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  1. #1

    Caros PARFUM-Challenge

    (Tako made me do it)


    Zwischen 2018 und 2023 ist viel passiert. Das Internet ist endlos shitty geworden, die Welt auch, Nonsense hat mich endgültig besiegt, ich lebe den Steuerklasse-IV-Ehegattensplitting-Lifestyle und bin hauptberuflich Spielleiterin für eine der exklusivsten Soap-Operas des Landes. Aber eine Sache ändert sich nie: Meine Liebe zum Geldausgeben. Es ist leider etwas schwieriger geworden, denn mit dem Alter wachsen die Ansprüche. Bulgarische Chemielimonade reizt jetzt maximal noch mein Verdauungssystem.

    Dieses (und letztes) Jahr habe ich (unglücklicherweise) eine neue Leidenschaft entwickelt: Nischenparfum. Statt Dior, Gaultier, Playboy und Tom Tailor schnüffele ich gern an weirden Konzepten (Maison Margiela Replica Whispers in the Library riecht angeblich nach alten Büchern in der Bibliothek von Oxford im Jahr 1997) und habe mittlerweile eine beachtliche Sammlung, an der ich langsam und beharrlich arbeite. Oder, um es mit Lynx' Worten zu sagen:

    Zitat Zitat von Julia
    @Caro Ich freue mich jedes Mal so sehr dich zu sehen, und ich liebe deine Haare, außerdem duftest du so gut und vielen lieben Dank für die Haarkur!
    Nachdem ich mir in der lokalen Luxusparfümiere erfolgreich Probensets von Maison Francis Kurkdjian und Replica erschnorrt habe und eine absurde Menge Geld für Byredo ausgegeben habe, fällt mein gieriger Blick nun auf echte Indie-Brands. Einzelkämpfer*innen, die in ihrem Schlafzimmer duftende Tränke zusammenbrauen. Leute, die Wissen und Kunstfertigkeit miteinander verbinden und coole Konzepte auf die Beine stellen. Gothic-Parfum. Anime- und Gaming-Branding. Düfte, inspiriert von Körperfunktionen. You get the picture.

    Deswegen habe ich mir für 2023 einen Adventskalender mit Parfumtestern zusammengestellt, um meine Sammlung und olfaktorische Bibliothek zu erweitern. Die wahre Bedeutung von Weihnachten ist schließlich haltloser Konsumerismus.

    Meine Bedingungen:
    - kein Import aus Amerika/Asien
    - bevorzugt kleine Parfümerien, am liebsten female-owned
    - vegane Inhaltsstoffe, keine Tierversuche

    Allein schon der Fokus auf Europa hat die Auswahl massiv eingeschränkt, und deutsche Shops gab es leider keine, die mich angesprochen haben (SeifenhexeBerlin ist leider nicht mein Vibe). Ich habe mich schließlich für folgende Marken entschieden:




    *Dark Tales hat mittlerweile angekündigt, den Verkauf der meisten Parfums einzustellen und hat bis Mitte Dezember einen One-Time-Only-Forever-Gone-Abschiedssale, es geht also schonmal FANTASTISCH los

    Zudem habe ich ein paar 2ml-Tester aus einer lokalen Nischenparfümerie in Oldenburg in meiner Sammlung, von größeren Häusern, die in Europa sonst schwer zu bekommen sind (Sylvaine Delacourte ).

    Bei den Testern aus Oldenburg kann ich nicht für die Inhaltsstoffe garantieren, da sind auch einige größere Parfum-Häuser dabei. Zu Marlou wurde ich geinfluenct und bin mir ziemlich sicher, dass die Inhaltsstoffe synthetisch sind (der Preis ist zu niedrig für echtes Civet), aber die artsy Webseite ist dazu verdächtig schmallippig.

    Mir ist bewusst, dass dieser Thread noch dümmerer Special Interest ist als der Limonaden-Thread. Das Durchschnittsinteresse an Indie-Parfüms aus Bulgarien wird sich wahrscheinlich in Grenzen halten. Meine charmante Art wird diesen Nachteil jedoch sicherlich ausgleichen. Und Tako hat lieb gefragt und mir ein Banner gemacht. Und ich brauche eh einen Ort, um meine Eindrücke festzuhalten.

    Falls sich hier noch andere Jeremy-Fragrance-Antis befinden sollten, freue ich mich auf eine angeregte Diskussion! (Minimalkonsens: Dior Sauvage sollte verboten werden.) Ich riech euch später!

    Regeln:
    • Genny verteilt die Parfums zufällig in meinen Adventskalendertütchen und ich ziehe jeden Tag eines (an besonderen Terminen mehrere, ich habe zu viele bestellt.)
    • Ich trage es einen Tag lang und lasse mein Umfeld leiden.
    • Irgendwann schreibe ich eine Review dazu.


    Name Parfumhaus getestet am Bewertung Note
    Zelda Crow & Pebble 01.12.2023 Es riecht so authentisch nach Hund, dass selbst der Uringestank nicht vergessen wurde. 5
    Mother of the Stars Crow & Pebble 01.12.2023 Als würdest du von einer Welle mitgerissen, und die Welle enthält Limettenscheiben und AXE Bodywash. 2
    Heart of the Mountain Crow & Pebble 02.12.2023 Ein Zitronenkuchen verprügelt dich vor einem Lush-Laden, und du genießt jede Sekunde. 2+
    Superius Dark Tales 02.12.2023 Ein bezaubernd luftiger Prinzessinnen-Duft, nur leider aus 50 Metern Entfernung. 3
    Diana AzurasAlchemyLab 03.12.2023 Zerriebene Blütenblätter und duftendes Grün. Einer Göttin würdig, aber leider etwas handzahm. 1-
    Moon Rabbit Crow & Pebble 03.12.2023 Eine sehr teure Créme von Lancôme oder so, die sich nur reiche Witwen leisten können. Floral in your face. 3-
    Libertine Dark Tales 04.12.2023 Sex, aber die aufgeklärte Art, wo alle über ihre Energien geredet haben und ein Räucherstäbchen brennt. 1
    Kirkè Tiziana Terenzi 05.12.2023 Eine sanfte Göttin isst drei Stücke Obst und geht zum Friseur. Auf dem Weg ersticken mehrere Menschen. 3
    Vangelis Sylvaine Delacourte 06.12.2023 Eine warme Umarmung von jemandem, der etwas viel Impulse Vanilla Kisses-Deo benutzt hat. 2
    Gothic Girl Dark Tales 06.12.2023 Ein Duft, um dunkle Rituale auf dem Friedhof durchzuführen, aber völlig unironisch. Nostalgie für alle mit Goth-Girl-Phase. 4
    Celestial Fox Crow & Pebble 07.12.2023 Ein Fuchs verirrt sich in der Weihnachtsbäckerei und wälzt sich beim Herumtoben im Ingwer. Dann muss er schrecklich niesen. 4-
    Lady Featherflight Crow & Pebble 07.12.2023 Verrottender, quietschsüßer Flieder an einer dementen Oma, die sich für eine Lady hält. 5
    Dracula Dark Tales 08.12.2023 Dracula hat beschlossen, sein Schloss mit Rindenmulch zu umgeben und dann in den Urlaub zu fahren. 3
    Heavens Equal Crow & Pebble 08.12.2023 Du bekommst eine warme Schüssel Bananenpudding hingestellt und hämmerst deinen Kopf in die ooey-gooey Goodness. 2
    Sleeping Venus AzurasAlchemyLab 09.12.2023 Eine erwachsene Kirsche geht ins Museum und setzt sich unter eine blühende Magnolie, um in ihrem Lieblingsbuch zu lesen. 1
    Umé Keiko Mecheri 10.12.2023 Pflaumenblüte, Nostalgie und grazile Schwermut: Ein Duft wie geschaffen für eine Heldin zwischen den Welten. 1
    Luck of the Roses Crow & Pebble 10.12.2023 Pures, ungefiltertes Rosenaroma, mit allen komischen Nebeneffekten wie dem Badewasservibe und dem Hustenreiz. 3+
    Gothika Dark Tales 11.12.2023 Diese eine ältere Person, die es auf jeder Gothic-Party gibt und die merkwürdig intensiv nach Kräuern und Moder riecht. 4
    Capra Amaltheia Crow & Pebble 11.12.2023 Eine Nymphe, die von den kandierten Feigen genascht hat, beim abendlichen Opfer an Zeus. 1-
    MisaMisa AzurasAlchemyLabs 12.12.2023 Enttäuschende Mandelmilch statt euphorischer Marzipanwerkstatt. Sehr blumig, weich, feminin und etwas nervig. 2-
    Prismatic Crow Crow & Pebble 12.12.2023 Wacholder und rote Beeren in einem dunklen Wald, beschützt von einem galanten Ritter, der fein nach Rauch riecht. 1
    Maiden Crane Crow & Pebble 13.12.2023 Ein sanfter Blumenduft mit würzigen Untertönen, der Jasmin ist beinahe fotorealistisch. Für mich nichts. 2
    Figures of Delight Crow & Pebble 13.12.2023 Kamil, wenn er ein ungewaschener Pirat geblieben wäre. Muskatnuss und Musketen. 4-
    Ghost Whale Crow & Pebble 14.12.2023 Der Geist des Wales kommt, um dich unter die Meeresoberfläche zu ziehen, und da ist ein Gentleman's Club. 3
    Siren Dark Tales 14.12.2023 Eine Meermenschenorgie auf einem Bett von Seegras. Es werden Tentakel nach dir ausgestreckt, eins davon mit einem Mojitoglas. 2
    Ambilux Marlou 15.12.2023 Schwitzige Hoden und getrocknetes Sperma, nicht angenehm, nicht tragbar, aber das, was es sein will: Provokation. n/a
    Old Library Dark Tales 16.12.2023 Vermodernde Pappaufsteller und Vanille-Raumduft, der notdürftig über die schimmelnden Flecken an der Wand gesprüht wurde. 5
    Seafoam AzurasAlchemyLabs 16.12.2023 AXE-Bodywash in der grünen Variante. 3+
    Artimitia Onyrico 17.12.2023 Kuscheliger Vanille-Moschus-Duft ohne nennenswerten Eigenschaften, der seiner Namenspatin nicht gerecht wird. 2-
    Gelsomini di Capri Carthusia 18.12.2023 Ein Sommernachtstraum auf der Insel Capri, prächtige Jasminbüsche in vollem Behang. 2+
    Corpalium Marlou 18.12.2023 Das, was man meint, wenn man "Das riecht hier wie im Pumakäfig!" sagt: Stroh, Tabak, und ein sexy älterer Mann. n/a
    Dose of Rose L'Atelier Parfum 19.12.2023 Der offizielle Black-Rose-Duft, eine warme, pinke, saftige Rose mit feinen Gewürzen. 1
    Forest Witch Dark Tales 19.12.2023 Der Morgen nach einem heftigen Sturm im Herzen des Waldes, mit Bergamotte, Neroli und moderfreiem Moos. 1-
    Cherry Bomb AzurasAlchemyLabs 20.12.2023 Leider nicht der luftig-erfrischende Kirschduft meiner Träume, sondern eine Duftkerze im Ramschregal von TK maxx. 3
    Silent Soul Crow & Pebble 21.12.2023 Ein gut eingecremter, wohlerzogener Geist einer adligen jungen Dame, die gegen 1887 an ihrer Pfefferallergie verstorben ist. 2
    Trickster Crow & Pebble 21.12.2023 The Return of the Pisseduft! Ein Tomatenfeld, das leider neben dem Frankfurter Hauptbahnhof liegt. 5
    dear empathy equality. 22.12.2023 Kamille und Gras, wie an einem warmen Sommertag. Ein Unisex-Duft mit ungewöhnlichem Profil, aber angenehmer Holznote. 1-
    Carnicure Marlou 23.12.2023 Ein guter Sexpartyduft, körperlich, schwer und weich, aber mit einem Hauch von Edge. Lieber interessant statt brav. n/a
    Poudrextase Marlou 24.12.2023 Wenn ich so ~75 bin, könnte das mein Signature Scent werden. Muffiger, erotischer, rosenhafter, widersprüchlicher Sexduft. n/a
    Geändert von Caro (09.02.2024 um 22:10 Uhr)

