Erinnerungen echt toll geschrieben, auch denn sich das Grundspiel eher dürftig präsentierte.
Die übernatürlichen Abenteuer des Dämonenbeschwörers Raidou Kuzunoha habe ich in Devil Summoner: Raidou Kuzunoha vs. The Soulless Army sowie Devil Summoner 2: Raidou Kuzunoha vs. King Abaddon bestritten. Während der erste Teil durchaus solide daherkam, auch wenn die Geschichte leider erst sehr spät an Fahrt aufnahm, hatte dessen Nachfolger einfach zu viele Dinge die mich gestört haben, nebst der leicht unterwältigenden Handlung, weswegen ich hier leider gegen die allgemeine Meinung anschwimmen muss und den Teil schlechter einordne.


Die Rangliste der bisherigen Spiele gestaltet sich wie folgt:

Mobile: ←L/R→ wischen für mehr Details


#
Pic
Titel
System
Typ
Wertung


01
https://up.picr.de/34546991op.png
.hack//G.U. Last Recode
Vol. 4//Reconnection
http://up.picr.de/31412163yg.png
PS4
Erweiterung
★★★★☆
(4/5)


02
https://up.picr.de/34547008wi.png
The Legend of Heroes: Trails in the Sky SC
https://up.picr.de/31412164zw.png
PSP
Basisspiel
★★★★☆
(4/5)


03
https://up.picr.de/35598331dl.png
The Legend of Heroes: Trails in the Sky the 3rd
https://up.picr.de/35671344cm.png
PC
Basisspiel
★★★☆☆
(3/5)


04
https://up.picr.de/34547007ax.png
The Legend of Heroes: Trails in the Sky
https://up.picr.de/31412164zw.png
PSP
Basisspiel
★★★☆☆
(3/5)


05
https://up.picr.de/34547044vs.png
Devil Summoner: Raidou Kuzunoha vs. The Soulless Army
https://up.picr.de/31412161ds.png
PS2
Basisspiel
★★★☆☆
(3/5)


06
https://up.picr.de/34547045yb.png
Devil Summoner 2: Raidou Kuzunoha vs. King Abaddon
https://up.picr.de/31412161ds.png
PS2
Basisspiel
★★☆☆☆
(2/5)


07
https://up.picr.de/34546981oe.png
Cosmic Star Heroine
http://up.picr.de/31412163yg.png
PS4
Basisspiel
★★☆☆☆
(2/5)


08
https://up.picr.de/34546987xt.png
Brave Battle Saga: Legend of the Magic Warrior
https://up.picr.de/34546941dt.png
SMD
Basisspiel
★☆☆☆☆
(1/5)




★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert






Ausblick
Für die restliche Challenge wird es viele Spieleauswechslungen geben. Aufgrund meiner schlechten Erfahrungen mit dem nervigen Dämonenrekrutierungssystem aus Devil Summoner 2 habe ich keine Lust mehr, mir weitere belanglose Dialoge anzutun und streiche daher alle drei geplanten Persona-Spiele. Vielleicht gehe ich diese mal in einer nachfolgenden Challenge an, aber dieses Jahr habe ich dafür einfach keinen Nerv mehr. Die frei gewordenen Slots werden durch die beiden Magna Carta Teile, Tears of Blood auf der Playstation 2 und den zweiten Teil auf der Xbox 360, aufgefüllt. Den eigentlichen ersten Teil der Serie, The Phantom of Avalanche, welcher nur auf dem PC veröffentlicht wurde, muss ich leider mangels vorhandener Übersetzung auslassen. Dafür nimmt das außerplanmäßige Trails in the Sky the 3rd den letzten offenen Platz ein.
Außerdem tausche ich die beiden Trails of Cold Steel-Teile gegen die Crossbell-Ableger Zero no Kiseki und Ao no Kiseki aus. Das liegt zum einen daran, dass mir diese Reihenfolge von StarOceanFan empfohlen wurde, zum anderen aber auch daran dass ich nach den Ereignissen aus Trails in the Sky the 3rd Crossbell als das erst mal interessantere Szenario ansehe. Zwar mache ich mir bezüglich der Qualität der Übersetzung einige Sorgen, aber im Notfall heißt es halt "Augen zu und durch". Immerhin habe ich Nayuta no Kiseki und Xuan-Yuan Sword überlebt, schlimmer kann es schon nicht werden. Oder doch? :D
Da die Erweiterung Torna ~ The Golden Country von Xenoblade Chronicles 2 nicht nur eigenständig spielbar ist, sondern auch noch eine physische Fassung erhalten hat, hebe ich es auf den Status eines vollwertigen Spiels herauf, welches ich separat für die Challenge werte. Platz muss dafür leider Xenoblade Chronicles X machen. Vielleicht wird es nächstes Jahr etwas. Dadurch bleiben nur noch die beiden Spiele Xenoblade Chronicles und Xenoblade Chronicles 2 wie geplant in der zweiten Hälfte Challenge.


Alle Änderungen hier noch einmal grafisch aufbereitet.

Mobile: ←L/R→ wischen für mehr Details



+


-



https://up.picr.de/35857201kc.png
The Legend of Heroes: Zero no Kiseki
https://up.picr.de/34547009hy.png
The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel


https://up.picr.de/35857200dp.png
The Legend of Heroes: Ao no Kiseki
https://up.picr.de/34547010px.png
The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 2


https://up.picr.de/35598331dl.png
The Legend of Heroes: Trails in the Sky the 3rd
https://up.picr.de/34547039hc.png
Persona


https://up.picr.de/35857198mt.png
Magna Carta: Tears of Blood
https://up.picr.de/34547041wm.png
Persona 2: Innocent Sin


https://up.picr.de/35857199vj.png
Magna Carta 2
https://up.picr.de/34547042tc.png
Persona 2: Eternal Punishment


https://up.picr.de/35857204yy.png
Xenoblade Chronicles 2: Torna ~ The Golden Country
https://up.picr.de/34547013pd.png
Xenoblade Chronicles X

Nayuta
23.06.2019, 22:52
Magna Carta: Tears of Blood
~ Ersteindruck ~

https://up.picr.de/35857214fx.png


Ich habe jetzt mal einige Stunden in Magna Carta reingespielt und was sich bisher sagen lässt: das Spiel ist langsam. Seeehr laaangsaaam. Das Speichern dauert ewig, die Ladezeiten zwischen Bildschirmwechsel dauern lange, die Ladezeiten in und aus Kämpfen heraus ebenfalls, es dauert nach der Eingabe ewig bis eine Kampfanimation mal beginnt und zu allem Überfluss muss man auch noch in Schrittgeschwindigkeit durch die Dungeons schleichen, denn nur so erkennt man Gegner (und Schatzkisten, an denen könnte man sonst direkt vorbeilaufen und würde sie nicht sehen) rechtzeitig. Rennt man einfach durch, so wird man von den meisten Gegnern überrascht, was bei dem Kampfsystem ganz ganz schlecht ist.

Selbiges ist übrigens äußerst interessant. Man hat einen Kreis in dem man drei Symbole zum richtigen Zeitpunkt treffen muss, ähnlich dem Schicksalsring in Shadow Hearts. Nur dass man hier nicht verfehlen darf, da der Angriff ansonsten komplett abbricht und man mit noch mehr Malus belegt wird. Man muss also jederzeit konzentriert bei der Sache sein und darf sich keine Unaufmerksamkeit leisten. Jedes Mal wenn ich mit dem Spiel anfange brauche ich erst ein paar Kämpfe um wieder reinzukommen. Außerdem hat man keine Magie- oder Technikpunkte, sondern zieht das Chi aus der Umgebung ab. In den Gebieten ist das Chi unterschiedlich verteilt. Man muss also immer schauen von welchem Chi-Element reichlich vorhanden ist und mit dem Charakter agieren der diese Elemente nutzt. Oder man manipuliert es an diversen Laternen zu seinen Gunsten. Außerdem kann man sich frei in der Kampfarena positionieren, was der ATB-Komponente mehr Sinn verleiht als in rein statischen Systemen wie z.B. den älteren Final Fantasies.

Wenig gelungen sind hingegen die Dialoge. Zwar möchte ich mir da oft schon rein inhaltlich ein Brett gegen den Kopf knallen, aber die englische Synchronisation setzt dem ganzen die Krone auf. Diese ist schlimm. Richtig schlimm! Zugegeben, nicht ganz so schlimm wie die deutsche Synchro von Grandia, aber viel fehlt dazu nicht mehr. Die Sprecher wirken so als hätte man sie direkt von der Straße aufgegabelt.^^'

Was ich bereits vermasselt habe sind die Nebenquests. Man kann nur eine einzige annehmen, möchte man eine andere angehen muss man die aktuelle abbrechen. Dies muss man beim ursprünglichen Auftraggeber tun. Das Problem ist aber, dass das Spiel äußert linear ist und einen nicht in vorherige Gebiete zurück lässt, wenn es die Story nicht vorsieht. Daher kann ich aktuell keine neuen Quests annehmen und weiß auch nicht, wann und ob ich überhaupt irgendwann dorthin zurückkomme wo ich sie angenommen habe.

Bisher hinterlässt das Spiel einen gemischten Eindruck. An der Story habe ich durchaus Interesse, allerdings wird diese sehr konfus erzählt und die Gespräche sind wie gesagt grenzwertig. Das Kampfsystem hingegen ist ganz interessant, wenn auch nicht sonderlich tief.

Kadaj
24.06.2019, 18:24
Magna Carta: Tears of Blood
~ Ersteindruck ~

https://up.picr.de/35857214fx.png


Ich habe jetzt mal einige Stunden in Magna Carta reingespielt und was sich bisher sagen lässt: das Spiel ist langsam. Seeehr laaangsaaam.



Wenn ich mich recht erinnere (ist halt schon ewig her) war das damals bei mir auch der Hauptgrund, warum ich das Spiel abgebrochen habe. Irgendwann war das einfach nur unerträglich. Allgemein ist das Spiel aber nicht gut und die Synchro auch eine absolute Katastrophe. Den zweiten Teil dagegen hab ich eigentlich als relativ gut in Erinnerung. Hat durchaus Spaß gemacht.

LittleChoco
24.06.2019, 18:48
Glückwunsch zur Halbzeit! ^.^

Dein Ersteindruck zu Magna Carta lässt ja nichts Gutes hoffen - dabei hab ich das Ding auch noch in meinem Backlog. Zwar geht jeder anders an Spiele etc. ran, aber wenn ich jetzt schon in diversen Punkten mit dir übereinstimme, ahne ich Furchtbares. :X

Nayuta
25.06.2019, 17:44
@LittleChoco
Vielen dank! :)

@Kadaj
Die erzwungene, niedrige Laufgeschwindigkeit in den Dungeons war vor über 10 Jahren, als ich es mal kurz angespielt hatte, auch der Grund, weswegen ich das Spiel nie weiter verfolgt habe. Heute bin ich was das betrifft etwas geduldiger, da macht es mir nicht mehr ganz so viel aus.




Zum Spiel:
Ich hätte nicht erwartet dass sich die Party in zwei Gruppen aufteilt und man mit diesen eine ganze Weile in der Welt unterwegs ist, auch wenn das bislang hauptsächlich bedeutete, neben einigen neuen- auch bereits besuchte Gebiete erneut abzuklappern. Man kann sogar an einigen Stellen frei zwischen den Parties wechseln.
Eine Gruppe stellte sogar kurzzeitig einen richtigen Nervenkitzel dar. Man war in dieser anfangs nur mit zwei Heilerinnen unterwegs, die im Kampf praktisch nichts aushalten. Mit diesen musste man wirklich perfekt spielen und durfte keine Angriffe vermasseln, sonst wurde es brenzlig. Jede musste mal abwechselnd den Tank spielen, bis ihre HP zu niedrig waren, damit die andere angreifen konnte. Heilen war keine Option, da das viel zu lange dauerte und man praktisch in eine Pattsituation kam. Bei einem Fehler hätte jeder Kampf der letzte sein können. Sich einfach an den Gegnern vorbeizuschleichen war sogar ein noch größeres Risiko als den Kampf zu suchen, denn wenn sie einen entdeckten und dann im Kampf die Initiative bekamen, konnte man gleich den Resetknopf drücken. Flucht war ebenfalls keine Option, denn die Wahrscheinlichkeit dass es funktioniert ist in dem Spiel, selbst mit voller ATB-Leiste, so gering, dass man darauf gar nicht erst zu hoffen braucht.

LittleChoco
26.06.2019, 16:17
Man war in dieser anfangs nur mit zwei Heilerinnen unterwegs, die im Kampf praktisch nichts aushalten. Mit diesen musste man wirklich perfekt spielen und durfte keine Angriffe vermasseln, sonst wurde es brenzlig. Jede musste mal abwechselnd den Tank spielen, bis ihre HP zu niedrig waren, damit die andere angreifen konnte. Heilen war keine Option, da das viel zu lange dauerte und man praktisch in eine Pattsituation kam. Bei einem Fehler hätte jeder Kampf der letzte sein können. Sich einfach an den Gegnern vorbeizuschleichen war sogar ein noch größeres Risiko als den Kampf zu suchen, denn wenn sie einen entdeckten und dann im Kampf die Initiative bekamen, konnte man gleich den Resetknopf drücken. Flucht war ebenfalls keine Option, denn die Wahrscheinlichkeit dass es funktioniert ist in dem Spiel, selbst mit voller ATB-Leiste, so gering, dass man darauf gar nicht erst zu hoffen braucht.

