Zitat Zitat von KingPaddy Beitrag anzeigen
Die erneute Wahl in Österreich hat diesmal Van der Bellen klar für sich entschieden. Angesichts der Tatsache das Hofer als gemäßigter Rechter gilt, habe ich im Vorfeld jetzt die Angst nicht verstanden. Er hat die Mitgliedschaft der EU nicht in Frage gestellt nur für sich kritische Distanz in Anspruch genommen, von der sich unsere kadavergehorsamen Parteien mal eine Scheibe abschneiden könnten. Generell war er mir persönlich jetzt auch sympathischer als Van der Bellen. Aber gut. Wahl ist Wahl und österreich hat jetzt endlich ein klares Ergebnis.
Hofer hat sich tatsächlich sehr souverän präsentiert. Bei der Vorauswahl hat er die Konkurrenz weit hinter sich gelassen (1. Hofer 35%, 2. VdB 21,5%). Was ihm letztendlich die Präsidentschaft gekostet hat war 1. das Kollektiv aller anderen Parteien (von den Christlich Sozialen bis zu den Grünen hat sich alles für VdB ausgesprochen, wie auch der Altpräsident), die ihn unterstützt hat und die Tatsache, dass er selbst gleich mit "ich bin ein Blauer" eingestiegen ist und immer im Schatten der FPÖ aufgetreten ist; die Hemmschwelle war groß. VdB ist zwar auch eindeutig ein grüner Kandidat, hat sich trotzem als "unabhängig" profiliert und konnte den Schein durch die allgemeine Unterstützung auch wahren. Auch gab es ständig z.B. Radiowerbung für VdB und ich habe als Vielhörer (fahre oft Auto) kein einziges mal Werbung für Hofer gehört. Offiziell natürlich nicht, offiziell hat VdB den besseren Wahlkampf geführt; naja, kann man auch so ausdrücken.

Die Frage die ich mir stelle ist, ob wir in so einer Situation überhaupt einen Präsidenten brauchen. In der Zeit ohne Präsident hatte ich nicht wirklich den Eindruck als würde da etwas fehlen. Jetzt einen hinzustellen, mit dem nur die wenigsten wirklich zufrieden sind, ist irgendwie nicht Sinn und Zweck der ganzen Sache. Er soll ja repräsentieren. Falls die FPÖ die nächsten Nationalratswahlen "gewinnt" (was mittlerweile nicht unwahrscheinlich ist), würden sich grüner Präsident und blauer Nationalrat gegenseitig ausbremsen, was die allgemeine Unzufriedenheit nur noch vergrößern würde.