  2. #2

    Zelda
    Marke: Crow & Pebble
    Geschichte: Der Duft ist ein Tribut an Zelda, den geliebten Australian Cattle Dog der Inhaber*innen, der leider verstorben ist. Sie war, laut Geschichte auf der Webseite, ein wildes, liebeswertes Wesen, das gerne Blaubeeren stibitzt und im Schlamm gespielt hat. Ein Teil der Einkünfte aus dem Verkauf dieses Parfums gehen an den UK Woodland Trust, die sich für den Erhalt britischer Wälder einsetzt.
    Warum ich es ausgewählt habe: Süßer Humd. 🥺

    Duftnoten: Goldene Ambra, blauer Moschus, Patchouli, reife Blaubeeren, blühende Silber-Akazie, Regenwasser, Farne im Wald und blauer Eukalyptus.

    Wonach es riechen soll: Ein fröhlicher Hund, der durch den Wald tobt.
    Wonach es riecht: Als Genny seine Beschneidung hatte und ihm kurz darauf der Blinddarm herausgenommen werden musste, war er ziemlich lange am Stück im Krankenhaus. Er musste Thrombosestrümpfe tragen, damit ihm nicht die Beine abfaulen, und sein Raumnachbar hatte einen mittelgut angebrachten Katheter, der stetig Flüssigkeit verlor. (Update nach dem zweiten Versuch: Nach einer guten Stunde zieht sich das Urinaroma langsam zurück. An mir vorbei rauscht eine verängstigte Blaubeere, aber die Farne und vagen "Naturgerüche" dominieren die zweite Lebensphase. Normalerweise mag ich Patchouli sehr gerne, aber hier ist der Vibe wirklich eher "Moder" als "Goth Girl".)

    Haltbarkeit: Nicht sehr lang, weil ich sofort ins Bad gerannt bin, um ihn abzuspülen. (Update nach Versuch 2: Tüllich hält das Zeug wie Black Orchid, also quasi ewig.)
    Kopfschmerzfaktor: Irrelevant, weil andere Probleme dominieren, aber zweifelsohne vorhanden.

    Genereller Vibe: Delmenhorster Bahnhofsklo 4:30 am Morgen
    Abschließende Gedanken: Ich habe keine Ahnung, was diese Interaktion zwischen meiner Haut und diesem Parfum ausgelöst hat. Ich nehme an, dass die stark dominierende Moschusnote den Großteil des Problems ausmacht (oder, um es weniger nett zu formulieren, den Pissegeruch verursacht). Es ist schrecklich schade: Ich *wollte* Zelda mögen, mehr sogar noch als viele andere Düfte. Wenigstens hat mein Kauf einen Baum gerettet oder so.

    Gesamtnote: 5

    Mother of the Stars
    Marke: Crow & Pebble
    Warum ich es ausgewählt habe: Meeresdüfte (oder, um es fancy auszudrücken, aquatische Noten) zählen zu meinen liebsten Duftrichtungen. Traditionell eher bei Männerparfums zu finden (unter der griffigen Bezeichnung "Sport"), freue ich mich wie Charybdis über jeden femininen Duft, der in diese Richtung geht. Wie ihr im Laufe der kommenden Monate merken werdet.

    Duftnoten: Ein Hauch von Meeresbrise und spritziger Limette, gefolgt von Lotus, Zitronengras, Ingwer und tropischen Früchten, auf einer Basis aus Ambra und Zedernholz.

    Wonach es riechen soll: Um Contrapoints zu zitieren: The inherent eroticism of the sea.
    Wonach es riecht: Ein Spaziergang in Arcadia Bay. Die Wellen branden am Ufer, die salzige Gischt schlägt einem ins Gesicht. Außerdem hat sich Max aus unerfindlichen Gründen mit Männerduschgel gewaschen. Die tropischen Noten sind wahrnehmbar, aber nicht dominant. Soll heißen: Sogar ich Duftnoob dachte beim ersten Schnüffeln bereits an einen Fruchtcocktail, bevor ich aufs Infokärtchen geschaut habe. Das Obst verzieht sich aber schnell und der Duft wird runder. Das Meer ist angenehm warm und einhüllend, mehr Süßwasser als Salzwasser. Es hat ein kleeeeeines bisschen Spabereich-Vibes durch den Ingwer, die Limette und das Zitronengras. Könnte ich mir gut als Aromaöl im Dampfbad vorstellen.

    Haltbarkeit: Nicht wahnsinnig berauschend, nach zwei Stunden war nur noch eine vage, angenehme Treibholznote zu vernehmen. Normalerweise verziehen sich die aquatischen Noten bereits am Anfang, aber hier sind sie bis zum Ende aktiv.
    Kopfschmerzfaktor: Dezent.

    Genereller Vibe: Der Spabereich des Arcadia Bay Grand Hotels nach der Sturmflut.
    Abschließende Gedanken: Ich verstehe den Namen nicht, um ehrlich zu sein. Es ist das meerigste Meeresparfum, das je gemeert hat. Mit einer Limette obendrauf. Es hat sehr wenig mit der Dunkelheit zu tun, es ist durch und durch ein Tagsüber-Parfum. Frühling/Sommer, würde ich sagen. Wenn ich häufiger frische Düfte tragen würde, würde es bestimmt in meiner Rotation landen. Es ist definitiv besser als sein Tütchenpartner, aber das war auch keine große Herausforderung.

    Gesamtnote: 2
    Geändert von Caro (01.12.2023 um 01:55 Uhr)

  3. #3

    Heart of the Mountain
    Marke: Crow & Pebble
    Warum ich es ausgewählt habe: Süße, gourmandige Düfte sind eigentlich nicht mein Ding, aber Kaia hat mir einem Floh mit Cinnamon Leaves ins Ohr gesetzt und ich dachte mir, die Vanille wird schon nicht so penetrant sein. 🤡

    Duftnoten: Goldenes Harz und Honig mit einem Hauch von süßer Vanille. Dazu kommen eine helle, fruchtige Mischung aus Ananas, Tabak, Zimtblatt, schwarzem Pfeffer und Zitrusfrüchten.

