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  1. #1
    Soma Bringer (NDS)

    Soma Bringer ist eines der Spiele, bei denen man Nintendo wirklich eine reinhauen möchte, wenn es darum geht, Spiele außerhalb von Japan auf den Markt zu bringen. Es scheint zwar jeder Rotz hier rauszukommen, aber bei Nintendo scheinen immer noch SNES Standards zu herrschen.

    Soma Bringer ist ein Spiel von Monolith Soft, welches Anfang 2008 für den NDS in Japan herausgebracht wurde. Gespielt habe ich es, dank mangelnder Japanischkenntnisse, mit Hilfe einer Fan Translation, welche das Spiel vollständig übersetzt hat – bis auf das Glossar, welches für JRPG Verhältnisse sogar recht umfangreich zu sein scheint.

    Nun, meinen Anfangskommentar sollte man jetzt so verstehen: Soma Bringer ist ein wirklich gutes ARPG - aber es hat auch eine nicht zu verachtende Zahl an Schwächen, von denen aber zum Glück keine das Spiel kaputtmachen kann.


    Grafik:
    Die Grafik ist... eher funktional, würde ich sagen. Vorgezeichnete Hintergründe und 3D Charaktere, die darauf entlanglaufen. Keines von beidem sieht sonderlich schlecht aus, aber auch nicht zu gut. Der Stil an sich ist sehr farbenfroh und auchrecht interessant, zumindest, was ein paar der Gebiete angeht. Für Atmosphäre kann sie zusammen mit dem Soundtrack sorgen.

    Was der Grafik dann ein wenig das Genick bricht ist, dass man sich sehr lange in den immer gleich aussehenden Gegenden aufhält. Pro Kapitel gibt es zwar ein neues Set an Arealen, aber diese sind meist so lang, dass alles irgendwann langweilig wirkt.
    Es gibt eine relativ große Artenvielfalt von Gegnern, wobei der Farbtopf wieder eine größere Rolle spielt (aber zum Glück nicht in den Ausmaßen, wie bei anderen Vertretern des Genres (DQ *hust*)).

    Was das Design der Gegner an sich angeht: Es gibt zwar auch hier die Schleime, die Mücken und Käfer, die man bekämpft, aber die Gegner wurden insgesamt so designed, dass man sie sich als gefährlich vorstellen kann. Das ist irgendwie eine Sache, die viele JRPG Entwickler für unnötig halten, deren Welt dann von quietschbunten rumhüpfenden... Viechern...bewohnt wird (DQ... *hust²*).


    Story:
    Die Grundgeschichte ist die folgende: Es ist eine Welt, in der die Menschen auf eine Energie namens Soma angewiesen sind. Alle technischen Errungenschaften funktionieren dank dieser. Um die Entwicklung neuer Technologien sowie die Verwendung von Soma zu regulieren und Annomalien zu untersuchen gibt es die Organisation Secundady, insbesondere die 7. Divison, um welche sich das Spiel dreht. Eine der Hauptaufgaben von dieser ist es, sich um so genannte Visitor zu kümmern, welche vom Himmel herabfallen, von örtlichen Lebensformen Besitz ergreifen und mit ihnen die Siedlungen bedrohen.
    Insgesamt ist die Story von Soma Bringer nichts, was man an die große Glocke hängen kann. Für A-RPG Standards ist sie zwar verhältnismäßig gut, das hat aber nicht zu viel zu sagen.
    Sie trieft so sehr vor Klischee (bzw. Um exakter zu sein: die Präsentation der Story via Charaktere und Dialoge), dass (zumindest mir) manchmal übel davon wurde – dies manifestiert sich vor allem in den beliebten Themen wie "Liebe und Freundschaft sind das, was Menschen so toll macht.", und ähnlichen Vorkomnissen, die JRPGs nicht selten plagen.
    Aber ich will hier nicht sagen, dass die Story an sich (also nicht die Präsentation) schlecht sei – das ist sie nicht. Sie ist aber auch nicht
    wirklich gut. Es gibt einige Wendungen, die man nicht vorhersieht, leider treten aber die Wendungen, die man vorhersieht in der Regel auch so ein.