Oh, oh!

Wo ich doch in so was richtig, richtig ... gar nicht gut bin. X\

Nayuta
26.06.2019, 23:39
Ich denke ein guter Anhaltspunkt ist Shadow Hearts. Wer mit dem dortigen Kampfsystem nichts anfangen kann, der braucht Magna Carta aufgrund des wesentlich unverzeihlicheren Systems gar nicht erst zu versuchen. Die Sache ist, um überhaupt neue Techniken zu erlernen muss man die Symbole "perfekt" (innerhalb einer gewissen Toleranz) treffen und selbst dann werden sie nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit freigeschaltet, man muss es also mehrmals versuchen. Je höherwertig die Technik ist, desto weniger Versuche hat man pro Kampf, denn um die bereits freigeschalteten Techniken zu nutzen muss man zuerst die niedrigeren Techniken der Reihe nach anwenden, wodurch man schon einige Gegner erledigt. Und rate mal was passiert wenn man eine Technik versemmelt? Nicht nur wird der gesamte Angriff abgebrochen, nein, alle in diesem Kampf freigeschalteten Techniken werden resettet und man muss von vorne beginnen - und die Leiste für Spezialangriffe wird ebenfalls zurückgesetzt. :)
Wurstelt man sich irgendwie durchs Spiel, dürfte spätestens bei den Bossen Schluss sein. Diese haben nämlich Schilde die den Schaden enorm verringern. Pro Angriff wird ein Schild zerstört, allerdings haben nur die höherwertigen Techniken genügend Angriffe um die Schilde komplett zu entfernen und danach noch etwas Schaden zu verursachen. Ach ja, unterschiedliche Charaktere haben auch unterschiedliche Timings für ihre Symbole, was die Umstellung beim Wechsel erschwert.
Ich will nicht sagen dass das Spiel schwer ist, davon ist es weit entfernt, aber wenn man Timing-Probleme hat kann ich mir vorstellen, dass es schon ungemütlich werden könnte.


Ich habe mal ein Gameplay-Video zur PSP-Version angeschaut und es scheint als wäre das Spiel dort etwas entschärft worden. Die ganze Lauf-/ Rennmechanik gibt es nicht mehr. Man kann durch die Dungeons rennen und sieht trotzdem alle Gegner und Truhen. Außerdem werden Angriffe auch dann ausgeführt, wenn man ein Symbol verfehlt. Bis auf niedriger aufgelöste Texturen und Schatten sieht das Spiel identisch zur Playstation 2-Fassung aus. Die Performance konnte ich nicht beurteilen, aber die ist auf der Playstation 2 schon gelinde gesagt "nicht gut".^^' Leider ist mir nicht bekannt ob es eine Fanübersetzung dafür gibt, daher ist es nur etwas für Japanischkundige.



Zum Abschluss ein ganz kurzer Statusbericht:
Das Spiel fängt an den Bogen "leicht" zu überspannen. Jetzt musste ich schon mit der zweiten Party einen langen Dungeon durchqueren, DIREKT nachdem ich ihn mit der ersten Party absolviert hatte. Irgendwelche Abweichungen im Dungeondesign gab es natürlich nicht. So kann man die Spielzeit auch strecken. Anfangs fand ich es noch cool mit zwei Parties unterwegs zu sein, aber wenn das jetzt nur für so etwas verwendet wird dann nehme ich davon wieder Abstand.

Nayuta
07.07.2019, 22:28
Magna Carta: Tears of Blood

https://abload.de/img/titlep6k27.jpg (https://abload.de/img/titlep6k27.jpg)



Challenge #:
09


System:
Playstation 2 (NTSC-U)



https://up.picr.de/31412161ds.png





► Zum Ersteindruck


Vorwort
Magna Carta: Tears of Blood. Dies beschreibt ziemlich präzise meinen Zustand beim spielen, da sich währenddessen mein Hirn verflüssigte und in Form von Blut aus meinen Augen gequollen ist


Das Spiel
Vor hunderten von Jahren erreichten menschliche Emigranten über das Meer den neuen Kontinent Efferia. Dort fanden sie die Yason vor, eine humanoide Rasse mit verformten Ohren und roten Stigmata am Körper, den so genannten Vindi. Obwohl die beiden Rassen anfangs friedlich zusammen lebten, begannen die Menschen einen Krieg um die Ressourcen gegen die Yason, die schließlich zum Gegenschlag ausholten. In die Enge gedrängt entsandten die Menschen eine Gruppe Elitekämpfer, welche später als die Acht Helden in die Geschichte eingingen, hinter die feindlichen Linien. Diese schafften es, den Tree of Light, der die Yason mit Chi versorgte und damit für deren überlegene Macht verantwortlich war, zu versiegeln, sowie das Light of Salvation zu stehlen und in acht Splitter zu zerteilen. Von ihrer Energiequelle getrennt fielen die Yason einer Krankheit anheim, dem “Rheuma“, die ihre Opfer langsam verholzen lässt.
Seit dem sind 50 Jahre vergangen. Die Yason, die gegen die Krankheit immun waren, bildeten die Elitetruppe der Blast Worms, die seither Angst und Schrecken unter den Menschen verbreitet. Eines der Opfer ist der Protagonist Calintz, dessen Heimatdorf Fuget in seiner Jugend von einer Einheit der Blast Worms zerstört wurde. Seitdem sinnt er auf Rache und gründete daher die Söldnergilde der Tears of Blood, die sich aus Individuen zusammensetzt, die noch eine offene Rechnung mit den Yason zu begleichen haben. Mit dieser ist er maßgeblich an einem geplanten Angriff auf die Hauptstatt der Yason, Epentar, mittels verbotener Magie beteiligt. Doch der Angriff wird durch Amila, die Königin der Yason, vereitelt und er und seine Gefährten müssen den Rückzug antreten. Er sichert den Fluchtweg, fällt dabei aber in die Fluten eines Flusses und wird in einer Höhle angespült. Nachdem er wieder zu sich kommt, wird er von dem mysteriösen Mädchen Reith gesund gepflegt, die an Amnesie zu leiden scheint. Aufgrund ihrer heilenden Fähigkeiten hält er sie für eine Priesterin, die am Angriff auf die Yason beteiligt war und beschließt aus Dankbarkeit, sie zum Tempel der Priester in Amabat zu eskortieren. Doch soll dieser Weg nicht ganz ohne Schwierigkeiten verlaufen, denn die Yason scheinen es auf sie abgesehen zu haben. Und ist das Mädchen wirklich die für die Calintz sie hält? Bereits nach einem verdächtigen Umschnitt im FMV-Intro war mir klar wer sie ist, noch bevor ich wirklich mit dem Spiel begonnen und die Charaktere kennengelernt habe. :rolleyes:



https://abload.de/img/collageknjvw.jpg (https://abload.de/img/collageknjvw.jpg)


Obwohl nicht sonderlich originell, denke ich dass die Story wirklich Potenzial hatte. Besonders anfangs war ich optimistisch, dass sie vielleicht nicht der Oberhammer- aber ganz nett sein würde. Doch mit andauernder Spielzeit lösten sich meine Hoffnungen nach und nach in Luft auf. Denn leider wird diese immer schlechter, macht tausende offene Stränge auf, die nicht ordentlich abgeschlossen werden und irgendwo im Sand verlaufen oder genauso schnell abgehandelt werden wie sie aus dem Hut gezaubert wurden. Da kann es schon mal vorkommen, dass in der einen Szene aus dem Nichts eine Rebellion ausbricht und in der nächsten diese dann schon wieder zerschlagen wurde. Spielzeit dazwischen: 10 Minuten. Oder in der einen Szene verlangt ein Charakter Informationen über einen anderen und in der nächsten kommt es bereits zu einem Treffen zwischen diesen, ohne eine Entwicklung dazwischen und trotz gigantischen Hürden. Das Spiel besteht aus sehr vielen Zwischensequenzen, doch die meisten sind ziemlich Inhaltsleer und es wird sich mehr auf Kamerafahrten und tot dreinblickende Charaktere konzentriert, als wirklich Inhalt zu vermitteln. Der Gegenentwurf dazu sind Sequenzen, in denen die Charaktere in furchtbar geschriebenen Dialogen miteinander kommunizieren und auf die dümmsten und widersprüchlichsten Ideen kommen. Zwischensequenzen wirken oft konfus und enden abrupt, obwohl man nicht das Gefühl hat dass das Gespräch zufrieden stellend beendet wurde oder man genügend Hintergrundinformationen erhalten hat.
Noch schlimmer sind die zahlreichen Gespräche, die nur in Form von Textboxen vor verschwommenem Hintergrund stattfinden. Wenn z.B. feindliche Agenten eine Bombe zünden und sich der Freund des Protagonisten in letzter Sekunde todesmutig vor diesen wirft, um ihn vor der Druckwelle zu schützen, so findet dies ausschließlich in textueller Form statt, mit der kleinen Ausnahme dass der Bildschirm kurz weiß aufblitzt. Na immerhin…
Dass viele wichtige Story-NPCs meistens nur in solchen Textbox-Sequenzen erscheinen und ansonsten in der Spielwelt nirgendwo zu finden sind, trägt ebenfalls nicht gerade zur Immersion bei. Die Höhe ist dann aber, wenn NPCs von Ereignissen reden, die zu dem Zeitpunkt im Spiel noch gar nicht stattgefunden haben und daher (recht offensichtliche) Dinge spoilern.
Zudem bietet der Plot keine richtige Konsistenz. Das ursprüngliche Ziel gerät schnell in den Hintergrund und erst recht spät erinnert sich das Spiel wieder an dieses. Die Ziele ändern sich im Minutentakt. Man ist von A nach B unterwegs, dann passiert etwas und man muss zurück zu A, doch auf dem Weg passiert wieder eine andere Sache und das neue Ziel lautet C etc…
Oder man muss aufgrund eines fadenscheinigen Vorwands für einen Nebenstrang über eine Stunde lang durch einen bereits zuvor besuchten Dungeon laufen, nur um festzustellen, dass es dort nichts zu finden gibt. Das Spiel wollte einfach nur die Spielzeit etwas strecken.
Zeit und Raum spielen für die Handlung sowieso keine Rolle. Charaktere, die sich gerade in einem anderen Land aufhalten, sehen plötzlich ein Leuchtsignal, dessen Ursprung sie sofort auf ihre Heimatbasis zurückführen und noch am selben Tag dort ankommen, trotz dutzender, wenn nicht gar hunderter Kilometer die dazwischen liegen (und obwohl sie sich gerade mitten in einem Wald befinden…).
Und dann die Logik. Da wird schon mal der halbe Kontinent zu Fuß durchquert, um mit einem Flugschiff in die gleiche Richtung zurückzufliegen, obwohl es Kommunikatoren gibt mit denen man den Betreiber einfach hätte herbestellen können. Alles nur um die Spielzeit unnötig zu strecken, wie leider an so vielen Stellen und in so vielen Situationen in dem Spiel…

Die Story besteht aus zig Löchern und offenen Fragen, die ich aus Spoilergründen nicht alle offen erwähnen möchte und daher in einen Spoiler packe, für die die es interessiert oder das Spiel schon mal durchgespielt haben.