    Wonach es riechen soll: Mystische Wälder auf einem Berg, und der Berg steht im Regenwald.
    Wonach es riecht: Etwa ab 2008 gab es eine (wohlriechende) Plage in deutschen Innenstädten: Der durchschnittliche Lush-Laden ist, je nach Windrichtung, aus ein bis fünf Kilometern Entfernung wahrnehmbar. Gezwungen lächelnde Mitarbeiter*innen standen (vertraglich verpflichtet) innerhalb von 0,05 Millisekunden bereit, "dir" bei der Shopping-Experience zu assistieren. Wer es genau wissen will: Es riecht fast exakt nach der Lord of Misrule Massage Bar. Honig und Zitrone wabern aus der französischen Bäckerei nebenan, wo gerade frischer Zitronenkuchen gebacken wurde. Ich mag es sehr gerne, aber das ist genau die Art von Parfum, die vielen Menschen too much ist.

    Haltbarkeit: Vanilledüfte sind wie Messies, sie verlassen dein Haus nur unter massiver Gegenwehr und unter Androhung rechtlicher Schritte.
    Kopfschmerzfaktor: Wer bereits mit Drogerieduftwolken ein Problem hat, sollte sich weit, weit entfernt halten. Ich traue mich fast nicht, es außer Haus zu tragen.

    Genereller Vibe: Der Lush-Laden in der Dresdner Innenstadt ca. 2009
    Abschließende Gedanken: Heart of the Mountain riecht nicht nur wie ein Lush-Laden, er hat auch einen ähnlichen Effekt: Der Duft kommt und haut dir aufs Maul. Sehr schwer, weich und süß, relativ raumgreifend. Das ist eines der Parfums, wo man von wildfremden Leuten im Bus gefragt wird, was man trägt. Nicht unbedingt, weil der Duft so gut ist, sondern weil er so viel Präsenz hat. Winterig, eher zum Weggehen am Abend, wenn man leidensfähige Freund*innen hat und migränegeneigte Sexualpartner*innen direkt ausschließen möchte.

    Gesamtnote: 2+
    Geändert von Caro (02.12.2023 um 01:25 Uhr)

  4. #4
    Ich könnte keine drei Parfumnamen nennen (die Hälfte sind eh französisches Kauderwelsch) und habe den Geruchssinn eines Krillin, aber ich feiere diese Challenge sehr und lese jeden Beitrag mit Genuss


  5. #5
    Superius
    Marke: Dark Tales
    Warum ich es ausgewählt habe: Die Illustration für den Duft ist The Creation of Adam, und ich bin ein Opfer für Pretentious Renaissance Shit. Das ist einer der Düfte, der das Sortiment von Dark Tales verlässt. Deswegen hatte ich Genny gebeten, ihn weiter vorne im Adventskalender zu platzieren, falls ich mich schockverlieben sollte.

    Kopfnote: Blauer Lotus, Mandarine
    Herznote: Veilchen, Lorbeer
    Basisnote: Schwarze Johannisbeere, Muskat

    Wonach es riechen soll: Der Duft verkörpert das Konzept "As above, so below" und soll die die Verflechtungen von greifbarer und ätherischer Welt widerspiegeln. Whatever that means.
    Wonach es riecht: Das ganze Duftpyramidengeschwafel ist ja ganz nett, aber ich rieche ausschließlich Pfirsich? Sehr spezifisch, sehr fotorealistisch Pfirsich? Nach ein paar Minuten nehme ich zart das Veilchen wahr, aber auch nur, wenn ich meine Nase gegen den Arm presse. Es ist insgesamt sehr dezent, vor allem im Kontrast zu den Düften von Crow & Pebble. Ich habe Yennefer aus der Witcher-Serie im Kopf, auch wenn ihr Parfum bekanntermaßen nach Flieder und Stachelbeeren riecht. Classy Witch, die beim Afternoon Tea dein Verderben plant. Die beerige Note gegen Ende hat einen beinahe scharfen Charaker, was ich als relativ ungewöhnlich empfinde. Könnte schnell in Richtung Essig umschlagen.

    Haltbarkeit: Ich habe die halbe Pröbchenflasche auf mir verteilt und nach 25 Minuten Autofahrt war der Duft komplett verflogen.
    Kopfschmerzfaktor: Kann ich mir kaum vorstellen, so dezent wie er ist.

    Genereller Vibe: Yennefer von Vengerberg stolziert in 50 Metern Entfernung an dir vorbei.
    Abschließende Gedanken: Ich habe Superius und Heart of the Mountain gleichzeitig aufgetragen (auf zwei verschiedenen Arme ofc), und ironischerweise konnte sich "Der Größte" nichtmal ansatzartig gegen die schiere Vanille-Übermacht durchsetzen. Am Tag darauf noch einmal solo getragen war es nur unwesentlich besser. Schade eigentlich, der Duft an sich ist bezaubernd.

    Gesamtnote: 2+ für den Duft, insgesamt 3 für die Performance.
    (Hinweis: Botanical Perfume Oils wie die von Dark Tales erzeugen nie eine Duftwolke, wie es synthetische Inhaltsstoffe tun würden. Ihr Charakter ist intimer und dezenter als klassisches Parfum. Die Haltbarkeit ist ebenso abhängig von mehreren Faktoren, wie der Hauttemperatur und -zusammensetzung. Man kann versuchen, die Haltbarkeit zu verlägern, indem man sich vorher eincremet und so eine Barriere erschafft, damit das Öl nicht direkt von der Haut absorbiert wird. Habe ich getan, hat leider nicht geholfen.)




    Kopfnote, Herznote, Basisnote – was bedeutet das? Bitte einmal kurz festhalten und tief durchatmen, es wird theoretisch. Also, alles hier ist theoretisch, aber, nunja, noch theoretischer. Die meisten Nischenparfums schreiben ein paar generelle Duftnoten in die Beschreibung und belassen es dabei. Das ist jedoch nicht die Art wie große, professionelle (oder sich für große, professionell haltende) Creator ihre Parfums beschreiben. Ein Duft wandelt sich im Laufe der Tragezeit, schlicht, weil manche Aromen schneller verfliegen als andere. Man unterteilt diese Verwandlung in drei Phasen:

    • Kopfnote: Der Duft direkt aus der Flasche und im Auftakt der Komposition. Üblicherweise fruchtig und zart. Verfliegt innerhalb von Minuten
    • Herznote: Das "Herz" des Duftes, der eigentliche Charakter nach dem ersten Sprühstoß. Üblicherweise blumig oder harzig. Verfliegt innerhalb von Stunden
    • Basisnote Der sogenannte Drydown, also die Duftnoten, die am Ende übrigbleiben und die Basis des Duftes bilden. Vanille, Amber, Hölzer, schwere Noten. Hält mehrere Stunden.
    Geändert von Caro (03.12.2023 um 16:08 Uhr)

  6. #6

    Diana
    Marke: AzurasAlchemyLabs
    Warum ich es ausgewählt habe: Azura braut von Videospielen inspirierte Parfums und ich habe aus Gründen:tm: bei ihr eingekauft. Als Mythologie-Girlie konnte ich natürlich nicht an ihrer Göttinnen-Serie vorbeigehen.

    Duftnoten: Grüne Noten, Farne, Steinsalz, Vetiver, Rosenknospen

    Wonach es riechen soll: Eine Göttin streift durch den morgendlichen Frühlingswald.
    Wonach es riecht: Die Bezeichnung "grüne Noten" klang etwas lächerlich, bis ich an meinem Arm geschnuppert habe und dachte "Ja, riecht grün." Der Auftakt erinnert mich an einen kleinen Blumenladen, wo es nach frischem Schnittgrün riecht. Die Floristin bindet gerade einen Blumenstrauß (Rosen) und knipst die unten Enden der Stengel ab, die in einen Eimer voller Wasser fallen. Ich gehe an der Auslage vorbei und zupfe gedankenverloren ein Blütenblatt ab, um es zwischen den Fingern zu zerreiben. Ich werde gewaltsam aus dem Laden entfernt.

    Haltbarkeit: Erstaunlich solide, und vor allem: beständig. Der Duft wandelt sich recht wenig. Er wird maximal etwas dunkler und süßer, die Rose kommt stärker hervor. Nach etwa 4 Stunden ist die Party vorbei.
    Kopfschmerzfaktor: Kaum.

    Genereller Vibe: Das untere Ende eines Blumenstrauß, aber in gut.
    Abschließende Gedanken: Es ist fast etwas schade, dass sich der Duft zum Ende in einen zahmen Rosenduft entwickelt. Ich mag den wilden, ungewöhnlichen Charakter vom Anfang. Passt auch besser zur Namenspatronin: Diana ist die Göttin der wilden Treibjagd und beschützt Jungfrauen (m/w/d) vor wildgewordenen griechischen Helden. Gerne auch mal blutdürstig. Mein Wunsch wäre gewesen: Mehr Dornen, weniger Blütenblätter. Wenn ich einen fein dressierten Rosenduft will, kann ich auch zum Müller gehen.

    Gesamtnote: 1-

  7. #7
    Moon Rabbit
    Marke: Crow & Pebble
    Warum ich es ausgewählt habe: Einer meiner RP-Charakter könnte den Kosenamen "Moon Bunny" von ihren Love Interests bekommen, und bei dem Level an Cringe in dieser Beziehung ist das sogar eine sehr realistische Option (and she would love it).