    Was die Story in meinen Augen größtenteils zerstört ist hier der
    Hauptcharakter, Welt. Im Prinzip ist seine Relevanz für die erste Hälfte der Story so groß, wie die von Vaan in FFXII. Dann schien den Entwicklern aufgefallen zu sein, dass er der Hauptcharakter sein soll, und... mein Gott, gebt mir lieber einen Tidus.
    Jeder, der das Spiel gespielt hat, fragt sich sicherlich "Ist der bescheuert?".
    Ich will es mal so sagen: Ich habe lieber einen Hauptcharakter, den ich hassen kann, WEIL er eine gewisse Persönlichkeit hat, als diese profillosen Klone, die die Hauptcharaktere in 90% aller Anime und JRPGs ausmachen – den ich dann hasse, weil er so standard... warte... xD

    Er hat die Pseudo-Romanze mit der weiblichen Hauptfigur, welche dem 08/15 Anime Hauptcharakter ja quasi schon mit in seine Wiege gelegt wird, die genau so lau ist, wie man sie auch erwarten würde.
    Schlimmer ist nur noch, dass die Charaktere, die eventuell interessant sein könnten, jeweils ein Kapitel gegeben wird, in dem man ein wenig Hintergrund erfährt. Dieser ist in einigen Fällen nicht schlecht, kommt aber viel zu kurz (Granada sei hier als Beispiel genannt – man erfährt prinzipiell im Spiel nichts über sie, außer in einem optionalen Dungeon). Hierbei sei erwähnt, dass die Leute der 7. Division an sich und die Division als ganzes doch ziemlich gut funktionieren und auch insgesamt alle (bis auf Welt^^) sympatisch sind.
    Zwar verkörpert jeder von ihnen ein Klischee, und hier wurde sich nicht mit Ruhm bekleckert, was den Einfallsreichtum anging, aber zumindest gibt es (bis auf... Welt^^°) keine Nervensägen.
    Was meine Probleme mit Welt noch verstärkt ist hier der Fall, dass man sich am Anfang einen Charakter aus der 7. Division aussucht, mit dem man spielt – und Welts Verknüpfung in die Story ist nicht so tief, dass man seine Rolle nicht hätte ersetzen können durch einen der anderen Charaktere. (Die Romanze hätte man ihm lassen können – hat sowieso nicht viel zum emotionalen Faktor beigetragen ^^°).
    Tatsächlich wählt man einen Charakter, und man kommt sich im späteren Spiel ungefähr so vor, als würde man Vaan kontrollieren: in den Kämpfen ist man da, sonst irgendwo im Hintergrund und gibt ab und an nen Kommentar ab.
    Und man ist zu perplex von dem Mist, den Welt redet, als das man ihm das Maul stopfen könnte.

    Auch wenn ich zu der Story eines ARPGs jetzt irgendwie sehr viel geschrieben habe, so hatte ich beim Spielen doch das Gefühl, dass diese sehr kurz ist – das Spiel ist in 6 Akte unterteilt, und das ist auch die Anzahl an Gegenden, die man besucht (und ein paar optionale Sachen) – was sich nicht unbedingt wie ein episches Abenteuer anfühlt. Ferner werden ab und an Referenzen gemacht zu anderen Kontinenten – was hier zumindest bei mir, da mir das Spiel sowieso zu kurz erschien, ein paar Schmerzen verursacht hat.


    Gameplay:

    So, jetzt kommen wir zum Kern der Sache (für die meisten zumindest – für mich ist das die Story ): Dem wilden Metzeln.
    Der Vergleich mit Diablo mag manchem seltsam vorkommen, aber tatsächlich halte ich ihn hier für extrem angebracht. Genau wie in alter Diablo Manier läuft man hier 90%> der Zeit in Dungeons rum, verprügelt haufenweise Gegner, trinkt währenddessen literweise Heiltränke, sammelt den Loot ein, teleportiert sich per Town Portal in die Stadt zurück und verkauft den Mist, den man gefunden hat und noch nicht am Körper trägt. Tatsächlich ist das im Prinzip alles, was das Gameplay hier ausmacht und ich könnte theoretisch aufhören – aber dann hätte ich bei einem ARPG viel mehr über die Story geschrieben als über das Gameplay, wäre schon seltsam, oder?