Warum wohnten alle wichtigen Storycharaktere in ihrer Kindheit als Waisen in Fuget?
Bei Calintz und Neikan kann ich es ja noch nachvollziehen. Calintz wurde sicherlich als Baby in die Obhut von Fuget gegeben, da er als Sohn der Priesterin von Amabat und eines hochrangigen Generals wahrscheinlich ein begehrtes Ziel für potentielle Feinde abgegeben hat. Als Erkennungsmerkmal wurde ihm das Armband mitgegeben, welches sein Vater seiner Mutter geschenkt hatte.
Neikan hatte sich eingeschlichen um den Windsplitter an sich zu reißen. Dass er Calintz’s Armband bekommen hat und sich Fortan als Sohn der Priesterin ausgeben konnte, war sicherlich ein netter Bonus.
Aber warum zum Teufel lebten Amila, die spätere Königin der Yason und ihre Zwillingsschwester Serina dort?
Wie wurde Amila, die ihre gesamte Kindheit in einem Menschendorf verbracht hatte, überhaupt zur Königin der Yason?
Wie sah ihr Werdegang aus? Sie sagt nur dass sie viele Leute ermorden musste um zur “Ice Queen“ zu werden. Warum sperrt sie Serina für zehn Jahre von der Außenwelt ab, mit der Begründung dass dies in der königlichen Familie Tradition sei bzw. sie sie eigentlich beschützen wollte? Beide sind doch gar nicht königlichen Geblüts (zur Begründung dieser These siehe“Theorie“). Sie sind Mischlinge, halb Mensch halb Yason.
Warum behauptet Amila, dass sie den Krieg zwischen den Menschen und den Yason begonnen hätte?
Der Krieg tobte doch bereits seit Jahrzehnten. Und wenn doch, was war dann ihre Motivation um ihn zu beginnen? Als Mischling, die ihre Kindheit unter Menschen verbracht hatte?
Warum wird Neikan zum Anführer der Dark Yason gemacht?
Zu dem Zeitpunkt ist er noch ein Kind, maximal zehn Jahre alt und trotzdem ersinnt er schon den Plan, Fuget zu infiltrieren, als kleines Puzzlestück in seinem Masterplan. Das klingt mir für dieses Alter nicht sehr glaubhaft.
Wieso hat Calintz die Kräfte der Priesterin von Amabat geerbt?
Es wurde verdeutlicht dass diese nicht vererbt werden können und immer ein Nachfolger mit außergewöhnlichen Kräften aus dem Volk gesucht werden muss. Und wozu sind diese Kräfte überhaupt gut, außer um bestimmte verschlossene Türen zu öffnen und rosa Energiesphären in die Luft aufsteigen zu lassen? Seine ultimative Fähigkeit lernt er ja von seinem alten Lehrmeister, während er seine Priesterfähigkeiten, mit Ausnahme der Tür, nie einsetzt.
Wie kann der Dark Yason Sdei ein Verräter der Yason gewesen sein?
Die Dark Yason wurden bereits vor Jahrzehnten aus Yason-Roven verbannt. Ohne Zugang kann er wohl kaum jemanden verraten.
Hatte Amila geplant, sich die Erinnerungen zu nehmen oder war das eine Folge ihres Einsatzes der Magna Carta?
Wenn es geplant war, so war es ein reichlich dummer Plan, dadurch im Feindesland nach Informationen zur Beendigung des Krieges zu suchen (den sie auch noch angeblich begonnen hat…). Denn woher will sie wissen dass sie an die Orte, Informationen und Personen gelangt, die ihr dabei helfen könnten? Wenn sie sich einfach von der Strömung treiben lässt kann es sein, dass sie einfach irgendwo auf einem Bauernhof versauert… oder Schlimmeres passiert.
Was ist die Information die sie erhält, aus der sie schließlich ableitet wie sie die Yason vor der Krankheit retten kann? Auf ihrer ganzen Reise wurde das nie konkretisiert. Waren es die Dokumente die sie ganz kurz bei Neikan überflogen hat?
Erhält Amila, sobald sie sich an etwas erinnert, ein Fragment des Erdsplitters zurück?
Oder findet sie die Fragmente und erinnert sich deswegen? Es wird gesagt, dass gesegnete Gefäße, was die Fragmente sind, besonders starkes Chi enthalten und ihr bei der Findung ihrer Erinnerungen helfen könnten. Es wird aber nie deutlich was jetzt Ursache und was Wirkung ist. Bei letzterem müsste sie die Splitter aber vorher überall deponiert haben…
Was genau hat Amila mit Elaine Crane besprochen?
Die Zerstörung des Light of Salvation? Dann müsste sie aber schon früher gewusst haben, wie sie die Yason vor der Krankheit retten kann und ihre ganze Amnesie-Reise wäre völlig überflüssig gewesen. Außerdem würde das bedeuten, dass sie bereits zuvor, zu dem Zeitpunkt als sie bereits Königin der Yason war, im tiefsten Menschenland gewesen wäre.
Warum kennt Amila das Siegel der Dark Yason nicht?
Als langjährige Königin sollte sie das eigentlich wissen und nicht Orha darüber ausfragen müssen, auch wenn diese bereits vor Jahrzehnten aus Yason-Roven verbannt wurden.
Warum zieht der Tree of Light das Chi von den Yason durch deren Vindi ab?
Sollte er sie nicht gerade damit speisen? Das ist doch die gesamte Erklärung warum diese so mächtig waren. Liegt es daran dass er von den Acht Helden versiegelt wurde und nun dadurch versucht zu überleben? Aber seine Energiequelle soll doch das Light of Salvation sein. Wurde auch diese Quelle durch das Siegel gekappt? Warum verwittert er dann aber sofort nachdem das Light of Salvation zerstört wurde?
Wie genau konnte das Light of Salvation zerstört werden?
Den Acht Helden ist es vor 50 Jahren lediglich gelungen, es in acht Splitter zu zerteilen, die aber nicht weiter zerstört werden konnten.
Wie konnte Serina am Ende durch das Light of Salvation geheilt werden?
Das Licht wurde doch zerstört. Oder waren da Calintz’s Priesterkräfte am Werk?




Sind Amila und Serina die Töchter der beiden Helden Behru Esceran und Aria Lusier?
Behru und Aria waren ein Paar.
Behru war Halb-Yason und Aria ein Mensch.
Behru hatte den Erdsplitter an sich genommen, Aria den Blitzsplitter, den sie aber in den Lightning Ruins versiegelte.
Beide wurden von den Yason getötet, wann und wo geht aus den Schriften nicht hervor.
In der Höhle, in der man zu Beginn Amila/Reith findet, liegt ein Brief von Behru an Aria, zusammen mit dem gelben Kleid welches er ihr geschenkt hat. Das war wohl ihr Liebesnest.
Amila und Serina sind Halb-Yason.
Amila trägt den Erdsplitter bei sich.
Amila und Serina lebten als Kinder in Fuget unter Menschen.

Durch den Ort an dem Amila zu Reith wird tut sich mir der Verdacht auf, dass sie sich wirklich absichtlich die Erinnerungen genommen und danach das Kleid ihrer vermeintlichen Mutter angezogen hat. Anderenfalls wären das sehr viele Zufälle.






https://abload.de/img/collagej9jqq.jpg (https://abload.de/img/collagej9jqq.jpg)


Stattdessen wird die Story mit folgendem Inhalt gefüllt: Ping Pong.
Denn Calintz’s Eskorte von Reith nach Amabat ist nur der Aufhänger für den Prolog. Schon bald gehen beide getrennte Wege und während er für die Armee in geheimer Mission unterwegs ist, versucht Reith mit ihrer eigenen Party ihre Erinnerungen zurückzuerlangen. Dabei weisen ihr Visionen den Weg. Und hey, ich fand die Idee anfangs klasse, mit zwei unterschiedlichen Parties durch die Welt zu streifen, deren Wege sich immer wieder kreuzen, zwischen denen man an manchen Stellen frei wechseln kann (wobei die Reihenfolge in der man mit diesen spielt an anderen Stellen fest vorgegeben ist), unterschiedliche Abenteuer zu erleben oder auch die spielerische Abwechslung die dadurch zustande kommt bzw. das Aufbrechen der “Wohlfühlzone“ einer statischen Party. Anfangs… Denn was das Spiel letztendlich daraus macht ist echt nicht mehr feierlich. Im Großen und Ganzen bedeutet das nämlich, dass man dieselben Gebiete, durch die die erste Party gestreift ist, mit der zweiten Party ebenfalls durchkämmt. Meistens sogar direkt hintereinander. Immer und immer wieder. Am Layout ändert sich selbstverständlich nichts und sogar die geplünderten Schatztruhen bleiben leer. Sowieso besucht man ständig wieder dieselben Orte und bereits zur Hälfte des Spiels werden diese, selbst auf eine einzige Party bezogen, aus teils hanebüchenen Gründen, mehrfach wiederholt, obwohl es noch unbesuchte neue Gebiete gäbe. Ganz übel wird es, wenn man einen Dungeon mit der ersten Party, danach mit der zweiten Party und gleich danach, nach einem kurzen Storyereignis bei dem man hinausteleportiert wurde, mit der ersten Party erneut durchlaufen darf…

Auf die künstlich aufgebauschte Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten, die sich eher sporadisch immer mal wieder über den Weg laufen, möchte ich gar nicht weiter eingehen. Zumal sich Reith, aufgrund ihrer Amnesie, mental irgendwo auf dem Niveau einer Zehnjährigen befindet und Calintz sowieso schnell eine neue (künstlich aufgebauschte… ich erkenne ein Muster…) Flamme findet.

Garniert wird die Handlung mit einer katastrophalen englischen Synchronisation, bei der die völlig talentbefreiten Sprecher, die entweder direkt von der Straße aufgegabelt wurden oder zur Belegschaft des Studios gehören, sämtliche Dialoge falsch betonen, auf Emotionen keinen Pfifferling geben - ich bezweifle dass jemals einer davon das Spiel auch nur einmal gesehen hat - oder Dialoge so langsam sprechen und Wort für Wort überdeutlich betonen, wie der Englischlehrer aus der fünften und sechsten Klasse.

Laut Wikipedia ist die Handlung des Spiels eine Art “Reimagening“ des ersten Teils der Magna Carta-Saga, The Phantom of Avalanche. (Quelle siehe “Magna Carta: Crimson Stigmata (2004)“) (https://en.wikipedia.org/wiki/ESA_(company)). Eventuell wurde am Skript so viel herumgedoktert, dass die Storystränge keinen Sinn mehr ergeben oder ins Nichts führen. Eventuell war das Original aber auch schon so inkompetent geschrieben. Ich weiß es nicht.



https://abload.de/img/collage75jo7.jpg (https://abload.de/img/collage75jo7.jpg)


Die Städte und Dungeons sind über recht schlauchig geratene Straßen miteinander verbunden, vergleichbar mit Final Fantasy 10 oder 13. Allerdings sind diese hier weiter verzweigt und enger untereinander verwoben, so dass die Welt kohärenter wirkt als in den beiden genannten Beispielen. Trotzdem sollte man sich nicht zu sehr freuen, denn von Freiheit kann hier keine Rede sein. Man ist die meiste Zeit über auf einen festen Pfad beschränkt und wenn man versucht von diesem abzuweichen, wird man sofort von einem Partymitglied zurückgepfiffen. Erst im letzten Viertel ist es möglich, sich größtenteils frei in der Welt zu bewegen und erst knapp vor dem Ende bekommt man die Möglichkeit, sich zwischen den verschiedenen Städten hin und her zu teleportieren.
Die Ladezeiten zwischen den einzelnen Gebieten fallen mit 20 bis 30 Sekunden durchaus happig aus. Man kann schneller durch diese rennen als sie geladen werden, wobei ich auf das “Rennen“ gleich zurückkomme. Die meisten Städte sind ebenfalls in mehrere Abschnitte unterteilt, die genauso lange laden. Das macht das Einkaufen recht nervig, da die Händler natürlich quer über die Stadt verteilt wurden.
Gegner laufen in der Umgebung sichtbar umher. Doch im Standardmodus sieht man diese erst im letzten Augenblick und sie können die Heldenparty überraschen, was dazu führt dass man im Kampf, für eine bestimmte Zeit, keinerlei Aktionen tätigen kann. Nur im Detect-Modus weitet sich der eigene Sichtradius weit genug aus, um die Gegner sowie Truhen rechtzeitig erkennen zu können. Gegner kann man hier auch überraschen, wodurch diese mit dem gerade angesprochenen Malus belegt werden. Allerdings kann man sich im Detect-Modus nur in Schrittgeschwindigkeit bewegen, was das Durchqueren der Dungeons sehr zäh werden lässt. Gerade später, wenn die Welt offener wird und man von einer Stadt zur nächsten gelangen möchte, um sich Dinge zu kaufen oder Quests zu lösen, kann dieses Unterfangen schon mal eine halbe Stunde oder mehr in Anspruch nehmen, da man sich erstens durch die Gebiete schleichen muss, um nicht von Gegnern die man nicht sieht überrascht zu werden und die Wege zweitens meist so schmal sind, dass man kaum an den Gegnern vorbei kommt, ohne in einen Kampf verwickelt zu werden. Dieselbe Strecke könnte man ohne Gegner, trotz Ladezeiten, in zwei Minuten zurücklegen, wenn man rennt. Daher überlegt man sich solche Aktionen gleich zweimal, was die Welt auf eine gewisse Art entwertet. Glücklicherweise respawnen einmal besiegte Gegner nicht, außer wenn man in der Story voranschreitet und das Spiel das nächste “Kapitel“ öffnet.
Ein weiteres Ärgernis ist die Kamera. Diese zeigt das Geschehen oft aus ungünstigen Winkeln. So muss man an einigen Stellen beispielsweise gegen sie laufen und klebt dazu auch noch am unteren Bildschirmrand. Man läuft praktisch blind ins Nichts. Gegner so zu erkennen ist unmöglich und man schielt nur noch auf die Minikarte. Doch selbst dann ist das Abschätzen der Entfernung, die für einen Erstschlag nötig ist, nur sehr schwer. Ich frage mich wirklich ob sich die Gamedesigner hierbei lediglich gedacht haben, wie sie die Szenerie möglichst cool einfangen können oder auch nur einen Gedanken an die Spielbarkeit verschwendet haben. Ich vermute eher ersteres, denn anders kann ich mir andere Sünden wie Gegner, die direkt hinter Kurven, die man nicht einsehen kann oder direkt hinter Hindernissen wie Steinen oder Bäumen platziert wurden nicht erklären. Oder Gegner die direkt neben Speicherpunkten herumlaufen oder Gegner die direkt neben Teleportern warten, so dass man nach dem Auftauchen sofort angegriffen wird…



https://abload.de/img/collage5lk6p.jpg (https://abload.de/img/collage5lk6p.jpg)