    Duftnoten: Weiße Blumen (Gardenie, Jasmin, Ylang Ylang), Amber, Moschus und ein Hauch von Grapefruit und Basilikum.

    Wonach es riechen soll: Ein nächtlicher Garten, gebadet in Mondschein.
    Wonach es riecht: Gardenie ist so ein typische Pflege-Duft (Sidenote: Stark parfumierte Crémes sind nicht gut für die Haut) und in Kombination mit dem Jasmin ist der Vibe unangenehm damenhaft. Hyperfeminin, aber auf eine altmodische Art und Weise. Andere Reviews loben die feinen Nuancen, und dass Moon Rabbit gerade nicht übertrieben blumig riecht. Meine Wahrnehmung ist da anders, ich werde erschlagen von einem Jasminbusch. Später wird der Duft weniger penetrant, aber er behält eine gewisse Schärfe, die ich nicht mag.

    Haltbarkeit: Respektabel, locker mehrere Stunden.
    Kopfschmerzfaktor: Als ihn die Duftwolke getroffen hat, musste Genny einen Ausfallschritt rückwärts machen. Also: Ja.

    Genereller Vibe: Eine ältere Dame in ihrer Villa in Florida cremt sich ein.
    Abschließende Gedanken: Weiße Blumen können ganz entzückend romantisch riechen, aber für mich ist dieser Duft zu stark, zu in-your-face. Wenn Diana das untere Ende eines Blumenstrauß ist, ist Moon Rabbit der obere Teil: Flashy, unübersehbar, ohne Subtilität. Es ist ein künstlich angelegter Garten, und der Mondschein ist ein Flutstrahler.

    Gesamtnote: 3-
    Geändert von Caro (04.12.2023 um 01:54 Uhr)

  8. #8
    Siehe Narcissu: Gerüche sind ja absolut nicht mein Ding, aber umso wichtiger sind dann die Beschreibungen.
    Oh, und die Idee selbst ist MEGA.

    Meine JRPG Challenge... 2024 [#161 - ???] (11)

  9. #9
    Anders als diese beiden Nasen vor mir () bin ich schon sehr Geruchs-Affin und registriere wenigstens gute Düfte (zum Beispiel nun mal an dir ), also verfolge ich diesen Thread auch sehr enthusiastisch. Ich freue mich jeden Morgen sehr, wenn ein neuer Post da ist, um vor der Arbeit ein wenig in die Welt der Indie-Parfums einzutauchen. <3

  10. #10
    Zitat Zitat von Kael Beitrag anzeigen
    Siehe Narcissu: Gerüche sind ja absolut nicht mein Ding, aber umso wichtiger sind dann die Beschreibungen.
    Oh, und die Idee selbst ist MEGA.
    Zitat Zitat von Lynx Beitrag anzeigen
    Anders als diese beiden Nasen vor mir () bin ich schon sehr Geruchs-Affin und registriere wenigstens gute Düfte (zum Beispiel nun mal an dir ), also verfolge ich diesen Thread auch sehr enthusiastisch. Ich freue mich jeden Morgen sehr, wenn ein neuer Post da ist, um vor der Arbeit ein wenig in die Welt der Indie-Parfums einzutauchen. <3






    Libertine
    Marke: Dark Tales
    Warum ich es ausgewählt habe: Libertine ist inspiriert von den Schriften von Marquis Donatien Alphonse François de Sade, die in ihrer Zeit geradezu revolutionär libertär waren: Radikaler Selbstausdruck durch sexuelle Freiheit. Literally me.

    Kopfnoten: Traube, Mandarine
    Herznoten: Marjoran, Honeysuckle, Gardenie
    Basisnoten: Vanille, Kokos, Oud

    Wonach es riechen soll: Menschliches Laster und Begehren – eine Reise in die Tiefen des Hedonismus. (Dark Tales ist wirklich pretentious af.)
    Wonach es riecht: Mein Job im Tantrastudio bestand neben dem Marketing und Webseite-Wrestling in Bullshit-Praktikums-Aufgaben wie dem Aufräumen der Massageräume. Im Zimmer nebenan entlädt ein Gast seine Energie, die Laken sind frisch im Kräutersud gewaschen und das Öl für die nächste Massage dampft bereits im Stövchen vor sich hin. Es duftet himmlisch nach Jojobaöl und Räucherstäbchen, leicht würzig nach Kräutern und irgendwie auch nach Sex. Fruchtige Noten bekomme ich kaum, sondern den klassischen Esoterik-Triple aus Räucherwerk (ohne Rauch), Spice und warmer Haut. I love it.

    Haltbarkeit: Im Kontrast zu seinem Geschwisterchen Superius regelrecht beeindruckend. Mindestens 5 Stunden körpernaher Duft.
    Kopfschmerzfaktor: Die Vanillenote in der Basis könnte problematisch sein, aber in dieser schwachen Dosierung eher nicht.

    Genereller Vibe: Ein Tantra-Studio, das sich und die Esoterik dahinter ernst nimmt.
    Abschließende Gedanken: Ich habe den ganzen Abend über immer wieder gedankenverloren an meinem Arm gerochen und gelächelt. Libertine ist genau mein Ding. Wunderbar schwer und sexy, ohne erdrückend zu sein. Es ist bereits in meinem Warenkorb.

    Gesamtnote: 1
    Geändert von Caro (04.12.2023 um 15:49 Uhr)

  11. #11
    Kirkè
    Marke: Tiziana Terenzi
    Geschichte: Neben den Indie-Parfums wollte ich auch ein paar teure Luxusdüfte testen. Es gibt eine kleine Nischenparfumerie in Oldenburg, die aber jedes Mal fest verschlossen war, wenn ich davor stand. Aber der Laden hat einen Online-Shop, und der verkauft kleine 2ml-Pröbchen von allen Düften. Kirkè ist also das erste "klassische" Parfum in meinem Adventskalender, für den Massenmarkt, auf Alkoholbasis, zum Aufsprühen (Alles andere sind Duftöle). Ich bin gespannt!
    Warum ich es ausgewählt habe: Ich habe im Frühsommer Circe von Madeline Miller gelesen und sehr genossen. Kirkè war vor ein paar Monaten auf Duft-Tiktok gehypet, aber damals habe ich mich noch nicht soo sehr dafür interessiert. Der Name war aber noch in meinem Kopf. Generell strebe ich danach, wie eine dunkle Göttin und Hexenmeisterin zu riechen. Und ich wollte schlicht wissen, was ein 200-Euro-Parfum so kann. Und ja: Der Spaß kostet in echt 200 Euro. Und das ist in Parfumkreisen nichtmal sonderlich teuer.
    Kopfnote: Passionsfrucht, Pfirsich & Birne
    Herznote: Maiglöckchen
    Basisnote: Sandelholz, Vanille, Patchouli & Moschus

    Wonach es riechen soll: Ein Zaubertrank der Göttin Kirkè, der ihre Opfer verzaubert und betört.
    Wonach es riecht: Haarspray. Fruchtiges Haarspray. Von Wella oder so. Pfirsich, Passionsfrucht und Birne sind eine harmonische und extrem fruchtige Kombination. Leider auch eine sehr aufdringliche. Die Sillage (=Duftwolke) ist, je nach Lesart, grandios oder erschreckend. Formulieren wir es so: Der Duft macht AoE-Schaden. Selbst ein Spritzer hat mich fast ins Fructosekoma befördert. Es ist regelrecht ablenkend, wie stark ich rieche. Die Noten haben einen stark synthetischen Charakter, was ich persönlich nicht dramatisch finde (Schließlich bin ich Juliette has a Gun-Superfan*). Aber das hilft nicht bei der Haarpflegeprodukte-Assoziation.

    Haltbarkeit: Für die 200 Euro kriegt man wenigstens ordentlich was, das Extrait de Parfum kann bis zu 12 Stunden halten.
    Kopfschmerzfaktor: Uiuiui. Nach den Duftölen der letzten Tage ist die Rückkehr in die alkoholbasierte Welt ein kleiner Schock. Süß + fruchtig = Kopfschmerzen.

    Genereller Vibe: Das richtig teure Haarspray beim Friseur mit den geilen Massagesesseln.
    Abschließende Gedanken: Ich war schon beim Aufschreiben der Duftnoten nicht sonderlich optimistisch (Birne, Pfirsich und Maiglöckchen schreien nicht gerade "Dark'ness"). Das hat nichts mit meiner liebsten Hexenmeisterin zu tun, die Männer in Schweine verwandelt! Auch getrennt von meinen offensichtlich falschen Erwartungen haut mich Kirkè nicht um. Es ist ein netter, ausbalancierter, fruchtiger Duft, ja, aber es riecht halt wie fancy Haarspray. Gepflegt und sauber. Langweilig. Und es spielt Banjo mit meinem Migränenerv.