    Die Charaktererstellung läuft wie folgt: Man wählt sich einen der Charaktere der 7. Division (ist eine kosmetische Wahl, soweit ich weiß, ändert das am Spiel nicht viel), und wählt eine von 6 Klassen (Kämpfer, Magier, Schurke, Ritter Dunkelritter und Bogenschütze (alle mit anderen Namen, selbstverständlich xD)). Diese haben Skilltrees wie in Diablo, aber insgesamt nur wenige Skills. Das Gute ist, dass man zu jeder Zeit die Punkte umverteilen kann, so, dass einem die Skillentscheidung gar nicht zu schwer fällt.
    Andererseits waren die 3 Kampftrees meines Schurken alle ziemlich ähnlich und nur auf die 3 Waffen angepasst, die er tragen konnte – wie dies für andere Klassen aussieht, kann ich natürlich nicht genau sagen, aber da meine Gefährten nicht sonderlich viel tolles aus ihrer Klasse hervorgeholt haben, nehme ich einfach mal an, dass da auch nicht so viel Abwechslung sein wird.

    Ach ja – man kämpft mit 2 Gefährten, welche aus der 7. Division sind, und frei wählbar. Diese haben festgelegte Klassen, was aber keinen wirklichen Unterschied macht, da sie sowieso nicht zu nützlich sind (besonders später). Es kam mir eher so vor, als wenn ich alleine die Gegner aufräume, und meine Mitstreiter Kanonenfutter und die (oft unzuverlässige) Heilbatterie darstellen.
    An sich wäre dies nicht so schlimm, wenn das System von Tank – DD – Heiler in diesem Spiel vorhanden wäre, aber das ist es nicht. Tatsächlich konnte keiner der Charaktere einen Gegner auch nur länger als einen Schlag an sich binden, bevor er mich angreifen wollte – was sehr gut ist, da Schurken ja für hohe HP bekannt sind (und der "Krieger" scheint hier sowas wie einen Taunt-Move zu haben - den Welt aber, vermutlich wegen seiner unbegrenzten Dummheit, nicht konnte). Aber dies wird im Spiel - zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad - nie so schwerwiegend, dass es den Spielspaß kaputtmachen könnte. Wie sollte es das auch werden - bei Diablo brauchte man auch keine Unterstützung, um die Monsterhorden weg zu räumen
    Da jeder Skilltree nur ~12 Fähigkeiten hat, ist auch die Anzahl der Aktionen recht begrenzt im Vergleich zu Genrevertretern wie Diablo.
    Ums am Rand zu erwähnen: Man kann dieses Spiel im Multiplayer spielen. Aus Mangel an Leuten, die dieses Spiel spielen wollen (sehr seltsam^^), habe ich das aber nie probiert. Die Spielerfahrung kann aber IMO nur besser sein, wenn die Partymitglieder auch effizient sind^^

    Neben den Hauptmissionen gibt es auch immer noch eine kleine Anzahl von Nebenaufgaben "Klein" ist hierbei vielleicht untertrieben, denn es sind meist nur ~2 pro Kapitel – und diese sind eigentlich nie wirklich interessant oder aufwändig. Meist erledigt man sie nebenbei beim Erkunden, ohne zu wissen, dass man etwas Spezielles tut.
    Es gibt gameplaytechnisch eigentlich keine Abwechslung – man kämpft sich immer durch einen langen Dungeon (im übertragenen Sinne^^), aktiviert Waypoints, verkauft Müll, erreicht irgendwann einen Boss, besiegt ihn und geht in den nächsten Akt. Also genau das, was das man bei Diablo auch getan hat. Hier hätte ein wenig Auflockerung manchmal gut getan, aber was bei Diablo schon nicht gestört hat, stört hier auch nicht sonderlich^^
    Die Bosskämpfe sind hier besonders zu erwähnen, weil sie... absolut nichts besonderes sind. Und das ist wirklich überraschend, dass man es in so einem Spiel schafft, die Bosse einfach nur groß und langweilig zu machen. In den meisten Fällen sind diese Kämpfe auch überhaupt kein Problem.
    Dennoch bin ich im späteren Spiel bei einigen Encountern öfter gestorben - das waren nur nie Bosskämpfe; entweder normale Gegner, die in Gruppen teilweise recht stark sein können, oder die seltenen oder einzigartigen Monster, die im Spiel vertreten sind, für die besondere Herausforderung. Vor allem, die Kämpfe gegen die einzigartigen Monster sind hier zu erwähnen, da diese wirklich einen hohen Schwierigkeitsgrad haben.