Das Kampfsystem ist der interessantere Aspekt am Spiel. Es verläuft in Echtzeit, während sich eine Art ATB-Leiste, die Leadership-Leiste, langsam auffüllt. Auf dieser sind ein oder mehrere Aktionsmarker angebracht und sobald ein solcher Marker erreicht wurde, kann eine Aktion ausgeführt werden. Bleibt man stehen so füllt sich die Leiste auf, man kann sich allerdings auch mit allen der drei Partymitglieder jederzeit frei in der Kampfarena umherbewegen - dann hält die Leiste aber solange an. Gegner haben eine gesonderte Leiste die nach demselben Prinzip funktioniert. Um zu bestimmen wie viele Marker auf der Leiste platziert werden, wird das summierte Charisma - praktisch der Geschwindigkeitswert - der Gruppe mit dem der Gegner verrechnet. Nimmt man einen Gegner aus dem Spiel, verringert sich deren Wert stark und deren Marker werden weiter nach hinten geschoben, während die eigenen Marker weiter nach vorne geschoben werden oder sogar mehr auf der Leiste auftauchen. Das heißt, dass man schneller angreifen und öfter hintereinander Aktionen ausführen kann, wenn man die Leiste so lange aufladen lässt bis zwei oder mehr Marker erreicht wurden. Es ist daher sinnvoll, seine Angriffe immer auf einen einzigen Gegner zu konzentrieren. Umgekehrt verhält es sich natürlich, wenn ein Partymitglied stirbt. Da man dadurch schnell in die Bredouille gerät, sollte dies tunlichst vermieden werden.
Befindet sich ein Gegner im Angriffsradius des gerade ausgewählten Charakters, wird der Trinity-Kreis eingeblendet. In diesem müssen in einem Rhythmusspiel drei Tasten zum richtigen Zeitpunkt gedrückt werden, um den Angriff auszuführen. Das System ähnelt dem aus Shadow Hearts, ist aber wesentlich unverzeihlicher, da alle Symbole getroffen werden müssen oder der Angriff ansonsten abgebrochen wird und man den Fortschritt der ATB-Leiste verliert.
Welcher Angriff ausgeführt wird bestimmt der gerade ausgewählte Kampfstil. Dieser ist eine Ansammlung von mehreren Techniken. Zuerst ist nur eine Technik freigeschaltet, der Rest wird zufällig erlernt, wenn man die aktuell stärkste Technik im Stil ausführt und alle Symbole im Trinity-Kreis perfekt trifft. Bereits erlernte Techniken müssen in folgenden Kämpfen dann immer erst der Reihe nach freigeschaltet werden, bevor man sie nutzen kann. Um z.B. die sechste Technik einzusetzen, müssen im selben Kampf zuerst Nummer eins bis fünf eingesetzt werden. Aber Vorsicht, unterschiedliche Stile haben unterschiedliche Timings und die Umstellung ist immer ein gewisser Risikofaktor. Und wenn man zwischendurch mal einen Angriff versemmelt indem man sich verdrückt oder das Timing nicht stimmt? Tja, Pech gehabt, dann werden alle Techniken des aktuell ausgewählten Stils zurückgesetzt und man muss von vorne beginnen.^^
Das ist gerade bei Bossen ungünstig, da diese besonders viele Schilde haben, die einen Großteil der einzelnen Angriffe abwehren und man nur mit Techniken, die aus vielen einzelnen Angriffen bestehen, wirklich Schaden verursacht. Und das sind eben meist die Höherwertigen. Hat der Gegner z.B. drei Schilde, so verursacht man erst mit einer Technik, die aus mindestens vier Angriffen besteht, wirklichen Schaden.
Es gibt keine Magie- oder Technikpunkte. Stattdessen ziehen die Angriffe das Chi aus der Umgebung ab. Unterschiedliche Techniken benötigen unterschiedliche Chi-Elemente. Je mehr Chi desselben Elements man verbraucht, desto schwächer werden die Angriffe und desto mehr Schaden verursachen Gegenangriffe mit dem entgegengesetzten Element. Ist das Element komplett aufgebraucht, so können dafür keine Angriffe mehr ausgeführt werden. Gegner können aber durchaus weiter angreifen, was etwas unfair ist. Daher sollte man immer Charaktere in der Kampfparty haben, die unterschiedliche Elemente einsetzen oder unterschiedliche Stile parat haben, um gegebenenfalls wechseln zu können. Allerdings gibt es genügend billige Gegenstände, die das Chi im Kampf wieder regenerieren. Das verschafft einem selbst dann doch wieder einen Vorteil gegenüber den Gegnern. Außerdem können in Dungeons an Chi-Laternen einige der Startelemente bereits für den Kampfbeginn beeinflusst werden.



https://abload.de/img/collagev3j38.jpg (https://abload.de/img/collagev3j38.jpg)


Hat man alle Techniken eines Stils erlernt und diesen gemeistert, so erhält man je nachdem Zugriff auf Sonderfunktionen. Mit einigen Stilen kann man z.B. in eine Kombohaltung und mit anderen in eine Konterhaltung gehen. Die zuvor angesprochenen Schilde sind nur in der Standardhaltung vorhanden, der Einsatz der beiden anderen stellt also ein gewisses Risiko dar. In der Kombohaltung muss man beim Angriff ALLE Tastenkombinationen für ALLE Techniken DIREKT hintereinander FEHLERFREI eingeben, um einen Spezialangriff zu starten. Dieser verursacht aber trotzdem nicht so viel Schaden wie höherwertige Standardtechniken. Es ist eine Möglichkeit um direkt zum Kampfbeginn einige stärkere Angriffe zu starten, über die Dauer des Kampfes ist es aber besser, in der Standardhaltung nach und nach die besseren freizuschalten. Da das Risiko einer Fehleingabe hier überproportional hoch ist und man aufgrund mangelnder Schilde bei einem gegnerischen Angriff enormen Schaden erleidet, ist diese Haltung ein kompletter Witz. In der Konterhaltung kann man selbst nicht angreifen, bekommt aber bei einem gegnerischen Angriff die Möglichkeit, diesen, nun, komplett abzuwehren und zu kontern. Dazu muss man die Tastenkombination des Elements eingeben, mit dem der Gegner angreift. Allerdings sieht man hier, im Gegensatz zur Standardhaltung, nicht, welche Tasten eingegeben werden müssen bzw. mit welchem Element der Gegner angreift. Bei solchen die mit mehreren Elementen angreifen können ist es also ein Ratespiel, bei dem man enormen Schaden kassiert, wenn man die falsche Wahl trifft. Es ist also ein reines Glücksspiel. Später gibt es Gegner, bei denen man diese Haltung einsetzen muss, wenn man an einem normalen Kampf nicht eine halbe Stunde lang sitzen will. Allerdings greifen diese nur sehr selten mit ihrem zweiten Element an, so dass die Sache etwas berechenbarer wird. Ist der Konter erfolgreich, so werden beim Gegenangriff alle Schilde des Gegners ignoriert und man verursacht enormen Schaden.
Das letzte Feature des Kampfsystems ist der Trinity-Drive. Gibt man einen Angriff oder Konter perfekt ein, so wird diese Leiste um 5% erhöht. Ab 30% kann der Drive eingesetzt werden und erhöht den verursachten Schaden anteilig. Bei 100% verdoppelt er sich also. Wie bei den Techniken gilt, vermasselt man einen Angriff, wird er komplett auf Null zurückgesetzt.

Im Grunde läuft der Kampf so ab dass man den Charakter mit dem höchsten Verteidigungswert nach vorne schickt und sich alle Gegner um diesen versammeln, da diese nicht strategisch vorgehen, sondern einfach das nächstbeste Ziel anvisieren. Meistens ist das auch der Charakter mit dem man angreifen möchte.

Wie in den Dungeons kommt es auch hier zu Problemen mit der Kamera. Diese ist auf eine feste Richtung und einen festen Winkel fixiert. Allerdings beginnt man Kämpfe immer an unterschiedlichen Positionen. Mal startet die Party am oberen Rand der Arena, mal am unteren, mal links, mal rechts, mal in den Ecken. Wenn man unten startet ist alles kein Problem. Man hat durch den Winkel eine gute Sicht auf alle Gegner. Wenn man aber oben startet, muss man diese erst mal suchen, da die Kamera einfach zu wenig vom unteren Bildschirmbereich zeigt. Besonders übel wird es bei Magiern, deren Zauber meistens einen Mindestabstand zum Gegner voraussetzen. Befinden sich Gegner am unteren Bildschirmrand kann man kaum erkennen, ob und wenn ja welchen Gegner man gerade anvisiert hat und muss praktisch blind spielen. Oder man läuft weiter, so dass man die Gegner entweder über sich oder zumindest neben sich hat, was aber wertvolle Schritte benötigt, in denen sich die ATB-Leiste nicht auflädt. Das Problem ließe sich leicht umgehen, indem die Party in Kämpfen einfach immer am unteren Rand starten würde, aber so viel Denkleistung ist leider nicht in das Gamedesign geflossen. Eine Alternative wäre es, die Kamera einfach frei drehbar zu machen, der rechte Joystick ist im Kampf nämlich nicht belegt. Die Mechanik zur Kameradrehung ist sogar vorhanden und wird in einem einzigen Dungeon (ein Labyrinth) verwendet… Übrigens, laut den Credits hat der Programmierer, der für die Kamera zuständig war, auch die KI programmiert. Denkt mal darüber nach… ;)



https://abload.de/img/collagenmjqc.jpg (https://abload.de/img/collagenmjqc.jpg)


Ebenfalls nicht toll sind die langen Ladezeiten in und aus den Kämpfen, die langen Ladezeiten bis eine Kampfanimation beginnt und die Animationen der Angriffe selbst. Diese sind zwar recht opulent in Szene gesetzt, aber nach der X-ten Wiederholung gehen die langen Animationen einfach nur noch auf die Nerven.
Die Fluchtoption ist in dem System relativ nutzlos. Selbst mit voll aufgeladener ATB-Leiste ist die Wahrscheinlichkeit dass man erfolgreich ist so gering, dass es selbst nach dem zehnten Versuch nicht funktioniert.
Leider ist die Gegnervarianz äußerst überschaubar, ja sogar Farbvariationen werden nur spärlich eingesetzt und es sind meistens die gleichen Modelle, nur in unterschiedlichen Gebieten. Pro Gebiet sind auch maximal nur zwei verschiedene Gegner vorhanden, was Kämpfe ermüdend macht.
Noch magerer fällt da lediglich die Varianz was die Bosse betrifft aus. Im Grunde werden immer dieselben Bosskämpfe wiederholt. Man kämpft entweder gegen die immergleichen Gruppen an Rittern und Klerikern, die schon nach kurzer Zeit keinerlei Bedrohung mehr darstellen und langweilen oder gegen die immergleichen vier Antagonisten und deren Haustiere. Nur wenige Kämpfe, wie z.B. die Wächter, weichen von dieser Formel ab.

Trotz der kleinen Makel finde ich das Kampfsystem interessant und es hat mir die meiste Zeit über auch Spaß gemacht. Doch man macht praktisch immer dasselbe. Gerade die Charaktervielfalt fällt, trotz elf spielbarer Charaktere, äußerst gering aus. Denn diese verteilen sich auf ganze vier Heiler, drei Schwertkämpfer und zwei Faustkämpfer, die alle die jeweils gleichen Stile lernen. Lediglich die Magierin und der Armbrustschütze sind einzigartig. Außerdem entwickelt sich Calintz am Ende zu einem schier unbesiegbaren Superkrieger, der die Kämpfe im Alleingang gewinnt. Die anderen Charaktere sollte man trotzdem nicht vernachlässigen, denn was in einem Spiel mit lauter Partywechsel im Enddungeon passiert, sollte für RPG-Kenner nicht schwer zu erraten sein. ;) Für ein 20-Stunden-Spiel wäre das Kampfsystem optimal, für die lange Zeit, auf die es hier gestreckt wird, bietet es aber einfach nicht genug Tiefe.