    Gesamtnote: 3




    *Kurzer Exkurs zu meiner Lieblings-Parfummarke: Juliette has a gun. Romano Ricci ist ein Nepo-Baby aus einer bekannten französischen Mode-Dynastie und Urenkel von blablabla. Er wollte cool und jung sein und Rock'n'Roll-Parfums machen, aber so wirklich gut funktioniert hat das nicht. Seine eigene Brand, Juliette has a Gun, dümpelte seit 2005 unmotiviert vor sich hin. Der Erfolg kam erst mit Not a Perfume, einem "Duft", der ausschließlich aus Cetalox® besteht. (Wobei mittlerweile rausgekommen ist, dass die Schlingel da noch andere Sachen reingemischt haben). Niemand mag Cetalox®, weil es ein rein chemisches Machwerk ist, das natürliches Ambra (aus dem Verdauungstrakt von Pottwalen) nachahmt. Es riecht nach nichts, aber dafür dolle. Schwer zu erklären. Manche nennen es "Your skin, but better". Aber es ist ein ziemlich billiger und allgegenwärtiger Bestandteil der modernen Parfumerie. Der Marketingstunt gelang jedoch und seitdem hangelt sich JhaG mit Cetalox® + X durchs halbtote Leben. Mein Lieblingsduft ist Lady Vengeance (Cetalox® + Rose), aber mit Pear Inc. (Cetalox® + Birne) verbinde ich wunderbare Erinnerungen an unsere Hochzeitsreise nach Italien. Ode to Dullness (Cetalox® + Hautcréme) klingt auch ganz gut.

    Juliette has a gun ist der Byder der französischen Parfumhäuser und unironisch mein Lieblingshersteller.

    Anyway, Pear Inc > Kirkè
    Geändert von Caro (05.12.2023 um 02:36 Uhr)

  12. #12
    Nur mal einen Kurzpost, dieser Thread unterhält auf angenehm unerwartete Weise, cool, dass du nach der Getränkebrausenchallenge(?) nochmal so etwas aufzieht und hier wieder aktiv wirst.
    Schaue hier täglich rein!

  13. #13
    Zitat Zitat von Ben Beitrag anzeigen
    Nur mal einen Kurzpost, dieser Thread unterhält auf angenehm unerwartete Weise, cool, dass du nach der Getränkebrausenchallenge(?) nochmal so etwas aufzieht und hier wieder aktiv wirst.
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    <3



    Umé
    Marke: Keiko Mecheri
    Warum ich es ausgewählt habe: Chypre beschreibt eine Duftfamilie, die im 19. Jahrhundert viel getragen wurde, charakterisiert durch eine Mischung aus Bergamotte, Eichenmoos und Patchouli. Es ist etwas aus der Mode gekommen und man findet heute nur noch "sanfte" Varianten davon, weil Patchouli und moosige Düfte nicht mehr in den Mainstream passen. Warum will niemand mehr nach Friedhof riechen? Ich fand die Kombination aus japanisch anklingenden Duftnoten und Chypre besonders interessant.
    Duftnoten: Japanische Pflaume, Osmanthus, Chypreakkord

    Wonach es riechen soll: Eine japanische Teezeremonie unter einem Pflaumenbaum.
    Wonach es riecht: Direkt aufgesprüht wird man von der Pflaumenblüte in den Arm genommen, die danach hinforttänzelt und einen warmen, pudrigen Blütenduft hinterlässt. Er ist keinesfalls aufdringlich oder übertrieben: Ich fühle mich sehr elegant, wenn ich den Duft trage. Meine Schritte haben Gravitas, obwohl ich labberige Leggings und Gennys Enercon-Arbeitsjacke trage (it's coooold). Ich weiß leider nicht genau, wie (originales) Chypre riechen würde, aber wenn es die leicht herbe, bittere Note am Ende ist, mag ich es sehr gerne. Es erinnert mich an Gennys Old Spice-Deo, aber in einer weichen, runderen Version. Kann ich mir gut unisex vorstellen.

    Haltbarkeit: Ziemlich okay, wie normales Parfüm eben. Ein paar Stunden.
    Kopfschmerzfaktor: Es ist ein alkoholbasierter Duft und ich bin etwas high geworden, weil ich ständig an meinem Arm gerochen habe.

    Genereller Vibe: Mariko Kawamoto, der Funke der Rebellion, und ihr Gesang, der die Welt verändert hat.
    Abschließende Gedanken: Der erste Spritzer landete auf meinem Arm und meine Pupillen haben sich vergrößert wie bei einer Katze, die gerade ihr Lieblingsfutter aufgetischt bekommt. ich kann gar nicht genug davon bekommen. Umé ist eher blumig als fruchtig, aber mit einer gewissen Schwerwut und Tiefe dahinter. Er hat etwas Nostalgisches. Vielleicht ist es die Chypre, die mich an prunkvolle Villen und Kleider aus der Gründerzeit erinnert? Ich hoffe, die 2ml halten ewig, ich will eigentlich keine 165 Euro für die Vollgröße ausgeben.

    Gesamtnote: 1
    Geändert von Caro (10.12.2023 um 18:02 Uhr)

  14. #14

    Luck of the Roses
    Marke: Crow & Pebble
    Warum ich es ausgewählt habe: So wenig ich Rosen als Blume mag (Hochzeitsgäste mögen sich erinnern), so zugeneigt bin ich Rosendüften. Ich war gespannt auf die Realität hinter der Bezeichnung "soliflore" in der Duftbeschreibung

    Duftnoten: Weiße Rosen (Soliflore), taufrisch mit grünen, honigartigen und zitrischen Nuancen.

    Wonach es riechen soll: Ein Rosenbusch, der sich unter dem Gewicht der weißen Blüten biegt.
    Wonach es riecht: Man kann Crow & Pebble viel nachsagen, aber es riecht definitiv nach Rosen. Genauer: Als wäre man mit Anlauf in den Blumenladen gerannt und kopfüber in die Auslage gesprungen. Der Duft ist STARK. Es ist exakt, was ich von einem (künstlichen) Rosenduft erwarte, nicht mehr, nicht weniger. Ich bezweifle, das da auch nur eine einzige andere Duftnote enthalten ist. Es erinnert mich an die Pflegeprodukte meiner Oma, die ich fasziniert aufgeschraubt habe, als ich noch ein Kind war. Damals hat man einfach ätherisches Öl überall reingekippt und ich würde vermuten, das war auch hier die Herangehensweise. Aber, naja, das sagt Soliflore ja auch irgendwie aus.

    Haltbarkeit: Für einen Blumenduft erstaunlich ausdauernd.
    Kopfschmerzfaktor: Irgendwas an dem Duft stört mich, vor allem auf Entfernung und Dauer. Also: Ja.

    Genereller Vibe: DDR-Pflegeprodukte mit Rosenduft
    Abschließende Gedanken: Luck of the Roses war zusammen mit Umé in einem Tütchen und hatte eine entsprechend steile Erwartungskurve vor sich. Der Duft konnte gar nicht gewinnen. Er schlägt sich wacker, aber die Assoziation zum Badezimmer meiner Oma hilft seiner Bewertung nicht.

    Gesamtnote: 3+

    Gothika
    Marke: Dark Tales
    Warum ich es ausgewählt habe: Gothika ist nicht Gothic Girl, und auch nicht Dame Gothel, und auch nicht Cathedral, Château oder Crimson (Dark Tales hat einen Vibe, und an den halten sie sich.) Ich glaube, das war der letzte Duft, der den Sprung in mein Probenset geschafft hat, mit einem schulterzuckenden "Ja, warum nicht."

    Kopfnoten: Beifuß, Bergamotte
    Herznoten: Ambrette, Rose, Muskatellersalbei
    Basisnoten: Schwarzer Moschus (vegan), Vetiver, Immortelle

    Wonach es riechen soll: Von der Webseite: Dieser Duft webt einen olfaktorischen Wandteppich, der an eine hochgotische Kathedrale erinnert. () Gemacht für außergewöhnliche Seelen, die sich gern in mittelalterlichen Fantasien verlieren.
    Wonach es riecht: Meine unmittelbare Verbindung ist tatsächlich eine alte Kirche. Weihrauch ist zwar keiner der Bestandteile, aber ich nehme eine rauchige, kräuterige Note wahr, die ich in diese Ecke gestellt hätte. Generell ist es mehr Kräuterhexe als Goth Girl, mit diversen (un)krautigen Aromen. Darüber wabert eindrücklich der Moder. Allgemein rieche ich NICHTS von den offiziellen Duftnoten, außer vielleicht mit viel Fantasie die Rose. Aber auch die ist verwelkt. Nehmen wir das als Punkt für Memento Mori.

    Haltbarkeit: Angeblich soll Gothika aufgrund der botanischen Inhaltsstoffe eine Haltbarkeit von bis zu drei Tagen (!) haben. Dankenswerterweise ist das nicht die Erfahrung, die ich gemacht habe.
    Kopfschmerzfaktor: Dafür ist der Duft zu schnell verflogen.

    Genereller Vibe: Eine verlassene Kirche, überwachsen mit Moos und Unkraut. Es tropft von der Decke und Pfützen haben sich gebildet, in denen der Weihrauch verschimmelt. Guter Ort für Rituale, ngl.
    Abschließende Gedanken: Ich war für mein Abitur an einem katholischen Gymnasium und wir haben ständig alte Kirchen besucht. Ich liebe das: den Geruch, die Atmosphäre, die Historie. Ich schleppe heute noch Genny bei jedem Städtetrip in 3 bis 13 Gotteshäuser und fangirle über Altäre oder Triptychons oder sowas. Für diese Erfahrung ist der Duft ganz nett, aber ich weiß nicht, wer das tragen soll. Dafür muss man den düsterschönen Goth-Lifestyle schon arg ernst nehmen.