    Dies wird verstärkt durch das Break System dieses Spiels. Mit jedem Treffer besteht eine Chance, dass ein " ! " über dem Gegner oder über einem selbst erscheint. "Sammelt" man 3 Ausrufezeichen, so geht der Charakter in den Break Zustand über, in welchem er deutlich mehr Schaden erleidet und kurze Zeit nicht agieren kann – oder sogar in die Luft geschleudert wird. Gerade dieses kann einem in einigen Encountern einen extrem schnellen
    Tod bescheren, z.B., wenn man in der Luft ist und der Gegner einen Zauber ausübt, dem man nicht ausweichen kann.
    Nichtsdestrotz ist es natürlich immer wieder schön, wenn man eines der großen Monster im Spiel mal eben in die Luft schlägt und dann massiven Schaden anrichtet – sehr befriedend

    Unterm Stich ist das Gameplay genau das, was man schon lange von Spielen aus der Seiken Densetsu Reihe erwartet hätte. Es ist unkompliziert, schnell und dynamisch. Leider ist es auch wenig abwechlungsreich und man wird das Gefühl nicht los, dass man das alles schon vor 10 Jahren mal gesehen hat. Insgesamt macht das Spiel aber keine größeren Schnitzer, was das Gameplay angeht - es erfindet zwar auch nichts neu, aber macht das, was es tut, gut.


    Sound:
    Hier habe ich gemische Sachen gehört, was ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Viel näher kann man an Secret of Mana eigentlich nicht mehr rankommen, ohne Secret of Mana zu sein.
    Mir persönlich hat die Musik sehr gefallen – die Umgebungsthemes sind stimmig und schön anzuhören. Mein einziges Problem ist hierbei: Da die Gebiete alle lang sind, hätten dem Spiel mehr Tracks definitiv gut gestanden. So hört man die selbe Musik schon eine gewisse Zeit – sie geht, zumindest mir, zwar nie auf den Geist, aber trotzdem ist mehr Abwechslung manchmal eine schöne Sache.

    Insgesamt ist der Soundtrack wohl das, was ich am Spiel mit am meisten mochte.


    Sonstiges:
    Nach dem Durchspielen kann man höhere Schwierigkeitsgrade anwählen, sowie 3 zusätzliche Dungeons spielen, die alle relativ lang sind (zwischen 30-50 Stockwerke). Hier erfährt man zu manchen Charakteren etwas mehr Hintergrund.
    Meine Spielzeit müsste so um die 20h gewesen sein – ich bin aber ein relativ langsamer Spieler, also würde ich im eher so um 15h für die meisten schätzen.


    Fazit:
    Auch wenn die Abschnitte vielleicht nicht den Eindruck gemacht haben, aber ich mochte Soma Bringer trotz der aufgelisteten Probleme gerne und würde es jedem empfehlen, der auf gute ARPGs nicht verzichten möchte, welche auch noch eine solide Story haben, vor allem, wenn man sich an dem 08/15 JRPG Hauptcharakter nicht stört


    Pro:
    - kann als spiritueller Nachfolger der leicht abgedrifteten Seiken Densetsu Reihe angesehen werden
    - große Zahl an Waffen und Rüstungen
    - 3 Schwierigkeitsgrade (nacheinander freispielbar)
    - solide Story mit sympatischen, wenn auch klischeelastigen Charakteren
    - kurzweiliges, unkompliziertes, schnelles Kampfsystem
    - sehr guter OST
    Contra:
    - Break-System kann einem öfter den Tod bringen
    - wenig optionales
    - schwache, teils enttäuschende Bosskämpfe
    - Charakterauswahl kaum relevant (kosmetisch)
    - Charaktere haben eher wenig Hintergrund

    Wertung:

    Grafik: 3/5 Sound: 5/5
    Gameplay: 4/5
    Story: 3/5
    Gesamt: 4/5
    Geändert von Sylverthas (12.02.2010 um 09:11 Uhr)

  2. #2
    Saga Frontier II (PSX)

    Saga Froniter II ist ein ziemlich exotisches RPG für die gute alte PSX und meiner Meinung nach ist es eines der besten Rollenspiele aller Zeiten! Aber warum ich eine so hohe Meinung von dem Spiel hier habe werde ich euch in einem Kurzbericht erläutern.