Grafisch sieht das Spiel ganz gut aus, spielt aber nicht in der obersten Liga der Playstation 2-JRPGs mit. Obwohl die Engine aufgrund der meist schlauchigen Gebiete, der festen Kameraperspektive und dem sichtbaren Grafikaufbau im Hintergrund stark entlastet werden sollte, kommt es doch recht häufig zu Rucklern und an manchen Stellen sogar zu so heftigen Slow-Downs, dass man meint, man würde Star Wing auf dem Super Nintendo spielen.
Auch die Charaktermodelle sehen gut aus, die Animationen können aber nicht mithalten und sobald sie anfangen zu laufen sehen sie aus wie watschelnde Pinguine. Einige männliche Charaktere, allen voran Calintz, sehen so aus als hätten sie Brüste. :D Und warum gehen alle Händler im Spiel der Spielfigur nur bis zur Hüfte?
Die Musik ist gut und verrichtet ihre Arbeit während des Spiels ordentlich, klingt aber auch wie typische JRPG-Stangenware. In meiner Playlist wird keines der Stücke landen.
Bei der Übersetzung kommt es teilweise zu Inkonsistenzen bei der Benamung einiger Charaktere. Zum Beispiel “Behru Esceran“ und “Byru Escrano“ oder “Aria Lusier“ und “Arian“. Nicht ganz sicher bin ich mir bei “Renee Epon“ und “Moria“, da diese doch zu verschieden sind, aber rein vom Kontext her müssten beide Namen eigentlich für dieselbe Person stehen.
Leider habe ich erst ganz zum Schluss herausgefunden, dass die Gegner in dem Spiel mit den eigenen Charakteren skalieren. Da diese nur nach "Kapitelwechsel" respawnen, habe ich öfter mal in einigen abgelegeneren Gebieten gefarmt, um meine Ersatztruppe zu stärken und dabei Calintz in der Party gelassen. Die eigenen Statuswerte oder die zu dem jeweiligen Zeitpunkt verfügbaren Waffen können den überproportionalen HP-Anstieg der Gegner aber nicht ausgleichen, weswegen Kämpfe, wenn auch nicht schwerer, dann doch langwieriger werden.



https://abload.de/img/collagep5jpb.jpg (https://abload.de/img/collagep5jpb.jpg)



Fazit
Wenn ich Magna Carta: Tears of Blood in einem Wort zusammenfassen müsste, so wäre das: “Inkompetenz“.
Inkompetenz darin, eine plausible Story und nachvollziehbare Dialoge zu schreiben.
Inkompetenz darin, einen vernünftigen Gameflow ohne drölfzigfache Wiederholungen derselben Gebiete und Bosse, oftmals ohne erkennbaren Grund, zu gestalten.
Inkompetenz darin, dem Spieler übersichtliche Kameraperspektiven sowohl im Dungeon als auch im Kampf zu gewähren.
Inkompetenz darin, kompetente Sprecher für die Synchronisation zu finden oder es im Zweifel komplett sein zu lassen.

Im Grunde finde ich den Kern der Geschichte interessant, diese wird allerdings durch saudämliche Dialoge, wirr handelnde Charaktere und eine miese Synchronisation völlig kaputt gemacht. Vor allem die enorme künstliche Spielzeitstreckung durch doppelt und dreifach zu besuchende Orte und Dungeons, oftmals sogar mit beiden Parties direkt hintereinander und teilweise sogar komplett sinnlos, fällt negativ ins Gewicht. Das Kampfsystem hat mir gefallen, bietet für die enorme Spielzeit aber einfach nicht genug Tiefe.



Wertung: ☆☆☆☆☆ (0/5) "Schlecht"


★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert




https://abload.de/img/end1zjfp.jpg (https://abload.de/img/end1zjfp.jpg)

► Zur Spieleübersicht

LittleChoco
10.07.2019, 17:20
Und damit schiebe ich das Spiel in meinem Backlog gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz weit nach hinten.

Danke für deine Eindrücke, aber... Auweia... X\


Stichwort Brüste: Damit haben sie ja echt nicht gegeizt, was?

Nayuta
10.07.2019, 22:45
Stichwort Brüste: Damit haben sie ja echt nicht gegeizt, was?
Inklusive "realitätsgetreuer" Physik. ;)

Shieru
17.07.2019, 20:47
Ich denke mal, ich werde diesen Titel mal endgültig von meiner Bucketlist streichen.

Nayuta
27.07.2019, 23:30
Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs
~ Erweiterungen ~

https://s18.directupload.net/images/190727/4ddiuh2x.jpg (https://s18.directupload.net/images/190727/kqobdso7.png)



Challenge #:
10


System:
Playstation 4 (EUR-D)


Version:
4.00


Erweiterung:
AbenteuerpaketDas Labyrinth des GeisterkönigsMagische Erinnerungen



https://up.picr.de/31412163yg.png





► Zum Artikel über das Hauptspiel (JRPG-Challenge 2018)


Die Erweiterungen

Abenteuerpaket
Irma hat eine Visionen vom Drachen aus der Urzeit, Disdeos, der die Welt zerstören wird. Sie hat aber auch eine weitere Vision von Evan, der diesen besiegt. Nun will sie alles dafür tun, damit letztere wahr wird. Um gegen den Drachen antreten zu können, muss Evan das Siegel der Tapferkeit reaktivieren und die Göttin Terresia im Kampf bezwingen, um Terradeos Macht zu erlangen.
Es beginnt eine Schnitzeljagd, bei der die bekannten Nationen und deren Anführer aufgesucht werden müssen, um weitere Low-Level Miniquests zu starten, nach deren erfolgreichen Abschluss ein Teil der Macht des Siegels wiederhergestellt wird. Ist dies geschehen, darf man gegen Terresia antreten und erhält anschließend Zugang zu den Stockwerken 31 bis 40 im Fernwehraum, an deren Ende Disdeos wartet und die nur auf einem der höheren Schwierigkeitsgrade (Schwer/Experte) zugänglich sind.

Um den Fernwehraum etwas angenehmer zu gestalten, kann man in Minapolis im Traumlabor neue Forschungen freischalten, über die man die Stockwerke in Zehnerschritten direkt anwählen und das Gefahrenlevel, mit dem begonnen wird, auswählen kann. Bis zu Disdeos muss man aber trotzdem von Stockwerk 21 bis 40 laufen, was einfach nur unnötig Zeit vergeudet, selbst wenn man immer auf schnellstem Weg zur nächsten Tür geht. Ist der Drache besiegt, kann man eine weitere Forschung freischalten, bei der man zusätzlich das 31. Stockwerk anwählen kann. Bei mir hat das aber nicht funktioniert, die Option dafür war im Fernwehraum nicht vorhanden. Eventuell ein Bug?
Ein weiterer Bug ist aufgetreten, als ich beim Übergang zwischen zwei Räumen in einen abgetrennten Raum teleportiert wurde, in dem verschiedene Raumelemente wild vermischt waren und aus dem es kein Entkommen gab. Daher durfte ich noch einmal von vorne anfangen. Toll...

Zudem wurden auf der Weltkarte überall neue Schatztruhen platziert, die mit Mondgold gefüllt sind. Dieses kann man in Minapolis bei Nyr gegen Kronen eintauschen. Die Beträge sind aber relativ gering, da dieselbe Menge bei einer voll ausgebauten Stadt bereits in einer Minute und weniger erwirtschaftet wird, weswegen das wohl nur dann interessant ist, wenn man ein neues Spiel beginnt.



https://s18.directupload.net/images/190727/qilxe9qq.jpg (https://s18.directupload.net/images/190727/t8rlzg3q.png)




Das Labyrinth des Geisterkönigs
Pierre wird von dem Geist eines Soldaten besessen, als er sich in den Schotterruinen in ein neu entdecktes Labyrinth wagt. Darin breitet sich der Dämonenhauch aus einem Riss, der in die Leere zwischen den Welten führt, aus und der Geist will seinen König schützen, der diesen eigentlich zurückhalten sollte. Damit Pierre nicht in Gefahr gerät, beschließen Evan und seine Gruppe, der Sache selbst nachzugehen.

Das Labyrinth besteht aus stolzen 100 Stockwerken, wobei einem die ersten 20 geschenkt werden, da diese optional sind. Die Raumthemen und Versatzstücke sind zu denen im Fernwehraum identisch, allerdings gibt es hier nur Innenräume (Gruft, Höhle), was die Varianz einschränkt. Dafür hat jedes Thema zumindest ein neues Versatzstück. Zudem sind die Stockwerke etwas weitläufiger. Bei den Portalen auf den Stockwerken kann man sich entscheiden, zum nächsten vorzustoßen oder ins Basislager zurückzukehren. In letzterem versammeln sich, je nach Fortschritt im Labyrinth, immer wieder andere NPCs. Außerdem hat Penny einen Laden eröffnet, in dem man hochwertige Heilgegenstände, Gerichte und sogar Materialien sowie Technikrollen kaufen kann. Ebenfalls vorhanden sind Portale, über die man in Zwanzigerschritten die bereits absolvierten Stockwerke anwählen kann. Das heißt aber leider auch, dass man bis zum Endboss mal wieder 20 Stockwerke am Stück absolvieren darf…
Die Mechanik des Labyrinths entspricht der des Fernwehraums, allerdings gibt es kein Gefahrenlevel. Stattdessen gibt es pro Stockwerk Zusatzziele für Kämpfe, beispielsweise ein Sieg ohne Schaden zu nehmen oder mit einem bestimmten Charakter zu kämpfen, die die erhaltenen Traumkugeln vervielfachen. Mit diesen kann man sich bei den Bewohnern von Minapolis, die in den Stockwerken verstreut sind, Bonusse für das jeweils folgende Stockwerke kaufen oder diese in Schatztruhen nach Bossen investieren, um die Qualität der Ausrüstung zu erhöhen.
Alle 20 Stockwerke findet ein Ereignis statt, welches eine Miniquest startet und für welches man, wie bereits in der vorherigen Erweiterung, eine Schnitzeljagd abhalten muss, ehe man im Labyrinth weiterkommt.

Dabei dreht es sich meistens um das Erlernen der neu eingeführten Geheimtechniken. Diese stellen ein komplett neues Fähigkeitensystem dar, welches parallel zu den bereits bestehenden existiert. Technikrollen können im Pfadfinderlager gegen Skillpunkte eingetauscht werden, wobei jede Technik ihre eigenen Rollen voraussetzt. Diese werden entweder in Schatztruhen in den Erweiterungen gefunden, von Bossen hinterlassen oder können bei Penny in limitiertem Vorrat gekauft werden. Bereits investierte Punkte können unter Einsatz einer kleinen Gebühr von Kronen zurückgesetzt werden. Besonders mächtig ist die Fähigkeit "Katzentanz", bei der beim Ausweichen eines gegnerischen Angriffs in einen Zeitlupenmodus geschaltet wird, in dem man mehrere Angriffe landen- und mit einer starken Exekutionsattacke abschließen kann. Es genügt dabei, einfach immer wild um die Gegner zu rollen, irgendwann wird schon in den Kontermodus geschaltet. So lässt sich in kurzer Zeit relativ viel Schaden, ganz ohne Gegenwehr, verursachen.

Weitere Inhalte sind eine Nebenquest, die Shantys und Zorans Vergangenheit etwas beleuchtet und MechBook-Notizen von Roland, die über sämtliche Städte und Dungeons verstreut sind. Also auch hier wurde sich wieder einer Schnitzeljagd bedient. Wobei diese Notizen relativ uninteressant sind, da sie größtenteils nur die Geschehnisse der Hauptgeschichte festhalten und nur selten Rolands Gedanken formulieren.



https://s18.directupload.net/images/190727/jol29e9a.jpg (https://s18.directupload.net/images/190727/7zrygu4b.png)




Magische Erinnerungen
Shanty schnappt ein Gerücht auf welches besagt, dass man von einem Hasen träumt, wenn man im Hotel in Goldorado übernachtet. Die Gruppe möchte unbedingt herausfinden, ob an der Sache etwas dran ist und unterzieht sich einem Selbstversuch. Tatsächlich erreichen sie im Traum ein allein stehendes Haus auf einer weiten Wiese, in dem besagter Hase auf sie wartet und sich als der "Wegweiser" entpuppt. Dieser will Evan und seine Freunde zu Erlösern machen, um die Albträume zu vernichten. Dazu bringt er ihnen die Weisheiten des Magischen Begleiters bei und gibt ihnen den Auftrag, die Herzgnuffis in den Träumen und Gedanken anderer Menschen zu finden.

In der ersten Hälfte der Erweiterung werden die Begegnungen mit dem Wegweiser immer wieder durch Albträume gestört und man muss zur nächsten Herberge weiterziehen, da der Wegweiser die vorherige nicht mehr betreten kann. Es beginnt also mal wieder eine Schnitzeljagd, an deren Ende man ein eigenes Hotel in Minapolis errichtet. Nun kann man endlich den zweiten Teil der Erweiterung angehen. Im Ewigen Garten müssen aus sechs Träumen die Herzgnuffis befreit werden, doch um überhaupt erst in diese zu gelangen, müssen zuerst Artefakte gefunden werden, die diese Träume beherbergen. Was das heißt? Dreimal dürft ihr raten. Genau, noch mehr Schnitzeljagd, yaaay!
Hinter den Türen werden in kurzen Minigeschichten die Hintergründe einiger NPCs und Hauptcharaktere näher beleuchtet. Und ja, man erfährt endlich wie es zu Rolands Weltenwandeln kam und wieso er plötzlich verjüngt wurde. Einige Dinge sind aber auch unlogisch, so weiß Evan z.B. dass Aldavan sein Sohn ist, obwohl dieser ihm das erst am Ende des Spiels im Abspann offenbart. Die Geschichten gibt es aber erst an den jeweiligen Enden der Türen. Zuvor muss man sich durch generische Dungeons quälen, die man bereits aus den optionalen Gebieten auf der Weltkarte kennt (Wald, Höhle, Gruft) oder durch zweitverwertete Storydungeons. Außerdem folgt auf jeden Dungeonabschnitt ein Arenakampf, entweder gegen normale Gegner die in Wellen nachkommen oder gegen einen Boss. Es gibt nur eine handvoll neuer, originaler Gebiete, die dazu auch noch relativ klein geraten sind.
Pro Traumwelt steigen die Levelanforderungen um 10 Stufen. Die Erfahrung die man erhält ist aber relativ gering. Daher würde ich empfehlen, alle Erweiterungen parallel zu spielen und immer die Abschnitte für das aktuelle Level in Angriff zu nehmen, damit die eine Erweiterung aufgrund eines zu niedrigen Levels nicht zu zäh wird, während man sich in der anderen langweilt, da man bereits überlevelt ist.