    Gesamtnote: 4


    Capra Amaltheia
    Marke: Crow & Pebble
    Warum ich es ausgewählt habe: Als Mythologie- und vor allem Nymphen-Nerd konnte ich an dieser Ode an Amaltheia, der Amme von Zeus, nicht vorbeigehen. Es ist ein netter Bonus, dass eine andere Nymphe im Dienste des Göttervaters einen recht ähnlichen Namen hat und ein Duft nach kandierten Feigen zu ihr passt wie Stripper Heels und fein geschliffene Saphire. #ThaleiaGangUnite

    Duftnoten: Honig & Feige, süße Olivenblüten, Muskatellersalbei und Zitronenscheiben.

    Wonach es riechen soll: Ein Tempelgarten auf der Insel Kreta, wo Nymphen in den Bergen tanzen und den Göttern die süßesten Früchte geweiht werden.
    Wonach es riecht: Das Tempelgarten-Bild ist gar nicht so abwegig. Es ist ein üppiger Duft, und zwar auf die beste Weise. Der Honig steht im Vordergrund und hat ein sehr feines Aroma. Es ist ein dunkler Honig, so ein richtig geiler, teurer, von diesem einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt. Darunter chillt die Feige und bringt durch ihre Säure eine willkommene Frische in den Duft. Ich mag die Kombination sehr, die Hauptbestandteile ergänzen sich wunderbar. Mit der Zeit entwickelt sich ein Räucherstäbchen/Badebomben-Aroma, und das muss man mögen. Ich tue es.

    Haltbarkeit: Solide zwei, drei Stunden.
    Kopfschmerzfaktor: Für mich persönlich nicht.

    Genereller Vibe: Eine richtig schöne, dampfende Badewanne vor einem Buntglasfenster. Auf dem Tischchen daneben liegen kandierte Feigen und ein gutes Buch, während im Hintergrund eine Kerze brennt.
    Abschließende Gedanken: Ich habe letztens noch geunkt, dass ich den Stil von Crow & Pebble generell nicht mögen würde. Capra Amaltheia hat sich aufgemacht, mir das Gegenteil zu beweisen. Der Duft ist ebenfalls sehr direkt, so wie seine Geschwister, aber viel feiner ausformuliert. Es ist wieder recht Lush-esk in seiner Komposition, aber ich MAG Lush, deswegen ist mir das egal.

    Gesamtnote: 1-
    Geändert von Caro (11.12.2023 um 14:08 Uhr)

  15. #15
    MisaMisa
    Marke: AzurasAlchemyLabs
    Warum ich es ausgewählt habe: Dem Etsy-Listing entnehme ich, dass Misa ein Charakter in einer Anime-Serie ist, die ich weder kenne, noch je gesehen hätte. Ich habe den Duft aus einem anderen Grund gewählt, der in etwa drei Zeilen klar werden wird.

    Duftnoten: Mandel, dunkles Olibanum, Mandel, Geißblatt, Mandel

    Wonach es riechen soll: Mandel! Mandel!! MANDEL! MANDEL!!
    Wonach es riecht: Der erste Moment ist einer der grandiosesten olfaktorischen Erlebnisse der letztes zwölf Tage. Alles, was ich mir je von einem Mandelduft erträumt habe. Es hält genau zwei Sekunden, bevor das Aroma verpufft und langweilige Mandelmilch-Seife hinterlässt. Nein! Komm zurück! Die Blüten treten richtig aufdringlich in den Vordergrund und mein Arm riecht wie nach dem Händewaschen (mit Mandelmilch-Seife ofc). Wo ist mein Marzipan? Mir wurde Marzipan versprochen! Genauso wie Diana entwickelt sich ein vielversprechendes Parfum in die langweiligste denkbare Richtung. Scandalous.

    Haltbarkeit: Nicht berauschend, leider.
    Kopfschmerzfaktor: Wenn ich genug auftrage, damit ich ihn überhaupt riechen kann, haut er mich fast aus den Latschen.

    Genereller Vibe: Eine teure Mandelseife aus Mallorca, die man sich nicht traut zu benutzen, weil sie zu fancy ist.
    Abschließende Gedanken: ich weiß nicht, ob's durchgeschienen ist, aber Mandel ist mein Lieblingsduft. Immer, bei allem. Deswegen bringe ich massive kognitive Dissonanz auf, um diesem Duft eine gute Note zu geben. In der Flasche riecht es FANTASTISCH, da ist die scharfe Seifennote fast komplett abwesend. Süßes Marzipan und zarter Blütenduft. Leider entwickelt er sich auf (meiner) Haut ganz anders. Vielleicht behält er mehr von seiner Süße, wenn ich ihn in auf den Haarspitzen auftrage?

    Gesamtnote: 2- (bereits mit Mandelbonus)


    Prismatic Crow
    Marke: Crow & Pebble
    Warum ich es ausgewählt habe: Der Signature-Duft von C & P ist aus mehreren Gründen auf meiner Liste gelandet. Zum einen sind Krähen ein wichtiger Bestandteil der Caro-Lore (*gestikuliert nach links*), und auch im Universum von Into The Flames, meiner RP-Kampagne, nicht aus dem Wortschatz bestimmter Charaktere wegzudenken. Außerdem wurde mir verrraten, dass ein Duft nach Morgentau und Nadelhölzern einem gewissen NPC gut stehen würde. Vor allem in Kombination mit "a wisp of smoke".

    Duftnoten: Trockene Kiefernnadeln, Wacholderzweige, rote Beeren, Rosmarin und ein dünner Faden Rauch.

    Wonach es riechen soll: Ein düsterer Nadelwald im Nebel. Hinter jedem Baum könnte ein Monster lauern, aber du hast keine Angst, weil ein hotter (&nikotinabhängiger) Boy an deiner Seite ist.
    Wonach es riecht: Es ist der wunderbarste Nadelwald-Duft, den ich je an mir riechen durfte. Richtig schön dunkelgrün und mystisch. Ich empfinde eine deutliche Kräuternote, das ist wahrscheinlich der Wacholder. Gleichzeitig ist da durch die Beeren eine gewisse Süße, Wärme. Aber nicht plump und in-your-face, sondern mit Tiefgang. Selbst der Rauch, normalerweise mein Angstgegner in Düften, trägt zur wärmenden Umarmung bei. Das ist die Art von Duft, die man riechen möchte, wenn man die Nase in den gestohlenen Hoodie seines Crushes presst.

    Haltbarkeit: Duftöltypische zwei bis drei Stunden, tendenziell länger.
    Kopfschmerzfaktor: Nonexistent.

    Genereller Vibe: Ein Campingausflug, ein Abend am Feuer, ein gestohlener Hoodie.
    Abschließende Gedanken: Meine Gedanken kreisen eigentlich nur darum, wie ich Kaia diesen Duft andrehen kann. Ich habe unilateral entschieden, für Träger*innen dieses Parfums zu simpen. Ich wusste, dass ich ihn mögen würde, aber nicht, dass ich ihn SO SEHR mögen würde. Es ist jedoch kein Duft, der an mir sein volles Potenzial entfaltet. Deswegen werde ich ihn verschenken (und vorher auf einen Kissenbezug träufeln, um nachts in Gedanken meinem unproblematischen fiktionalen Crush näherzukommen.)

    Gesamtnote: 1

  16. #16
    Maiden Crane
    Marke:Crow & Pebble
    Warum ich es ausgewählt habe: Heute sind die Reviews das erste Mal eine Aufgabe. Habe einfach gar keinen Bock. Das sind jetzt die Düfte #11 und #12 von Crow & Pebble und es zieht sich. Mir dämmert langsam, dass drei Samplersets mit je fünf Düften zu viele waren. Aber naja. Immerhin nicht Marlou.

    Duftnoten: Jasmin und Bitterorangenblüten, Rosmarin, Ingwer und Mandarine, Sandelholz und Zedernholz.

    Wonach es riechen soll: Selbstgemachtes Ginger Ale im Blumengarten.
    Wonach es riecht: Wenn ich an Parfum denke, ohne in eine bestimmte Richtung gehen zu wollen, kommt wahrscheinlich sowas in der Art raus. Es sind halt weiße Blüten. Ohne den überwältigenden Omma-Charakter, den diese Duftrichtung schnell annehmen kann. Die Blüten empfinde ich als relativ natürlich/realitätsnah, die Spicyness vom Ingwer und Rosmarin angenehm ausbalanciert. Wenn ich ihn passiv und mit etwas Entfernung an meinem Arm wahrnehme, bin ich jedes mal positiv angetan. Würde bestimmt vielen Menschen gefallen, für mich ist er nur leider nichts.

    Haltbarkeit: Ziemlich gut, mehrere Stunden in hoher Präsenz.
    Kopfschmerzfaktor: Definitiv vorhanden.

    Genereller Vibe: Ein sonniger Nachmittag im Garten, während der Jasmin blüht und die weißen Blüten durch die Luft tanzen.
    Abschließende Gedanken: Maiden Crane ist beinahe die Antithese zu mir: Ich mag dunkle, außergewöhnliche, schwere, unnatürliche Düfte, und dieser hier ist leicht, fluffig und hell wie der Himmel. Zweifelsohne ein schöner Duft. Er wird sicherlich eine liebende, neue Heimat finden.