    Erstmal vorweg:
    Bist du bereit, mal eine andere von "Rollenspiel" zu erleben? Ja? Dann lies weiter!
    Bist du bereit, dich mit einem völlig neuartigen, vielschichtigen Storytelling auseinanderzusetzen? Ja? Dann lies weiter!
    Bist du bereit, zwei unterschiedliche Handlungsstränge zu verfolgen, die in der Mitte des Spieles kurz zusammenfinden? Ja? Dann lies weiter!
    Bist du bereit, ein neues und komplexes Kampfsystem testen zu wollen? Ja?
    Dann lies weiter!
    Bist du bereit für Saga Frontier II? Ja? Dann lies weiter!!!

    Die gesamte Welt von Saga Frontier II basiert auf Anima, spezielle Energie, die in jedem Menschen steckt und die es ihm erlaubt, mit Artefakten Magie wirken zu können. Es gibt aber ein paar Menschen, die keine Anima in sich haben und einer davon ist der junge Gustav, der erste Sohn von Gustav dem XII und seiner Frau Sophie. Der erste Sohn der Königsfamilie wird normalerweise auch der nächste König des Reiches, doch dafür muss die Anima der jeweiligen Person auch besonders stark sein. Da Gustav keine Anima in sich hat und deswegen auch keine Magie wirken kann, wird er zusammen mit seiner Mutter aus dem Königreich verbannt. Ab hier spielt man nun das gesamte Leben von Gustav nach und sieht dabei zu, wie Gustav versucht sich seinen Platz in der Welt zu sichern.


    Der zweite Handlungsstrang von Saga Frontier II beschäftigt sich mit William Knights, kurz Will Knights, der kurz davor steht, eine Karriere als Digger zu beginnen. Digger sind Leute, die wertvolle Gegenstände auf der gesamten Welt suchen und mit deren Anima versuchen, Magie einzusetzen. Der gute Will wuchs bei seiner Tante und bei seinem Onkel auf, da seine Eltern damals von einem Mann getötet wurden, der ebenfalls ein Digger. Und genau das ist auch der Hauptgrund, warum Will beschließt ebenfalls einer zu werden: den Mann ausfindig machen, der seine Eltern auf dem Gewissen hat. Das ist im Groben der Ausgangspunkt für Will's Geschichte und man spielt wie bei Gustav schon erwähnt sein komplettes Leben als Digger nach. Im Gegensatz zu Gustav aber, ist der Handlungsstrang von Will kampflastiger ausgefallen und es schließen sich auch mehr Charaktere an. Außerdem ist der Handlungstrang von Will meiner Meinung nach spannender als der von Gustav, da durch Kämpfe mehr Action ins Spiel kommt. Zudem lernt man den Großteil der Spielfiguren (von den es ca. 35 gibt) in Wills Geschichte kennen.

    Vielmehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, da gerade storymäßig Saga Frontier II ziemlich genial ausgefallen ist. Das liegt nicht wirklich an dem Hauptplot ansich, sondern eher an der Erzählweise, wie dieser dem Spieler vermittelt wird. Dank des Szenario Systems kann der Spieler sich nämlich aussuchen, welches Szenario er jetzt nachspielen möchte und somit hat man eine gewisse Freiheit in der Story. Doch keine Angst, dank der eigebauten Chronik gehen dabei keine wichtigen Ereignisse verloren und man behält trotz der vielen Szenarien immer noch den Überblick über die Story. Zumal Saga Frontier II ein Spiel mit einem komplett roten Faden ist. Viele Szenarien nur dazu, die Charaktere etwas besser kennenzuleren und treiben die Geschichte nicht wirklich voran.