Es wurden zwei neue Geheimtechniken hinzugefügt. Unter anderem der Magische Begleiter, durch den die Magie durch eine Art Quicktime-Minispiel entweder verstärkt werden kann oder bereits während der Zauberphase magische Geschosse auf die Gegner geschleudert werden können. Für mich allerdings recht uninteressant, denn in einem Action-Kampfsystem ist das letzte was ich machen möchte, mit einem Magier in der hinteren Reihe Zauber zu spammen. Mittels Martha-Martial lässt sich eine Genkidama-artige Kugel formen, die Gnuffis absorbiert und die auf Gegner geschleudert werden kann. Allerdings muss man dafür auf Fernkampfwaffen verzichten. Daher für mich ebenso uninteressant und ich bin lieber beim (überpowerten) Katzentanz geblieben.

Zuletzt lässt sich über den Ewigen Garten noch das Kolosseum erreichen. Hier muss man gegen Gegnerwellen antreten und je nachdem wie schnell man ist erhält man bessere Belohnungen, wie z.B. Technikrollen, Anleitungen für bessere Ausrüstung und Materialien. Da man in den Erweiterungen sowieso mehr als genug kämpft und ich nicht gerade der größte Fan des doch recht trägen Kampfsystems bin, habe ich hier nur eine handvoll Kämpfe bestritten und es ansonsten ignoriert. Das ist wirklich nur etwas für absolute Hardcorefans.

Die neu herstellbare Ausrüstung führt die Stadt auch ad absurdum, da die Materialien, die dafür benötigt werden, nur in den Erweiterungen und im Kolosseum gefarmt- und nicht mehr in den Produktionsstätten hergestellt werden können. Somit verkommt sie zu einem reinen Geldgenerator, wobei man davon durch die Nebenquests sowieso genug erhält.



https://s18.directupload.net/images/190727/qwaq6o5r.jpg (https://s18.directupload.net/images/190727/pompoolv.png)




Die Ereignisse sämtlicher Erweiterungen werden, wie auch die Hauptgeschichte, in Irmas Archiv zum Nachlesen festgehalten.



https://s18.directupload.net/images/190727/e9al6tfc.jpg
https://s18.directupload.net/images/190727/w6c5dn5h.jpg
https://s18.directupload.net/images/190727/nufwhul5.jpg
https://s18.directupload.net/images/190727/hel4ulvj.jpg


https://s18.directupload.net/images/190727/3bh6tko5.jpg
https://s18.directupload.net/images/190727/zwym3pux.jpg
https://s18.directupload.net/images/190727/3iz57lsd.jpg
https://s18.directupload.net/images/190727/ethway29.jpg


https://s18.directupload.net/images/190727/kog4gmzh.jpg
https://s18.directupload.net/images/190727/kpdjag4x.jpg
https://s18.directupload.net/images/190727/5kgi6ej5.jpg
https://s18.directupload.net/images/190727/d4wwih5b.jpg





Fazit
Wenn man alles zusammen nimmt, fällt einem sofort eine sich wiederholende Struktur auf. Der Spieler wird in allen Erweiterungen durch Schnitzeljagden mehrfach kreuz und quer durch die Welt gescheucht und darf anschließend in viel zu langen, generischen Dungeons, in denen Speichern nicht möglich ist, mit der viel zu niedrigen Renngeschwindigkeit seine Zeit vertrödeln, während er dabei Massen der immergleichen Gegner bekämpfen muss, um mit den steil ansteigenden Levelanforderungen Schritt zu halten. Wirklich neue Gebiete kann man an einer Hand abzählen und diese sind auch noch recht klein ausgefallen. Stattdessen wird Altbekanntes wieder und wieder verwertet.
Die Minigeschichten sind ganz nett, allerdings auch genauso oberflächlich und kindgerecht erzählt wie die Hauptgeschichte selbst. Positiv ist jedenfalls, dass einige offene Fragen nun endlich beantwortet werden, wobei sich einige Logikfehler eingeschlichen haben. Weniger schön hingegen ist, dass keine der Dialoge vertont sind und man so mal wieder Evans nerviges Gegrunze ertragen muss. Zumindest bleibt man so aber auch von seinem "Happily ever after" verschont...

Alles in allem finde ich die Erweiterungen recht enttäuschend. Besonders wenn man die lange Entwicklungszeit berücksichtigt - Magische Erinnerungen wurde erst ein Jahr nach dem Hauptspiel veröffentlicht - frage ich mich, was die Entwickler zwischen der ganzen Resteverwertung eigentlich getrieben haben. Die paar Artworks für die Minigeschichten zu zeichnen kann kaum so aufwändig gewesen sein.
Zumindest ein komplett neuer, originaler Dungeon und eine neue Stadt/ein neues Land hätten drin sein sollen. Gerade der Wüsten- oder Schneekontinent hätten sich dafür doch mehr als angeboten. Außerdem zitiert das Spiel selbst mehrfach, dass es neben den fünf großen- auch noch mehrere kleinere Länder gibt, die alle ihre eigenen Probleme haben. Wieso dies also nicht aufgreifen und eine neue Geschichte darum spinnen?
Das Niveau der Erweiterungen erinnert mich eher an Postgame-Inhalte wie sie in anderen Spielen wie z.B. der Tales- oder Star Ocean-Serie im regulären Spiel enthalten sind, ganz ohne Zusatzkosten. Das ist nicht nur faul sondern auch ganz schön frech und schädigt nur das Vertrauen in das Studio.



Wertung: ★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten"


★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert




https://s18.directupload.net/images/190727/nfor3ecb.jpg (https://s18.directupload.net/images/190727/4dddak2f.png)

► Zur Spieleübersicht

Nayuta
02.08.2019, 20:57
Magna Carta 2
~ Ersteindruck ~

https://up.picr.de/35857215ib.png


Lasset die Mutprobe beginnen!

So jedenfalls war meine Einstellung zu Magna Carta 2, nachdem sich der Vorgänger, Tears of Blood, als ziemlicher Rohrkrepierer entpuppt hat. Doch nachdem ich jetzt einige Zeit hineingespielt- und aktuell die Schlacht am Kojoten-Canyon abgeschlossen habe, muss ich sagen, dass das Spiel gar nicht mal so schlecht ist. Im Gegenteil, es ist eigentlich ganz gut. Sicherlich kein Meisterwerk, aber Meilen über dem was der Vorgänger geboten hat.
Die Handlung hat bisher Hand und Fuß und die Charaktere verhalten sich größtenteils glaubwürdig. Zwar verhält sich der Protagonist ab und an egoistisch, doch anstatt seine Launen zu unterstützen, wäscht ihm seine Party regelmäßig das Hirn und hält ihm vor, wie dämlich und kindisch er sich doch benimmt. Klasse so!

Das Kampfsystem ist weniger ungewöhnlich als noch im Vorgänger und hat eher Anleihen zu den Tales- oder Star Ocean-Systemen. Als Kniff gibt es eine Ausdauerleiste, die sich mit jedem Schlag auflädt und wenn diese gefüllt ist "überhitzt" der Charakter und kann sich nicht mehr bewegen. Man kann dann aber zu einem anderen Charakter wechseln um eine Kombokette zu starten. Gelingt dies dem zweiten Charakter, so wird die Ausdauerleiste von beiden komplett geleert. Zurzeit beherrsche ich das System noch nicht hundertprozentig. Bei Bosskämpfen bekomme ich es einigermaßen hin, bei normalen Kämpfen stehen meine Recken aber die meiste Zeit bewegungslos auf dem Feld herum. Das Hauptproblem ist, dass sich die KI oft nicht nahe genug an Feinde manövriert. Aber naja, wenigstens führt das System dazu dass man, im Gegensatz zum Vorgänger, wirklich immer durch alle Charaktere schaltet und sich nicht nur auf einen einzigen konzentriert.

Bisher ist das Spiel jedenfalls recht vielversprechend und hat das Potenzial, die Nullnummer des Vorgängers vergessen zu machen.

Aber nichts ist ohne Makel. Im Konkreten beziehe ich mich hier auf die deutsche Übersetzung, die wirklich nicht das Gelbe vom Ei ist. Mein bisheriges Highlight:

Englisch: "I show you the ropes."
Deutsch: "Ich zeige dir die Seile." :hehe:

LittleChoco
04.08.2019, 11:59
Wow, Respekt! Ich an deiner Stelle hätte nach dem Magna Carta-Debakel den Nachfolger wahrscheinlich nur noch mit der Kneifzange angefasst, aber scheinbar war das Studio lernfähig.

"Show somebody the ropes" kannte ich bis dato auch noch nicht und musste es erstmal ergoogeln, aber rein intuitiv muss man als Übersetzer doch merken, dass eine wörtliche Übersetzung nicht passt. :rolleyes:

Nayuta
05.08.2019, 13:23
Zugegebenermaßen habe ich zuerst mit mir gehadert, ob ich es mir wirklich antun möchte. Dann habe ich auf Wikipedia aber nachgeschaut, wer sich als Autor verantwortlich zeichnet und nachdem das eine andere Person als beim Vorgänger war habe ich mich entschieden, dem Spiel eine Chance zu geben. Und Kadaj hatte ja auch ein gutes Wort dafür eingelegt.
Außerdem habe ich vor langer Zeit mal von meinem Restguthaben an Microsoft-Points das "Add-On", wenn man es denn so nennen kann, gekauft und das gute Geld soll ja nicht komplett verschwendet sein.^^'


"Show somebody the ropes" kannte ich bis dato auch noch nicht und musste es erstmal ergoogeln, aber rein intuitiv muss man als Übersetzer doch merken, dass eine wörtliche Übersetzung nicht passt.
Vor allem da besagte Person in der vorherigen Textbox noch meint, dass sie einem den Umgang mit dem Schwert beibringen will. Also wenn man nicht ganz benebelt ist sollte man als Übersetzer den Zusammenhang eigentlich erkennen.^^
Aber glaub mir, das ist nur die Spitze des Eisbergs. Neben noch viel mehr wörtlich übersetzten Redewendungen sind es vor allem die ganzen offensichtlichen Rechtschreibfehler, die mich über die Qualifikation der verantwortlichen Personen zweifeln lassen. Das Skript wurde ganz sicher nicht Korrektur gelesen oder ingame auf Plausibilität geprüft. Auch andere Dinge wie Personen, die im Englischen zustimmen (was im Kontext Sinn ergibt) und die im Deutschen ablehnen sind keine Seltenheit. Aufgrund der durchgehenden Synchronisation in Storydialogen ist das kein Problem und ich mache mir einen Spaß daraus, bei den NPC-Gesprächen finde ich mich halt damit ab dass wahrscheinlich oft Quatsch erzählt wird (manche der Dialoge ergeben tatsächlich keinen Sinn). Könnte zwar die Konsole auf Englisch umstellen (es ist eines dieser Spiele die ingame keine Option dafür bieten...), aber näääh, dann ginge der Comedy-Faktor flöten. :D

Nayuta
12.08.2019, 12:26
Magna Carta 2

https://abload.de/img/magna-carta-2_1920x12fakgj.jpg (https://abload.de/img/magna-carta-2_1920x129ujga.jpg)



Challenge #:
11


System:
Xbox 360 (EUR-D)