    Gesamtnote: 2
    Figures of Delight
    Marke: Crow & Pebble
    Warum ich es ausgewählt habe: Da ich immernoch auf der Suche nach dem ultimativen Kirschduft bin, um die Verlockung von Tom Ford aus meinem Kopf zu verbannen, habe ich nach dem Keyword "Cherry" bei Crow & Pebble gesucht und das war das einzige Ergebnis.

    Duftnoten: Blutrote Rosen, Muskatnuss, Kirschlikör und Orangenblütenwasser.

    Wonach es riechen soll: Ein Dinner mit einem Piraten: Spicy, aber auch romantisch.
    Wonach es riecht: Der Tod kommt mich holen, und er riecht nach Muskatnuss. Entweder ist den Macher*innen der Muskatnuss-Streuer ausgerutscht oder das muss so. Aber die würzige Note überwältigt mich mit ihrer schieren Übermacht und wirft mich ins (Blumen-)Meer. Irgendwo, unter einer meterdicken Schicht Würzigkeit, struggelt eine einzelne rote Rose. Der Kirschlikör ist schon lange ausgetrunken, aber ich bilde mir ein, einen Alkoholrülpser in der Muskatnuss-Orgie wahrzunehmen. Yo, ho, yo, ho, a pirate's life for me.

    Haltbarkeit: Die floralen Noten verziehen sich relativ zügig, aber die Gewürze bleiben langeeeeee auf die Haut. Laaaaaannnnngggeeeeeee.
    Kopfschmerzfaktor: Ebenfalls, ja. Genny hat INSTANT Kopfschmerzen davon bekommen.

    Genereller Vibe: Ein älterer Mann mit einem unsäglichen Spice-Parfum, der einem viel, viel zu nahe kommt. Das Bad Ending von Kamil.
    Abschließende Gedanken: Mir erschließt sich nicht, warum weder in den anderen Reviews, noch in den Duftnoten auf der Webseite auf die schiere Spicyness des Duftes eingegangen wird. Ist da wirklich etwas schiefgelaufen oder bin ich einfach nur empfindlich? Ich kann eine Variante des Duftes sehen, die angenehm mystisch-maskulin ist, aber die hier isses nicht.

    Gesamtnote: 4-

  17. #17
    Heute: Das "Unter-dem-Meer"-Double-Feature

    Ghost Whale
    Marke: Crow & Pebble
    Warum ich es ausgewählt habe: Wie ganz am Anfang angesprochen, habe ich eine Schwäche für Meeresdüfte. Sie passen nicht unbedingt zu mir, aber ich mag sie, falls das Sinn ergibt. Deswegen hatte ich noch (mindestens) zwei weitere aquatische Düfte in die Auswahl genommen. Genny hat bei der Zusammenstellung offensichtlich Spaß gehabt und beide zusammen in ein Tütchen gepackt. Down where it's wetter, down where it's better!

    Duftnoten: Stürmische Seeluft, Muskatellersalbei, schwarzer Pfeffer, grüner Jasmintee, Zedernholz

    Wonach es riechen soll: Kapitän Ahab blickt aufs Meer hinaus und verflucht diesen verdammten Wal.
    Wonach es riecht: Unmittelbare Reaktion: ??? Da ist nichts? Wo ist der Wal? Was ist hier los? Drei Sekunden später: OH SHIT DA IST DER WAL.
    Und der Wal hittet wie ein Truck. Es ist wirklich das Moby Dick-Erlebnis. Für einen kurzen, schrecklichen Moment rieche ich Petroleum, bevor eine Duftkerze auf Speed bedrohlich näher kommt. Nach dieser etwa zehnsekündigen Achterbahnfahrt bleibt der Duft halbwegs stabil. Er hat die Intensität und das Charisma einer Yankee Candle Ocean Air-Fünfdochtkerze. Ich würde ihn dennoch nicht als "frisch" beschreiben, eher würzig und dunkel. Der Pfeffer macht aus dem Standard-Männerduft einen Standard-Männerduft mit Pfeffer. Ghost Whale riecht an Genny seemeilenweit besser als an mir.

    Haltbarkeit: Ewiglich, wie der Ozean.
    Kopfschmerzfaktor: Als würde Moby Dick dir persönlich den Kopf abbeißen.

    Genereller Vibe: Kapitän Ahab (männlich) blickt maskulin aufs Meer hinaus und verflucht wie ein echter Mann diesen verdammten Wal.
    Abschließende Gedanken: Ich halte mich eigentlich damit zurück, Parfum in die männlich/weiblich-Dichotomie einzusortieren, aber Siren und Ghost Whale scheinen mir wirklich wie eine feminine und eine maskuline Interpretation desselben Dufts. Beide sind theoretisch unisex tragbar, aber wenn sie nebeneinanderstehen, kann ich mich dieses Eindrucks nicht erwehren.

    Gesamtnote: 3
    Siren
    Marke: DarkTales
    Warum ich es ausgewählt habe: Die Gothic-Parfums gingen alle in ungefähr dieselbe Richtung und ich wollte von Dark Tales auch etwas testen, was eine komplett andere Duftfamilie abdeckt.

    Kopfnoten: Moringa, Blauer Lotus, Limette.
    Herznoten: Muskatellersalbei, Ingwerlilie, Ylang-Ylang.
    Basisnoten: Vetiver, Patchouli, Seegras.

    Wonach es riechen soll: Eine ätherische Geschichte über die ewige Faszination des Meeres, die verlockend und poetisch ist, ohne sich auf banale Klischees über Sirenen zu verlassen. Klaro.
    Wonach es riecht: Das Siren-Duftöl ist grün auf der Haut und das lenkt mich für einen Moment so ab, dass die Algen mich umschlingen und auf den Grund des Sees ziehen. Dort unten ist das Wasser durchsetzt von Seegras und verrottenden Blüten, die mir die Sicht versperren. Ähnlich wie Libertine (my love) hat Siren einen sexy Vibe, wie bei einer Meermenschenorgie. Die Limette ist erstaunlich präsent und gibt der Veranstaltung einen interessanten Mojito-Vibe. Die Frische bekämpft den Dark-Tales-üblichen Modergeruch sehr elegant. Aus den Augenwinkeln (Nasenwinkeln?) nehme ich manchmal dennoch die Alge wahr, und da könnte ich drauf verzichten tbh.

    Haltbarkeit: Ich kann ihn drei Stunden später noch direkt auf der Haut riechen, aber er ist von Anfang an sehr schwach.
    Kopfschmerzfaktor: Wie üblich bei Dark Tales ist der Duft zart, elegant und migränefreundlich.

    Genereller Vibe: Meerwesen werden in entsprechenden Kunstwerken häufig mit mehreren sekundären Geschlechtsteilen dargestellt mit mit diesem Duft hätte ich kein Problem, diesem biologischen Fakt auf den Grund zu gehen.
    Abschließende Gedanken: Es ist kein Wunder, dass Siren bereits ausverkauft ist. Der Duft wird in der neuen Dark-Tales-Iteration zurückkommen, aber in einer modifizierten Version. Schade, ich werde meine kleine Samplerflasche sehr wertschätzen - auch wenn unsere RP-Seefahrtstage wohl vorbei sind.

    Gesamtnote: 2
    Geändert von Caro (19.12.2023 um 04:55 Uhr)

  18. #18
    Ambilux
    Marke: Marlou
    Geschichte: Die Tatsache, dass wir von Marlou bisher verschont geblieben sind, ist ein mittleres Wunder. Die Marke hat ihre... ehm... Identität darin gefunden, sich von Körperflüssigkeiten inspirieren zu lassen. Bekannt geworden durch eine beinahe poetische Review auf TikTok, war das Samplerset zeitweilig ausverkauft. Und das, obwohl die Düfte definitiv nicht massentauglich sind. Jeder Tag, jedes neue Tütchen brachte den Nervenkitzel mit sich: Wird heute der Tag sein, an dem ich nach Sperma riechen muss?
    Warum ich es ausgewählt habe: Von Marlou habe ich alle vier Düfte. Mit Ambilux starten wir direkt am tiefen Ende: Es ist tatsächlich der Sperma-Duft. Wer dabei bereits angewidert die Nase rümpft, sollte vielleicht nicht weiterlesen, ich werde explizit in meiner Beschreibung.

    Duftnoten: KÜMMEL - COSTUS (BIBERGEIL) - HELICHRYSUM

    Wonach es riechen soll: Körpergeruch: Realistisch, aber imperfekt. Die verschwitzten Strumpfhosen einer Ballerina, der Geruch von versteckten Körperfalten, das überhitzte Schlafzimmer nach dem Sex im Sommer.
    Wonach es riecht: Zunächst eine Klarstellung: Die Düfte von Marlou sind als Kunstwerk zu verstehen. Sie sind nicht dafür gedacht, morgens vor dem Büro aufgetupft zu werden und einen als Everyday-Scent zu begleiten.
    Ambilux ist nicht angenehm. Er ist nicht sexy, sondern die Realität beim Sex. Ich habe den ganzen Monat lang darüber gememet, dass ich ja bald nach Sperma riechen muss, aber wirklich dran geglaubt habe ich nicht. Doch. Ambilux hat eine eindeutige Spermanote. Spezifisch älteres, wenig flüssiges Sperma, wenn man dehydriert ist und einige Tage keine Ejakulation hatte. Dazu kommt pointiert der Schweiß. Weniger frischer Schweiß, sondern der Geruch seiner Jacke, wenn Genny nach einem Tag mit drei Laufanlagen nach Hause kommt. Irgendwie vertraut und nostalgisch.