    Storymäßig finde ich Saga Frontier II klasse, doch es gibt da einen ganz großen Kritikpunkt meinerseits. Fast jeder Charakter ist ein oder zwei Szenarien im Team und verlässt daraufhin die Gruppe. Das wäre ja nicht weiter schlimm, wenn man wüsste, was aus dem jeweiligen Charakter geworden ist. Doch damit wird man als Spieler total alleingelassen. Man erfährt fast nie, was Charakter XYZ nach dem Verlassen der Gruppe macht, geschweige denn, wann er stirbt, da die Story ja über mehrere Jahre spielt. Das finde ich schade, da es so nicht möglich ist, eine emotionale Verbinung zu den Charakteren aufzubauen.
    Trotzdem gibt es aber immer noch Charaktere, die sehr gelungen sind und bei denen man auch weiß, was sie wann machen und wann sie wie sterben. Klingt zwar ziemlich makaber das ganze, aber wenn ihr Saga Frontier II spielt, wisst ihr, was ich meine.


    Ein Thema was eigentlich immer ein Kritikpunkt in Saga Frontier II ist: das Kampfsystem!

    Dabei ist es doch ganz einfach..
    Ihr müsst euch das Kampfystem als Rundenkampfsystem vorstellen, nur dass es viel mehr Befehle zur Auswahl gibt als üblich. Anstatt Angriff, gibt es Treten, Hauen, Schlagen usw... diese Befehle lassen sich kombinieren und somit entstehen dann weitere Befehle, die dann verfügbar werden. Das ist ja ansich keine schlechte Idee, meiner Meinung nach sogar eine sehr gute. Dumm nur, dass hier der Faktor Zufall eine entscheidene Rolle spielt und man ehrlich gesagt hoffen muss, dass man eine neue Attacke erlernt. Ebenfalls ist es reiner Zufall, ob ihr nach den Kämpfen nun stärker werdet oder nicht. Es gibt keine Level im Spiel, sondern ihr könnt nur durch Erhöhung der Werte stärker werden (also HP, MP, Stärke usw...) deswegen heißt es nach jedem Kampf aufs neue bangen.
    Trotzdem finde ich das Kampfsystem recht gut. Es hat zwar ein paar Macken hier und, doch die Grundidee, die dahinter steckt ist genial. Schade, dass man hier vieles dem Zufall überlassen hat, sonst hätte Saga Frontier II eines der besten Kampfsysteme aller Zeiten gehabt. Naja...somit ist das Kampfsystem trotzdem ein starker Kritikpunkt..

    Grafisch und musikalisch ist das Spiel einfach nur ein Must Have! Mal ehrlich, wo gibt es einen so derart schönen Grafikstil wie hier? Bis heute ist der Stil einzigartig geblieben, und ich verstehe gar nicht wieso..
    Musikalisch bekommt man nur allerfeinste Orchester Stücke geboten, die von einem der besten Komponisten überhaupt, Hamauzi, ins Leben gerufen wurden.
    Einfach nur ein Genuss!

    Fazit:
    Saga Frontier II ist ein sehr experimentierfreudiges Rollenspiel. Es schmeißt jeden Standard über Board und bastelt sich mit seinen neuen Ideen eine ganz eigene Welt. Storymäßig ist Saga Frontier II dank dem Szenario System wirklich großartig geworden, doch das eigenwillige Kampfsystem trübt mehr oder minder sehr oft den Spielspaß. Hinzu kommt noch, dass das Spiel sehr schwer ist und den wohl schwierigsten RPG Endboss aller Zeiten hat.
    Trotzdem ist Saga Frontier II toll!
    Nicht zuletzt wegen Story, genialer Grafik (die bis heute noch einzigartig ist) und orchestereifer Musik. Spieler, die mal ein anderes RPG wollen und kein Problem damit haben, wenn das Kampfsystem ein paar Macken hat sollten sich mal Saga Frontier II anschauen, alle anderen machen lieber einen großen Bogen um das Spiel.

    Pro:
    - sehr gute Story (dank Szenario System)
    - wunderschöne Grafik
    - toller OST

    Contra:
    - Kampfsystem und Gameplay haben Macken
    - man wird oft im Dunkeln bei den Charakteren gelassen
    - ohne wirkliche Sidequests

    Ich gebe dem Spiel 80% von 100, aber nur, wenn man die oben genannten Bediengungen erfüllt. ^^
    Good boy. Sometimes.


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