Version:
TU1


Erweiterung:
Bonus Pack



https://up.picr.de/31412165os.png





► Zum Ersteindruck


Das Spiel
Der ehemalige Premierminister Schuenzeit führt im Lande Lanzheim einen Putsch durch und ermordet Königin Ibrin. Nur Prinzessin Zephie kann den Wirren entkommen und flüchtet sich in den Süden, wo sie zusammen mit Lord Alex und einer Vereinigung von Adeligen die Südarmee gründet, um ihren rechtmäßigen Thron zurückzuerobern.
Seit dem sind drei Jahre vergangen. Obwohl die Südarmee anfänglich viele Siege für sich verbuchen konnte, befindet sie sich in letzter Zeit in der Defensive. Die Nordarmee setzt nämlich Sentinels ein, schier unbesiegbare Kampfmaschinen die nach dem Vorbild der Hüter erbaut wurden, eintausend Jahre alte, magische Kampfmaschinen aus dem Carta-Krieg, vom verstorbenen Helden Strass persönlich konstruiert. Ein solcher Hüter wird auf der abgelegenen Sturminsel entdeckt, auf der der Junge Juto ein sorgloses Leben unter den Fittichen seiner Adoptivschwester Melissa führt. Von ihr erhielt er auch seinen Namen, als er vor einigen Jahren ohne jegliche Erinnerungen an der Küste angespült wurde.
Als die Südarmee unter dem Kommando von Prinzessin Zephie eintrifft um das Relikt zu bergen, nähert sich das beschauliche Inselleben einem jähen Ende. Denn auf deren Fersen befindet sich bereits die Nordarmee, die eine großangelegte Invasion startet. Bei der Verteidigung der Insel kommt Melissa durch die Hand eines Generals der Nordarmee, Elgar, ums Leben. Juto schwört Rache an ihm und schließt sich, nach etwas Überredungskunst seitens Zephie, widerwillig der Counter-Sentinel-Spezialeinheit der Südarmee an, die unter dem direkten Kommando der Prinzessin steht.
Das kommt nicht von ungefähr, denn trotz seiner Unerfahrenheit im Krieg besitzt er eine außerordentliche Gabe. Als er Zephie und ihre Gefährten kurz vor der Invasion zum Hüter führte, geriet dieser außer Kontrolle und griff Melissa an. Dabei manifestierte sich in ihm eine mysteriöse Macht, ähnlich der des Helden Strass und er besiegte den Hüter, lediglich mit einem Holzschwert bewaffnet.



https://abload.de/img/collage136kid.jpg (https://abload.de/img/collage1gnj8p.png)


Im Gegensatz zum Vorgänger, Tears of Blood, ist die Geschichte im zweiten Teil gut geschrieben und ergibt Sinn. Die Charaktere werden nicht absichtlich verdummt sondern sprechen eigentlich in allen Dialogen die Dinge an, die ich als Spieler thematisiert haben möchte, auch wenn die Antagonisten auf die Argumente der Protagonisten meist nicht mehr als ein "nanana ich kann euch nicht hööören, lasst uns kämpfen" zu erwidern haben. Juto ist anfangs noch etwas naiv und leicht selbstsüchtig unterwegs, doch die Party weiß ihn immer wieder zurechtzustutzen anstatt seine Launen über sich ergehen zu lassen oder gar noch zu unterstützen.
Leider bleibt die Hälfte der Antagonisten recht blass und sie dienen nicht zu mehr als hin und wieder finster dreinzublicken und sich als Bosse in den Weg der Party zu stellen. Sowieso finde ich, dass die Antagonisten dafür, dass sie in ihren Augen ein hehres Ziel verfolgen, viel zu sehr als klischeehafte Bösewichte - sowohl was deren Optik als auch Verhalten angeht - gezeichnet werden. Etwas Mäßigung wäre hier meiner Meinung nach angebrachter gewesen.

Die Geschichte selbst ist also wie erwähnt im Großen und Ganzen recht gut geworden. Problematischer sehe ich hier allerdings deren Präsentation an. Wie im Vorgänger wird diese wieder durch einen Mix an animierten- und "Textbox"-Sequenzen vorangetrieben. Letztere wurden technisch etwas überholt und finden nun mit zwei animierten 3D-Charaktermodellen zur linken und rechten Seite vor einem Bildschirmfoto der aktuellen Szene statt. Während sich beide Sequenzarten in Tears of Blood aber noch in etwa die Waage hielten, wird die Geschichte hier fast nur noch durch die "Textbox"-Sequenzen erzählt. Dadurch wirkt alles recht statisch und antiklimatisch, ja eher wie ein leicht glorifiziertes Bilderbuch. Die Bildschirmfotos im Hintergrund werden auch nicht dynamisch erstellt sondern zeigen die Charaktere mit ihrer Standardausrüstung. Ja sogar geöffnete Truhen sind dort noch verschlossen. In seltenen Fällen wird auch auf bildschirmfüllende Standbilder, über die ein Sprecher redet, zurückgegriffen.
Animierte Sequenzen kommen lediglich noch in Schlüsselszenen zum Einsatz und sind darüber hinaus vorgerenderte In-Engine-Videos, wodurch sie oft etwas zu kurz sind oder zu hektisch wirken, um möglichst viel Inhalt in möglichst wenig Laufzeit zu quetschen. Das ist übrigens auch der einzige Grund weswegen das Spiel zwei Discs benötigt, denn ansonsten bietet es inhaltlich nicht sooo viel.

Die Spielwelt ist nämlich recht überschaubar gehalten und erinnert eher an ein Proto-Star Ocean 5. Das bedeutet, dass die Orte recht häufig erneut besucht werden. Allerdings fällt dies nicht so sehr ins Gewicht wie noch in Tears of Blood, da dieser Teil zum einen nicht einmal halb so lange dauert und zum anderen viele der nervigen und spielzeitstreckenden Elemente des Vorgängers nicht mehr vorhanden sind.
Die kleine Spielwelt schlägt sich auch in den Siedlungen nieder. Es gibt praktisch nur eine richtige Stadt. Dazu gesellen sich drei kleinere Dörfer, wovon eines nur zweimal im Spiel betreten werden kann und das andere erst ganz spät zugänglich wird und es außer einer einzigen Nebenquest darin nichts zu tun gibt. Die zweite Stadt kann man nicht wirklich als solche bezeichnen. Sie ist mehr ein Dungeon mit einem kleinen Abschnitt in dem sich Menschen aufhalten.

Auch richtige Dungeons gibt es eher wenige. Da Krieg herrscht fokussiert sich das Spiel auf die Schlachtfelder, die das Land von der Rebellenstadt im Süden bis hin zur Hauptstadt im Norden säumen. Dort gilt es dann aber immerhin Zusatzziele zu erfüllen, wie z.B. verbündete Soldaten zu beschützen, gegnerische Waffenstellungen zu zerstören, Außenposten einzunehmen oder Landminen zu entschärfen.



https://abload.de/img/collage29fkkk.jpg (https://abload.de/img/collage2dkk62.png)


Während sich die erste Disc noch streng linear gestaltet, man nicht vom vorgegebenen Weg abkommen darf und in einem neuen Gebiet auch durchaus mal "gefangen" sein kann, öffnet sich das Spiel auf der zweiten Disc und man kann größtenteils beliebig zwischen den bereits besuchten Orten reisen. Anfangs noch zu Fuß, später auch per Teleporter. Die über 100 Nebenquests sind meistens nur für den Storyabschnitt, in dem man sich gerade befindet, aktiv und sollten daher sofort angegangen werden, ansonsten verfallen sie. Nett ist aber, dass das Spiel über offene Quests warnt, die ansonsten beim Fortschritt der Story abgebrochen würden. Trotzdem habe ich irgendwo zwei Quests verpasst. Naja, Schwamm drüber...

Das Kampfsystem wurde im Vergleich zu Tears of Blood komplett geändert. Es ähnelt nun eher dem der Tales- oder Star Ocean-Serie, allerdings finden Kämpfe nicht in einer Arena statt, sondern man wechselt jederzeit per Knopfdruck frei vom Lauf- in den Kampfmodus, in etwas so wie in Final Fantasy 12. Im Kampfmodus hat man dann seine normalen Angriffskombos, bei denen man mit steigenden Leveln zusätzliche Schläge erhält und kann Techniken einsetzen. Man bewegt sich hier äußerst langsam, kann aber per Knopfdruck zum gerade anvisierten Gegner sprinten. In den meisten Situationen habe ich es aber als praktischer empfunden, einfach kurz wieder in den Laufmodus zu schalten und mich neu zu positionieren. Denn nicht nur der Sprint- sondern auch normale Angriffe und Techniken füllen eine Ausdauerleiste. Ist diese voll, kann man allerdings noch solange weiter angreifen, wie man Schläge in der Kombo zur Verfügung hat. Der Clou dabei ist, dass die Angriffsstärke in diesem Overdrive-Modus um 50% erhöht wird. Der Nachteil ist aber, dass man danach in den Overheat-Modus verfällt, sich für eine gewisse Zeit nicht bewegen kann und abwarten muss, bis sich die Leiste regeneriert hat, ehe man erneut angreifen kann. Um das zu verhindern kann man die aktuelle Kombo im Overdrive mit einem Skill abschließen und anschließend auf einen der beiden anderen am Kampf beteiligten Charaktere wechseln, um dadurch eine Angriffskette zu starten. Dadurch bekommt der nun ausgewählte Charakter den Angriffsbonus seines Vorgängers übertragen. Attackiert dieser nun selbst so lange, bis er in den Overdrive gerät und schließt ebenfalls mit einer Technik ab, kommt es zum Chain-Break und beide Charaktere erhalten ihre komplette Ausdauer zurück.

Für Techniken wird Kan benötigt. Das entspricht dem Chi des Vorgängers. Hier gibt es aber zwei grundlegende Arten von Kan. Physische Kämpfer erhalten es, indem sie Gegner mit normalen Angriffen beharken und speichern dieses dauerhaft. Magier hingegen ziehen elementares Kan aus der Umgebung. Dieses stellt die Grundmenge dar die niemals unterschritten wird. Befinden sich in der Umgebung z.B. zwei Kan-Punkte, so können Zauber, die zwei Punkte benötigen, immer wieder eingesetzt werden, ohne dass es verbraucht wird. Für bessere Zauber müssen sie hingegen durch normale Angriffe zuerst selbst zusätzliche Kan-Sphären erzeugen. Verlassen sie den Bereich in dem sie diese Sphären generiert haben, so fällt es wieder auf die natürliche Menge der Umgebung ab. Diese Kan-Sphären können aber auch künstlich erzeugt werden, z.B. indem man Barrikaden in der Umgebung anzündet um Feuersphären zu generieren oder Fässer zertrümmert um Wasserspähren zu erzeugen. Je nach Grundvorrat eines Elements in der Umgebung ergibt es Sinn, den Magier mit dem jeweils entsprechenden Element in die Kampfparty aufzunehmen. Während physische Kämpfer auf 10 Kan-Einheiten beschränkt sind, können Magier beliebig viel generieren und dadurch öfter hintereinander ihre besten Zauber einsetzen.



https://abload.de/img/collage3ofk8i.jpg (https://abload.de/img/collage39wka4.png)


Jeder Charakter hat zwei Waffen zur Verfügung, was seinen Kampfstil beeinflusst. So hat Juto z.B. die Wahl zwischen einem Einhandschwert inklusive Schild, was seine Defensive stärkt oder einem Zweihänder, bei dem er rein auf die Offensive setzt. Außerdem können durch unterschiedliche Waffen unterschiedliche Individualtechniken eingesetzt werden. Diese stehen im Kampf zufällig zur Verfügung und sobald das zugehörige Symbol erscheint, muss man die entsprechende Taste schnell genug drücken, um sie auszulösen. Mit einem Zweihandschwert führt Juto dann z.B. einen Rundumfeger aus, der alle Gegner wegschleudert. Ein anderer Charakter wie z.B. Celestine, erzeugt mit ihrem Bogen einen Schild, der sie für eine gewisse Zeit unverwundbar macht oder Argo, der mit seiner Axt die Verteidigung des Gegners brechen kann, so dass die folgenden Angriffe enormen Schaden verursachen. Die Individualtechniken verbrauchen dabei keine Ausdauer.

Später lernen bestimmte Charakterpaarungen, entweder durch die Handlung, öfter aber durch Nebenquests, ein oder sogar mehrere Co-op-Techniken. Dazu müssen beide beteiligten Charaktere mit den notwendigen Waffen ausgerüstet sein und einer von beiden muss, wie gehabt, im Overdrive-Modus eine Technik einsetzen. Wechselt man nun zum Co-op-Partner und hat dieser mindestens 5 Kan-Punkte, kann er die Co-op-Technik aktivieren, bei der beide zusammen, in einer ausladenden Animation, dem Gegner enormen Schaden zufügen.

Hin und wieder gesellen sich auch Gastcharaktere als vierter Kämpfer der Party hinzu. Diese können aber nicht vom Spieler übernommen werden.