    Haltbarkeit: Technisch irrelevent, weil man ihn nicht lange tragen kann. Ich habs nicht länger als eine Stunde ausgehalten.
    Kopfschmerzfaktor: Weniger durch die Duftnoten, mehr durch den Effekt.

    Genereller Vibe: Ein Deepthroat, bei dem die Hoden aufs Gesicht klatschen und man beinahe daran erstickt. Unangenehm, aber eigentlich ganz geil.
    Abschließende Gedanken: Es ist schwer, Ambilux eine klare Note zu geben, weil er nicht mit den anderen Parfums vergleichbar ist und sein will. Marlou erreicht sein Ziel, Körpergeruch zu imitieren – aber ich stelle den zweiten Teil des Mission Statements infrage. Das besagt: This implies the acceptance and even ownership of faults, of imperfections inherent to that living object which is never wholly clean. Ja, der Körper ist nie ganz sauber, Sex ist nie ganz sauber, das Leben ist nie ganz sauber. Aber Ambilux lehnt sich so weit in den "schmutzigen" Aspekt hinein, dass es obszön wird. Das ist mehr als "imperfektionen akzeptieren", das ist ausgewachsene Salophilie. Das ist die Motivation dahinter, getragene Slips und Socken zu kaufen.
    Und das ist okay, aber halt nicht der Standard für alle Menschen.

    Gesamtnote: ohne Bewertung
    Geändert von Caro (19.12.2023 um 04:55 Uhr)

  19. #19
    Old Library
    Marke: Dark Tales
    Warum ich es ausgewählt habe: Ich habe richtig Bock auf einen guten Papierduft. Nachdem ich von Replica Whispers in the Library maßlos enttäuscht wurde (das ist halt so ein Parfum, und hat nichts mit dem Dark Academia-Vibe einer alten Bibliothek zu tun), schien mir Old Library wie ein guter Kandidat für einen weiteren Versuch.
    (Anmerkung: Von jetzt an fliegen wir blind: Dark Tales hat heute seinen Shop geschlossen und die Webseite genuket. Ich muss also zusammenpuzzlen, was ich finden kann.)

    Duftnoten: Zedernholz, Vanille, Vetiver, peruanisches Balsamholz, Basilikum, Rosenholz, Bergamotte

    Wonach es riechen soll:Eine Kloster-Bibliothek voller dunkler Geheimnisse, versteckter Passagen und verschwiegener Mönche.
    Wonach es riecht: Als ich an der Uni im Zentrum für Qualitätsanalyse gearbeitet habe, musste ich einmal runter in den Keller, ins Archiv. Das Gebäude war nicht alt, mehr so ein Zweckbau aus den 90ern, aber der Keller war trotzdem klamm und duster. Und da hats genauso gerochen.
    Ja, Old Library hat definitiv etwas Altes, Staubiges an sich. Ob es eine Bibliothek ist, kann ich nicht sagen. Wenn es eine ist, dann weniger Oxford oder Yale, sondern Lüdenscheid oder Oschatz. Es ist auch wieder merkwürdig feucht im Abgang. Das Basilikum ist erstaunlich präsent und ich habe keine Ahnung, was es hier verloren hat. Aber die grüne Note in Kombination mit dem Moder erzeugt einen Schimmelgeruch, der es in sich hat. Einziger Trost ist die Vanille, die mit der Zeit immer präsenter wird und die schlimmsten Aspekte abfedert.

    Haltbarkeit: Viel zu lange, viel zu stark. Bei Old Library fängt Dark Tales plötzlich an, Sillage zu entwickeln.
    Kopfschmerzfaktor: Das ist der erste Duft von Dark Tales, der stark genug ist und scheisse genug riecht, also ja.

    Genereller Vibe: Vermoderte Pappkartons im tiefsten Keller der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg in der schlesischen Oberlausitz
    Abschließende Gedanken: Dark Tales hat die Nuancen von Moder wirklich drauf. Jeder Duft (minus Libertine) hatte bisher diesen verwesenden Charakter, auf seine individuelle Art und Weise. Ich habe Old Library zum Einkaufen im Supermarkt getragen und es war mir unangenehm, wie ich gerochen habe. Das könnte der Duft von Dark Tales sein, den ich bisher am schlechtesten finde. Und natürlich ist das eine der wenigen Sorten, die nach Wiedereröffnung unverändert zurückkommt. Warum auch immer.

    Gesamtnote: 5
    Geändert von Caro (18.12.2023 um 18:33 Uhr)

  20. #20
    Seafoam
    Marke: AzurasAlchemyLab
    Warum ich es ausgewählt habe: In der Theorie klingen die Duftnoten gut. That's kinda it.

    Duftnoten: Kräuter-Tonikum, Orangenblüte, aquatische Noten

    Wonach es riechen soll: Weißer Meerschaum, das Rauschen des Meeres, ein Strandspaziergang
    Wonach es riecht: Der Duft in der Flasche ist wunderbar! Wie ein Cocktail mit Tonic Water und einer Gurkenscheibe am Rand. Nur leider beschreibe ich nicht den Duft in der Flasche. Aufgetragen riecht es schlicht nach Axe Bodywash. Dem grünen. Viel mehr kann ich gar nicht sagen. Gehe in den dm und schnupper an einer Männerduschgelflasche, der Effekt ist etwa derselbe. Es hält natürlich länger auf der Haut und verliert mit der Zeit an Schärfe.

    Haltbarkeit: Meh.
    Kopfschmerzfaktor: Dezent. Wenn ich permanant dran riechen müsste, wäre es schon unangenehm.

    Genereller Vibe: Männer-Duschgel (derogatory)
    Abschließende Gedanken: Seafoam war eigentlich schon am Donnerstag im Adventskalender, aber ich konnte mich bisher nicht durchringen, meine Review für ihn zu schreiben. Zu nichtssagend ist der Duft, zu langweilig. Vielleicht würde ich ihn besser finden, wenn ich vorher nicht Siren probiert hätte. Er ist nicht schlecht, aber schrecklich basic. Und das ist fast schlimmer als Moder und Sperma.

    Gesamtnote: 3+
    Artimitia
    Marke: Onyrico
    Warum ich es ausgewählt habe: Mir haben noch X Euro zum Mindestbestellwert bei dem Pröbchen-Onlineshop gefehlt. Zu Onyrico habe ich nichts gefunden, nichtmal eine Webseite. Einziges Alleinstellungsmerkmal sind die Flakons, die mit Verschlusskappen aus Halbedelsteinen verziert sind. Artimitia ist angeblich inspiriert von Artemisia Gentileschi, einer italienischen Malerin des 17. Jahrhunderts, bekannt durch das Frauenpower-Barock-Gemälde Judith und Holofernes. Das ist genau mein Vibe und ich hatte die vage Hoffnung, endlich meinen düsteren Hexenmeisterinnen-Duft zu fnden.

    Kopfnote: Frischer Ingwer, Mandarine
    Herznote: Orangenblüten, Ingwerblüte, karamellisierter Zucker
    Basisnote: kandierter Ingwer, Vanille, weißer Moschus

    Wonach es riechen soll: Eine einsame Malerin in ihrer Werkstatt, die an ihrem Meisterwerk arbeitet.
    Wonach es riecht: Ich hatte mich seelisch und moralisch bereits auf eine Ingwerbombe ála Celestial Fox eingestellt, aber da kommt einfach nichts. Es riecht nach Vanille und Moschus, Moschus und Vanille. Weich, cremig und kuschelig, wie ein beiger Cashmere-Pullover. Angenehm, ja, aber ein absoluter Standard-Duft. Mit der Zeit und ganz viel gutem Willen riecht die Vanile ein bisschen würzig. Aber von den drei (!) unterschiedlichen Ingwernoten in jeder Phase des Duftes ist nichts wahrnehmbar. Das ist auch eine Leistung.

    Haltbarkeit: Guter Parfum-Standard. Stark genug für den "Oh, was tragen Sie denn?"-Faktor.
    Kopfschmerzfaktor: Vanilletypisch.

    Genereller Vibe: Eine (für ihre Zeit) mächtige Frau wird in einem weichen Wollpullover gezwängt und gefragt, wie sie denn Karriere und Kinder unter einen Hut bringt.
    Abschließende Gedanken: Artemisia Gentileschi hatte ein beeindruckendes, ein tragisches Leben. Wenn ich mir ihre Gemälde anschaue, denke ich an Wut und Rache und Energie und kraftvolle Weiblichkeit. Ich weiß nicht, wie ich es finde, ihr einen Duft zu widmen, den ich in der Form auch im Douglas kaufen kann, und zwar für ein Zehntel des Preises. Es riecht gut, aber es riecht halt nicht 215-Euro-für-100-Milliliter-gut.

    Gesamtnote: 2-
    Geändert von Caro (18.12.2023 um 02:55 Uhr)

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