Im Gegensatz zum Vorgänger, in dem sich Bosskämpfe nicht von normalen Kämpfen unterschieden haben, sind diese nun wesentlich abwechslungsreicher. Bosse haben nun verschiedene Verhaltensmuster und Schwachstellen, die man zuerst angreifen sollte um sie zu schwächen. Man muss sich auch manchmal bestimmter Kniffe bedienen um ihnen Schaden zuzufügen, z.B. indem man Bomben auf sie zurückschleudert oder das Gebiet meidet in dem gleich ein Einschlag zu erwarten ist. Dämlich ist hingegen, dass die Spezialattacken der Bosse die eigenen Komboketten unterbrechen. Wenn man also nicht vorsichtig ist, stehen die eigenen Charaktere wehrlos im Overheat-Modus direkt vor ihrem Kontrahenten und werden widerstandslos dahingemetzelt.
Leider verkommen die Bosskämpfe gegen Ende hin zu einem reinen Gespamme von Heilgegenständen und Heilzaubern, da diese viel zu viel Schaden verursachen und man sich kaum davor schützen kann. Zwar gibt es Zauber die die Verteidigung erhöhen, diese zeigen aber nur wenig Wirkung und müssen ständig aufgefrischt werden, da sie nur kurz anhalten. In der ersten Form des Endbosses habe ich z.B. nur noch die Heilerin gespielt und die Taste für den Heilzauber gehämmert. Erst wenn die von der CPU gesteuerten Charaktere genügend Kan gesammelt hatten, habe ich auf diese gewechselt um ihre jeweiligen Spezialtechniken zu aktivieren, nur um gleich darauf wieder auf die Heilerin zu wechseln. Der Kampf hat mich irgendwie an diesen einen Bosskampf aus Star Ocean 5 erinnert, bei dem man in der Wüstenstadt gegen den Banditenchef kämpft und den ich auf ähnliche Weiste bestritten habe.



https://abload.de/img/collage4xjk6m.jpg (https://abload.de/img/collage4toja4.png)


Jede Waffengattung hat ihren eigenen Fähigkeitenbaum, in dem neue Techniken erlernt oder verbessert- und Bonusse auf die Statuswerte freigeschaltet werden. Am Ende eines solchen Baums wartet eine besonders starke Technik, die im Kampf mit einer ausladenden Animation zelebriert wird, dafür aber auch viel Kan benötigt. In einem normalen Spieldurchgang erhält man lange nicht genügend Skillpunkte, um alle Fähigkeiten zu lernen. Daher muss man sich entscheiden, ob man sich auf eine Waffengattung konzentriert und deren Techniken verbessert, oder lieber zweigleisig fährt und die Techniken in ihrem schwächeren Grundzustand belässt.
Zudem hat jede Waffe eine bestimmte Anzahl an Slots, in die Kamonds derselben Farbe oder Farbmischung eingesetzt werden können. Das sind Kristalle, ähnlich der Materia, die Statuswerte erhöhen oder zusätzliche Effekte verleihen, wie z.B. den Kan-Verbrauch zu senken. Je höher das Waffenlevel desto mehr Slots sind verfügbar.

Während die englische Synchronisation für JRPG-Standards durchaus als hochwertig angesehen werden kann und viele aus der Szene bekannte Synchronsprecher wie etwa unser aller lieblings-Power-Ranger am Werk sind, wurde bei der deutschen Lokalisation ziemlich geschludert. Das Beispiel mit "show you the ropes" habe ich im Ersteindruck ja schon gebracht. Dazu gesellen sich andere Brüller wie [eng: "meet again in this fashion" / deu: "in diesem Aufzug wiedersehen"], während Charaktere im Englischen zustimmen lehnen sie im Deutschen ab, im Englischen wird vom Anfang gesprochen während es im Deutschen zum Ende wird, "dozens" wird zu "tausenden" oder das Geschlecht von Charakteren ändert sich plötzlich. Darüber hinaus strotzt das Skript nur so vor recht offensichtlichen Rechtschreibfehlern, Leerzeichen zwischen Worten wurden vergessen und Textumbrüche sind wild in den Sätzen verteilt. Eines ist sicher, dieses Skript wurde weder Korrektur gelesen noch im Spiel auf Plausibilität geprüft.

Durch die Erweiterung, "Bonus Pack" genannt, erhält man zwölf ultimative Waffen, die sofort von Spielbeginn an zur Verfügung stehen. Da diese noch einmal ein ganzes Stück besser sind als die besten Waffen die man regulär im Spiel bekommt, sollte man sie sich bis ganz zum Schluss aufheben, wenn man es nicht vollkommen trivialisieren will.
Außerdem befinden sich darin noch drei Sequenzen bzw. "Live-Dialoge", die man sich eigenständig über das Startmenü ansehen kann. Diese fünf- bis zehnminütigen Sequenzen reichen von kurzen Sketches bis hin zum Aufrollen der Vergangenheit bestimmter Charaktere. Sie sind ganz nett, aber nichts wofür man Geld ausgeben müsste und sollten eigentlich im regulären Spiel als Nebenquests enthalten sein. Meine Empfehlung; spart euch das Geld und schaut sie euch lieber auf Youtube an.



https://abload.de/img/collage5odj9p.jpg (https://abload.de/img/collage5zij0k.png)



What's Wrong With Her?!

https://www.youtube.com/watch?v=CyihIfOCW4U

Does Anyone Want Seconds?

https://www.youtube.com/watch?v=mtlge_viAaA

Celestine's Pet Adoption Agency

https://www.youtube.com/watch?v=VAdWZK8a5T0


Opening Localizing Version

https://www.youtube.com/watch?v=aO95SDiutVE

The Sights of Abazet

https://www.youtube.com/watch?v=OdA96FhfepI

Theme of Zephie - Orchestral Version

https://www.youtube.com/watch?v=Lfghc0cdGDg

Cota Mare

https://www.youtube.com/watch?v=TAXC04nvpQ0

Dunan Field

https://www.youtube.com/watch?v=f8R_z2FW_cU



Fazit
Magna Carta 2 macht die Schmach des Vorgängers vergessen, indem es mit einer gut geschriebenen, wenn auch nicht überragenden, Geschichte und sich plausibel verhaltenden Charakteren punktet. Die Antagonisten hätten aber durchaus etwas mehr Tiefe und dafür etwas weniger Klischee-Boshaftigkeit vertragen können. Negativ fällt da eher die biedere, bilderbuchartige Präsentation der Szenen ins Gewicht. Auch in Sachen deutscher Lokalisation wurde großflächig geschlampt. Die Welt ist sehr kompakt und überschaubar gehalten und man besucht dieselben Orte recht häufig, da auf spielzeitstreckende Elemente verzichtet wurde und das Spiel nicht so lange dauert, ist das aber nicht weiter tragisch. Das Kampfsystem ist traditioneller als im Vorgänger, spielt sich meistens rund und benötigt nicht mehr eine so hohe Konzentration.



Wertung: ★★★☆☆ (3/5) "Positiv"


★★★★★ (5/5) "Ausgezeichnet!": Super, hat mich völlig in seinen Bann gezogen
★★★★☆ (4/5) "Äußerst positiv": Sehr gut mit einigen kleinen Macken
★★★☆☆ (3/5) "Positiv": Gut aber konnte mich nicht völlig überzeugen
★★☆☆☆ (2/5) "Verhalten positiv": Nett aber sticht in keinem Bereich wirklich hervor
★☆☆☆☆ (1/5) "Verhalten": OK aber es gibt doch einige Dinge die mich gestört haben
☆☆☆☆☆ (0/5) "Langweilig bis schlecht": Hat mir nicht wirklich zugesagt, eine weitere Unterscheidung hätte für mich keinen Mehrwert




https://abload.de/img/getscreencaptureimagegdkvp.png (https://abload.de/img/getscreencaptureimage8hjoh.png)

► Zur Spieleübersicht

Nayuta
19.08.2019, 01:12
The Legend of Heroes: Zero no Kiseki
~ Ersteindruck ~

https://up.picr.de/35857216tg.png


Weiter geht die Reise durch Zemuria. Nächster Stopp: Crossbell!

Habe nun eine Weile reingespielt (Trails-typisch heißt das: so um die 30 Stunden^^') und stehe wohl vor dem Finale des ersten Kapitels. Zumindest hat mir das Spiel nahegelegt, ich solle doch erst einmal alle noch offenen Quests abschließen, bevor ich weitermache.


Fangen wir mal mit dem brennendsten Thema an, der Übersetzung. Ich benutze die geleakte Version von Monkey/Flame/Guren/etc. auf der Playstation Portable.
Diese reicht von OK bis gut. Die Hauptgeschichte liest sich am besten, der Rest eher holprig. Hier merkt man, dass noch der nötige Feinschliff fehlt und so sind einige Rechtschreibfehler, merkwürdig konstruierte Sätze und hauptsächlich viele Formatierungsfehler vorhanden. Fürs Verständnis ist sie aber mehr als ausreichend und weit von solchen Katastrophen wie Nayuta no Kiseki oder Xuan-Yuan Sword entfernt. An die erste Übersetzung von z.B. Ys 8 kommt sie aber nicht heran, die ja schon so einigen Leuten nicht ganz zugesagt hat.
Unübersetzt sind hauptsächlich nur die Anleitung, die Namen von Läden und einige Kleinigkeiten die hier und da mal vergessen wurden. Am Anfang des ersten Kapitels gibt es einen Polizeibericht der noch auf Japanisch war, greift man auf diesen über das Item im Menü zu, ist er allerdings übersetzt. Bugs gibt es auch noch. So frieren z.B. im Kasino alle Spiele außer Roulette die gesamte Konsole ein. Wählt man im Kochbuch ein Rezept aus, passiert dasselbe, außer man schaltet vorher global auf die zweite Seite, wodurch man aber nicht mehr sieht welche Zutaten benötigt werden (als Workaround kann man beim Einkauf selbiger nachschauen, wofür sie Verwendung finden).
Wer von einer Übersetzung ein gehobeneres Niveau erwartet, der sollte vielleicht doch noch abwarten, was sich in Zukunft so ergibt. Ich jedenfalls bin leicht positiv überrascht, da ich Schlimmeres befürchtet habe.


Crossbell Stadt ist wirklich ausladend und entspricht mindestens vier Städten aus Trails in the Sky zusammengenommen. Wobei es im Umkreis noch weitere Orte gibt, die ich noch gar nicht alle besucht habe. Wenn die ganzen NPCs nach bestimmten Ereignissen wieder neue Dialoge erhalten, kann man sich schon mal bis zu 2 Stunden darin verlieren, diese erneut abzuklappern.

Da man bei der Polizei angestellt ist, geht man immer wieder seinen Ermittlungen nach. Dabei kommen auch Elemente wie die aus Devil Summoner 2 bekannten Sitzungen vor, bei der die bisher gesammelten Indizien besprochen werden, wenn auch in reduzierter Form.

Schön finde ich auch, wie man an einigen Stellen in der Stadt selbst Detektiv spielen kann, ohne dass es das Spiel forciert.
So betrete ich z.B. eine Villa die als "Hayworth-Residenz" bezeichnet wird. Hmmm, den Namen kenne ich doch von irgendwo her. Hatte ich den vor einigen Minuten vielleicht schon mal gelesen? Dann sehe ich eine rothaarige Frau, deren Dialog ein Portrait besitzt. Muss irgendwie wichtig sein. Ich gehe die Treppe hinauf und treffe dort klein-Adol an, ebenfalls mit Passfoto im Dialog. Hier ist doch etwas faul. Bevor ich das Haus verlasse schaue ich mir noch einmal die Frau an. *Tik tak tik tak tik tak tik tak* *KLINGELINGELIIIINNNG* AHAAAAAA!!! :D
Oder an anderer Stelle betrete ich ein Appartement, welches im Prolog noch verschlossen war. Wer könnte hier wohl eingezogen sein? Ich schaue mich im Zimmer um und sehe ein Regal, auf dem lauter Schuhe stehen. Könnte das etwa...? Mein Blick wandert nach oben und über dem Regal hängt ein Bo. OK, Rätsel gelöst.^^
Dann noch der Kommentar von Harold während der Autofahrt, er "müsse" glücklich sein. Oha, dunkle Vorzeichen? Steht da vielleicht jemand unter dem Druck einer gewissen Person?

Das einzige was mich aktuell leicht nervt ist die mal wieder hohe "Fräulein“-Rate bei physischen Angriffen. Als wäre das nicht genug, können Gegner (man selbst aber auch) in solchen Situationen jetzt kontern, wodurch man gleich doppelt bestraft wird. Hach, ich freue mich schon darauf wenn ich wieder alles mit Flächenzaubern wegknallen kann. Auf der anderen Seite kann man aber Gegner auf der Karte bereits mit einem Angriff betäuben und erhält dadurch im Kampf eine hohe Wahrscheinlichkeit auf eine Persona-artige Gruppenattacke, wodurch sich die meisten normalen Kämpfe praktisch in der ersten Runde beenden lassen.


Bisher macht das Spiel jedenfalls Spaß, auch wenn es mal wieder eher gemächlich startet und ein Aufhänger vom Kaliber der Luftschiffentführung aus Trails in the Sky fehlt. Die Charaktere sind bisher, mit Ausnahme von Lloyd vielleicht, noch etwas blass, es wurde aber bei allen bereits angedeutet, dass da noch einiges an Hintergrundinformationen zu erwarten ist.

~Jack~
19.08.2019, 01:19
Wer von einer Übersetzung ein gehobeneres Niveau erwartet, der sollte vielleicht doch noch abwarten, was sich in Zukunft so ergibt.
August 14, 2019 - Trails from Zero: 90% (https://geofront.esterior.net/2019/08/14/trails-from-zero-90/)

With an extra set of hands and renewed energy, we’ve done nearly 10% in about a month. Within the next month or so, we want to hit 100%. Unfortunately, that does not mean the patch is ready for release. We will have to go over everything, clean things up, and get ready for QA. Luckily, that should take a fraction of the time. Just be excited, okay?

Sollte also hoffentlich nicht mehr so lange dauern, auch wenn Zerker in dem Posting zugegeben hat dass er 7 Monate lang so gut wie nichts dran gemacht hat.